Missbrauchsvorwürfe

Klasnic-Kommission: Kein Geld trotz Geständnisses

30. Jänner 2012, 10:35

Massive Kritik an Kommission - 57-Jähriger im Stift Admont körperlich und sexuell missbraucht - Kommission verteidigt sich

Mit Kritik sieht sich nun die Klasnic-Kommission konfrontiert: Unklar ist, nach welchen Kriterien die Kommission Geld an mutmaßliche Opfer von sexueller Gewalt in der Kirche vergibt. Grund für die Empörung ist ein Fall von körperlichem und sexuellem Mißbrauch, in den das Stift Admont verwickelt ist, berichtet das Ö1-"Morgenjournal". Es gibt Zeugen und ein mittlerweile widerrufenes Geständnis. Das Opfer haben kein Geld bekommen.

Ein heute 57-Jähriger, der anonym bleiben möchte, war vom neunten bis zum 13. Lebensjahr im Internat des Stifs Admont gewesen. Er sei dort von zwei Patern regelmäßig schwer misshandelt und auch schwer verletzt worden. Davon habe er unter anderem einen schweren bleibenden Hörschaden erlitten. Vor eineinhalb Jahren wandte sich der Mann an die Klasnic-Kommission. In dem von ihr beauftragten Clearing-Bericht heißt es: "Es kann ein kausaler Zusammenhang zwischen den erlittenen sexuellen Übergriffen, den Schmerzen durch die Beschuldigten und den beschriebenen psychischen Folgen hergestellt werden." Dennoch entschied die Kommission: Es gibt kein Geld.

Gutachten und Zeugen

Für den Betroffenen ist die Entscheidung der Kommission unverständlich: "Nie eine detaillierte Erklärung, nur den einen Satz, dass ich nichts bekomme, obwohl es Geständnisse gibt, ärztliche und psychiatrische Gutachten." Unverständlich ist das auch für Rechtsanwalt Joachim Bucher, der ins Treffen führt, dass es einen Zeugen gebe, der auch die Vorwürfe bestätige, sich derzeit aber nicht öffentlich äußern wolle.

Und es gibt auch das Geständnis eines Beschuldigten im Nachrichtenmagazin "profil" vom März 2010: "Ich bin für die Hörbehinderung des Mannes verantwortlich, es tut mir unendlich leid, ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich leide darunter, muss damit leben und bitte um Verzeihung." Beide Pater hätten sich auch beim Betroffenen entschuldigt und Geld angeboten, sagt Anwalt Bucher: "Im Nachhinein wurden jedoch diese Vorhalte wieder bestritten."

Stift Admont weist Vorwürfe zurück

Das Stift hält hingegen fest: "Die behaupteten Misshandlungen werden entschieden bestritten, der beschuldigte Pater entschuldigt sich für eine Ohrfeige, die ihm sehr leidtut." Die behaupteten Verletzungsfolgen seien jedoch nicht nachvollziehbar. Der 57-Jährige dagegen will nicht hinnehmen, dass die beiden Pater nach wie vor tätig sind: "Stellen Sie sich vor, so jemand leitet einen Kinderchor irgendwo. Das ist total gefährlich. Das ist eigentlich die Gerechtigkeit, die sein müsste."

Der Sprecher der Klasnic-Kommission betont: Die Kommission habe den Fall sogar mehrfach geprüft und abgelehnt, und der Anwalt des Betroffenen habe sogar eine ausführliche Stellungnahme bekommen. Außerdem stehe jedem Betroffenen der Rechtsweg offen.

Nicht gezahlt: Kommission verteidigt sich

Die Klasnic-Kommission wehrt sich gegen den Vorwurf, sie habe den Fall zu Unrecht abgewiesen. Der Bericht, wonach ein kausaler Zusammenhang zwischen sexuellen Übergriffen und psychischen Folgen hergestellt werden kann, sei zwar wichtig, sagt Caroline List, Richterin und Mitglied der Kommission, aber es gebe auch andere Kriterien. Jedes Kommissionsmitglied bilde sich vor einer Sitzung seine Meinung, und es könne eben vorkommen, dass der Kommission eine Schilderung nicht ausreichend plausibel erscheine. Grundsätzlich habe die Klasnic-Kommission gewisse Kriterien aufgestellt, nach denen die beauftragten Psychologinnen und Psychologen den Clearing-Bericht erstellen, sagt List. Mit diesem vorgegebenen Standard funktioniere es sehr gut, so List.

Sie verstehe den Unmut der Betroffenen, wenn sie kein Geld bekommen. Aber es gebe ein klar definiertes Procedere, und jedes der acht Kommissionsmitglieder befasse sich sehr intensiv mit jedem Fall. Und man versuche, nach einer "sehr groben Plausibilitätsprüfung" immer für das Opfer zu stimmen.  Auch die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt hat sich am Vormittag zu Wort gemeldet. Sie kritisiert die Klasnic-Kommission. Sie schütze die Täter und speist Gewaltbetroffene mit Almosen ab, heißt es. Und die Plattform fordert eine "unabhängige Kommission". (red, derStandard.at, 30.1.2012)

Kommentar posten
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1 2
t.francis
 
00
27.3.2012, 11:23

Betrifft auch die jeweiligen Gemeindeheime.(Kinderheime)

t.francis
 
00
27.3.2012, 11:21

ein betroffener, diese kommission ist ein von willkür betroffener haufen,untragbar.

Peter Ruzsicska
 
04
31.1.2012, 16:05
Warum werden meine Kommentare zensiert???

Ist es ein Verbrechen, seine Meinung zivilisiert kund zu tun?

Oder lehnt das Qulitätsmedium abweichende Sichtweisen einfach ab:

Auszug aus einem Karlheinz Deschner Interview:

http://hpd.de/node/9114

Was sollte die Kirche aus Ihrer Sicht als Kirchenhistoriker tun, um sexuellen Missbrauch in Zukunft den Boden zu entziehen?

"Nicht nur, um dem sexuellen Missbrauch den Boden zu entziehen, denn der geistige ist oft noch viel schlimmer – sie sollte verschwinden…"

Anmerkung:
Karlheinz Deschner ist nicht nur ein seriöser Wissenschaftler, sondern ein nicht mehr wegzuleugnender Kirchenkritiker.

Das kann ich und immer mehr Menschen voll und aufrichtig unterschreiben!

http://www.kirchen-privilegien.at/

Hofknicks:

http://ruzsicska.blogspot.com

aiuto
02
31.1.2012, 15:45
ein weiterer Grund,

um aus diesem verkappten Pädophilenverein auszutreten.

Franz Schwingenschrot
04
31.1.2012, 07:06

Die Klasnic-Kommission dient einzig und allein der Schadensbegrenzung für die Kirche bei gleichzeitiger, scheinheiliger Anteilnahme für die Opfer und Almosenverteilung.
http://gedaunknsplitta.blog.de

aiuto
00
31.1.2012, 15:46
Sie sprechen ein wahres Wort !

belgma
 
02
31.1.2012, 00:38

und warum überrascht mich weder die verlogene kommission noch der zynismus (rechtsweg)????

WikiPeda
01
30.1.2012, 23:53
bigotte

saubande.

aber schön in den himmel kommen wollen.

Bitte Bitte
00
Die kommen schon in den Himmel

und zwar als geschlossene Gesellschaft.

siehe Satre: "Bei verschlossenen Türen"

Ich bin klug
00
30.1.2012, 23:14
Anfragen, Wünsche, Beschwerden, Lobpreisungen und Dankesschreiben an:

info@stiftadmont.at

Ich bin klug
01
30.1.2012, 22:32
Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Kirchenaustritte diese Knausrigkeit zum unrentabelsten Sparen des Jahres machen!

profi6
00
30.1.2012, 22:19
unabhängige Kommission

dann soll doch eine unabhängige Kommission dem Mann helfen; nochmals alles prüfen - dann wird man ja sehen...was rauskommt

ein armer Mensch - der 40 Jahre geschwiegen hat bzw. musste

hayseed
01
30.1.2012, 19:08
Warum werden hier keine Postings veröffentlicht?

Wir haben alle Angst vor dem mächtigen Admont?
Der Standard ganz besonders?

V995
04
30.1.2012, 18:39
es war doch klar dass die klassnic die kirche vertritt und nicht die opfer

die ist der skandal

aiuto
00
31.1.2012, 15:54
deshtalb hab ich mich auch gleich zu Beginn gefragt,

warum man nicht eine staatliche "Opferkommission" einrichtet, die dann entsprechend die Ansprüche der Opfer der rk Kirche gegenüber durchsetzen könnte.

Schilcherfreund
017
30.1.2012, 15:39
Verweis auf den Rechtsweg bei verjährten Delikten?

Eine sehr elegante Art, "Geh' schei..n!" zu sagen!

Erwin Wolfram
20
30.1.2012, 14:36
uebersetzung

jeder der auf den rechtsweg verweist ist wegen wiederbetaetigung anzuzeigen und einzusperren weil er/sie notorischer straftaeter ist, denn aber 4000 eur kann man nicht selbst klagen und es gibt noch keine arbeitspflicht fuer juristen. im gegenteil missbrauchen diese die rechtssuchenden in organisiserter und strafbarer manier.

erzschwengel
07
30.1.2012, 13:54
brutal

das Ö1 Gespräch...Ich nehme mal an es handelt sich bei dem einen Pater (G.G.)um den ehemaligen Direktor des Stiftsgymnasiums. Ich denke der ist jetzt für die Gemeinde Johnsbach zuständig. Schlimme Sache, mein Beileid dem Opfer....und dem Täter die Hölle!

profi6
00
30.1.2012, 20:55
wo kann man das ö1 gespräch....

kannst du mir sagen wo man das ö1 gespräch nachträglich hören kann...

ja es ist schlimm was man da liest;

profi6
00
30.1.2012, 22:27
danke für den hinweis wegen ö1

J. Reichhart
03
30.1.2012, 13:44
wo bleibt die justiz?

wo bleibt handler und die soko 'wolf im schafspelz'?

kinderschänder sind offenbar per se nicht verfolgenswürdig.

Tintifax2000
016
30.1.2012, 13:05
schon allein ...

... dass so eine Figur wie Fr. Kalsnic für sowas herangezogen wird zeigt dass man da keine ernsthafte Aufklärung haben möchte ... die Frau hat sich ja schon in der Herbersteinaffaire mit gezieltem Wegschauen profiliert ...

profi6
00
30.1.2012, 20:57
das ist auch so ein fall....

warum wurde klasnic nicht zur verantwortung gezogen bei der misere "herberstein busenfreundin"

wo bleibt gerechtigkeit leistet sich das unsereiner na prost mahlzeit....

wehrt euch....

Sun Zi der II
01
30.1.2012, 12:54
Aus dem Zusammenhang gerissenen..

...Fragmente diverser Erklärungen, Stellungnahmen usw. zusammengepackt und "wertfrei" vermittelt vom Anwalt des Klägers. So sieht Qualitätsjournalismus ala Standard aus. Da sind ja die Tierrechtler Artikel noch besser recherchiert!

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