Fluglotsen-Tarifstreit

Deutsche Fluglinien wollen Gewerkschaft verklagen

28. Jänner 2012 17:19
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    Foto: dpa/von erichsen

    Auch die Lufthansa will mitklagen.

Lufthansa, Air Berlin und Ryanair wollen 3,2 Millionen Euro Schadenersatz

Frankfurt/Main - Wegen des Arbeitskampfs der Fluglotsen in Deutschland wollen drei Fluglinien die federführende Gewerkschaft einem Zeitungsbericht zufolge auf Schadenersatz verklagen. Lufthansa, Air Berlin und Ryanair wollen von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) 3,2 Millionen Euro einklagen, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" am Samstag im Voraus berichtete.

Grund für die Klage seien die Schäden, die der Arbeitskampf der Fluglotsen im Herbst 2011 verursacht habe. Die drei Airlines, die sich auf dem Markt einen scharfen Wettbewerb um Kunden liefern, hätten ihre Klage von einem gemeinsamen Rechtsanwalt vorbereiten lassen.

Massenhaft Stornos

Zwar wurde während des Tarifstreits zwischen Lotsen und Flugsicherung letztlich gar nicht gestreikt, weil der Tarifkonflikt mit einer Schlichtung beigelegt wurde. Aber allein wegen der Streikdrohung der Fluglotsen hätten die Fluggäste massenhaft ihre Buchungen storniert, heißt es in der Klageschrift, aus der die Zeitung zitierte. Die Arbeitskampftaktik, die sich offiziell gegen den Arbeitgeber Flugsicherung als Tarifpartner gerichtet hatte, sei "wirtschaftlich gezielt" gegen die Airlines eingesetzt worden und habe wie eine "parzielle Betriebsblockade" gewirkt.

Lufthansa bestätigt die Klage der Zeitung gegenüber. "Wir waren in diesem Tarifstreit unbeteiligte Dritte, haben aber einen massiven Schaden erlitten", sagte eine Sprecherin. Die Lotsengewerkschaft zeigte sich empört. Dass die Gewerkschaft zahlen müsse für einen Streik, der nie stattgefunden habe, sei absurd, sagte ein Sprecher. (APA)

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anra10
29.01.2012 14:42

die Gewerkschaften wurden leider mehr und mehr nur noch zu Verteidigern ungerechtfertigem Privilegienrittertums im öffentlichen Bereich oder im näheren Umfeld.

Die wahren Probleme der Zeit (Globalisierung, Staatsverschuldung, demografische Entwicklung) sind nicht Thema bzw. werden nicht in der Argumentation akzeptiert.

Man kann nur hoffen, dass mehr und mehr den Gewerkschaften dieser Machart den Rücken kehren.

In einer Demokratie muss allerdings ein Streik möglich sein, auch wenn man es sich oft anders wünschen würde. Streiks durch Klagen zu vertreiben löst auch keine Probleme.

Sevenmoons
29.01.2012 13:35
das recht der kollektiven arbeitskämpfe zu

verbieten entspricht einem menschenrechtsverstoß

nicht alles kann ( nur) in finanziellenm interessen gemessen werden, das leben ist mehr, das müssen endlich auch wirtschaftstreibende einsehen

gerade wegen des möglichen übermächtigen drucks von wirtschaftstreibenden auf individuen, sind gleiche verhandlungschancen n ur gegeben, wenn
kollektive vereinigungen verhandlungsberechtigt sind

net-diver
 
30.01.2012 12:56
Und...

... wer zahlt nun den Fluglinien die Einbußen?

Die Fluglotsen sind ja nicht deren Angestellte.

know your enemy
29.01.2012 10:16
gott sei dank passiert das in deutschland und nicht in österreich

dort ist der rechtsstaat wenigstens noch so stark ausgeprägt, dass diese klage abgeschmettert werden wird...

breiter
29.01.2012 09:22
Europas Lotsen

sind einer der Gründe warum ich nur noch selten fliege. Permanent Verzögerungen, Dienst nach Vorschrift und dass alles bei 6stelligen Jahresgehältern. Ronald Regan hatte in den 80ern das einzig richtige mit den Geiselnehmern gemacht: Notstand ausrufen, streikende Fluglotsen entlassen & Berufsverbot erteilen und mit Militärlotsen Notdienst einrichten.

Mahnende Stimme
 
31.01.2012 17:26
Das einzig Richtige?

Das dann mehreren hundert Passagieren, bei den nachfolgenden Zusammenstößen, das Leben gekostet hat.

Leser1010
 
29.01.2012 00:36
Dann...

verlangts Preise fürs Fliegen, die die Kosten inklusive der Lohnkosten der Fluglotsen decken. Billig, billig, billig und dann bei den Gewerkschaften klagen - Gehts noch?

m1zZo
28.01.2012 23:03
...Zwar wurde während des Tarifstreits zwischen Lotsen und Flugsicherung letztlich gar nicht gestreikt, weil der Tarifkonflikt mit einer Schlichtung beigelegt wurde.

hää
die lotsen sind doch für die flugsicherheit zuständig.

gütenand der fertige
29.01.2012 10:06
"Die Flugsicherung"

ist in D. eine Behörde, bei der, unter anderem, "die Fluglotsen" angestellt sind.

Im übrigen ging es bei der Tarifauseinandersetzung nicht nur um die Fluglotsen sondern um ALLE Angestellten bei der Deutschen Flugsicherung.

Dimple
28.01.2012 20:36
Schwierige Frage

aber IMHO ist es nicht korrekt, jemanden, der nicht der Gegner im Arbeitskampf ist, einen Schaden zuzufügen.

Ein Beispiel: EisenbahnerInnen führen einen Arbeitskampf - wenn sie, vorher laut verkündet - keine Fahrkarten verkaufen UND keine Fahrkarten kontrollieren, was zu einer Zeit des Freifahrens führt, haben sie einen wirksamen Weg gefunden, dem Gegner im Arbeitskampf zu schaden (was ja der Sinn ist), ohne die Fahrgäste als Geisel zu nehmen.

lg
Dimple

gütenand der fertige
29.01.2012 10:14
Schwachsinn...

In der Tarifauseinandersetzung ist das ultimative, legitime Kampfmittel der Gewerkschaft die Arbeitsniederlegung der Arbeiter oder Angestellten.

Wenn also Fluglotsen streiken wollen, legen sie ihre Arbeit nieder.

Das ist, zumindest in D., geltendes, auch durch die Spruchpraxis des Verfassungsgerichtes verbürgtes Recht. Was Sie "imho" dazu meinen, ist ziemlich irrelevant.

net-diver
 
30.01.2012 12:54
Und...

... was genau können jetzt die Fluglinien dafür?

Warum müssen die Einbußen hinnehmen?

Mahnende Stimme
 
31.01.2012 17:27

Mit der Argumentation gibt's kein Streikrecht mehr.
Achja, Menschenrechte, wer braucht dass heutzutage denn schon....

net-diver
 
31.01.2012 18:23
Naja...

... hoffentlich verlieren Sie als Firma nie einen Auftrag weil Sie zum Termin aufgrund irgend eines Streiks zu spät oder gar nicht kommen konnten.

Denn nach Ihrer Diktion ist man ja dann selbst schuld, weil irgendwer streiken wollte und ein Einklagen des Schadens ja dann gegen die Menschenrechte verstößt.

Mahnende Stimme
 
06.02.2012 19:04

Also wenn sie wegen eines Streiks einen Termin versäumen und damit gleich der gesamte Auftrag weg ist, dann wollte ihnen der Auftraggeber ohnehin nie den Auftrag geben.
Achja, sie können ja auch gerne (nachweisbare) Beispiele für ihre Aussage posten....

net-diver
 
06.02.2012 19:21
Sie...

... haben augenscheinlich keine internationalen Ausschreibungen mit Terminisierung und anschließender Eröffnung mitgemacht.

Kommen Sie zu spät sind sie ausgeschieden. Punkt aus Ende.

Mahnende Stimme
 
08.02.2012 17:25

Doch. Aber mit höherer Gewalt, läßt sich rechtlich einiges machen. Und wenn es ein Millionenauftrag ist, fliege ich nicht 2 Stunden vorher hin.

Olympus
28.01.2012 20:35
Jetzt mal ehrlich

wenn die Fluglinien keinen Schaden davon nehmen würden, dann wären die Gewerkschaften zahnlos wie noch nie. Das ist doch das Mittel zum Zweck! Sicher tut es den Fluglinien weh und ist wirtschaftlich nicht gut, aber wie soll denn eine Gewerktschaft sonst ihre Forderungen durchbringen? Wenn das Maß und Ziel passt, dann ist das absolut legitim.

Außerdem: Wo wären wir denn heute, wenn wir keine Gewerkschaften hätten? Schon mal darüber nachgedacht?

Mario Gonzales
28.01.2012 18:59
Applaus

Wird höchste Zeit, daß die Gewerkschaft lernt, was sie anrichtet.

Fritz Meyer
29.01.2012 10:08
Ah, ein Anhänger der "wahren Lehre".

Noch einer von denen, für die "sozial" von "Sozialismus" kommt und die das Gemeinwohl für einen kommunistischen Irrglauben halten.

Mario Gonzales
29.01.2012 10:18
Also das Letzte

was ich glaube ist, daß "Sozial" von "Sozialismus" kommt. Ebenso wenig wie ich der SPÖ unterstelle, daß sie was mit "Sozial" zu tun hat.

Olympus
28.01.2012 20:37
Wenn es möglich wäre...

dich in ein Zeitalter OHNE GEWERKSCHAFTEN zu schicken, dann würde ich das sehr gerne tun. Mal sehen, ob du dann immer noch den gleichen primitiven Satz schreiben würdest.

Mario Gonzales
28.01.2012 20:49
Lieber

In den Kommunismus, mit 1 Mio Angestellter im Volkseigenen Betrieb?

Denke da geht's den Angestellten beim Stronach besser, die haben auch keinen Betriebsrat.

know your enemy
29.01.2012 10:15
nein, es reicht schon wenn die vorstände wirtschaftlich wirtschaften

anstatt zu denken es geht immer billiger, beim personal wird mans schon einsparen können ;-)

Mahnende Stimme
 
28.01.2012 19:12

Sie lesen ein Posting der Industriellenvereinigung....

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