Siebenjähriger klagt Republik: Urteil ergeht schriftlich

Eltern werfen Direktor vor, den Schüler tätlich angegriffen zu haben - Verhandlung abgeschlossen, Urteil kommt schriftlich

Linz - In einem Prozess um einen siebenjährigen Buben, dessen Eltern nach angeblichen Übergriffen durch einen Volksschuldirektor die Republik auf 3.500 Euro Schmerzensgeld verklagt haben, ist Montagnachmittag die Verhandlung im Landesgericht Linz geschlossen worden. Das Urteil wird schriftlich ergehen.

Schwere Vorwürfe gegen Schuldirektor

Der Vater des Buben wirft dem inzwischen pensionierten Direktor insgesamt fünf massive Übergriffe vor, die ihm sein Kind berichtet habe. Es habe Angst und Einschlafprobleme gehabt und sei zum starken Bettnässer geworden. Der Direktor bestreitet die ihm vorgeworfenen Taten. Er räumte nur ein, dem Buben einen Klaps gegeben zu haben, der nicht wehgetan habe. Er habe sich danach dafür entschuldigt.

Der Anwalt der Eltern, Kurt Lichtl, führte in der Verhandlung am Montag an, dass sich die Noten des Kindes nach einem Schulwechsel deutlich verbessert hätten. Weiters wurden eine Begleitlehrerin und eine Schulsozialarbeiterin als Zeugen nach ihren Wahrnehmungen in dem Streitfall befragt. Beide berichteten, dass das Kind als problematisch im Umgang bekannt gewesen sei. Der Anwalt wollte auch noch die Klassenlehrerin in den Zeugenstand bringen. Sie konnte aber nicht geladen werden, weil ihre Adresse nicht zu eruieren war.

Schriftliches Urteil

Das Gericht schloss die Verhandlung. Das Urteil wird den Parteien schriftlich zugestellt werden. Lichtl zeigte sich nicht optimistisch. Er befürchtet, dass das Gericht das, was der Vater des Schülers als Mittelsperson über die angeblichen Vorfälle vorbringt, nicht als erwiesen ansehen und gegen seinen Mandanten entscheiden werde. Den Buben wolle er nicht als Zeugen vor Gericht bringen, das wolle er ihm nicht antun. Und eine schonende Vernehmung per Video sei nur im Strafprozess-, nicht aber im Zivilrechtsverfahren vorgesehen.

Sollte das Urteil tatsächlich negativ ausfallen, werde er dagegen berufen, weil nach dem Schulunterrichtsgesetz eine körperliche Züchtigung verboten sei, kündigte er den anwesenden Journalisten nach der Verhandlung an. (APA)

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Lichtl zeigte sich nicht optimistisch. Er befürchtet, dass das Gericht das, was der Vater des Schülers als Mittelsperson über die angeblichen Vorfälle vorbringt, nicht als erwiesen ansehen und gegen seinen Mandanten entscheiden werde.

Das ist aber auch wirklich ärgerlich.

"Schuldig bei Verdacht" wäre so praktisch für alle Anzeiger (und die Ambulance Chaser unter den Anwälten).

Das gesunde Volksempfinden muss doch einfach mehr zählen als dieses akademische Gefühl der Rechtssicherheit.

Es wird schon was dran gewesen sein, wenn's doch der Papa von dem Buben sagt.

Ich bin absolut gegen Gewalt, egal ob in körperlicher oder verbaler Form. Was wir als Lehrer in der Schule aber ganz dringend brauchen würden wäre das Recht wiederholte Vergehen der Schüler zu strafen. Bitte nicht falsch verstehen, aber wieso darf ein Lehrer einen Schüler, der permanent (auch während des Vormittags) 5-10 Minuten zu spät zum Unterricht erscheint, nicht ab und zu mal nachsitzen lassen? Wieso darf man einen Schüler, der permanent stört nicht die versäumten Pflichten zu Hause nachholen lassen? Oder die mit Jausenresten absichtlich vers*ute Klasse nach Unterrichtsschluss putzen lassen? Alles verboten, wir dürfen es nicht, auch wenn Eltern (!!) uns immer wieder drum bitten. Wir dürfen nur nett fragen, mehr nicht.

natürlich ist gewalt grundsätzlich und besonders gegen minderjährige abzulehen...

wenn man jedoch als lehrer täglich sieht, wie einzelne "kreative schüler" extremst gewalttätig gegen mitschüler sind, ohne dass man eine vernünftige handhabe hat denkt man ev. etwas anders...
solche "junge terroristen" können fast tun und lassen was sie wollen, terrorisieren ganze klassen und wenn ihnen dann mal was passiert gibts oft ein rumgeheule...

bei all dem schutz, den diese gewalttäter geniessen: wer schützt ihre opfer??

etwas anderes

ein 13-jähriger verhaltenskreativer teilt an seine mitschüler fußtritte aus. auf die zurechtweisung, dies zu unterlassen, meint er, es habe ihm niemand verboten, dies zu tun.
natürlich teilt er weiterhin tritte aus, nicht mehr so offen.
psychologen vor den vorhang. was ist zu tun.

"Sollte das Urteil tatsächlich negativ ausfallen, werde er dagegen berufen, weil nach dem Schulunterrichtsgesetz eine körperliche Züchtigung verboten sei, kündigte er den anwesenden Journalisten nach der Verhandlung an."

Der (angeblich juristisch gebildete) Papa verwechselt hier etwas. Den verbotenen körperlichen Übergriff (den der Direktor gestanden hat) wird ein Zivilgericht nicht ahnden.

Es geht lediglich darum, festzustellen, ob dem Kläger ein Schaden entstanden ist, für den die Republik ihn zu entschädigen hat.

Da der bewiesene Vorfall eher harmlos gewesen sein dürfte, wird der Schadenersatz nicht sonderlich hoch ausfallen.

Dass körperliche Züchtigung verboten ist, wird niemand bestreiten. Ebenso außer Streit steht jedoch, dass unbewiesene Behauptungen zu keiner Verurteilung führen können.

könnte man bitte mit dem blödsinn aufhören jedesmal als titel "siebenjähriger verklagt republik" zu schreiben?

das ist eines angeblichen qualitätsmediums nicht würdig.

außerdem gäbe es demzufolge hunderttausende fälle vor gericht in denen ein kind beteiligt wäre - in allen diesen fällen wäre diese titelzeile ebenfalls angebracht bzw. nicht falscher als in dem hier.

DIE ELTERN klagen wegen eines vorfalls in dem ihr kind das opfer ist - nichts weiter.

sowas nennt man reisserische Headline..

solang der Inhalt dann passt..muss man das verstehen..

Lustiges Detail:

"Der Anwalt wollte auch noch die Klassenlehrerin in den Zeugenstand bringen. Sie konnte aber nicht geladen werden, weil ihre Adresse nicht zu eruieren war."

Wer kann so etwas erfinden???

einem Rechtsstaat unwürdig sowas

Ich frage mich, ob die am oö. LSR

ihre Personalkartei noch in Marmortafeln meißeln.

Andererseits würde es vielleicht auch genügen, dem Gericht endlich ein Telefon zu geben,

um einfach in der Schule anzurufen und die Lehrerin ganz persönlich nach ihrer Adresse zu fragen ;-))

re

früher hatte der Vater den Lehrer zammgeschissen und fertig.
Verklagen wegen sowas, eine Frechheit. Und die Aussage das Kind verklagt den Lehrer auch, denn der Mist kommt von den Eltern.

Falsch. Früher wär das Kind zu Hause auch noch zusammengeschissen worden, wie sies so schön nennen, und nicht der Lehrer von den eltern. Aber heute dürfen die lieben verhaltenskreativen Wuzzis alles, man darf sich als Lehrer beschimpfen lassen und wenn man sich mal verbal wehren sollte, dann kann man gar nicht so schnell schauen, wie die Eltern dieser Kinder in der Schule stehen und mit anwalt und was weiß ich noch drohen. Diese Eltern sollten ihren Kindern mal Grenzen zeigen und auf Einhaltung dieser beharren - mit Konsequenzen beim Übertritt. Und unter Konsequenzen verstehe ich NICHT eine neue Playstation etc. Und diese Eltern sollten vielleciht mal ein bisschen Zeit in ihre Kinder investieren, nicht nur Geld.

Früher wär i von meinen Eltern zsammgschissn worden, wenn i erzählt hätt, dass der Direktor mir ane aufglegt hat.

Kläger ist das Kind. Das Kind ist 7 Jahre alt und wird daher von den Eltern, den gesetzlichen Vertretern, im Prozess vertreten.

Juristisch ist die Aussage einwandfrei.

Sie übersehen übrigens etwas wesentliches: der ehemalige Direkter hat ursprünglich auch Shcläge zugegeben. Vor Prozessbeginn hatte er die Chuzpe zu sagen, das Kind habe ihn provoziert (!)

Zur Klage kam es, weil der zuständige Schulrat nicht gewillt war, etwas gegen einen Direktor, der Kinder schlägt, zu unternehmen. Wenn die Vorwürfe stimmen, hat der Typ jedenfalls nichts im Schuldienst verloren. Schlägt Kinder und behauptet noch, provoziert worden zu sein! GEht's noch?

Sie haben ein paar wesentliche Details überlesen:

Der Direktor ist schon lange pensioniert. Dass er das Kind geschlagen hat, ist nicht bewiesen. Er hat lediglich selbst einen leichten Klaps zugegeben. Das kann eine Misshandlung gewesen sein -- oder auch nicht.

Zur Klage kam es, weil der LSR zwar einen Vergleich angeboten hat, den Eltern die angebotene Summe aber zu gering war.

Strafrechtlich ist der Direktor nicht belangt worden, obwohl der Vater des Kindes schwere Misshandlungen behauptet -- die ganz offensichtlich weder vor dem Gericht noch der Disziplinarkommission bewiesen wurden. Mit anderen Worten: Hier geht es nicht unbedingt um einen prügelnden Direktor, sondern um einen Vater, der nicht belegte Anschuldigungen veröffentlicht.

Warum nicht - was mach "zusammenscheissen" besser als verklagen. Gewalt ist keine Lappalie.

Gibt's was Neues auch???

Das ist ja alles schon seit Monaten bekannt!

Falls i damals ne Watschn im Unterricht bekommen hätt

und i hätts meinen Eltern gesagt, hätten die nur gsagt : "Bua was hastn schon wieder angstellt !?" - so ändern sich die Zeiten...

Und es ist gut, dass sie sich ändern.

grundsätzlich natürlich richtig!

wenn man aber bedenkt (bzw. dies beurteilen kann), wohin das schulsystem momentan führt bin ich mir nicht sicher, ob alle änderungen gut sind/waren!?

Von einen Pädagogen kann man ja wohl verlangen seine Schüler ohne "Klaps" in den griff zu bekommen.

Egal ob fest oder nicht! Er ist eine erwachsende Person die es in seiner Ausbildung etc. gelernt haben sollte solche sachen gewaltlos zuregeln.

grundsätzlich ja

das heißt aber nicht, dass nicht im Einzelfall genauer hingesehen werden sollte, ob hier nicht ein Fehler von einer sich sonst völlig verantwortungsvollen Person gemacht wurde - es gibt gerade auch in Schulen, aber auch in anderen Einrichtungen, Situationen, wo Fehler und auch Gewalt programmiert sind, und dann ein gewisser Prozentsatz der provozierten, durch Aufschaukelung programmierten Übergriffe auch stattfinden. Auch Lehrer sind Menschen - und es bringt rein gar nichts, zu sagen, sie dürften keine Fehler machen, sondern bewirkt nur das Gegenteil.

Wie die roten Bewertungen zeigen,

ist das ganz offensichtlich von einem österreichischen Pädagogen zuviel verlangt...

A bloede frage aber es wuerde mich schon interessieren

Aber warum verklagt man da die Republik und nicht den Direktor selber?

Ob das gerechtfertig ist oder nicht beurteile ich hier nict weil ic den fall nicht kenne.

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