Amerikanerin triumphiert nach der Super-Kombi auch bei der Spezial-Abfahrt in St. Moritz - Görgl als beste Österreicherin auf Platz acht
St. Moritz - Nach dem Sieg in der ersten Super-Kombination des Winters
hat Lindsey Vonn am Samstag auch in der Abfahrt von St. Moritz volle Punkte
eingefahren. Die US-Amerikanerin setzte sich mit 1,42 Sekunden Vorsprung auf die
Deutsche Maria Höfl-Riesch und 1,47 auf die Liechtensteinerin Tina Weirather
durch. Elisabeth Görgl erwischte keine perfekte Fahrt, sie klassierte sich als
beste Österreicherin an achter Stelle (+1,90). Sonntag steht noch eine Kombi auf
dem Programm, Vonn geht auf ihren 50. Weltcup-Sieg los.
Für Vonn war es der erste Sieg in einer Abfahrt in St. Moritz, es war ihr
insgesamt 49. Weltcuperfolg, der achte in dieser Saison sowie der 24. überhaupt
in dieser Disziplin. Im Gesamtweltcup baute die 27-Jährige ihre Führung aus, sie
liegt mit 1.170 Punkten deutlich vor der Slowenin Tina Maze (818), der Deutschen
Maria Höfl-Riesch (596) sowie den Österreicherinnen Elisabeth Görgl, Marlies
Schild (je 548) und Anna Fenninger (547). In der Abfahrtwertung hat Vonn 430
Zähler auf dem Konto, Weirather ist neue Zweite mit 240 vor Görgl mit 235.
Souveräne Vonn, zufriedene Konkurrenz
"Den mittleren Teil bin ich sehr gut gut gefahren, ich habe viel
Geschwindigkeit ins Ziel mitgenommen. Bisher hatte ich immer Probleme in den
Abfahrten in St. Moritz und habe Fehler gemacht. Gott sei Dank hat es in diesem
Jahr endlich mit dem Sieg geklappt. Das ist wirklich wunderschön", freute sich
Vonn, die am Sonntag in der aus Super-G und Slalom bestehenden Super-Kombination
nach dem 50. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere greift.
Von Platz eins ist Görgl am Samstag fast zwei Sekunden entfernt gewesen, die
Zweite der Kombi-Abfahrt von Freitag ist mit ihrer Performance in den Kurven,
die Vonn optimal erwischt hatte, nicht zufrieden gewesen. "Es ist alles nicht so
gelaufen, ich habe keine Ahnung, warum, ich bin nicht zufrieden", lautete der
Kommentar der Weltmeisterin.
Zweitbeste Österreicherin wurde Stefanie Moser als 14., Anna Fenninger und
Nicole Schmidhofer landeten wie zwei weitere Läuferinnen ex aequo an der 19.
Stelle. Punkte gab es noch für die am Vortag gestürzte Andrea Fischbacher (23.),
Nicole Hosp (26.) und Mariella Voglreiter (30.). "Das Flache oben ist nicht
wirklich meine Stärke, ich habe versucht, im technischen Teil aufzuholen, aber
das ist schwierig, wenn man mit wenig Speed hinkommt", erklärte Fenninger.
Trotz des großen Rückstands war die Freude bei den weiteren Podestfahrerinnen
groß. "Ich freue mich total. Lindsey fährt in einer eigenen Liga, das muss man
neidlos anerkennen. Sie fährt die brutalste Linie und am saubersten über den
Ski", sagte Höfl-Riesch. Weirather, die im Kampf um die kleine Kristallkugel
bereits auf Platz zwei vorstieß, lobte ihr Arbeitsgerät: "Der Ski war eine
absolute Granate." (APA)