Bisher nur sporadische Fälle in Österreich - In Europa langsam im Ansteigen - Zunahme in der Schweiz
Wien/Bern - Kommt sie? Kommt sie nicht? - "Eher schon", lautet die derzeitige Antwort auf die Fragen, wie es um die saisonale Influenza 2011/2012 steht. "Wir haben bisher nur vereinzelt Fälle registriert. Derzeit dominieren überall in Europa A(H3N2)-Influenza-Viren", sagt Franz X. Heinz, Chef des Departments für Virologie der MedUni Wien.
In Wien lag die Hochrechnung für die Influenzafälle und für die Erkrankungen an grippalen Infekten für die dritte Kalenderwoche mit an die 7.000 Erkrankungen noch deutlich unterhalb der Schwelle für das Ausrufen einer saisonalen Influenza-Welle. Hier wird ein Schwellenwert von 10.000 bis 12.000 Erkrankungen angenommen. Auch in Graz blieb die Zahl mit seit Wochen jeweils etwas weniger als 2.000 Betroffenen stabil.
In dieser "Saison" vor allem H3N2-Stämme?
Doch interessant: In den meisten Regionen Europas hat bisher das A(H3N2)-Virus, im Impfstoff enthalten und altbekannt, klar dominiert. Es ist für bis zu drei Viertel der Fälle derzeit verantwortlich, in den Vereinigten Staaten beispielsweise für etwa die Hälfte der Erkrankungen. Vom Schweinegrippe-Virus A(H1N1) sind laut dem Überwachungssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am meisten noch Mexiko und Mittelamerika betroffen. Dort dominiert noch H1N1. Sonst ist von dem Pandemie-Virus bzw. seinen "Nachfolgern" international kaum etwas zu bemerken.
"Warum das so ist, weiß kein Mensch. Das weiß man speziell bei der Influenza nicht", sagte Virologe Heinz. Dass die Wissenschaft bisher kaum enträtseln konnte, welche genetischen Voraussetzungen und welche Umweltfaktoren im Detail die Verbreitung von Influenza-Viren bestimmen, lässt die Fachleute regelmäßig bei ihren Prognosen im Dunkeln tappen und behindert auch die Vorsorgemaßnahmen.
Langsam steigende Zahlen in Europa
"In Europa erhöht sich die Influenza-Aktivität langsam in den einzelnen Staaten. (...) In der dritten Kalenderwoche gab es Influenza in 23 von 27 Staaten, die Daten liefern. Bulgarien, Island, Italien und Spanien zeigten eine mittlere Aktivität", meldete das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) in Stockholm am Freitag.
In der Schweiz häufen sich die Grippefälle bereits. In der dritten Woche des Jahres wurden 64 grippebedingte Arztkonsultationen pro 100.000 Einwohner gezählt. Dies wäre knapp unter dem nationalen epidemischen Schwellenwert von 67 Verdachtsfällen pro 100.000 Einwohner, teilte das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit. (APA)