Als Ausgleich für verspätete Lieferung bestellter Züge
Berlin - Die Deutsche Bahn verhandelt mit Siemens laut
einem Zeitungsbericht über die Lieferung eines kostenlosen ICE-3-Zugs
im Wert von etwa 30 Millionen Euro. Grund sind die andauernden
Lieferschwierigkeiten bei Siemens, wie die "Bild am Sonntag" unter
Berufung auf Unternehmenskreise berichtet. Der Bahn-Konzern wartet
derzeit auf 16 ICE-Züge, die schon im vergangenen Herbst hätten
ausgeliefert werden sollen. Wegen technischer Probleme bei Siemens
sind die Züge aber wohl frühestens Ende 2012 fertig.
Der "Gratis-ICE" ist als Entschädigung gedacht - "alternativ
erwartet man bei der Bahn eine 'monetäre Entschädigung' in gleicher
Höhe", schreibt die "Bild am Sonntag". Ein Bahnsprecher bestätigte
auf dpa-Anfrage, dass es Verhandlungen über einen 17. Zug gegeben
habe. Konkrete Vereinbarungen seien bisher aber nicht getroffen
worden. Ähnlich äußerte sich eine Siemens-Sprecherin.
Die Lieferschwierigkeiten seien auf Probleme mit einem Zulieferer
bei der Zugsicherheitstechnik zurückzuführen, sagte die Sprecherin,
und sorgten derzeit für Zulassungsprobleme. Rechtzeitig zum
Winterfahrplanwechsel sollen aber zehn der bestellten Züge
ausgeliefert werden. Die restlichen würden erst danach fertig. "Es
ist uns sehr unangenehm, dass es diese Verzögerungen gibt, daher
verhandeln wir mit der Bahn über einen Ausgleich dafür", sagte die
Sprecherin, ließ jedoch die Frage nach dem Gratis-ICE offen. (APA)