Elektroautos tragen laut dem deutschen Öko-Institut bei weitem nicht so viel zum Klimaschutz bei wie gemeinhin angenommen
Berlin - Elektroautos tragen bei weitem nicht so viel zum Klimaschutz bei wie geheimhin gerne geglaubt. Dies geht aus einer Untersuchung des Öko-Institus für das deutsche Umweltministerium hervor, wie die "tageszeitung" am Montag berichtete. Im Gegenteil führe der Ausbau der Elektromobilität zu einer größeren Klimabelastung. Demnach würden zwar durch einen Ausbau der Elektroflotte auf eine Million Fahrzeuge bis zum Jahr 2022 die Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich um sechs Prozent sinken. Mit effizienteren Benzinmotoren ließen sich aber 25 Prozent einsparen.
Den Grund für die schlechte Klimabilanz sieht das Öko-Institut dem Bericht zufolge in den Strommengen, die durch Elektroautos verbraucht werden. Die Klimabilanz wäre demnach nur ausgewogen, wenn diese zusätzlich notwendigen Kapazitäten erneuerbarer Energie in den Strommarkt eingeführt würden. Anderenfalls würden die Elektroautos den vorhandenen Öko-Anteil am Strom belasten. Anderen Verbrauchern bliebe nur die Nutzung von Strom, der auf klimaschädlicherem Wege erzeugt wurde - etwa aus Kohle.
Derweil dürften Elektroautos laut Europas größtem Autohersteller Volkswagen in den kommenden Jahren ein Nischenprodukt bleiben. "Viele, viele Jahre werden wir noch mit dem Verbrennungsmotor unterwegs sein", sagte der Konzernbeauftragte für den Bereich Elektroautos, Rudolf Krebs, dem "Tagesspiegel" vom Montag. "Elektroautos werden in einer Marktnische erfolgreich sein und nicht alle Kundenwünsche erfüllen können." Sie seien ideal für die Stadt, für Pendler, für den Lieferverkehr und als Zweitwagen. "Wir dürfen den Kunden deshalb nicht vorgaukeln, dass wir über Nacht alles elektrisch machen." (APA)