Nigerianische Soldaten töten elf Boko-Haram-Kämpfer - Polizist erschossen
Kano - Nach neuen Gefechten in Nigeria zwischen
Sicherheitskräften und der Islamistengruppe Boko Haram hat die
Extremistenorganisation Gespräche mit der Regierung abgelehnt. Ein
Boko-Haram-Sprecher kündigte am Sonntag zugleich neue Angriffe an. Im
Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas töteten nigerianische
Soldaten elf Boko-Haram-Kämpfer.
In der nördlichen Stadt Kaduna erschossen bewaffnete Männer auf
Motorrädern am Samstagabend einen Polizisten. Der Polizei zufolge
hatten die Täter es auf das Motorrad des Polizisten abgesehen.
Anwohner vermuteten die Gruppe Boko Haram hinter der Tat.
Schießerei
Wie der Sprecher einer Spezialeinheit zum Kampf gegen die Sekte
mitteilte, waren zuvor bei einer Schießerei in der Stadt Maiduguri
elf Boko-Haram-Kämpfer getötet worden. Ein Boko-Haram-Sprecher
bestätigte die Opferzahl. Er sagte jedoch, die Männer seien
unbewaffnet gewesen und von den Soldaten einzeln aus ihren Häusern
geholt und erschossen worden.
Ein Gesprächsangebot von Präsident Goodluck Jonathan wies der
Sprecher als "nicht aufrichtig" zurück. In der "derzeitigen Situation
ist Dialog nicht möglich", sagte Abul Qaqa. Er verlangte die
Freilassung von gefangenen Boko-Haram-Anhängern und drohte
andernfalls mit Anschlägen in der Stadt Sokoto, "ähnlich wie die
großen Attacken in Kano". Vor den Kirchen in Kano waren am Sonntag
Soldaten und Polizisten postiert, Kirchenbesucher wurden durchsucht.
Aus Sicherheitsgründen endeten die Gottesdienste früher als
gewöhnlich.
Die islamistische Sekte verübt im Norden Nigerias seit Monaten
Anschläge und Überfälle. Bei einer Anschlagsserie in Kano waren vor
anderthalb Wochen mindestens 185 Menschen getötet worden. Boko Haram
kämpft für einen islamischen Staat im Norden des Landes. Der Norden
Nigerias ist überwiegend muslimisch geprägt, der Süden dagegen
vorwiegend von Christen bewohnt. (APA)