Japaner gewinnt auch zweite Konkurrenz in seiner Heimat - Kofler verteidigt mit Platz drei Weltcupführung
Sapporo - Daiki Ito war bei den beiden Weltcup-Skispringen
am Wochenende in seiner Heimat der Mann der Stunde. Nach zehn
Podestplätzen im Weltcup seit 2004 hat der 26-jährige Japaner aus
seinem ersten Karriere-Sieg vom Samstag in Sapporo einen Tag Später ein Double
gemacht. Mit 127,5 und 137 Metern verwies Ito bei der zweiten Konkurrenz am Sonntag den Polen Kamil Stoch
um 2,1 Punkte auf Platz zwei, nur 0,3 Zähler dahinter landete
Weltcup-Leader Andreas Kofler auf Platz drei.
Kofler sorgte damit doch noch für einen ÖSV-Podestplatz auf der
WM-Schanze von 2007 und auch dafür, dass er weiter im Gelben Trikot
des Weltcup-Gesamtleaders bleibt. Der 27-jährige Tiroler war wieder
bester Österreicher, Thomas Morgenstern landete als Neunter in den
Top Ten und Wolfgang Loitzl wurde 13. "Es ist super, der dritte Platz
ist genial", war Kofler mit seiner Leistung zufrieden. "Es war ein
guter Wettkampf, aber auch schwierig. In Japan braucht man ein
bisschen Glück, man muss die guten Bedingungen aber auch ausnützen.
Der Trip nach Japan hat sich ausgezahlt", resümierte der
Vierschanzen-Tourneesieger 2009/10.
Da Koflers erster Verfolger, Anders Bardal, am Sonntag nur 14.
wurde und Gregor Schlierenzauer den Trip nach Japan gestrichen hat,
baute der zweifache Mannschafts-Olympiasieger seinen Vorsprung auf
den Norweger auf 87 Punkte aus. Aber auch Schlierenzauer hat mit 128
Zählern Rückstand als Dritter noch gute Chancen, in den ausständigen
zehn Einzel-Bewerben ganz vorne zu landen.
Weltcup-Titelverteidiger Morgenstern weist nach Sapporo als
Gesamt-Vierter 220 Punkte Rückstand auf Kofler auf, dicht gefolgt von
Polens neuem Star Kamil Stoch, der mit einem dritten und einem
zweiten Platz in Nippon Boden gutmachte. Ito ist übrigens nach seinen
zwei Siegen auf Platz sieben vorgerückt. Der Kärntner war nach seinen
beiden Auftritten mit den Rängen 16 und 9 verständlicherweise nicht
so zufrieden. "Es war etwas schwieriger, als ich gedacht habe. Vor
allem im zweiten Durchgang ist nicht das rausgekommen, was ich mir
erhofft habe. Meine Problemchen kenne ich. Es sind Kleinigkeiten, die
bei meiner Technik aber viel ausmachen", sagte er zum Sonntag-Bewerb.
Am Samstag hatte er, ebenso wie auch Kofler, im ersten Durchgang Pech
mit den Windverhältnissen gehabt.
Darüber beklagte sich Kofler auch bezüglich des zweiten Bewerbs.
"Ja, ich hatte ein bisschen Pech im ersten Durchgang", erinnerte
Kofler an seinen fünften Rang nach einem 122,5-m-Sprung. Mit einer
Steigerung auf 135 m, dem zweitweitesten Sprung im Finale, hüpfte er
doch noch auf das Podest. "Ich freue mich auf die nächsten Bewerbe,
weil meine Form wird besser. Daiki war hier dieses Wochenende
wirklich unschlagbar", sagte Kofler in Richtung Ito. Allerdings hatte
der Lokalmatador doch auch eine große Portion Glück nötig: Am Samstag
hatte er nur 0,1 Punkte vor Bardal gewonnen, am Sonntag waren es nur
2,1 Zähler Vorsprung. "Natürlich bin ich sehr glücklich. Vor diesem
Wochenende hätte ich nie gedacht, dass ich hier in Sapporo zweimal
gewinnen kann", freute sich Ito, der nach dem ersten Durchgang nur an
dritter Stelle hinter Stoch und Richard Freitag (GER) gelegen war.
Am kommenden Wochenende kehrt der Springer-Tross nach Europa
zurück. Bei der WM-Generalprobe im Fleimstal ist auch ein ausgeruhter
Gregor Schlierenzauer wieder beim Kampf um Weltcup-Punkte dabei. Val
di Fiemme ist vom 20. Februar bis 3. März 2013 zum dritten Mal nach
1991 und 2003 Schauplatz der Nordischen Weltmeisterschaften. (APA)