Bulgariens Autobahnmeister als Präsident

Blog | Markus Bey, 29. Jänner 2012, 22:17
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    foto: ap/petrova

    Men in Black: Bulgariens neuer Präsident Rosen Plevneliev (re.) und Regierungschef Boiko Borissov. Der platzierte seinen populärsten Minister im protokollarisch höchsten Amt, auf dass keine Gesetze mehr blockiert werden.

Rosen Plevneliev, der sich auf Baustellen in Deutschland hochgearbeitet hat, sitzt jetzt auf rotem Plüsch. Und sucht eine Aufgabe.

Die Bulgaren haben schon einige ungewöhnliche Figuren in die höchsten Ämter gebracht: einen Philosophen (Schelju Schelev), einen Ex-König (Simeon Sakskoburggotski), einen früheren Bodyguard (Boiko Borissov). Jetzt ist ein rastloser Manager von Großbauprojekten mitten im Schwung Staatspräsident geworden. Der richtige Mann im falschen Amt.

Das glauben auch viele Bulgaren, die den 47-jährigen Rosen Plevneliev dann doch gewählt haben. Der Bauingenieur, der vergangenen Sonntag in sein neues Amt eingeführt wurde, hat als Minister für Regionalentwicklung in den vergangenen zwei Jahren den lange verschleppten Bau von Autobahnen im Land vorangetrieben. Das hat ihn populärer gemacht als Ministerpräsident Boiko Borissov. Durch das kleine Bulgarien rauscht Europas Lastwagenverkehr in die Türkei und den Nahen Osten.

Was Plevneliev die nächsten fünf Jahre im Präsidentenpalast in Sofia machen soll, ist nicht recht klar. Bulgarien muss ein moderner europäischer Staat werden, gab er als Devise aus. Und er lüfte jeden Tag sein neues Büro, denn das Präsidentenamt brauche viel frische Luft. Für große politische Visionen hat der parteilose Unternehmer zu viel Bodenhaftung. Politisches Kalkül stand aber sehr wohl hinter der Kandidatur des jungenhaften, immer höflich auftretenden Plevneliev: Boiko Borissov will keinen Blockierer mehr im Präsidentenamt. Der bisherige, zehn Jahre amtierende Sozialist Giorgi Parvanov, griff den Premier immer wieder an und legte sein Veto gegen Gesetze ein.

Dennoch markiert Plevnelievs Amtsantritt eine Wende im ärmsten Staat der EU. Erstmals ist ein Selfmade-Man der Wendegeneration ins protokollarisch höchste Amt gelangt. Plevneliev war 25, als die sozialistische Volksrepublik unterging. Der Sohn eines Lehrerehepaars aus einer Kleinstadt an der Grenze zu Griechenland hatte sein Ingenieursstudium gerade abgeschlossen, gründete seine eigene Baufirma und ging nach Deutschland.

Plevneliev tingelte zuerst von einer Baustelle zur nächsten und heuerte dann als Subunternehmer bei der Lindner-Gruppe im niederbayerischen Arnstorf an. Sieben Jahre blieb er dort, war am Umbau des Reichstags in Berlin und dem Bau des Kanzleramts beteiligt, während Bulgarien Hyperinflation und Bankencrash erlebte.

1998 war er zurück in Bulgarien als Chef eines Tochterunternehmen von Lindner und baute weiter: das Sheraton in Sofia und ein riesiges Büroviertel. Borissov wurde auf den germanisch geschulten Manager aufmerksam. Als Minister habe er erst das Ausmaß an Korruption und Misswirtschaft im Land verstanden, sagte Plevneliev. Wer weiß, was er als Präsident noch so alles entdeckt.

    • Markus Beys Blog
      16.5.2012, 21:23
      Markus Bey

      Rückzug in Nikosia [3]

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    • Markus Beys Blog
      13.5.2012, 11:46
      Markus Bey

      Tony, der Flip-Flopper [1]

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    • Markus Beys Blog
      24.4.2012, 19:46
      Markus Bey

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    • Markus Beys Blog
      20.4.2012, 19:45
      Markus Bey

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    • Markus Beys Blog
      12.4.2012, 22:17
      Markus Bey

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13 Postings
Dame Gruev
00
Ich persönlich habe noch nie einen Artikel vom Herren Marcus Bey/ Beg, der nicht abwertend ist.

Zum einen ist Bojko Borissow Feuerwehr- Ingenieur und kein Bodyguard, dann wurde er Staatssekretär im Innenministerium (Polizeichef), dann zweimaliger Bürgermeister von Sofia und nun Ministerpräsident von Bulgarien.

Zum anderen, lieber Herr Bey, haben auch die Deutschen „einige ungewöhnliche Figuren in die höchsten Ämter gebracht“: eine Physiklehrerin (Angela Merkel); Spielwarenverkäufer (Joschka Fischer); einen Buchhändler (Martin Schulz)!

Osman Mert
21
30.1.2012, 11:42

die EU könnte den Bulgaren endlich mal eine Autobahn spendieren. Startend an der serbischen Grenze bis nach Svilengrad an der türkischen. Dann hätten auch die bulgarischen Polizisten weniger Gelegenheiten die Reisenden abzuzocken.

Dame Gruev
00
Wieso nicht gleich ein TUNNEL?

Die Türkei sollte eigentlich einen Tunnel von Wien bis nach Istanbul der EU im Auftrag geben... exklusiv für Türken...

Dann wären die Türken für die serbischen und bulgarischen Polizisten unerreichbar...Das wäre scho was nicht Wahr?

jms1
00
30.1.2012, 14:53
das viel interessantere projekt...

....wäre doch eine hängebrücke vor der grenze, also vom serbischen nis, bis nach -ach was- gleich bis nach sofia! da wär serbien dann auch schon bissl integriert und ich würde mir endlich mal diese unglaublichen tunnels ersparen!!! so ne richtig schöne stahl-fieberglas-konstruktion!

Osman Mert
00
30.1.2012, 15:58

also, die eu hat in griechenland für weiss nicht wieviel milliarden euro schon ein ähnliches projekt umgesetzt. man kommt mit der fähre aus brindisi oder ancona in igoumenitsa an und fährt aus dem hafen raus direkt auf die super bestens ausgebaute autobahn bis zur türkischen grenze. wenns so eine autobahn auch in bulgarchen geben täte... dann bräuchte ich auch keine hängebrücken und nix... :)

jms1
00
30.1.2012, 16:13
eh!!!

Ich brauch auch keine hängebrücke...hab eh höhenangst...aber dieses mist-teilstück vor der bulgarischen grenze wo man diese tausend und einen tunnel durchfahren muss ist einfach extrem mühsam und da kann man keine autobahn reinsprengen! aber jetzt habens ja den experten...vielleicht geht da was!

Standard Leser4
 
00
30.1.2012, 13:39
Verstehe ich nicht. Werden auf Autobahnen keine Strafmandate kassiert ?

jms1
00
30.1.2012, 14:54
doch schon....

....aber man kann leichter abhauen. bulgarische polizisten geben die verfolgung meist auf, weil nicht genung benzin im tank ist!

Osman Mert
00
30.1.2012, 16:23

haha, genau so ists :)))

Magic Wand
 
19
29.1.2012, 23:42
also, so ganz im Westen sind die auch noch nicht angekommen !

Machen einen, der schon einmal was gearbeitet hat, zum Präsidenten ...

Dame Gruev
00
Komisch nicht wahr?

Nicht ganz im westlichen Sinne, wo viele, die nichts können und nie gearbeitet haben, zum Politiker gemacht werden.

shaki1
01
29.1.2012, 23:42
Nicht,

daß der Hendlbauer jetzt auf blöde Ideen kommt...

arved
11
29.1.2012, 20:08
germanisch geschult :-)))

da hat wohl wer ???????? zu wörtlich übersetzt...

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