Fingierte Beraterverträge: Telekom soll Unterlagen unterschlagen haben

30. Jänner 2012, 13:16

Telekom-Chef Ametsreiter bestreitet die Vorwürfe - Laut "profil" Wahlkampffinanzierung für FPÖ

Wien - Einen Tag vor der zweiten Zeugenrunde im Korruptions-U-Ausschuss erhebt das Nachrichtenmagazin "profil" Vorwürfe gegen Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter. Dieser soll schon seit langem von den Unregelmäßigkeiten gewusst haben und sogar Unterlagen zurückhalten. Die Telekom wies den Vorwurf zurück und betonte, dass sie der Staatsanwaltschaft alle Dokumente übergeben habe.

Bei der ersten Zeugenbefragung am vergangenen Donnerstag kristallisierte sich heraus, dass bei der Novelle der Universaldienstverordnung von den Spitzenbeamten im Verkehrsministerium einfach der Entwurf der Telekom Austria übernommen wurde - weil das vom Kabinett des damaligen Verkehrsministers Hubert Gorbach (früher FPÖ/BZÖ) so gewünscht worden sei. Der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner bestreitet das.

Prüfungsunterlagen nicht herausgegeben

Laut "profil" hat das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) im Juli des Vorjahres bei der Staatsanwaltschaft Wien seinen Unmut über das Telekom-Management schriftlich kundgetan. Demnach soll das teilstaatliche Unternehmen seit dem Frühjahr 2009 auf einem Dossier, von dessen Existenz weder die Polizei noch die Justiz und schon gar nicht die Öffentlichkeit Kenntnis erlangen sollten, sitzen. Dabei geht es um einen Bericht der Wirtschaftsprüferkanzlei KPMG. Diese hatte zum Jahreswechsel 2008/2009, im Rahmen der Abschlussarbeiten an der Telekom-Bilanz des Jahres 2008, eher zufällig einen eigenen Prüfschwerpunkt gesetzt: "Compliance und Beraterverträge".

Schieszler erinnert sich an weitere Unterlagen

Das Magazin zitiert den ehemaligen Telekom-Manager Gernot Schieszler, der einen Kronzeugenstatus anstrebt: "Es ist mir unverständlich, wie die Telekom Austria angeben konnte, dass außer den von ihr übermittelten Ordnern es absolut keine anderen Unterlagen gäbe - dies ist schlichtweg falsch ... Meiner Erinnerung nach befinden sich in diesem Ordner noch weitere Malversationen in Bezug auf fingierte Beraterverträge." "Profil" fragte in der Folge: "Wo sind die Aktenordner, von denen Schieszler sprach, geblieben? Warum wurden sie den Behörden vorenthalten? Wollte die Telekom zwei Jahre nach Schieszlers Abgang etwas vertuschen?"

Telekom: Alle Unterlagen ausgehändigt

Die Telekom betonte am Montag, dass sie sämtliche Unterlagen der Staatsanwaltschaft übergeben habe und KPMG ermächtigt worden sei, auch die im "profil" angeführten Dokumente der Justiz auszuhändigen.

Wahlkampffinanzierung für FPÖ

Außerdem soll die Telekom den EU-Wahlkampf der FPÖ 2004 mit 500.000 Euro finanziert haben. Das gehe aus einem Dossier der Staatsanwaltschaft Wien vom 6. September des Vorjahres hervor. Im Zentrum des behördlichen Interesses: die Wiener mediaConnection Immohandel GmbH des ehemaligen FPÖ-Werbers Gernot Rumpold.

Rumpolds unter Verdacht

Gegen Rumpold und dessen Ex-Frau Erika Daniel, deren Beratungstätigkeit für EADS schon in Zusammenhang mit der Beschaffung der Eurofighter für gesteigerte Aufmerksamkeit gesorgt hatte, laufen seit dem Vorjahr unter der Aktenzahl 609St29/11z Ermittlungen wegen des Verdachts der Bestechung von Amtsträgern im Telekom-Komplex. Laut dem "Bericht über den Verfahrensstand" hegt die Justiz nunmehr den Verdacht, Rumpold und Daniel könnten gemeinsam mit "unbekannten Entscheidungsträgern der Telekom Austria AG" seit dem Jahr 2000 noch auszuforschenden Amtsträgern für die pflichtwidrige Vornahme von Amtsgeschäften, insbesondere der bescheidmäßigen baurechtlichen Bewilligung von Funkmasten, Vorteile verschafft haben.

Verfahren wegen Steuerhinterziehung

Unabhängig davon läuft gegen die beiden bereits seit 2010 ein Verfahren wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung (Aktenzahl: 602 St 27/10b). Und dieser Nebenschauplatz könnte sich im Zuge der Telekom-Nachforschungen zu einem handfesten Parteienfinanzierungsskandal auswachsen, heißt es in dem Bericht. Laut Justiz ist überdies eine Stellungnahme des Finanzamts Wien 1/23 aus einem abgabenrechtlichen Berufungsverfahren amtsbekannt, wonach die Telekom im Zeitraum 2003 bis 2004 einen "Auftrag in Höhe von EUR 500.000,- netto über vier Studien bzw. Konzepte" an die mediaConnection Immohandel GmbH erteilt haben soll, der in einem noch aufzuklärenden Zusammenhang mit dem Wahlkampf der FPÖ für die Wahl zum Europäischen Parlament im Jahr 2004 stehen dürfte.

"Vorwurf aus der Luft gegriffen"

Der jetzige Parteichef Heinz-Christian Strache war 2004 stellvertretender FPÖ-Obmann und damit die Nummer zwei hinter Jörg Haider. Strache und Rumpold verbanden damals noch geschäftliche Kontakte, schreibt das "profil". Laut Firmenbuch des Handelsgerichts Wien waren Strache und Rumpold bis 2004 Gesellschafter zweier Unternehmungen, die mittlerweile liquidiert sind. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky wies die Vorwürfe im Namen Straches auf das Schärfste zurück: "Dass Strache mit Rumpold in zwei Gesellschaften saß, hat mit Rumpolds mediaConnection und der Telekom überhaupt nichts zu tun. Überdies haben wir nachweislich ab 2004 mehrmals Einblick in die Bundesparteifinanzen gefordert, aber bis zur Abspaltung des BZÖ 2005 keine Einsicht erhalten. Der Vorwurf ist aus der Luft gegriffen."

Geldflüsse an Valora

Wie "profil" weiters berichtet, überwies das frühere Lobbyingvehikel von Peter Hochegger, die Valora Unternehmensberatung und -beteiligung AG, im Jahresverlauf 2007 insgesamt 186.000 Euro an jene fast gleichnamige Gesellschaft, an der seinerzeit auch der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser und der frühere FPÖ-Spitzenpolitiker Walter Meischberger beteiligt waren: Valora Solutions Projektbegleitung GmbH. Dies gehe aus Hocheggers Steuerakte hervor. Die Summe wurde in vier Tranchen überwiesen: einmal 100.000 Euro, einmal 50.000 Euro und zweimal je 18.000 Euro. Laut "profil" kam das Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Telekom Austria, da diese in den Jahren 2007 und 2008 faktisch der einzige Kunde von Hocheggers Valora AG war. (APA)

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Cassidorus
 
00
Die Rumpolts ... auch Individuen, die

im Dunstkreis von Leistungsträgern wie Hubsi Gorbach und KHG florieren...

In Wunschträumen stelle ich mir eine kleine, beschränkte WG mit solider Abschirmung vor der Neidgesellschaft vor, die aus KHG, Meischi, Rumpolt 1, Plech und Hubsi besteht....

just my two cent
00
31.1.2012, 14:38
"I sogs glei ...

... I hob mi net aufm, Willi aufegsetzt"

Zivilgeselle
00
31.1.2012, 11:00
Strache, der ahnungslose Firmenkumpane

Nicht nur bei der Völkermordgeschichte sondern auch bei seiner eigenen Wirtschaftsgeschichte hat Strache extreme Lücken aufzuweisen.

Er hatte natürlich keine Ahnung, wie sein damaliger Firmenpartner zu riesigen Aufträgen aus staatsnahen Firmen kam.

KHG hat genau mit der gleichen Ahnungslosigkeit gegenüber mehreren seiner "wohlhabenden" Firmenpartner zu kämpfen.

Schüssel verantwortet sich übrigens auch mit Ahnungslosigkeit und Werner Amon mimt "Entsetzen" über Gesetzeskauf, dabei war das damals "gang und gebe".

Die Ära Schüssel war sicher die korrupteste Periode der zweiten Republik

Henry44
00
30.1.2012, 20:08
KHG hat ja auch alles freiwillig hergegeben,

in- und ausländische Kontodaten, alles über alle Stiftungen usw., sagt sein Anwalt und ist empört, dass trotzdem gerichtliche Kontoöffnungen beantragt wurden. Wenn er eh schon alles übergeben hat, freiwillig noch dazu und dann so gemein sein.

Auch Herr Amesreiter hat alle Akten bereitwilligst übergeben, sein größtes Interesse ist wie bei KHG die rasche Aufklärung aller Vorgänge, von denen er jedenfalls nichts gewusst haben kann.

Herr Gorbach hat nie Geld genommen, er hat nicht einmal erfahren, dass seine Sekretärin von der freundlichen Telekom etwas mehr als ein Sekretärinnengehalt steuerfrei bezogen hat.

Auch Herr Amesreiter dürfte das nicht geahnt haben, er weiß gar nichts von den Millionen an einen Herrn Hochegger. Wer ist denn das?

elektrofan
 
00
31.1.2012, 14:08
Wurum geht es wieder einmal

Zusammendfassend gesagt geht es wieder einmal um Parteienfinanzierung und Politikerbestechung. - darum ENDLICH Einführung der Offenlegungspflicht für Parteienfinanzierung und Politikernebeneinkünften - da würde es diesen Untersuchungsausschuss gar nicht geben und auch viel weniger in Zukunft - von den nicht aufgedeckten Korruptionsfällen ganz zu schweigen. Vermeidung ist die Lösung nicht hinten nach versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben - was eh nicht wirklich möglich ist.

jassl11
01
30.1.2012, 18:38

Austria hat ein nunmehr allseits bekanntes hohes korruptionspotenzial, und die Telekom steht dabei an aller erster stelle. Praktisch das Korruptions Aushängeschild.

elektrofan
 
00
31.1.2012, 14:12
keine Verantwortung - keine Ahnung

woher sollten oben genannte auch die Informationen bekommen - haben ja kaum Kontakte, Arbeiten den ganzen Tag bis in die Nacht schwerstens, und verdienen kaum etwas - dann sollen sie auch noch Verantwortung übernehmen????

ghoul g.
00
30.1.2012, 18:46
evtl.

könnte man aus der telekom eine partei machen, würde die sache vereinfachen...aber stimmt, ein passendes aushängeschild

V995
02
30.1.2012, 18:35
ich kann meinen handyvertrag auch kündigen

denn von mir geht sicher kein geld an die fpö

sound and vision
00
30.1.2012, 18:24
so viele juristInnen

kann sich österreich mittlerweile anscheinend gar nicht mehr leisten, um all die blauen und schwarzen gauner, gangster und ganoven dingfest zu machen.

und die ösis sind doof genug, diese schwarz-blaue bagage, dieses kriminelle gesindel, wieder in regierungsstärke zu wählen.

(c) 3210
00
30.1.2012, 18:19
Die Grasser-Strategie ...

... nach außen "alles offen" und in Wirklichkeit nur Manipulation.

Telekom? Alles super sauber. :-)

Neue Heimat
00
30.1.2012, 18:03
Ametsreiter

Wenn hat der, dass der noch immer hier sitzt? Der ist seit 2000 dabei und hat alles mitbekommen...Ein Aal

kater bruno
00
30.1.2012, 17:41

Die FPÖ sponsern, und dann abstreiten, das können sie. Grrrrrrr

deja vu
02
30.1.2012, 16:31
Eine Hausdurchsung bei Telekom, Ametsreiter und den Rumpoldts gibt es nicht,oder?

Warten wir noch ein paar Wochen bis alle Akten vernichtet wurden!

jesus mohamed von wien
100
30.1.2012, 16:28
ohne worte: faymann ist für einen größeren schutzschirm. faymann ist für einen größeren u.s.w.

jesus mohamed von wien
20
30.1.2012, 16:26
das extreme an der ganzen korruption ist:

es gibt menschen, die verleugnen diese bzw. streiten für die ganster alles ab.

unser eliten sind nieten, damals und heute. schließlich hatten sie ja unsere schulen durchzumachen.

jesus mohamed von wien
40
30.1.2012, 16:22
eh klar: alles inzüchtler in der regierung, orf ect.

hage
03
30.1.2012, 16:18
Liebes A1 Telekom Team!

Ich habe einen aufrechten Handy- und Internetvertrag mit Euch und würde diesen ungern kündigen.
Könnt ihr ausschliessen, dass meine Kohle an die FPÖ oder sonstige Zwielichtige Gesellen floss oder fließt?

Damit könnte ich nämlich nicht leben.

(mail-Vorschlag für Kunden, soeben abgeschickt!)

Bürgerüberwachungsservice
01
30.1.2012, 16:46

s.g. user hage,

aufgrund der von uns druchgeführten bürgerüberwachungen können wir ihnen garantieren, daß ihre a1-gelder nur an seriöse und auch sehr hübsche mitglieder unserer gesellschaft (mit beeindruckender haarpracht) geflossen sind und auf keinen fall an zwielichtige!

wir hoffen sie beruhigt zu haben

mfg, ihr bürgerüberwachungsservice

Hagra
00
30.1.2012, 16:15
Die Lösung:

KHG wird der AlpenPerLustKoni als Kanzler und Bundespräsident in Personalunion erläßt er entsprechende Gesetze für die in Not geratenen Freunde!

Nur BungaBunga muss ihm der Fiona nicht erlauben und das ist gut so, wir sind ja moralischer als die Italiener :-))

Totaler Durchblicksstrudel
08
30.1.2012, 15:31

Komisch. Was mich verwundert, dass das auf einmal in die Medien, vor Gericht und ins Parlament kommt.
War ja eigentlich schon immer so.
Aber vermutlich sind die Freiheitlichen selbst für organisierte Korruption zu unbedarft. Man sollte die wirklich besser fern halten vor jeder Verantwortung und Macht!

Walter Kaiser.
01
30.1.2012, 17:32
Aber vermutlich sind die Freiheitlichen selbst für organisierte Korruption zu unbedarft.

Das kann sein. Aber zugreifen wenn Sie die Gelegenheit ergibt und "Haltet den Dieb" rufen, das können sie auf jeden Fall.

Totaler Durchblicksstrudel
00
30.1.2012, 20:12

Das ist sogar typisch für diesen Menschenschlag. Wie wenn sie schon jahrelang darauf gewartet gehabt hätten. Ich hatte selbst mal drei so Patienten beim mir im Konferenzzimmer (aus dem ÖBB-Umfeld) und dachte damals schon "ob das gut gehen kann?". Weil sie mit einer derartigen Präpotenz aufgetreten sind, wie nie zuvor erlebt.

Franz Schwingenschrot
02
30.1.2012, 15:25

Strache, Hochegger, Grasser, Meischberger, Telekom, alle sind sie unschuldig. Was soll`s. Das Geld muss fließen. Das ist nun einmal so. Die Donau fließt auch. Ist sie deswegen schuldig?
http://gedaunknsplitta.blog.de

Walter Kaiser.
00
30.1.2012, 17:34
Das Geld ist ja auch nicht schuldig.

Ebenso wenig wie die Donau.

Aber eben so wenig wie die Donau in die Taschen der rechten Diebesbrut fliesst, sollte auch das Geld anderer Menschen da rein fliessen.

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