Nach Klage

WU warnt vor Unterkapazitäten beim Masterstudium

30. Jänner 2012, 14:52
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    foto: derstandard.at/fercher

    Die WU hat wesentlich mehr Studenten als Plätze.

1.050 Studienanfänger, obwohl es nur 700 Plätze gibt - Badelt fordert mehr Geld oder Zugangsregeln

Wien - Nachdem die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien Ende vergangenen Jahres erfolgreich vom Bund auf dem Rechtsweg mehr Geld erstritten hat, da die Zahl der Bachelor-Studenten weit über den tatsächlichen Kapazitäten lag, macht WU-Rektor Christoph Badelt nun die nächste Baustelle auf. In einer Aussendung vom Montag weist er auf "dramatische Unterkapazitäten" auch bei den Masterstudien hin. So haben im Wintersemester 2011/12 knapp 1.050 Studenten ein Masterstudium begonnen, obwohl die WU eine Aufnahmekapazität von nur 700 Master-Anfängern habe.

Die Kapazitätsgrenze von 700 Master-Plätzen ist in der Leistungsvereinbarung für die Jahre 2010 bis 2012 festgeschrieben, so die WU. Dort heißt es auch, dass entsprechende Maßnahmen festzulegen sind, um eine neuerliche Verschlechterung der Studienbedingungen zu vermeiden, falls "die Anfänger/innenzahlen in den Masterstudien erheblich über diesen Annahmen liegen".

Keine Klage geplant

Badelt schließt den Gang vor die Schlichtungskommission wegen der Überlastung der Masterstudien vorerst aus. Das wäre "vergebene Liebesmühe", so der Rektor. Immerhin kenne er bereits die Rechtsmeinung der Kommission, wonach das Wissenschaftsministerium nur Geld verteilen kann, das es auch hat. Badelt will deshalb die Kapazitäten der Masterstudien "auf jeden Fall" in den kommenden Leistungsvereinbarungen fixieren.

Mehr Geld oder Zugangsregeln unumgänglich

"Einmal mehr muss ich darauf hinweisen, dass entweder eine bedeutende Ausweitung der Kapazitäten und des Budgets oder flächendeckende Zugangsregelungen für die Masterprogramme an der WU unumgänglich sind", so Badelt. "Alles andere ist vor allem gegenüber unseren Studierenden, die zwar ein Masterstudium beginnen können, aber aufgrund der Engpässe mit langen Wartezeiten oder mangelnder Betreuung rechnen müssen, nicht fair", sagt er. Er wies außerdem darauf hin, dass die große Zahl an Bachelorstudenten mittelfristig zu noch größeren Unterkapazitäten bei den Masterstudien führen werde. Insgesamt belegen derzeit bereits 1.823 Personen ein Masterstudium an der WU.

Derzeit können ausschließlich bei englischsprachigen Masterstudien Aufnahmeverfahren durchgeführt werden. Für die anderen Masterstudien müssen Studieninteressenten bestimmte formale Voraussetzungen erfüllen. Somit blieben von 3.570 Bewerbern im Wintersemester knapp 1.050 Studienanfänger übrig, wobei laut WU ein Teil der Interessenten von sich aus abgesprungen ist.

Bis 30. April müssen die Unis die Entwürfe für die Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2013 bis 2015 vorlegen, bis August kann das Ministerium dazu Stellung nehmen. Die eigentlichen Verhandlungen finden erst im Herbst statt. "Es ist mir wichtig darauf hinzuweisen, dass das Problem im Herbst wahrscheinlich größer kommen wird und dann werden wir mit voller Ladung auf dieses Thema draufsteigen. Wir demonstrieren das jetzt schon einmal."

Die im von der Regierung angekündigten Hochschulplan vorgesehene Studienplatzfinanzierung würde das Problem aus Badelts Sicht lösen, weil dabei für jedes Studium die Zahl der Plätze festgelegt und ausfinanziert wird. "Das lässt sich aber ohne Zugangsregeln nicht durchführen. Und insofern bin ich schon neugierig, ob das Papier in der jetzigen Form den Ministerrat passieren wird."

Töchterle pocht auf Zugangsregeln

Im Wissenschaftsministerium reagiert man auf Badelts Hilferuf mit einem Plädoyer für Zugangsbeschränkungen: "Einmal mehr zeigt sich: Universitäten haben Kapazitäten und die müssen sie auch leben dürfen. Um die Qualität sichern zu können, braucht es Zugangsregeln", heißt es aus dem Büro von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) zur APA. Wie in der Leistungsvereinbarung vereinbart, werde es wegen der Engpässe ein Gespräch mit der WU geben. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 31
1 2
)so(
00
Warum gab die WU jahrelang sechsstellige Summen für Personalsuchinserate in zwei bestimmten Zeitungen aus?

Für Stellen, die zumeist befristet waren oder einer derartigen Fluktuation unterlagen, dass die Gesamtkosten für die mehrfachen Stelleninserate die Jahresbruttolohnsumme der jeweiligen Position überstiegen.

)so(
00
Warum hält sich die WU eine Marketingabteilung mit rund 20 Mitarbeiterinnen?

Outsourcing und Temporäre noch gar nicht mitgerechnet. Warum werden ganze 8-Etagen-Treppenhäuser von Fremdfirmen ausgemalt, obwohl lediglich im 2. Kellergeschoss ein paar Fussabdrücke auf der abwaschbaren Dispersionsfarbe erkennbar sind. Warum werden 3 LKW-Ladungen voll Tische angekauft, obwohl die alten noch 1a sind? Warum wurden Dutzende Flat-TV (zu damals noch horrenden Preisen) überall im Haus aufgehängt? Warum wurde im ZiD ein millionenteurer "War-Room" eingerichtet, zu einer Zeit, als der WU-Neubau schon beschlossen war? Detto mit den sündteuren Umbauten im Rektoratsbüro - Marmorboden inklusive. Was sagt eigentlich der RH dazu? Oder Min. Töchterle?

Kronenzeitungsleser
00
15.3.2012, 17:12
...weil es dort keine Marketingprofessoren mit

ihren Mitarbeitern/innen gibt, die diesen Job übernehmen wollen!

Der Chronist
00
31.1.2012, 13:53

Wenn Badelt eine massive Reduktion der Studienplätze an der WU will, stehe ich ganz auf seiner Seite.

vertex
00
31.1.2012, 17:02
Ganz genau, die WU sollte im Bereich Zugangsregeln eine Sonderstellung bekommen!

Oder wollen wir jaehrlich +/- 7000 BWLer .
Man darf nicht vergessen, dass die WU nur 70 Profs hat, die sich um 28.000 Studenten kummern sollten. Wahnsinn!

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
00
31.1.2012, 14:22

ich auch, denn dann reduziert sich die zahl der BWLer, die sich bei mir bewerben. ich brauch sie nicht.

smea_gol
00
31.1.2012, 14:21

warum?
was haben sie davon, dass sie junge Menschen von Bildung exkludieren?

Der Chronist
00
31.1.2012, 14:37

Naja, offenbar werden zuviele Wu-ler produziert. Hey, wir leben in neoliberalen Zeiten!

smea_gol
01
31.1.2012, 15:58

und deswegen sollen junge menschen dann beim billa regale schlichten gehen? oder wie?

diese zeiten sind zum ko***n-

Der Chronist
00
31.1.2012, 20:43
"und deswegen sollen junge menschen dann beim billa regale schlichten gehen? oder wie?"

Wenns nach der ÖVP geht: Ja.

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
00
31.1.2012, 17:29

sie könnten sich selbständig machen. für jemanden, der/die wirtschaft studiert hat, ist selbständigkeit nicht abschreckend, nehme ich an.

smea_gol
00

die lesekompetenz mag minder ausgebildet sein: aber als billa-regalschlichter, der nicht auf die wu gekommen ist, weils eben hirnrissige zugangsbeschränkungen gibt, trifft das wohl ned zu.

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
10
31.1.2012, 12:41

einerseits beklagt badelt offen unterkapazitäten und eine zu hohe anzahl von student/innen, andererseits buhlt er - hier noch umbemerkt - um student/innen von us-nobeluniversitäten.
das ziel: mehr geld, mehr glamour: für mehr lehrkräfte für weniger, aber zahlungskräftige student/innen. damit die WU in den uni-rankings aufsteigt, und er sich seinen traum vom rektorat an einer "nobeluni" erfüllen kann. und unirat und senat gefällts.

smea_gol
00
31.1.2012, 13:40

ja, das allerdings noch immer werbeschaltungen für die Wu Masters übrall zu finden sind, die die Zeitungen auch ned für Luft und Liebe abdrucken oder in die Webausgaben setzen, erscheint hier tatsächlich etwas fraglich.

Ein Narr, wer böses denkt.

Komment
00

Bei den umworbenen MBAs geht es nicht um die hier genannten Masterstudien.

smea_gol
00

"englischsprachige Masterprogramme sollen internationale studierende anziehen".

naja, mbas auch, aber die eigenen überlaufenen nicht-bezahl-master...

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
00
31.1.2012, 14:20
klassische verknappungsstrategie zur akkumulierung ökonomischen und symbolischen kapitals.

je mehr beworben wird, desto mehr bewerben sich, so die hoffnung. je mehr sich bewerben, desto mehr können abgelehnt werden. je mehr abgelehnt werden, desto größer das renomée. je größer das renomée, desto teurer. je teurer, desto exklusiver.

smea_gol
00
31.1.2012, 15:59

hmmm.
naja.
eigentlich war badelt immer der sozialdemokratie näher. sollte man meinen.

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
00
31.1.2012, 17:27

mittlerweile sind auch für rektor/innen erfolgsprämien teil des gehalts, die an bestimmte, leider kurzfristige indikatoren gebunden sind.
ich gönne es den BWLer/innen, dass die BWL auf sie zurück fällt

NONE
13
31.1.2012, 10:14

Warum wird eigentlich immer nur die WU so betont?

Andere Universitäten haben auch finanzielle Probleme. Nur maulen die nicht so oft rum ...

Aber wie es sein wird, wird die WU durchs beständige sudern mehr Geld kassieren können.

vertex
01
31.1.2012, 16:52
Warum?

Siehe Universitaetsbericht 2011, Seite 84

http://www.bmwf.gv.at/fileadmin... ht2011.pdf

Erwin Wolfram
00
31.1.2012, 08:50
...

was haben die professoren keine zeit den universitaer geprueften kurs, das seminar der betriebsberatungsfirma fuer die politiker (studium in kurzzeit) und die regelstudien zugleich abzuwickeln? ach so, nur an den anderen fakultaeten ist das so! wir sind ja so betroffen und traurig ueber die "kapazitaet"...

In Your Face - Again
00
30.1.2012, 19:40
Was, eine unterfinanzierte Uni in Österreich!?

Diese Kapazitätsprobleme sind doch noch gar nix, im Vergleich zu den anderen Studien, den Bildungswissenschaften in Wien z.B. (Bachelor- Kapazitäten werden oft um das 4-Fache überschritten!)

zauberlehrling85
01
31.1.2012, 12:57

die Bachelorkapazitäten an der WU werden auch ums mehrfache überschritten. deshalb prüft die WU auch so viele Leute raus und die meisten kommen nicht zum Master.

Bitte keine Äpfel mit Birnen vergleichen!

gaisbock
21
30.1.2012, 16:18
Die Hälfte vormittags, die andere am Nachmittag, sollt sich ausgehn.

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