Deserteure greifen mitten in Damaskus an

29. Jänner 2012, 18:21

Geheimdienstzentrale der Luftwaffe angegriffen - Schwerste Kämpfe in der Hauptstadt seit Beginn des Aufstands

In den Vororten von Damaskus wird schon seit Monaten geschossen, am vergangenen Wochenende allerdings hat die Intensität der Kämpfe drastisch zugenommen: Einen Tag nach dem Stopp des arabischen Beobachtereinsatzes schickte der syrische Präsident Bashar al-Assad am Sonntag hunderte Soldaten in die von Rebellen kontrollierten Außenbezirke der Hauptstadt. Bei dem Einmarsch mit dutzenden Panzern seien mindestens fünf Zivilisten getötet worden, sagten Regierungsgegner.

Deserteure haben nach Angaben der Opposition mitten in Damaskus eine Zentrale des Geheimdienstes der syrischen Luftwaffe angegriffen. Die Muslimbrüder, deren Führung sich derzeit zum Teil in der Türkei aufhält, meldeten, Ziel der Attacke sei ein Gebäude am Tahrir-Platz gewesen. Nach Angaben der Opposition gehört der Geheimdienst der Luftwaffe zu den Einheiten, die für die Gewalt gegen die Protestbewegung verantwortlich sind.

Nach Angaben von Oppositionellen haben Deserteure in einigen Gebieten der Unruheprovinz Homs die Kontrolle übernommen. Wie die Organisation syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, hatte es zuvor heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und fahnenflüchtigen Soldaten in der Stadt al-Rastan gegeben. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete derweil, dass sechs regimetreue Soldaten nahe der Hauptstadt Damaskus bei einem Bombenanschlag auf eine von Militärs benutzte Herberge ums Leben gekommen seien. Wegen der andauernden Gewaltexzesse hatte am Vortag die Arabische Liga ihre Beobachtermission in Syrien abgebrochen.

Bereits am Samstag seien bei Assads Offensive in den Vororten zwölf Menschen getötet worden, berichteten Oppositionelle. Die Armee versuche, die von Rebellen gehaltenen Viertel zurückzuerobern. Die am Sonntag bei Tagesanbruch in einen weiteren Vorort rund 2000 eingerückten Soldaten seien Verstärkung für die Truppen, die schon andere Außenbezirke belagern. Dort verschlechterte sich die Lage den Regierungsgegnern zufolge dramatisch.  "In Feldlazarette umgewandelte Moscheen fordern Blutkonserven an", berichtete ein Assad-Kritiker per Satellitentelefon aus einem der Vororte. Die Strom- und Benzinversorgung sei unterbrochen.

Wie am frühen Montagmorgen bekannt wurde, haben Regierungstruppen die Gegner aus den Vororten zurückgedrängt (siehe aktuelle Meldung).

Weitere Todesopfer wurden aus dem von Rebellen gehaltenen Ort Rankus rund 30 Kilometer nördlich von Damaskus gemeldet. Von Mittwoch bis Samstag starben Oppositionellen zufolge dort mindestens 33 Menschen. Durch den Panzerbeschuss der Regierungstruppen seien mindestens zehn Gebäude eingestürzt.

Als Reaktion auf die unaufhörliche Gewalt hatte die Arabische Liga am Samstag den Einsatz ihrer Beobachter unterbrochen. Die Lage in dem Land habe sich dramatisch verschlechtert, begründete der Staatenbund die Entscheidung. Die Außenminister der Liga verabredeten sich für den 5. Februar zu einer Syrien-Debatte. Es wird erwartet, dass sie über einen dauerhaften Abzug der Beobachter sprechen. Diese waren in Syrien selbst angegriffen worden und auch im Ausland unter massive Kritik geraten, weil es während ihres Einsatzes zu noch mehr Gewalt kam. Nach Schätzungen der Uno vom Dezember sind mehr als 5000 Menschen ums Leben gekommen. Die syrische Führung spricht von 2000 Toten, bei denen es sich vor allem um Sicherheitskräfte handle.

Die Regierung in Damaskus wertete den Rückzug der Beobachter als Versuch, den Druck auf den UN-Sicherheitsrat zu erhöhen und darüber eine Intervention des Auslands zu ermöglichen. Gegen eine entsprechende Resolution sperren sich bisher die UN-Vetomächte Russland und China.

Die syrische Opposition begrüßte die Aussetzung der Beobachtermission der Arabischen Liga. "Die Arabische Liga ist endlich zur Einsicht gelangt, dass ihre Mission keinen Einfluss auf die Gewalt in Syrien hat. Sie hat es versucht und die Sinnlosigkeit erkannt" , sagte Samir Mashar, ein Mitglied des Exekutivrats des Syrischen Nationalrats (SNC) in Istanbul am Sonntag dem Standard. "Die einzige Lösung ist, die Syrien-Frage in den Sicherheitsrat zu bringen und Druck auszuüben, damit die Gewalt endet."

Der Vorsitzende des SNC, Burhan Ghalioun, plante eine Reise nach New York, um heute, Montag, für eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu werben. Mashar hält die Aussichten für eine bindende Resolution angesichts des Widerstands Russlands zwar für gering. Die Gewalt in Syrien weite sich aber auf fürchterliche Weise aus. "Auch Russland wird deshalb früher oder später seine Haltung ändern", hofft der SNC-Mann. (red/Markus Bernath aus Istanbul/DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2012)

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. Marduk
00
Oh, Deserteure

nennt man jetzt die Terroristen!

trestigres
 
74
30.1.2012, 07:52
Witali Tschurkin, der russische UN-Botschafter meinte am Freitag in New York, es seien "rote Linien", beim Resolutionsentwurf, überschritten worden....

dazu gehörten alle Andeutungen von Sanktionen und eines Waffenembargos....

Zum "politischen Dialog" gehören nach Russland und al-Assad zweifellos auch Waffenlieferungen an den Diktator und bitte keine Sanktionsdrohungen, schliesslich ist das Regime schon genug gestresst und braucht dringend noch etwas Zeit, um seinen Krieg zur Sicherung der Alleinherrschaft erfolgreich zu beenden...

Markus Miller 2
74
30.1.2012, 07:39
In Syrien ist ein Schreckensregime an der Macht!

Mit fürchterlichem Geheimdienst, etc...das ganze Programm. So wie in Weissrussland und Nordkorea.
Bitte das nicht vergessen! Ich bin kein Freund des CIA.

Helmut71
34
30.1.2012, 07:27
Assad

hat - wie sein Vater - Syrien als blutiger Diktator regiert. Auf das Konto der beiden gehen mittlerweile zehntausende Tote.
Assad jun. hat die Kontrolle über Teile von Syrien verloren - das sind Fakten.

Es ist letzenendes eine Frage der Zeit bis die Situation endgültig kippt - mit oder ohne Intervention des Westens.
Wenn die unmittelbare Folge ein muslimischer Staat ist, dann soll es eben so sein - wobei ich das eher nicht annehme, da die Sunniten normalerweise gemäßigter sind.

anders and
 
10
30.1.2012, 12:56
gemäßigte Sunniten - radikale Schiiten;

Ihr Weltbild ist an Schlichtheit nicht zu überbieten.

jolo -
01
30.1.2012, 07:57

@Helmut: ich bin ja voll bei dir, aber bitte nicht "muslimischer Staat" schreiben - en Glaubens sind, wird schlicht und einfach "muslimisch" genannt.

Erwin Wolfram
135
30.1.2012, 05:50
...

es ist nicht nur, dass der westen ganze regionen terrorisiert und ausnimt, sondern, dass er die eigenen buerger brunzdumm haelt zb darf ein moslems keine moslems toeten und wenn man zugibt, dass die staatsgebaeude in gefahr sind gibt man auch zu, dass dort niemand rechte hat, weil die nazis bei uns die elite stellen. und dann meine ich nicht, dass jemand eine bank von der anderen ecke der welt angreift ohne dort kunde gewesen zu sein, kurz: tatsaechlich wird schon klar, dass man den eliten und dem system nicht trauen kann und somit dieser terror gewuenscht ist damit sich der westen legitimieren kann... und das ist ganz einfach strafbar... und die gerichtskosten sind recht nieder...

diamant
12
30.1.2012, 07:39
Nicht nur die Schreibweise leidet nach langandauerndem Alkoholkonsum, sondern auch der Inhalt!

Vergessen sie das nicht.....

Markus Miller 2
04
30.1.2012, 07:35
Erwin....

Haende weg von dem Zeugs! Das tut Dir nicht gut! Schau' Dir nur den Fendrich an....

WiKaBot
914
30.1.2012, 04:50
Mal abseits des Mainstream hinhören …

http://www.youtube.com/watch?fea... U1_7rCUUwk

gut 5 Minuten langer Beitrag Radio Bayern, mit einem Experten für die Region, der ziemlich genau erläutert wer da in Syrien den Brandstifter macht … keine Sorge, der syrische Präsident kommt auch nicht gut dabei weg, aber man darf feststellen, hier wird reichlich von außen gewerkelt.

Wie sagt man doch, wenn wir in Libyen und sonstwo Befreiungshilfe geben, indem wir Terroristen dort hinschicken, dann sind es berechtigte Befreiungs- und Demokratisierungsaktionen und wenn aus fernen Ländern Leute zu uns kommen und dasselbe machen, dann ist es, na sie erraten es schon: Terrorismus. Nur gut dass wir immer auf der guten Seite stehen … (°!°)

jolo -
76
30.1.2012, 06:50

Was genau verstehen sie unter "Mainstream Medien" ? Und warum sollte Radio Bayern nicht darunter fallen ? Eine Anstalt des öffentlichen Rechts, finanziert durch Rundfunkgebühren.

Killer Bunny
76
30.1.2012, 06:12
Der Herr Professor erklärt, dass es einen bewaffneten Widerstand in Syrien gibt. Die freie syrische Armee hat sich am 29. Juli offiziell gegründet.

Die AL und der Westen haben bisher eigentlich an einer politischen Lösung gearbeitet. Voraussetzung ist natürlich, dass Assad geht - so wie Saleh im Jemen. Das war bisher in allen Revolutionen die unumstößliche Forderung der Demonstranten. Den Saudis und anderen "Nachbarstaaten" wäre es wahrscheinlich sogar egal gewesen, wenn Assad den Aufstand am Anfang des Konflikts niederschlägt. Jetzt haben sie eine Irak hoch zwei mitten in der Region. Verschiedenste Ethnien (Kurden, Armenier usw.), 75% Sunniten dann noch Shiiten, Christen und div. Sekten in einem Bürgerkriegsszenario (und vorallem danach) wird sicher eine blutige, lange Angelegenheit. Nur eine politische Lösung inkl. Assad Abgang in einer früheren Phase hätte das verhindert.

gomaxgo
 
12
30.1.2012, 04:33
warum sind russen immer

auf der verliererseite ?

hlg
01
31.1.2012, 07:18
weil sie nur die pro amerikanische propaganda...

serviert bekommen?

Damned its me
 
11
30.1.2012, 06:58
Weil die Amerikaner schon alles verloren haben?

Nirvanacharly
 
62
30.1.2012, 04:24
und was bleibt am ende,

ein muslimstaat, von einer diktatur in die noch größere.

jolo -
68
30.1.2012, 06:55

"und was bleibt am ende, ein muslimstaat .."

Warum sollte Syrien nach der Revolution kein Muslimstaat mehr sein ? Haben die Revolutionäre vor, die Muslims im Land zwangsweise zu Christen oder Buddhisten zu machen ?

Wenn sie ihre Islamophobie Ausdruck verleihen wollen, dann müssen sie schon die richtigen Begriffe lernen - schauen sie sich am besten die Postings von NONE an, der ist einer der besten im Fach.

Nirvanacharly
 
10
30.1.2012, 11:34
wissens das problem mit diesen

staaten, die in der verfassung ein glaubensbekenntnis haben ist, das sie nicht demokratiefähig sind und immer verhetzbar sind, hier werden soziale mißstände unter das manterl der muslimbrüderschaft hineingeschoben. ich wäre ja dafür das jeder muslime wenn er in österreich lebt sich per notariatsakt der sharia und dem tschihad schwarz auf weiss abschwört, wir haben uns eine demokratie erarbeitet die lassen wir uns von gottesanbetern jedweder ausprägung nicht zerstören, wer an gott glaubt ist in dessen namen gewaltbereit.

naval
10
30.1.2012, 13:07

Sie haben's nicht verstanden, gell ? JEDER Staat, dessen Menschen mehrheitlich dem Islam angehören, sind "muslime Staaten". Was genau wollen sie erreichen: die Zwangsbekehrung zu einer anderen Religion ? Eine Regierung/Diktator an der Macht sehen, der die Religion den Menschen verbietet ? Was genau geht sie die Religion anderer Menschen an ? Das ist jedermanns Privatsachen und hat sie genau NICHTS anzugehen.

Nirvanacharly
 
00
eine welt

in der kein platz für religionen in den staatsverfassungen ist, das will ich, die menschen haben sich schon genug die schädel iim namen allahs und gottes eingeschlagen, wir brauchen ein hin zu einer welt die keine religionen braucht, denn die sind nur der volksverdummung dienlich.

Nirvanacharly
 
00
30.1.2012, 22:07
nixda vastehta

umpf dump

nerd2
22
30.1.2012, 03:28
also ich bin ja kein Nahost Experte

aber ist der Tahrir-Platz nicht in Kairo?????

Honzo1122
03
30.1.2012, 06:18

Tahrir Plätze dürfte es in mehreren syrischen Städten auch geben. zb Homs.
Ist ein arabisches Wort.

http://en.wikipedia.org/wiki/Tahr... guation%29

Killer Bunny
11
30.1.2012, 05:27

Es gibt einen Platz der Befreiung in Bagdad, in Sanaa, in Kairo und in Damaskus anscheinend auch.

Def_izit
10
30.1.2012, 10:26
1. danke 2. so es wie im deutschen auch den "Freiheitsplatz" gibt

und nicht nur den "Siegesplatz"

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