Wien - Bei der österreichischen Industrie geht es wieder aufwärts. Eine
entsprechende Trendwende zeigt der EinkaufsManagerIndex (EMI) der Bank Austria
an: Der Indikator stieg im Jänner das zweite Mal in Folge und lag mit 51,8
Punkten erstmals seit sechs Monaten wieder über der 50-Punkte-Marke, ab der ein
Wachstum gegenüber dem Vormonat angezeigt wird. Die heimische Industrie scheine
tatsächlich rascher als ursprünglich erwartet auf eine nachhaltige Wachstumsspur
zurückzukehren, heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Montag.
Die ermutigenden Signale einer beginnenden Stabilisierung des
Industrieabschwungs im Vormonat hätten sich in der jüngsten Umfrage unter
Österreichs Einkaufsmanagern mehr als bestätigt. Die aktuelle Umfrage deutet auf
den Beginn der Trendwende in der Sachgüterindustrie hin", so
Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der verbesserte Auftragslage lasse
die Auftragspolster wachsen, die Produktion habe wieder angezogen. Begleitet
werde der einsetzende Frühling der Industriekonjunktur von steigenden Preisen,
Lageraufbau und längeren Lieferzeiten bei stabiler Beschäftigungslage.
Die österreichische Wirtschaft spüre wieder Aufwind. Die jüngsten
Umfrageergebnisse und Datenveröffentlichungen in Österreich und auch im Ausland
"bestärkten mich in meiner Erwartung, dass sich in einem schwierigen, von
Vertrauensmangel geprägtem Umfeld die europäische und mit ihr die
österreichische Wirtschaft 2012 besser entwickeln wird, als von vielen
erwartet", so Bruckbauer laut heutiger Pressemitteilung.
Stagnation, dann leichter Aufschwung
Die heimische Wirtschaft werde nach der Stagnation Ende 2011 im ersten
Quartal 2012 langsam wieder zulegen und von einer robusteren internationalen
Konjunktur profitieren können. Die Bank-Austria-Experten gehen weiterhin von
einer Wachstumsrate von 0,8 Prozent aus. Eine Rezession hält Bruckbauer nun nach
den jüngsten Frühindikatoren "für noch unwahrscheinlicher als bisher."
Mittelfristig belasteten aber Faktoren wie die Haushaltssanierung die weitere
Beschleunigung. Und auch Rückschläge im Euroraum seien nach den Erfahrungen der
vergangenen zwei Jahre nicht auszuschließen.
Im Jänner hätten die österreichischen Industriebetriebe ihre Produktion
erstmals seit Juni des Vorjahres wieder erhöht. Die kräftig steigende Nachfrage
vor allem aus den Inland habe deutliche Auftragszuwächse gebracht, so
Bank-Austria-Ökonom Walter Puschedl. Der Einbruch der Exportaufträge sei
gestoppt. Das deutliche Auftragsplus habe erstmals seit einem halben Jahr auch
gegenüber dem Vormonat höhere Einkaufsmengen gebracht. Die Auftragspolster seien
trotz höherer Produktion gestiegen.
Unterstützt werde die Annahme, dass mit dem Überschreiten der
50-Punkte-Grenze auch tatsächlich bereits die Umkehr des Abwärtstrends
eingeleitet worden sei, durch eine Reihe von Umfragedetails. So sei etwa die
nachfragebedingte Verbilligung einiger Rohstoffe und Vormaterialien zu Ende
gegangen, die Einkaufspreise zeigten eine klare Aufwärtstendenz. Damit seien
auch die Verkaufspreise gestiegen, allerdings habe die heimische Industrie diese
höheren Kosten nicht zur Gänze auf die Kunden überwälzen können. Der scharfe
Wettbewerb in der fragilen Konjunktur werde die österreichische Industrie in
Hinblick auf die Erhaltung einer ausreichenden Ertragslage stellen. (APA)