Ehrenbeleidigungsklage im Tiroler Agrarstreit

29. Jänner 2012, 09:11

Anwalt fühlt sich von Politik zu Unrecht angegriffen

Innsbruck - Im Tiroler Dauerstreit rund um die Agrargemeinschaften fühlt sich der Rechtsvertreter der "Plattform Agrar-West", Bernd Oberhofer, von der Politik zu Unrecht kritisiert und setzt nun rechtliche Schritte. Agrarreferent LHStv. Anton Steixner und LH Günther Platter (beide V) hatten Oberhofer zuletzt vorgeworfen, den Rechtsstaat "mit Füßen zu treten" und "Totengräber des Bauernstandes" zu sein. Oberhofer bekämpft höchstgerichtliche Urteile, die unter anderem die Beteiligung der Gemeinden an Gewinnen der Agrargemeinschaften ermöglichen.

Oberhofer hat laut Sonntagausgabe der Tiroler Tageszeitung (TT) beim Landesgericht Innsbruck als Handelsgericht Klage gegen Landeshauptmann Platter eingereicht. Der Anwalt klagte auf Unterlassung, Widerruf, Veröffentlichung des Widerrufs sowie Feststellung der Schadenersatzhaftung. In Summe bewertete Oberhofer die Kosten für das Verfahren und die von ihm gewünschte Schadenersatzhaftung mit rund 50.000 Euro.

Gemeinden warten auf Erlöse

Fast vier Jahre nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) schwelt der Streit zwischen Gemeinden und Agrargemeinschaftsvertretern unvermindert weiter. Gemeinden warten nach wie vor auf Erlöse aus dem Substanzwert, also auf jene Gewinne, die beispielsweise aus der Jagdpacht, Schottergruben, Autobahnraststätten oder dem Verkauf von Bauland stammen. Dabei stellte der VfGH in seinem Erkenntnis im Juni 2008 eindeutig fest, dass die Gemeinden und nicht die Agrargemeinschaften über das Gemeindegut verfügungsberechtigt sind. Im Wesentlichen bestätigte der VfGH damit seine Feststellung von 1982.

Durch Regulierungsverfahren in den 1950er und 1960er Jahren wurde das Gemeindegut den Agrargemeinschaften übertragen. Diese Eigentumsübertragung kritisierte der VfGH bereits 1982 als rechtswidrig. Diese Ansicht fiel in Tirol aber zunächst nicht auf fruchtbaren Boden. Erst als die Gemeinde Mieders vor die Höchstrichter zog und der VfGH sein Erkenntnis von 1982 im Sommer 2008 bekräftigte, kam der Stein ins Rollen.

Was folgte, waren zum Teil heftig geführte politische Debatten und eine Novellierung des Tiroler Flurverfassungsgesetzes. Demnach müssen die aus Gemeindegut entstanden Agrargemeinschaften zwei Rechnungskreise führen. Einen für die Wald- und Weidenutzung und einen gesonderten für die Erlöse aus dem Substanzwert. Auf letzteren sollten die Gemeinden zugreifen können. Die entsprechenden Bescheide der Tiroler Agrarbehörden werden aber in vielen Fällen vor dem VwGH bekämpft. (APA)

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15 Postings
Gnoasa
00
24.2.2012, 11:27
SCHWARZBUCH LANDWIRTSCHAFT

LIEBE LEUTE
LEST DAS BUCH SCHWARZBUCH LANDWIRTSCHAFT,ABER NUR MIT STARKEN NERVEN;SONST HAUTS EUCH UM WAS FÜR SCHWEINEREIENUM ca15 MILLIARDEN EURO- FÜR 30 000 BAUERN IN TIROL AUF KOSTEN ALLER
AUF SEITE 76 STEHT ;DA HAT EINE FAMILIE IN DER GEMEINDE MIEMING GRUND UM 2EURO GEKAUFT UND JAHRE SPÄTER UM SAGE 353EURO WEITERVERKAUFT

erich1963
03
29.1.2012, 21:59
Der Steixner lebt nach dem Motto:

Wer unter mir Landeshauptmann ist, ist mir Wurscht.

Tom el chileno
01
29.1.2012, 19:15

Volle Zustimmung zu den Postern, das ist echt eine Sauerei. Nur möchte ich anmerken, dass die Agrarier und die Bauern nicht ident sind - die Mehrheit dieser Streithanseln sind heute gar keine Bauern mehr, cashen nur mehr ab!

ordinaryvan
03
29.1.2012, 16:43
...Rechtsstaat "mit Füßen zu treten" und "Totengräber des Bauernstandes" zu sein.

da dürfte der wahrheitsbeweis nicht sonderlich schwer fallen.

waniwiadawödua
017
29.1.2012, 16:12
www.dietiwag.org

eine der besten seiten in österreich. der antichrist lebt im heiligen land tirol.

wetterleuchten
010
29.1.2012, 15:55
was da abgeht in dieser sache ist wirklich eine frechheit!

der landeshauptmann platter in tirol ist zu schwach um urteile vom höchstgericht umzusetzen.
der steixner - selber bauer - hält in tirol die övp unter kontrolle und begeht meiner meinung nach seit jahren rechtsbrüche - und keiner tut etwas dagegen!

slowhand
02
29.1.2012, 18:04
wen wundert's? ....... övp

Lucius Vorenus
02
29.1.2012, 15:41

Liebe Standard-Redaktion, wieso berichtet ihr nicht auch über die neuerliche Wohnungsaffäre eines hohen Tiroler Landesbeamten? Siehe www.dietiwag.org

Regis 1
08
29.1.2012, 13:08
Diese Ansicht fiel in Tirol aber zunächst nicht auf fruchtbaren Boden 2

Nur so als einstieg zitiere ich mal aus S. 73:

"1988 erwarb Eduard Wallnöfer [Luise van Staas jüngerer Bruder - sic!] 1302 qum ... 2004 kamen 1000 qum ... dazu... geschätzter baulandwert : 1.152.000,-- Euro - kosten dafür lt. öffentlichen grundbuch: kanpp 90.000,-- "

Honi soit qui mal y pense ...

Regis 1
011
29.1.2012, 13:04
Diese Ansicht fiel in Tirol aber zunächst nicht auf fruchtbaren Boden 1

zum besseren verständnis : Keller, Alexandra : Schwarzbuch Agrargemeinschaften. Innsbruck, Studien-Verl., 2009. - ISBN: 978-3-7065-4696-6. Es geht um Grund und Boden und den damit verbunden rechten um geschätzte (2009) sage und schreibe 15.000.000.000 - 35.000.000.000 Euro - ja, richtig gelesen, wir bewegen uns im mlliardenbereich, den sich in gottes eigenem land gottes eigene parteileute - hauptsächlich VP-ler (wer sonst hätte eine solche chupze in diesem land) - unter den nagel gerissen haben.

der elch mit dem kelch
011
29.1.2012, 12:38
Da gehts um kolportierte 30 Mrd. EUR

welche sich die Agrargemeinschaften durch illegale Aneignung, Verschenkungen und Wertsteigerung bei Umwidmung auf Bauland lukriert wurden.

Viele Landwirte wurden zu Millionären. Die Gemeinden müssen sich um teures Geld die Grundstücke zurückkaufen.

Ein paar Tierschützer werden wegen Lappalien drangsaliert. Im gelobten Land wurde im grossen Stil (nun ja wie beschreibt man Diebstahl ephemistisch?) die Öffentlichkeit enteignet, mit Duldung von Wallnöfer und Nachfolger

knutrecht
010
29.1.2012, 11:57
Die tiroler ÖVP ist was für den Mafiaparagraphen!

obstbau1
00
30.1.2012, 09:01
Jawoll!

Genau das wurde schon vor einiger Zeit auf tirolblog.org gefordert.

WOTLmade
03
29.1.2012, 14:22

Was glauben sie, warum es keine nennenswerte Österreichische Mafia gibt ?

Dieser Bereich ist bei uns bereits von Politikern und Managern besetzt!

Miklaus Röchlinger
012
29.1.2012, 10:48

Und da fragen sich die Vertreter des Bauernstandes, warum sie so unbeliebt sind? Wen wundert ein solcher Rechtsbruch noch in einem Land, wo ein rechtskräftig verurteilter Dieb Finanzlandesrat werden kann...

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