Wien denkt Umwidmungsabgabe auf Landesebene an

29. Jänner 2012, 12:59

Neue Abgabe könnte laut Wohnbauressort 18 Millionen Euro pro Jahr bringen - 25-prozentige Abgabe auf Mehrwert soll noch heuer kommen

Wien - In der Debatte um eine mögliche Umwidmungsabgabe auf Bundesebene will Wien nun offenbar vorpreschen und Nägel mit Köpfen machen: Konkret soll per Landesgesetz jener Mehrwert, den Grundstückseigentümer durch eine Umwidmung etwa von Grün- auf Bauland lukrieren, einmalig mit 25 Prozent besteuert werden. Der Vorstoß kommt von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Laut entsprechenden Unterlagen, die der APA vorliegen, könnten dadurch rund 18 Millionen Euro pro Jahr ins Gemeindebudget gespült werden. Ein Großteil davon soll für den geförderten Wohnbau zweckgewidmet werden, so die Idee.

Ludwig wünscht sich eine Einführung der rein auf Landesebene vorgesehenen Abgabe noch in diesem Jahr. Die Sache ist allerdings partei- wie koalitionsintern noch nicht akkordiert. Ludwig bezeichnetedie angedachte Maßnahme als "Gebot der Fairness und Gerechtigkeit". (APA)

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12 Postings
Clemo
00
29.1.2012, 17:24

Ich habe im Zuge der Diskussion zur Einführung so einer Steuer (was soll der Blödsinn mit Abgabe, das ist eine normale Steuer) gelesen, dass das derzeit schon einige Gemeinden haben, aber dass so eine Umwidmungssteuer derzeit rechtlich nicht 100% gedeckt ist. Ist jemand Jurist und kennt Details?

Übrigens, wenn Wien von 35 Mio spricht, dann wird man in Österreich kaum über 300 Mio kommen. Wenn es im Jahr nach anderen Angaben zwischen 2 und 3 Mrd an Umwidmungsgewinnen gibt, dann erkenne ich, dass hier sehr verschiedene Berechnungsgrundlagen vorliegen. Weil die SPÖ will damit im Bund bei ebenfalls 25% deutlich mehr einnehmen...

Johannes99
00
29.1.2012, 18:09
Ludwig spricht von 18 Millionen Euro im Jahr,

und die darf er gleich einmal ansparen, damit er sie bezahlen kann - wer außer der Gemeinde Wien hat noch viel Grünland, das umgewidmet werden könnte? Da zahlt die eine Tasche in die andere ...
Ich kenne einige clevere Gemeinden, die widmen erst um, wenn sie selber die Grundstücke gekauft oder eingetauscht haben. Finde ich auch richtig so: Privaten Grund nur bei Eigenbedarf umwidmen, ansonsen nur öffentliche Grundstücke.

Clemo
00
29.1.2012, 19:58

Es geht nicht nur um Grünland. Es geht auch zB um Gewerbegründe, alte Kasernen und so weiter. Es gibt schon ein paar mehr Nutzungskategorien.

Übrigens, schon mal was vom Wiener Bodenbereitstellungsfonds gehört?

Ihre Idee von wegen nur öffentlichen Grund umwidmen ist ja nicht neu. Nur darf man nicht vergessen, dass immer mehr über Bauträger geht. Und die kaufen (ich kenne das aus dem Süden von Wien, da sind die Preise schon etwas niedriger als in Wien) halt 50.000 m*m um zB 150 m*m, entwickeln das dann aber. Also Grünflächen, ja sogar Straßen. Die verbauten Grundstücke gehen dann um ca 300 m*m weg. Klingt nach viel Gewinn, ist aber auch viel Risiko.

Die Balance zwischen Staat und Privat ist nicht einfach...

schlau
00
29.1.2012, 16:01
umwidmungssteuer

späte einsicht, nachdem viele wiener kleingärten als eklw gewidmet wurden und damit viele bisherige pächter deutlich unterhalb des marktwertes zu privaten grundeigentümern wurden...

leser 4712
00
29.1.2012, 15:54
schade dass sie nur ins börserl spülen

so manchen würde man gerne "runterspülen"

rseins
11
29.1.2012, 15:00
einer hat immer das bummerl

wer wird das wohl am Ende zahlen? Der Wohnungseigentümer oder der Mieter selbstverständlich. Wer sonst?

jimmydean
10
30.1.2012, 11:29
wie soll das funktionieren ?

es gibt ja wohl noch sowas wie einen wettbewerb... da können die mieten nicht einfach um 20% erhöht werden, nur weil die umwidmung so teuer war...

rseins
00
30.1.2012, 12:01
oder wie?

die Steuer verteuert die (anteiligen) Gundstückskosten und somit die Miete bei Genossenschaftswohnungen und (neuen) Mietwohnungen sowie den Preis für Eigentumswohnungen. Merke: der Konsument zahlt immer alles, Wettbewerb hin oder her.

cannery row
00
29.1.2012, 13:51
wo das geld einsickern wird, ist klar..

sicher nicht in den geförderten wohnbau.

DirtyHarry
01
29.1.2012, 13:24

warum muss eigentlich überhaupt noch etwas umgewidmet werden?

Walter Bimini
00
29.1.2012, 13:15
es gibt allerdings einen kleinen rechenfehler - umwidmungen werden in den kommenden jahren mangels hausbau immer seltener werden

es wird viele leerstehende wohnungen und häuser geben, weil sich viele menschen in der kommenden weltwirtschaftskrise ihre bestehenden wohnungen und häuser nicht mehr leisten werden können.

Lageos
12
29.1.2012, 13:13

Das wär mal etwas!

Am besten gleich in allen Ländern einführen, weil meist handelt es sich bei solchen Umwidmungen um Freundschaftsdienste bzw. mehr oder weniger Insiderhandel.

Weiters bin ich dafür dass die Länder für ihre Budgets selbst zuständig sind, (Einnahmen- wie Ausgabenseitig) um endlich dieses Schuldenmachen und Füllhornhafte gehabe abzustellen. (Landeslehrer solltes z.b. auch vom Land bezahl werden. Uvm.)

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