Videocast von Robert Misik - Folge 218

Kommt die Rettung aus der Zivilgesellschaft?

29. Jänner 2012, 21:04

Was Bürgerbewegungen leisten können - und was nicht

Wir haben eine sklerotische SPÖ, eine ÖVP, bei der die meisten in den fünfziger Jahren stecken geblieben sind (außer denen, die in den dreißiger Jahren stecken geblieben sind), und angesichts dessen ist die FPÖ auf dem Sprung zur Nummer eins. Das System der Politik-Politik ist seit längeren schon auf einer schiefen Bahn. Viele setzen angesichts dessen auf die Zivilgesellschaft, auf die formellen und informellen Institutionen bürgerschaftlichen Engagements. Und wenden sich ab von der Parteiendemokratie. Ist ja egal, wer uns regiert - hauptsächlich wir haben eine lebendige Bürgergesellschaft.Überall sehen wir ermunternde Zeichen von Widerspruchsgeist. Freilich gilt auch: Natürlich ist nicht egal, wer uns regiert. Können die Energien von Bürgerbewegungen in das Parteiensystem eingespeist werden?

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Posting 1 bis 25 von 72
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Peter Beta
00

Könnt' ma uns bitte darauf einigen, nicht das s'EROTISCHE mit der SPÖ in Verbindung zu bringen? Danke ;)

Edvard Mu
00
Die Grenzen der Zivilgesellschaft

Find ich ja ganz nett, so als Thema, die Zivilgesellschaft nach Gramsci.
Aber wie ORF-Redakteure mit einem Aufstand gegen Zustände in ihrer Institution, dem größten und wohl mächtigsten Medium des Staats, unter "Zivilgesellschaft" fallen...geht mir nicht ganz ein.
Sie sind die "vierte" Gewalt und fühlen sich in eben dieser Rolle von Büroleitern, Generälen und Übergriffen aus der Parteienpolitik beschnitten - in ihrer Rolle als Journalisten.
Insofern versteh ich das Beispiel nicht so ganz. Denn jedwede Form von Protest ist ja nicht automatisch der "Zivilgesellschaft" zuzurechnen.

rari
00
solange 80% gegen 20% der Stimmen...

wie beim gestrigen Bürgerforum in Fernsehen (ORF 2) DAGEGEN sind etwas zur Bewältigung der Krise beizutragen sind wir noch sehr sehr weit von einer Zivilgesellschaft entfernt. Und bestimmte Medien unterstützen sehr eifrig diese Einstellung. Und das weiss auch die jetzige FPÖ, deshalb kann sie mit ruhigem Gewissen mehr "Basisdemokratie" fordern. Ich fürchte, wir müssen noch einige ungarische Krisen durchmachen, bevor wir den Reifegrad z.B. von Skandinavien erreichen.

Isegrim1
00

Wieso das ist ja auch eine Art der Zivilgesellschaft.
Zivilgesellschaft heißt ja nicht, dass alle Händehaltend zusammenstehen und alles stehen und liegen lassen für die anderen.
Es heißt auch zusammenzustehen und die Auswirkungen eines nichtbedienens der Anleihen durchzustehen (bzw. eines Sparkurses).

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
01
31.1.2012, 23:57
In weiten teilen von staat u. gesellschaft ist -

- der wille zur menschenfreundlichen demokratie abhanden gekommen - auffallend viele "entscheidungsträger" sind dabei schlechte "vorbilder" u. pfeifen zunehmend auf die demokratie - siehe auch "moderne" gesetzgebung!
Die kritische auseinandersetzung bleibt zunehmend gut situierten, diskussionsfreudigen bürgern mit zeit u. geld für's diskutieren vorbehalten...
"Der gemeine" wie auch "der elitäre" österreicher hat sowieso nie den zugang zur streitkultur gefunden...

rari
02
31.1.2012, 19:12
hohes Bildungsniveau...

Eine Zivilgesellschaft setzt ein hohes Bildungsnivau voraus. Setzt voraus, daß ein Bewußtsein exisitiert, daß "Staat" und "Zivilgesellschaft" identisch ist. Derzeit werden bei uns die Begriffe einer Zivilgesellschaft, wie "Basisdemokratie" für egoistische Parteiinteressen missbraucht werden. Der Staat und auch die Politiker werden systematisch desavouiert. Wir müssen wahrscheinlich noch durch viele (ungarische) Tiefs, bis sich so ein zivilgesellschaftliches Bewußtsein mehrheitlich entwickelt.

Isegrim1
00

Warum, eine Zivilgesellschaft setzt einen nationalen Gefühl voraus, dass alle Leute miteinander unabhängig Stand und Eigenschaften verbindet.
Leider ist ja sowas immer mehr in unserer heutigen Zeit von gewissen Seiten verpönt.

Gianni Tremato
20
31.1.2012, 12:13

Wie ein Affe am Bandschleifer.

soundtrack@ds.at
00
31.1.2012, 02:12
GE
00
31.1.2012, 00:32

ich sehe nirgendwo mutige Zivilbürger und schon gar keine Wutbürger.
Düringer Statement ist ja gut, aber keiner setz das auch um. Und wenn ja, bitte Namen nennen!

The Real Zet
 
00
31.1.2012, 07:16
Der Herr Düringer

... entzündet seine "Wut", sein bebendes Crescendo des so wohltuend ohnmächtigen kleinen Spießers, an einer vorgeblich wortreichen EU-Verordnung die es so gar nicht gibt. Und er schweigt dagegen zu realen Vorfällen wie dem Abweisen einer Schwangeren die in Gefahr ist ihr Kind zu verlieren aus zwei Wiener Krankenhäusern.
.
Bequem, nicht wahr?
.
Nebulos wütend auf alles und nichts, ohne Namen, ohne Stellung beziehen zu müssen, ohne reale Konsequenz...
.
Solche Possen vergeuden nur unsere Energie. Was wir brauchen sind Menschen mit Mitgefühl, Anstand und Zivilcourage. Das würde völlig ausreichen.

Chris Quast
00

jedem sein partikularaufregerl oder was ?

"Vorfällen wie dem Abweisen einer Schwangeren die in Gefahr ist ihr Kind zu verlieren aus zwei Wiener Krankenhäusern. " was soll denn das ?

ja übrigens, ich bin auch voll gegen die hohen spritpreise, da möchte ich jetzt nicht dazu geschwiegen haben !!

und wenn ich die zeitung im regionalteil/land und leute/lokalteil durchblättere bin ich sicher ich finde auch so aufreger die du angesprochen hast.

lightyear2000.tumblr.com
01
31.1.2012, 05:01

lol
zivilgesellschaft besteht aus vielen namen, aber nicht aus einem / einigen "führer"

1116er
03
30.1.2012, 19:24
"Können die Energien von Bürgerbewegungen in das Parteiensystem eingespeist werden?"

der einfachste weg dazu:
eintreten in die partei seiner wahl und deren politik/werte mitzubestimmen!

doch halt, das würde auch bedeuten,
*dass man an sitzungen teilnehmen muss,
*dass man an fortbildungen teilnehmen muss,
*dass man klinken putzen muss,
*dass man sich mit seiner meinung argumentativ durchsetzen muss,
*dass sich der gedanke im kopf einnistet "demokratie bedeutet auch arbeit und zeit"

schon irgendwie seltsam, dieser gedanke.
da bleibe ich lieber beim ablassen von zuviel energie via posten oder beim unstrukturierten und folgenlosen herumreden in wirtshaus und fitnessstudio.
dort ist das 'ambiente' auch viel angenehmer!

Solemnly Soliloquising Somnambulist
00
30.1.2012, 15:32
Karlgaard
55
30.1.2012, 13:15
Kochrezept

Man nehme eine fette Wulst pseudohistorischer Verweise, würze sie halbscharf mit Begriffen aus dem Erstsemestrigentutorium (Sphären, Szenen, konstatieren, runterdeklinieren), spare nicht beim Honig, der ums Maul der Zivilgesellschafter geschmiert wird, greife tief in den Schmalztopf der Panikmache und rühre ein paar Mal um. Schon ist der Braten angerichtet und die Conclusio mundgerecht serviert: Am Ende wählen alle SPÖ, auch wenn man dabei heftig zu schlucken und würgen hat.

Karlgaard
11
30.1.2012, 13:01

Die ÖVP ist in den 50er und 30ern hängengeblieben. Deshalb empfiehlt Misik den Philosophen Gramsci, der in den 20er und 30er Jahren wirkte.

Nathaniel Winerib
00
30.1.2012, 12:54

Rückenprobleme bekommt man von der gebückter Haltung.

http://www.zpa.at
00
30.1.2012, 11:28

- die kaum überschaubaren Initiativen der netzfähigen Bürger erwecken das Bild eines Jahrmarkt- Autodroms, - und die etablierten Parteien stehen am befestigten Rand der neuen medialen Freiheit und applaudieren von Zeit zu Zeit den Chaospiloten.

Wolfgang Lederbauer1
00
30.1.2012, 13:39
...die kaum überschaubaren Initiativen der netzfähigen Bürger erwecken das Bild eines Jahrmarkt- Autodroms...

Dieser Eindruck scheint richtig zu sein. Es stellt sich die Frage, was geschehen sollte, dass die Initiativen der Bürgerinnen und Bürger gehört und beachtet werden?

Ein möglicher Lösungsansatz, an dem wir arbeiten:

Die Schaffung einer Vierten Kraft ( Die Konsultative )

Näheres unter:

http://www.saubere-haende.org/typo3/ind... php?id=138

Zeit-Index im Interview:

50'40" Lösungen, die 4. Kraft neben den drei klassischen Kräften laut Montesquieu (Legislative, Exekutive und Judikative)

.

http://so-for-humanity.com2000.at

prävention
00
30.1.2012, 11:16
wichtig is der dialog ....

... wie eh schon von vielen seiten gefordert ... ganz normal eigentlich....
engagierte junge und reife menschen, ngos, realwirtschaft, reformwillige, wissenschaft...
formiern muss er sich noch ordentlich...

u.a. fruehling2012.servus.at
usw...
usf...

videoopa
00
30.1.2012, 10:55
Ja, alle Züge sind schon abgefahren hinsehen ist angesagt

www.youtube.com/videoattac
www.youtube.com/videoattac2
www.vimeo.com/demba
aufspringen und mitmachen ist erwünscht, jetzt...

sturmy
01
30.1.2012, 10:26
einreden auf die Politiker-naiv, die müssen Angst bekommen, erst volle Hosen läßt die selbstgefälligen Ä.....e handeln...

micnr
00
30.1.2012, 10:17
Die Zivilgesellschaft allein

ist NOCH nicht die Rettung!

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
14
30.1.2012, 10:08
Manche sind auch der Meinung, man müsse die ÖVP wählen,

damit alles möglichst schnell den Bach runter geht und damit der schmerzliche Prozess nicht noch zu lange ausgedehnt wird, damit dann endlich etwas Neues kommen kann.

Und wer ist schneller in der Lage, den Untergang herbeizuführen als eine Partei, die außer Korruption und Bürgerüberwachungs-Wahnsinn NICHTS anzubieten hat?

Dennoch: Wenn der faule alte Baum umfällt, werden wir Alternativen, neue, humane Denk- und Wirtschaftsmodelle bereithaben müssen. Und an denen sollten wir jetzt bereits auf Hochtouren arbeiten, denn der Baum wankt schon und man hört ihn knirschen...

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