Waffenschmuggel auf Schiffen so gut wie unbehelligt

30. Jänner 2012, 12:33

60 Prozent aller aufgedeckten Fälle auf Schiffen westlicher Reedereien - "So gut wie keine Strafverfolgung" - Jeder fünfte bekannte Transport fand auf deutschen Schiffen statt

Stockholm - Die Schmuggler von Waffen und Drogen in Schiffscontainern können ihre Geschäfte laut einer neuen Studie weltweit fast unbehelligt von staatlichen Kontrollen betreiben. Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) ermittelte, dass weniger als zwei Prozent der versiegelten Container auf eine Verletzung von Transportverboten untersucht werden. "Diese tödlichen Geschäfte verlaufen praktisch reibungslos", sagte Hugh Griffiths, Co-Autor einer diesbezüglichen aktuellen Studie.

SIPRI sammelte Fälle von aufgedeckten Verstößen gegen das Verbot des Transports von Rüstungsgütern einschließlich Elektronik sowie von Drogen. Dabei lagen deutsche Schiffseigner mit einem Anteil von 19,5 Prozent vorn. Danach folgten Griechenland mit 10,6 und die USA mit 7,8 Prozent. 60 Prozent aller Sanktionsverstöße würden auf Schiffen "normaler" Reedereien aus Mitgliedsländern der EU, der NATO oder der OECD entdeckt, teilte SIPRI mit.

Da die Container versiegelt seien, wüssten die betroffenen Reedereien in der Regel nichts von den Verstößen, sagte Griffiths. Es gebe so gut wie keine Strafverfolgung. "Diese Containertransporte sind ein schmutziges Loch im Welthandel. Niemand scheint verantwortlich zu sein." Die westlichen Staaten würden gewaltige Anstrengungen zur Bekämpfung von Piraten vor Somalias Küste unternehmen, aber sehr wenig gegen tödliche Waffen- und Drogentransporte auf den Weltmeeren tun. Als Grund nannte Griffiths den "Schutz der westlichen Mainstream-Reedereien".

Ende vergangenen Jahres sorgte ein Rüstungstransport für mediale Aufmerksamkeit, der in Finnland und anschließend erneut in Deutschland vorübergenhend wegen Mängeln bei der Lastensicherung sowie bei Transitgenehmigungen auffiel. Im Zuge der Berichterstattung über den Zwischenfall stellte sich heraus, dass ein Teil der Ladung, 69 Luftabwehrraketen des US-Typs Patriot, Teil eines legalen, aber nicht öffentlich gemachten umfangreichen Rüstungsgeschäfts zwischen Deutschland und Südkorea war. Käufer und Verkäufer des ebenfalls an Bord des dänischen Frachters befindlichen militärischen Sprengstoffs blieben dagegen im Dunkeln. (APA/dpa)

SIPRI: Maritime Transport and Destabilizing Commodity Flows von Hugh Griffiths und Michael Jenks

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17 Postings
uebersetzung

sipri stuetzt den waffenpreis.

Nennt namen!!!

Kühne & Nagel zB.: organisieren illegalen tropenholztransport von Madagaskar.

Kühne & Nagel

ist die schweizer Bahn!

Die Polizei in Niederbayern ermittelt seit wenigen Tagen gegen einen Waffensammler, der ein Waffenlager an der Donau angesammelt hatte, und Österreich liegt auch an der Donau, also gibt es solch einen Artikel in der Zeitung zu lesen. Namen wurden keine genannt.

unbehelligt

kann ich auch auf unseren Autobahnen mit 230 km/h fahren.
Deshalb wäre es jetzt auch dumm zu fordern, dass alle 10 Meter ein Radarkastl steht oder ?

Alles lässt sich leider auf dieser Welt nicht kontrollieren und darüber sollten wir auch froh sein. STASI II will nämlich bestimmt keiner von uns erleben.

Ich kann mir aus Hongkong nicht mal um $20 was bestellen...

...ohne dass ich vom Zoll in Wolfurt einen Schrieb bekomme, dass ich nachweisen muss, dass das Ding nicht doch $30 gekostet hat und somit Einfuhrumsatzsteuer fällig wird. Das sind Ihre Radarkasteln! Weil in meinem 10x5x20cm Packerl ist sicher kein Sturmgewehr und auch kein Schützenpanzer drin.

Der Zoll

will kassieren und je mehr er kassiert, sprich dir auf die Nerven geht, umso besser seine Beförderungsaussichten...
Alles andere interessiert die in Wahrheit ja gar nicht...viel zu aufwendig... könnte sich ja ein Politiker beschweren....

Der Kleine wird untersucht

wie ein Schwerkrimineller, dass er ja nicht 10 Zigaretten oder 5 dl Schnaps zu viel hat, da hat man Geld und Zeit, zu kontrollieren.

Dort wo Milliarden umgesetzt werden, ist es egal?
Obwohl es Menschenleben betrifft?

"Alles lässt sich leider auf dieser Welt nicht kontrollieren"

Ich bezweifle, daß sich auf diese Welt gar nichts kontrollieren lässt. :-)

Naja, aber wenn du immer so schnell fahrst, kannst du davon ausgehen, dass sie dich früher oder spaeter einmal erwischen werden...

Bei den Containertransporten ist das offensichtlich nicht der Fall...

Ich war schon mal in Hamburg

dort gibts sehr wohl Kontrollen - im Rahmen des Möglichen natürlich. Der Zoll hat auch nur begrenzte personelle Möglichkeiten...

Ich war noch nie in Hamburg gewesen, mir wurde nur von Hamburgern in Wien davon erzählt und ich hatte gehört, daß Ägypter auch schon in Hamburg gewesen waren, welche in Wien über Hamburg erzählt hatten. Die Kontrollen in Hamburg scheinen deswegen wohl sehr "wirtschaftlich" bzw. "imperialistisch" und "rassistisch" zu sein, wenn es um Afrikanische Staaten geht, also wundert mich folgendes nicht sehr besonders:
http://www.rtntvnews.de/news/5116... zligfeuer/

Mich wundert nix mehr

Immerhin kann man offenbar auch harte Drogen ganz einfach per Paketdienst versenden..

per Container, nicht im Packerl

Ich meinte auch das Packerl, das an die UN verschickt wurde in den USA. Kam per Paket-Dienst aus Mexico, und drin war Kokain oder so ähnlich.

bekamen mal asiatische Medikamente zugesandt, wurden beim Zoll aufgehalten und nur nach Bestätigung des Wirkstoffes durch den

Arzt durchgelassen

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