Einkaufsmanagerindex

Industrie-Trendwende nach oben

30. Jänner 2012, 11:31

Wien - Bei der österreichischen Industrie geht es wieder aufwärts. Eine entsprechende Trendwende zeigt der EinkaufsManagerIndex (EMI) der Bank Austria an: Der Indikator stieg im Jänner das zweite Mal in Folge und lag mit 51,8 Punkten erstmals seit sechs Monaten wieder über der 50-Punkte-Marke, ab der ein Wachstum gegenüber dem Vormonat angezeigt wird. Die heimische Industrie scheine tatsächlich rascher als ursprünglich erwartet auf eine nachhaltige Wachstumsspur zurückzukehren, heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Montag.

Die ermutigenden Signale einer beginnenden Stabilisierung des Industrieabschwungs im Vormonat hätten sich in der jüngsten Umfrage unter Österreichs Einkaufsmanagern mehr als bestätigt. Die aktuelle Umfrage deutet auf den Beginn der Trendwende in der Sachgüterindustrie hin", so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der verbesserte Auftragslage lasse die Auftragspolster wachsen, die Produktion habe wieder angezogen. Begleitet werde der einsetzende Frühling der Industriekonjunktur von steigenden Preisen, Lageraufbau und längeren Lieferzeiten bei stabiler Beschäftigungslage.

Die österreichische Wirtschaft spüre wieder Aufwind. Die jüngsten Umfrageergebnisse und Datenveröffentlichungen in Österreich und auch im Ausland "bestärkten mich in meiner Erwartung, dass sich in einem schwierigen, von Vertrauensmangel geprägtem Umfeld die europäische und mit ihr die österreichische Wirtschaft 2012 besser entwickeln wird, als von vielen erwartet", so Bruckbauer laut heutiger Pressemitteilung.

Stagnation, dann leichter Aufschwung

Die heimische Wirtschaft werde nach der Stagnation Ende 2011 im ersten Quartal 2012 langsam wieder zulegen und von einer robusteren internationalen Konjunktur profitieren können. Die Bank-Austria-Experten gehen weiterhin von einer Wachstumsrate von 0,8 Prozent aus. Eine Rezession hält Bruckbauer nun nach den jüngsten Frühindikatoren "für noch unwahrscheinlicher als bisher."

Mittelfristig belasteten aber Faktoren wie die Haushaltssanierung die weitere Beschleunigung. Und auch Rückschläge im Euroraum seien nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre nicht auszuschließen.

Im Jänner hätten die österreichischen Industriebetriebe ihre Produktion erstmals seit Juni des Vorjahres wieder erhöht. Die kräftig steigende Nachfrage vor allem aus den Inland habe deutliche Auftragszuwächse gebracht, so Bank-Austria-Ökonom Walter Puschedl. Der Einbruch der Exportaufträge sei gestoppt. Das deutliche Auftragsplus habe erstmals seit einem halben Jahr auch gegenüber dem Vormonat höhere Einkaufsmengen gebracht. Die Auftragspolster seien trotz höherer Produktion gestiegen.

Unterstützt werde die Annahme, dass mit dem Überschreiten der 50-Punkte-Grenze auch tatsächlich bereits die Umkehr des Abwärtstrends eingeleitet worden sei, durch eine Reihe von Umfragedetails. So sei etwa die nachfragebedingte Verbilligung einiger Rohstoffe und Vormaterialien zu Ende gegangen, die Einkaufspreise zeigten eine klare Aufwärtstendenz. Damit seien auch die Verkaufspreise gestiegen, allerdings habe die heimische Industrie diese höheren Kosten nicht zur Gänze auf die Kunden überwälzen können. Der scharfe Wettbewerb in der fragilen Konjunktur werde die österreichische Industrie in Hinblick auf die Erhaltung einer ausreichenden Ertragslage stellen. (APA)

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