Bilanz Waste Watcher

17 Millionen "Gackerl-Sackerl" pro Jahr in Wien

29. Jänner 2012, 18:05
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    foto: rudolf semotan

    "Mehr Gackerl im Sackerl als auf dem Boden": Das ist die Bilanz nach vier Jahren Waste Watcher. Hier sieht man deren Angelobung 2008 im Rathaus. Die Kothäufchen wurden hoffentlich drapiert.

Gackerl "aus Prinzip" nicht aufheben kann teuer kommen - 2000 Anzeigen im Vorjahr

Wien - Mehr als 17 Millionen gefüllte "Gackerl-Sackerl" landen jährlich in Wiener Mistkübeln - und nicht mehr auf der Straße. Die deutlich reduzierte Menge Hundekot auf dem Trottoir sei, so die Bilanz von Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ), wie auch viele andere "Mist-Erfolge" das erfreuliche Resultat aus vier Jahren Waste Watcher in der Hauptstadt.

Erstmals im Februar 2008 mit 30 Müll-Sheriffs ausgerückt, ist die Wiener Truppe mittlerweile auf 50 hauptberufliche Mitarbeiter angewachsen. Ihre drei Kernprobleme: illegal gelagerter Sperrmüll, herrenlose Einkaufswagen und die zahlreichen Hundehäufchen, die nicht im Sackerl, sondern am Gehsteig landen.

Die Zahl der illegal abgestellten Kühlschränke sei in diesen vier Jahren um fast 50 Prozent zurückgegangen, unachtsam abgelagerter Sperrmüll und "geparkte" Einkaufswagen seien um rund ein Drittel weniger geworden.

Bis zu 1000 Euro Strafe

Insgesamt haben die Waste Watcher rund 2000-mal im vergangenen Jahr Anzeige erstattet und etwa 3600 Strafmandate zu jeweils 36 Euro ausgestellt. Bei schweren Verschmutzungen kann es auch Anzeigen mit Strafen bis zu 1000 Euro geben.

Grundlage dafür bildet das 2008 in Kraft getretene Wiener Reinhaltegesetz: Dieses sieht ein Verbot von Verunreinigen im öffentlichen Raum vor und ermöglicht die öffentliche Aufsicht durch die Waste-Watcher-Truppe. Sie dürfen daher abmahnen, Strafen verhängen und, in Härtefällen, Anzeige bei der MA 58 (Wasserrecht) erstatten.

Wer also vor den Waste Watchern argumentiert, er ignoriere die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners, weil er "ohnehin Hundesteuer" zahle und das Gackerl "aus Prinzip" nicht aufhebe (so passiert im Juli 2011), muss mit einer Anzeige von 320 Euro rechnen.

87 Prozent Zustimmung

Das primäre Ziel sei jedoch nicht das Belangen, sondern das Aufklären, Sensibilisieren und Stärken der Eigenverantwortung der Wiener für mehr Sauberkeit in Wien. "Die eingenommenen Strafgelder sind zweckgewidmet und werden für die Reinigung der Straßen und Parkanlagen verwendet", heißt es auf der Homepage der Mülltruppe.

Sima betonte, die Waste Watcher seien bei der Wiener Bevölkerung sehr beliebt: 87 Prozent würden deren Arbeit unterstützen. Die Waste Watcher sind sowohl in Uniform, mit Gilets als auch in Zivil unterwegs. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 211
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subhuman
01

ich kann diese gackerlgeschichten schon nicht mehr lesen. habe auch einen hund und entferne brav und anständig sein geschäft... dazu brauche ich keine überwachung.
was mich richtig nervt ist das gerotze und gespucke auf gehwegen. übergeben könnte ich mich wenn ich das sehe.

Ignaz gartengschirrl
00
Mehr als 17 Millionen gefüllte "Gackerl-Sackerl" landen jährlich in Wiener Mistkübeln

und dennoch werden leute hier im forum nicht müde zu behaupten es hätte sich nichts verbessert.

die zahlen sprechen wohl eindeutig für sich leider auch was die waste watcher angeht, ganze 50 hauptberufliche für ganz wien. die zahl sollte auf 500 angehoben werden denn bei mir im 16ten bezirk (schon klar hier lebt nicht die creme de la creme) habe ich noch nie einen gesehen und die straßenkehrer kehren gewissenhaft um jedes hundtrümmerl rundherum.

Ingrid Goeschl
00

Es stimmt dass im 16. Bezirk sehr viele Hundehaufen liegen und dass man nie einen Waste Watcher sieht, es ist aber unrichtig, dass die Straßenkehrer die Haufen nicht wegkehren.

Die Reinigung funktioniert sehr gut, ist aber leider eine aussichtslose Sisyphusarbeit, weil viel zu wenige Leute die Sackerln benützen.

PS: Heute sah ich ein Auto, auf das sich in der Nacht ein Betrunkener übergeben hat - es gibt also noch Steigerungen...

Al Bundy
41
31.1.2012, 21:22
36,- € sind zu wenig

500,- € und wenn nicht bezahlt wird, dann das Viech wegnehmen!

Flugmanagment
02

genau und wenn die tschick ausm auto geworfen wird, auto SOFORT konfiszieren und versteigern, Erlös kommt der Mülltruppe zu.

Al Bundy
00
genauso ist es!

Dann hört sich diese Unart auch auf!

Inconnu
01
31.1.2012, 20:46

Kommts nur mir so vor, oder ist die Situation wirklich besser geworden? Finde es liegen in letzter Zeit deutlich weniger Trümmerl auf der Straße

Steph ist dagegen
01
31.1.2012, 15:56
2000 Anzeigen im Vorjahr - und i woar dabei !

aber seitdem brav - ich schwörs !

87 Prozent sind dann wohl die netten Nachbarn die am Fenster lauern, weil sie nix besseres zu tun haben ?!

mich stören allerdings die Tschick-Stummel .. wieviele Anzeigen gab es da ?

N. N.
00

Tschick-Stummel sind auch nicht nett, zugegeben, der Belästigungsgrad ist aber absolut nicht vergleichbar mir den Ausscheidungsprodukten von Ihrem und all den anderen Viecherln. Dass das Herumwischeln an praktisch jedweder Hauswand stillschweigend geduldet wird, ist wirklich Konzession genug. Bei größeren Geschäften sollte man hart durchgreifen - das geht allerdings nur mit erheblich höheren Strafen und effizienter Kontrolle. Warum die Wiener sich das alles gefallen lassen, ist mir ein Rätsel.

Steph ist dagegen
00

nun wenn ich mit meinem 3 Jährigen Neffen auf den Spielplatz gehe und er eine halbe Zigarrette vom Boden aufhebt (weil er gerade in seiner "wegräumphase" ist), finde ich das sehr wohl als Belästigungsgrad. Außerdem ist es auch für das Stadtbild nicht besonders schön wenn überall orangene Filter auf der Straße liegen.

Zugegeben ein Gackerl mitten in der Inneren Stadt ist natürlich noch schlimmer. Zum Glück wohne ich im 22ten. Und zu den erhöhten Strafen die Sie angesprochen haben, mir haben auch 36 € weh getan und es hatte seinen Lerneffekt.

rollie63
02
31.1.2012, 14:33

wohne im 22.bez und nicht weit von mir gibt eseine riesige wiese. hunde gibt es da viele. über die wiese verteilt sind bankerln mit montiertem tisch, daneben mistkübel. die werden so selten geleert, das die hundebesitzer die sackerln daneben werfen, weil kübel zu voll. die bankerln daneben kann man nicht benutzen, weil dutzende gackerlsackerl dort tagelang vor sich hinstinken. gleichnäßig verteilt über die riesige wiese würden sie nicht besonders stören, so kann man nicht mehr im erholungsgebiet am bankerl sitzen. idiotischer gehts nicht mehr, sackerl vorsachreiben und dann keine mistkübel leeren.

Steph ist dagegen
00

wohne ebenfalls im 22ten und ich glaub ich weiß was sie da beschreiben (und wenn nicht dann ist die situation bei mir die selbe)

k0.k4.1n
00
31.1.2012, 23:12

das ist bei uns auch ähnlich. rund um die mistkübel häufen sich die hundstrümmerl in schwarzen sackerln.

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
00
31.1.2012, 09:47

Unabhängig vom Gackerl-Sackerl:
Ist euch mal aufgefallen, wie viele Piss-Rinnsäle es abens nach der typischen Eiserl-Zeit am Trottoir gibt? Macht einen richtigen Zebra-Effekt (wo man natürlich auch permanent hineinsteigt).

DerGrumml
 
00

Tja .. aber nicht alle dieser spuren sind von vierbeinern - als hundebesitzer der ja oft am tag unterwegs ist, sehe ich in letzter zeit sehr oft männer die ungeniert irgendwohin pinkeln. Scheint in gewissen kulturen so üblich zu sein. Auch stört mich wahnsinnig wenn leute alle 5m am gehsteig spucken - auch das scheint jetzt modern geworden zu sein.

Querulant1951
00
31.1.2012, 13:32
damit könnte ich mich abfinden

wenn nur die grauenhafte Scheiße weniger würde.
bei uns am Liesingbach hat sich da leider noch kaum etwas geändert

Stalker Tarkov
00
31.1.2012, 11:34
Eiserl-Zeit???

Was soll denn das sein?

lisi3010
00
31.1.2012, 08:21
zwischen den geparkten autos

find ich es besonders schlimm, da gehst zu auto und kannst gleich wieder umdrehen weilst reingetreten bist, na da fängt der tag ja blendend an

Zitronenbaum
00
31.1.2012, 09:04

Das nervt nicht nur Autofahrer. Wenn ich in der Früh über die Straße gehen will und alles zugeparkt ist und da dazwischen was liegt ... na ja, das sieht man momentan schlecht bis nicht, wenns so finster ist. /: Ist natürlich kein Vorwurf an die Autofahrer, die müssen ja auch irgendwo parken.

Mirabeau
00
31.1.2012, 02:21
Statt der Gehsteige scheissen sie jetzt die Grünflächen zu.

Da habe ich noch niemand einen Haufen wegräumen sehen.

Ihr habt ja keine Ahnung, wie das ist, wenn
bei der ersten Mahd im Frühjahr das Mähmesser des Rasenmähers jeden gefriergetrockneten Haufen des letzten Winters in eine riesige Feinstaub-Gackiwolke zerlegt, die man hinter dem Mäher voll ins Gesicht kriegt.
Ich weiß das, denn ich bin der, die Schei..einatmen muß.

Und stellt man sie zur Rede, dann kommen sie einem mit "Das ist doch Dünger!", und wir sollen doch "froh sein!"

Dabei sieht ein Blinder, daß der Rasen überall abstirbt, wo so ein Scheißhaufen oder so ein Pissstrahl landet, und der Rasen aussieht, wie nach einem Angriff mit "Agent Orange" in Vietnam.
Ich bin schon so zornig auf diese Leute, ich kann es gar nicht beschreiben!

Ignaz gartengschirrl
00
ich bin hundebesitzer und räume den dreck stets weg ob grünfläche oder rinnsal ist mir egal ich finde das gehört sich einfach so.

glauben sie mir die leute die den dreck nicht wegräumen gehen mir mehr auf die nerven als ihnen.
warum? ich werde als hundebesitzer mit denen in einen topf geworfen, ich wurde schon mal angeschrien ob der hund da hinsch...... muss obwohl ich das sackerl schon über die hand gestreift hatte aber warten bis der hund fertig ist muss ich trotzdem. und letztens wurde ich sogar mitten im wald von einer nordic walkerin angeschrien nur weil ich einen hund habe (der angeleint war) weil die leute einfach durch den dreck von hunden genervt sind (zurecht). da kommt mir dann auch die wut hoch.

50 wastewatcher sind einfach zu wenig aber immerhin sind 17 millionen sacker im müll ein guter anfang.

Flugmanagment
00

Nebenbei nicht Gacke sorgt für die gelben Flecken sondern die Pisse so wie Sie sich ausdrücken

Flugmanagment
00

Sie mähen die gefriergetrocknete Wiese??

Bis Sie zum ersten Mal mähen ist die Wintergacke schon längst zerfallen

Hudri Wudri
00
31.1.2012, 10:20
Nicht nur Wiens Gruenflaechen,

auch Wiens Felder ... Ist dort natuerlich besonders lecker, wenn man bedenkt, dass diese zT uns Wiener mit Nahrung versorgen.
Alle Duengerfanatiker moegen noch daran erinnert werden, dass speziell Hunde Aasfresser sind -> andere Kacke (egal wessen) ab einem gewissen Reifegrad fressen und so nicht nur lebensnotwendige Bakterien sondern auch Parasiten von Waldtieren (Herkunft des Exkrements) oder auch anderen Hunden zu sich nehmen, von denen manche auch mal gerne Mensch besuchen. Somit ist jede fremde Kacke ein potenzieller Uebertraeger fuer die klaeffenden Lieblinge Unbesorgter...

antonowitsch
00
30.1.2012, 23:18
Bitte härtere Strafen

und konsequenter kontrollieren, von mir aus auch von Privatfirmen. Habe 3 Kinder und ein "Hundeklo" (Rindenmulch-Streifen mit Bäumen) vorm Haus. Bei uns hat sich nichts am Scheißverhalten der Hundebesitzer (die Tiere können ja nichts dafür) geändert. Im 11.oder 3. habe ich noch nie einen solchen "Watcher" gesehen, nur mal jemanden mit dem "Wachturm", aber die sind da wohl nicht so zuständig. Ziehe gerade aus Wien und dieser kranke Hundeumgang ist sicher mit ein Grund. Das macht diese eigentlich schöne Stadt einfach nur eklig. Die Kinderspielplätze sind schön hergerichtet, aber von Hunden "beschissen". Das Engagement der Stadt ist einfach nur pseudomäßig, um die Hunderlwähler nicht zu vergraulen.

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