Ansichtssache: Massenopferung

Grausamer Wettbewerb in Taiwan: Schweine auf über 1.000 Kilo gemästet

Ansichtssache | 28. Jänner 2012, 18:45

Ein grausamer Wettbewerb um das dickste Schwein ist mit der Massenopferung der qualvoll gemästeten Tiere in Taiwan zu Ende gegangen. Das schwerste von neun Schweinen wog nach Angaben der Veranstalter gut eine Tonne, bevor es als Opfer für eine Gottheit geschlachtet wurde. Rund 100.000 Besucher nahmen am Samstag an dem alljährlichen Ritual in einem Tempel in der Stadt Xinbei teil.

Dabei werden die Häute der Schweine erst bemalt, später ausgebreitet und schließlich mit Früchten und Schmuck dekoriert. Für den Wettbewerb werden die Tiere so lange zwangsernährt, bis sie nicht mehr auf eigenen Beinen stehen können. Je größer das Schwein, desto mehr Glück für den Eigentümer - so der Glaube.

Jahrhundertealte Tradition

Die Tradition soll vor 200 Jahren entstanden sein, als Dorfbewohner ihre Schweine opferten und das Fleisch mit den Nachbarn teilten. Heute erkaufen sich Großbauern Anerkennung und Segen mit der Aufzucht der Monsterschweine. Tierschützer in Taiwan verbreiteten im August ein Video, auf dem zu sehen war, wie eines der Schweine per Schlauch zwangsernährt wurde.

"Wir sind absolut dagegen", sagte der Direktor der Organisation Environment and Animals Societey of Taiwan, Chen Yu-min. Es sei der letzte Tempel Taiwans, in dem der Wettbewerb noch stattfindet. "Die Öffentlichkeit verlangt diese Veranstaltung", sagte dagegen ein Sprecher des Tempels, Li Kai-jui. "Die hohe Zahl der Besucher zeigt, dass man Menschen nicht von ihrer Tradition trennen kann." (APA)

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foto: reuters/loh

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Belibaste
00
Menschen...

Man muss sich schämen ein Mensch zu sein.

Sternchen100
07

Schweine sind weit intelligenter als Hunde und es ist einfach grauenhaft, welche ethischen Monster Menschen sind. Widerwärtig, immer wieder, wohin man schaut!

Marie Sandoz
00
Ja, man hat den Eindruck, das Menschen

oft einfach Abschaum sind!

GhostInside
00

wenn man den Menschen durch die Religion Rechtfertigung für ihr krankes Handeln gibt, braucht man sich nicht zu wundern wenn bei denen das Hirn komplett aussetzt.

niederösterreicherin
00
23.4.2012, 07:19
Religion braucht für seine Benutzer......

..eines schon gar nicht:Hirn und Anstand gegen andere Lebewesen.

Dennis 2000
05

Für mich ist das Leben eines Lamms nicht weniger wertvoll als das Leben eines Menschen. Und ich würde niemals um des menschlichen Körpers willen einem Lamm das Leben nehmen wollen. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto grösser ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.
(mahatma gandhi, erschossen am 30.januar 1948)

lassen Sie mich durch
20

Bio Schwein Taiwanesen art.

bully bullson
00
31.1.2012, 16:13
...arme Sau!

David Chen
012
30.1.2012, 16:32
Nicht überall in Taiwan

Da ich aus Taiwan komme, hat mich dieser Artikel sehr geschockt. Ich möchte betonen, dass diese Zeremonie ein Einzelfall ist und nur in diesem Tempel praktiziert wird.
Das taiwanesische Landwirtschaftsministerium hat dazu am 20.1. eine Pressekonferenz abgehalten und gegen die Veranstaltung protestiert. Man hielt dabei fest, dass man zwar alte Traditionen respektiere, aber dagegen sei, die Tiere so zu mästen. Neben Traditionen sei auch der Tierschutz zu achten und für die Zeremonie könnten auch normale Schweine herangezogen werden. Ein weiterer Vorschlag war, Opfergaben aus Reis oder Nudeln in Schweineform zu prämieren.
Alte Traditionen zu beenden scheint oft schwierig zu sein (siehe Stierkampf). Trotzdem sollte das schnell beendet werden.

sleepy
00
13.2.2012, 17:33
Bravo David, ... vieles verändert sich in Taiwan.

Ich habe dort (in Taipeh) fast 6 Jahre gelebt. Ich habe sehr vieles gesehen, was mir nicht gefallen hat (Hundehaltung zwischen zwei Häusern als Alarmglocke - wo Füsse durch die Käfigspeichen hindurch von den Raten des Nachts abgefressen werden) ... aber ich habe Taiwan auch 10 und dann nochmals 20 Jahre danach erlebt. Die Menschen legen altes ab ... es dauert einige Zeit, bis man gewohntes beginnt zu überdenken, denn man wuchs ja damit auf. Wichtig ist, dass man bereit ist die Sinnhaftigkeit oder die ethischen bzw. moralischen Grundsätze zu hinterfragen und zu ändern.

Habe aber auch viele Sachen in Taiwan gesehen, die mir gefielen und mir wünschte, dass man an diese Sachen hier in Europa ebenso ranginge.

Mathias Steinlaus
 
00
Ich möchte betonen, dass diese Zeremonie ein Einzelfall ist und nur in diesem Tempel praktiziert wird.

Gibt es überhaupt eine reelle Chance, um religiöse Praktiken oder Zeremonien zu beenden?

Der Stierkampf hat auch nichts mit Religion zu tun, aber in vielen anderen Fällen wurde Tierquälerei mit religiösen Motiven verteidigt.

GhostInside
10
Religion

ich fürchte dass man gegen die Religion nicht ankommt. In Gegenden wo es wenig Talkshows oder andere Möglichkeiten zur Verblödung der Bevölkerung gibt, hat die Religion einen hohen Stellenwert.

relatio subsistens
31
30.1.2012, 10:52

Ein glückliches Bio-Schwein.

stormy andy
 
14
30.1.2012, 07:39
bei uns geht es ganz ähnlich zu,

massentierhaltung ist nie schön und findet meist hinter versperrten türen statt. dazu auf eine weit entfernte kultur mit dem moralisch erhobenen finger zu zeigen ist ein typisches ablenkungsmanöver für unsere rücksichtslose übermaßkultur.
ich kenne jedenfalls das schwein, das ich nächstes jahr essen werde. es lebt auf einer alm in einem freilaufgehege!

Chris Quast
00

bei hart aber fair (deutsch "talk show") war ein grüner abgeordneter, der auch ein größere landwirtschaft hat.

dürfte ziemlich viel grund haben, jedenfalls haben die auch schweine, die werden quasi in freilandhaltung gemästet.
bei der schlachtung (hausschlachtung mach er nicht) sagte er begleitet er oder ein familienangehöriger bzw. hofmitarbeiter das tier quasi bis zum schußapperat.

in diesem zusammenhang eine sehr interessante biographie.
http://de.wikipedia.org/wiki/Temple_Grandin

gab dazu auch einen guten biographischen film auf arte vor ein paar wochen.

Hautflügler
05
30.1.2012, 07:53

Das freut das Schwein sicher, wenn es umgebracht wird. Sein letztes quieken wird sagen "es war so schön dich gekannt zu haben".

Mal ehrlich - ok besser Freiland als Massentierhaltung aber besonders viel muss man sich da auch nicht darauf einbilden.
Und die Mästung hierzulande ist übrigens auch noch besser als die Folkloremästung + Zwangsfütterung von der im Artikel die Rede ist.

Abzulehnen ist meiner Ansicht nach alles davon.

Harald Schoenknecht
12
30.1.2012, 12:01

... sterben tun wir alle... also kann es nicht der Tod sein, der "kratzt". Schon eher die Umstaende des Todes. Und hier geht mir persoenlich vor allem eines an die Nieren: Dass Fleisch weg geworfen wird. Ich habe kein Problem damit, dass Tiere fuer Fleisch gehalten werden, sehr wohl aber mit der in-humanen Art und dem Umgang mit dem "Produkt". Da besteht grosser Bedarf an Verbesserung, aber die Maerkte liefern halt auch "nur", was gefordert wird. Also entweder ein Umdenken der breiten Masse oder Gesetze... was Anderes macht - aus meiner Sicht - keinen Sinn... und wenn noch so oft Tiere "befreit" werden, es aendert doch nix an der Problematik..?
(Aber als Rebell ist man cool, das schon *eg*)

PeAcE

stormy andy
 
17
30.1.2012, 08:55
das problem ist, meiner meinung nach:

viel zu hoher fleischkonsum zu pervers niedrigen preisen!
bei uns kostet schweinefleisch weniger als viele gemüsesorten!
würden die tiere artgerecht gehalten, wäre der preis etwa 3 x so hoch wie derzeit, und der konsum würde hoffentlich zurückgehen!

schnuddeldiwuddeldi
00
bin auch dafür

für 3mal so hohen Fleischpreis, dann können sich nur mehr ein paar "Reiche" (und solche, die durch Betrug und Sauerei) reich geworden sind, das Schnitzel und den Rinder und Schweinbraten leisten. Super !

Chris Quast
03
wir können uns dann immer noch ein hochwertiges, nahrhaftes in maßen gesundes lebensmittel kaufen.

beim wein tut ja auch niemand so deppert. ahhh so urgemein der wein ist soooo teuer (der bessere halt), kann ich nicht mal 2 flaschen pro tag saufen, weil ich mir das nicht leisten kann.

aber beim fleischi soll es gehen.
denke das viele bei uns vom "ungesundheitspotential" das analogon zu einem liter wein pro tag als fleisch verkonsumieren. (behaupte das ist auch nicht gesund).

weiters würde ich sagen, dass es den ösi nicht geschadet hat das der wein in ö qualitativer, teurer geworden ist. doppler (und wein, alk) werden heute sicher weniger gesoffen als vor 30 jahren.

und war das so zum nachteil ?! wäre eine ähniche entwicklung beim fleisch so schlecht ?

Schwedenbåmbe
00

Sehr interessanter Vergleich, Wein und Fleisch: beides im Grunde genommen unnötig und doch so guuuuuut...

most4tla
22
30.1.2012, 10:49

ich habe ein anderes Verhältnis zu der Omnivoren"problematik" - Weltbevölkerung auf ein Drittel oder viertel reduzieren und jegliche Resourcenproblematik hat sich erledigt

schnuddeldiwuddeldi
00
das Problem

wird in ein paar Jahren sowieso gelöst werden ! Wir sind auf dem besten Wege dorthin !

relatio subsistens
00
30.1.2012, 11:45

Man könnte das angesprochene Drittel ja zu Tode mästen.

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