Wiktoria Asarenka

"Oma hat mich am meisten inspiriert"

29. Jänner 2012, 18:03

Wiktoria Asarenka ist nach dem Titel in Melbourne die Nummer eins im Tennis. Am Tag nach ihrem Triumph streut die Weißrussin ihrem Umfeld Blumen

Melbourne - Nach der Tat versagte Wiktoria Asarenka die Stimme. Die neue Nummer eins des Tennis und neue Australian-Open-Gewinnerin gluckste bei der Siegerehrung erst mehrfach ins Mikrofon, ehe sie die Botschaft in die weißrussische Heimat doch noch verständlich loswurde. "Danke, Oma! Meine Großmutter ist der Mensch, der mich am meisten inspiriert hat. Ein Traum ist wahr geworden, und ihr habe ich zu verdanken, dass ich hier stehen darf. Ich liebe sie", sagte die 22-jährige Asarenka nach dem nicht geraden leisen 6:3, 6:0 im Finale gegen Maria Scharapowa. Beide pflegen ihre Schläge mit Gebrüll zu begleiten, sie erreichen Lautstärken von 100 Dezibel.

Die eher extrovertierte Asarenka hatte ihren verwandelten Matchball und ersten Grand-Slam-Coup lautlos zur Kenntnis genommen. Ungläubig sank sie in die Knie und verbarg ihr Gesicht in den Händen. Eine gefühlte Ewigkeit verharrte sie in dieser Position, bis sie der Jubel der 15.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena in die Realität zurückholte. Asarenka, die mehr als 1,8 Millionen Euro Preisgeld kassierte, dachte dann an die schwärzesten Stunden ihrer Karriere.

Im März 2011 saß sie nach einigen bitteren Niederlagen mit ihrer Großmutter daheim in Minsk am Küchentisch und wollte ihre Laufbahn zugunsten eines Studiums beenden. "Da hat meine Oma mir erzählt, wie hart sie ihr Leben lang arbeiten musste. Sie wollte mir damit wohl sagen: Mädel, höre auf, dich zu beschweren und genieße dein privilegiertes Leben als Tennis-Profi", sagte Asarenka über ihre 71-jährige Babuschka, die man quasi zur Pension zwingen musste: "Sie war Kindergärtnerin. Und wir haben die Papiere ausgefüllt, sonst wäre sie weiterhin jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden, um arbeiten zu gehen."

Die weisen Worte der alten Dame sorgten für den Wendepunkt im sportlichen Leben von Asarenka, die mit Sergej Bubka jr., dem Sohn der gleichnamigen Stabhochsprung-Ikone, liiert ist. Die Weißrussin änderte ihre Einstellung und reduzierte ihre Ausraster und mentalen Einbrüche auf dem Court. "Von denen kann man auf Youtube einige bestaunen", sagte die bisherige Weltranglistendritte Asarenka und schob trotzig hinterher: "Viele haben gedacht, ich sei ein Fall für den Psychiater. Aber ich habe hart an mir gearbeitet." Wie die Oma. Asarenka will mehr: "Ich denke, es gibt kein Limit."

Noch vor der Siegerehrung hatte sie erste SMS in ihr iPhone getippt. Das Telefonat mit der Oma aber musste warten. "Ich habe vergeblich versucht, zu Hause anzurufen. Aber ich bin immer bei irgendeiner chinesischen Rezeptionistin gelandet."

Neue Siegerinnen

Die Russin Scharapowa akzeptierte die Unterlegenheit. "Sie war viel besser." Asarenka gab nach dem 3:3 im ersten Satz kein einziges Spiel mehr ab. Hätte Scharapowa gewonnen, hätte sie die Dänin Caroline Wozniacki als Nummer eins abgelöst. "Aber davon war ich weit weg." Die vergangenen vier Grand-Slam-Turniere bescherten Premieren. Die Chinesin Li Na gewann die French Open, die Tschechin Petra Kvitova siegte in Wimbledon, die Australierin Samantha Stosur wurde bei den US Open Erste. Asarenka setzte in Melbourne diese Serie fort. Sie ist die insgesamt 21. Spielerin an der Spitze seit Einführung des Rankings 1975. "Mein Oma freut das sehr." (red, sid, DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2012)

docw
20

mit monika seles war es für mich aus, damentennis zu schauen, denn diese schreierei nervt nur mehr. wo sind die zeiten einer steffi graf, die ohne schreierei toll gespielt hat?

aenema_lateralis
 
20
31.1.2012, 08:35
unsympathisch und laut...

...naja, hoffentlich sind Ihre matches, bzw der ausgang selbiger, nun nicht mehr käuflich zu erwerben, nachdem sie einen slam gewonnen hat.

ra mses
04
30.1.2012, 21:21
spielt gut Tennis und sieht gut aus -> tolle Kombi;)

Stahl_____666
35
30.1.2012, 11:44
.

Heisse Schnitte - Weißrussland ist gut zu seinen Mädels.

micksen
37
30.1.2012, 09:59

Scharf und sympathisch.
Me gusta!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.