"Zeichen des guten Willens"
Bagdad - Die irakischen Sunniten haben ihren Boykott
des Parlaments beendet und damit die politische Krise des Landes
etwas entspannt. Eine Sprecherin des Bündnisses Al-Iraqiya sagte am
Sonntag, der Schritt sei ein Zeichen des guten Willens. Bei einem
späteren Treffen solle auch über eine Rückkehr der sunnitischen
Minister in das Kabinett beraten werden. Die Wiederaufnahme der
Parlamentsarbeit ebnet den Weg für Gespräche zwischen den
zerstrittenen Gruppen der Sunniten, Schiiten und Kurden.
Die Krise kam kurz nach dem Abzug der US-Truppen im Dezember auf.
Die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki
ordnete die Festnahme eines sunnitischen Vizepräsidenten an und
beantragte im Parlament, den ebenfalls sunnitischen
Vize-Regierungschef aus dem Amt zu entfernen. Maliki begründete dies
mit rechtlichen Gründen, Kritiker unterstellten ihm politische
Motive. Viele Sunniten fühlen sich von der neuen Führung des Landes
benachteiligt. Sie fürchten, Maliki könne versuchen, seine Macht auf
ihre Kosten auszubauen. (APA/Reuters)