Umwidmungsgewinne

Geldregen besteuern

Kommentar | Claudia Ruff , 29. Jänner 2012, 18:12

Vor der Einführung der längst fälligen Besteuerung von Umwidmungsgewinnen sollten einige Fragen geklärt werden.

Die Diskussion über Aufwertungs- oder Umwidmungsgewinne ist in Österreich längst fällig. Es ist nicht einzusehen, dass jemand durch die Umwidmung eines vorher agrarischen Grundstücks zu ertragreichem Bauland quasi über Nacht steuerfrei um vieles reicher wird. Nur ein Beispiel dafür, um welche Dimensionen es geht: Landwirtschaftliche Flächen am Land kosten oft zwei bis drei Euro pro Quadratmeter, umgewidmet auf Bauland sind es 40 oder 50 Euro. In Wien geht es um ganz andere Beträge: Wo der Quadratmeter bisher etwa 15 Euro wert war, sind es später 250 bis 300 Euro.

Vorab müssen aber einige Fragen geklärt werden: Wann wird besteuert? Das kann nur beim finalen Verkauf des Grundstücks sein und nicht bereits bei der Umwidmung an sich. Wird der gesamte Verkauf besteuert, oder macht man es wie in Südtirol? Dort muss der Eigentümer beim Verkauf (jeweils nach der Umwidmung) einen Teil des Grundstücks für sozialen Wohnbau oder für gemeinnützige Einrichtungen ermäßigt zur Verfügung stellen. Der Rest der Liegenschaft kann zu Marktpreisen verkauft werden.

Zu diskutieren ist noch die Höhe der Steuer: Wird die Einkommenssteuer (bis zu 50 Prozent) oder die Körperschaftssteuer (25 Prozent) als Grundlage genommen? Vermutlich wird es eine Sondersteuer im Ausmaß von 25 Prozent sein. Bekommen sollten die Steuer die Gemeinden, die diese ja auch einheben - für Infrastrukturprojekte. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.1.2012

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Posting 1 bis 25 von 52
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TerraX1X1
00
30.1.2012, 17:34

Kann man das auch für Wien anwenden? Bei jedem U-Bahnausbau werden die Wohnungseigentümer (und damit letztendlich die Mieter) zur Kasse gebeten. U-Bahnbau in der Umgebung steigert den Wert der Wohnung und 25% der Wertsteigerung müssen dann veranlagt werden, unabhängig davon ob man dort wohnt oder nicht.
Was sagen jetzt diejenigen, welche die Steuer sofort nach der Umwidmung einheben wollen?

keywords
10
30.1.2012, 14:46

hm.

sagt der bürgermeister zum bauern: verkauf mir billig deinen acker, ich brauch grund für meine kinder. sonst widme ich so lange deine äcker um, bis du pleite bist und es mir schenkst.

bei der umwidmung kanns also nicht sein.

The Ghost in the Machine 2.0
 
00
30.1.2012, 17:54
schon mal was von realisierten gewinnen gehört ?

Obvious Troll
00
30.1.2012, 14:26
Damit wird Umwidmung de facto käuflich.

Snoopy47
10
30.1.2012, 13:47
Und wer ist wieder der dumme?

Normalerweise erfährt (durch Zufall) ein Makler, dasss dort und dort eine Strasse, Autobahn oder sonst was gebaut wird. Er kauft das Grundstück billig und lässt es umwidmen was natürlich keine Probleme macht. Jetzt, etwas spät erinnert sich der Bauträger, dass er auch noch das Grundsstück kaufen muss. Er kauft es ums teure Geld und zahlt nun 25% Umwidmungssteuer die er auf die Errichtungskosten aufschlägt (warum soll ER das zahlen, wär ja noch schöner).
Es bezahlt also die Steuer die Gemeinde, der Wohnungskäufer... also Sie und Ich!!!!!!!!!!

Dimple
00
30.1.2012, 13:24
Ist schon OK diese Steuer

und sie sollte gleich verwendet werden, um die Grenze, aber der der Höchststeuersatz zur Anwendung kommt, auf 85.000 raufzusetzen.

lg
Dimple

17+4
00
30.1.2012, 12:45
solange er das Grundstück noch nicht verkauft hat,

ist er nur ideell reicher, reicher ist er erst, wenn er mehr Geld hat.
Da die Gemeinden aber zusätzlich noch Erschließungkosten einheben, die sie meist erst sehr spät erbringen, wenn man sein erstes Auto schon ruiniert hat und man von den Gästen mangels Straßenschilder und Wegweiser nicht gefunden wird, soll wohl hier doppelt kassiert werden.

Es verpflichtet ja niemand eine Gemeinde, Baugrund zu widmen. Oder soll es nun so sein, dass die Gemeinde haltlos und unbegründet Baugründe widmet, um widmungssteuern abzukassieren?

Peter G
00
30.1.2012, 15:44
Sinnvoll wäre wohl eine Kombination mit einer Rückwidmung nach z.B. 10 Jahre, wenn nicht gebaut wird.

17+4
00
31.1.2012, 10:12
ist auch ein Problem, was ist, wenn da eine Hypothek darauf

gelegt werden soll?

strolch25
40
30.1.2012, 11:21
na so gehts nicht

hat das der Veltliner-Michi (man bringe den Spritzwein) das auch mit seinem Kuschpartner Tsaziki-Mitzi besprochen? wenn er jetzt die Schmelz, den Heuberg, Stadtpark umwidmet?? Ich glaube nicht -

hallo999
31
30.1.2012, 10:46
die s..... politiker soll endlich mal sparen

nicht immer neue steuern einführen und erhöhen

schniggschnagg
 
11
30.1.2012, 10:27
Und wenn...

...aufgrund von Umwidmungen der Grund weniger wert wird - kriegt der Eigentümer dann den Verlust auch erstattet? :-) Oder gilt in diesem Fall dann: "Das ist halt das Risiko"?

Zukunftsoptimist1
01
30.1.2012, 13:14
Diese geistlosen Kommentare - auch der

von Frau Ruff - gehen an den Wiener Tatsachen völlig vorbei. Da wird zunächst Bauland in Grünland rückgewidmet - so, dass ein Einösungsbegehren, wenn der Eigentümer überhaupt weiß, dass er ein solches stellen kann, nicht grieft - und dann meldet sich wie aus heiterem Himmel eine parteinahe Wohnbaugenossenschaft als Kaufinteressent. Sie kauft billig ehemaliges Bauland, das nach dem Kauf wieder als Bauland rückgewidmet wird. Klar, wohin der Rubel da rollt. Wenn solche Vorgänge dann noch durch eine zusätzliche Begünstigung solcher Genossenschaften gleichsam legalisiert werden soll, dann wäre es die Aufgabe eines seriösen Journalismus, diese infamen Tricks bloßzustellen, statt treuherzig ins Verdummungshorn zu blasen.

strolch25
10
30.1.2012, 10:23
Geldbeschaffungsaktion

Wenn mein Schrebergarten (kein Bauland) umgewidmet wird, stört mich das nicht. Wenn ich aber diesen Garten(Eigentum) dann meiner Tochter, die damit aufgewachsen ist, vererbe (Erbschaftssteuer) und der Garten ist jetzt 10x soviel wert muß sie ihn verkaufen - sehr sozial. Die andere Variante gilt auch - ha jetzt hab ich Baugrund Juchuu 25% peenuts ich verkaufe!

Extrabreit
00
30.1.2012, 12:42
Erbschaftssteuer?

Abgeschafft?

Holotrop
00
30.1.2012, 03:01
da kann ja der neueste

parteigründer bzw -financier (selbstlos natürlich...nur dem staate dienend) mit n.a. background sich mit umfassender erfahrung dazu einbringen und die reel steuerzahlenden belehren, wie man flat zu zahlen hat. danke recht schön... aus informierten kreisen ist zu erfahren, dass bereits ein halbes dutzend erfüllungsgehilfen parat steht....lei, lei!!

Edmund der Fröhliche
03
30.1.2012, 08:48
Aus wirtschaftspolitischer Sicht absolut zu begrüßen wenn realisierte Gewinne aus Umwidmung versteuert werden.

Schlussendlich muss jeder Unternehmer und Arbeitnehmer Gewinne oder Einkommen versteuern.

Schlussendlich wurden seinerzeit die Bauern nicht grundbefreit, damit sie später Millionäre werden, sondern dass sie eigenständige und freie Agrarökonomen sein können.

Ar Mutschgerl
04
30.1.2012, 00:37
Hab das mit ÖVPler mal diskutiert.

Die redeten davon, dass die Steuer auf Umwidmungsgewinne "Enteignung" sei. Ernsthaft.

Edmund der Fröhliche
03
30.1.2012, 08:52
Ich glaub der meinte die Grundsteuer ist Enteignung, Steuer auf realisierte Gewinne können keine Enteignung sein und

ich glaube auch, dass der Wirtschaftsflügel in der ÖVP das so sieht. Den hier leistet eigentlich nur mehr der überrepräsentierte Bauernbund Widerstand.

Ar Mutschgerl
00
30.1.2012, 17:04
Doch, doch, die meinten die Steuer auf Umwidmungsgewinne.

Edmund der Fröhliche
01
30.1.2012, 08:49
Ich glaube, dass das mittlerweile eine Minderheitenmeinung des überrepräsentierten Bauernbund ist.

Der Wirtschaftsflügel scheint sich hier auf die Seite derer zu stellen, die ihr Einkommen versteu

Animation
 
32
30.1.2012, 01:21
alle steuern sind enteignungen und ne form von schutzgeld

dich fragt keiner ob du das zahlen willst, du musst und wenn nicht kommt der schlägertrupp.

polizisten sind keine ponywärter...

Grisu der kleine Drache
14
30.1.2012, 09:31

Dass Steuern immer "Enteignung" sind, sehe ich auch so. Mein Gehalt etwa gehört mir, trotzdem nimmt mir der Staat etwas weg.

Bei der Umwidmung allerdings tritt durch einen Behördenakt ein massiver Wertgewinn ein. Hier lässt sich durchaus argumentieren, dass die Behörde ja nur einen Teil dieses von ihr selbst verursachten Wertgewinns für sich reklamiert.

bingoX
01
30.1.2012, 00:28
Wird dazu führen

dass auch die letzten grünen Flecken auf der Landkarte verschwinden werden. Weil warum sollten Gemeinden dann noch "grüne Flecken" haben wollen, wenn die Umwidmung Geld in die leeren Kassen bringt?

Auch wenn es kein Geld bringt wäre es deshalb besser ein generelles Umwidmungsverbot per Gesetz festzuschreiben.

UNBEQUEM
22
30.1.2012, 00:22
Gemeinde Wien müsste am meisten Steuern zahlen

Schon mal wer daran gedacht dass die Gemeinde Wien vorallem in Transdanubien von den Bauern Äckker aufkauft um danach eine Umwidmung auf Bauland vorzunehmen.
Daraus resultiert eine enorme Wertsteigerung auf die dann die Gemeine eine Hypothek aufnimmt um ihr Budget zu kaschieren. Wenn die Umwidmungssteuer kommt und das sollte eine Bundessteuer sein , dann zahlt die Gemeinde Wien am meisten!
Außer die Politik belastet nur die Bürger und nimmz Gemeinden und Ländeder von der Steuer aus.
Was aber dann wieder die Ungerechtigkeit fördert! Denn ein Privater könnte die selben "Sozialbauten" errichten wie die Gemeinde! Die läßt das aus den obigen Interessen nicht zu!

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