Laut Finanzkreisen

Griechen sollen Budgetkontrolle abgeben

28. Jänner 2012 13:46

Athener Finanzministerium: Kein Land hat derartige Vorschläge in Eurogruppe gemacht

Berlin - In den Verhandlungen über ein zweites Hilfspaket drängt Deutschland Finanzkreisen zufolge Griechenland dazu, Kontrolle über seine Haushaltspolitik an europäische Institutionen abzugeben. In der Euro-Gruppe würden Vorschläge für den Umgang mit Hilfsprogrammen diskutiert, die kontinuierlich aus dem Ruder liefen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitagabend aus den europäischen Kreisen. Überlegt werde, wie man damit konstruktiver umgehen könne, statt die Probleme zu ignorieren oder zu sagen "dann geht es eben nicht mehr". Einer der Vorschläge stamme dabei von Deutschland.

Europäischen Institutionen, die bereits in Griechenland tätig seien, sollten demnach "bestimmte Entscheidungsrechte" eingeräumt werden. Ein Vertreter des Finanzministeriums in Athen sagte, bisher habe kein Land derartige Vorschläge in der Eurogruppe gemacht.

Griechenland: "Ausgeschlossen, dass wir akzeptieren"

Griechenland hat eine auch von Deutschland vorgeschlagene Abgabe der Kontrolle über seine Finanzpolitik an die EU ausgeschlossen. Zwar sei der Eurogruppe ein inoffizielles Arbeitsdokument vorgelegt worden, das die Übernahme der Kontrolle über die griechische Finanzpolitik durch die EU vorsieht, verlautete am Samstag aus griechischen Regierungskreisen. Griechenland ziehe eine solche Möglichkeit aber nicht in Erwägung. "Es ist ausgeschlossen, dass wir das akzeptieren, diese Kompetenzen fallen unter die nationale Souveränität", hieß es.

Unfähig Sparvorgaben einzuhalten

Hintergrund der Debatte ist die wiederholte Unfähigkeit Griechenlands, sich an die mit den internationalen Gläubigern vereinbarten Sparvorgaben zu halten. Unter den Geldgebern machen sich deshalb Unverständnis und Ungeduld breit. Der mit den Überlegungen Vertraute sagte, diskutiert würden rechtlich verbindliche Vorgaben, um dem Defizitabbau eine "klare Priorität" zu geben. Ein Problem sei etwa, dass der Haushalts-Prozess in Griechenland nicht zentral gesteuert werde. Klare Vorgaben für die Griechen könnten zu einer größeren Kohärenz führen, Entscheidungsprozesse erleichtern sowie beschleunigen und so dazu beitragen, die Programme zu dynamisieren.

Debatte um Schuldenschnitt

Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds muss der Regierung in Athen bescheinigen, dass die geforderten Reformen auf Kurs sind. Erst dann können neue, dringend benötigte Hilfsgelder fließen. Wesentliche Voraussetzung dafür ist allerdings auch eine Einigung über einen Schuldenschnitt. In den Verhandlungen erzielten Regierung und Gläubiger am Freitag weitere Fortschritte. Sie sollen am Samstag fortgesetzt werden. Griechenlands Ministerpräsident Lukas Papademos sagte Reuters, er rechne binnen Tagen mit einer Einigung über einen Schuldenschnitt. Das zweite Hilfspaket umfasst nach derzeitigem Stand 130 Milliarden Euro.

Nach den Worten von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, zugleich Chef des verhandelnden Internationalen Bankenverbands IIF, sind die Institute bereit, auf fast 70 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. "Jeder muss seinen Beitrag leisten", mahnte er mit Blick auf die übrigen Gläubiger, zu denen auch die Europäische Zentralbank (EZB) zählt. Ähnlich äußerte sich der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. Die deutsche Bundesregierung kritisierte Forderungen nach immer mehr Geld für Griechenland.

Der Druck auf die Geberländer erhöhte sich am Freitag jedoch weiter: Nach Standard & Poor's hat Fitch zum Rating-Rundumschlag in der Euro-Zone ausgeholt und gleich fünf Länder schlechter eingestuft. Die Bonitätswächter senkten am Freitagabend die Kreditwürdigkeit von Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien. Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen, wenn dies auch nicht zwangsläufig eintreten muss. (APA)

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Anchel Kingsman
30.01.2012 15:04
it’s a deal!

Die Deutschen haben Recht! Der policy mix der bisher angewendet worden ist war richtig, die Griechen sind unfaehig.

Man sollte einen ehrlichen Deal eingehen.

Die Deutschen sollten das Management Griechenlands für zwei jahren übernhemen.

Dann könnten ihre Resultate von einem Expertenkreis evaluiert werden.

Haben sie die GR nachhaltig saniert, kriegen sie lukrative einnahmenquellen (z.b. aus den flughaefen) für 50 jahre übertragen bekommen.

Scheitern sie, übernehmen sie die 360 Mrd Schulden GR und Ruhe ist.

na wie waers?

Einen Ristretto bitte
28.01.2012 23:32
???

Der Vorschlag bzw. die Forderung ist Nonsens. Das Budget in Griechenland bekommt niemand in den Griff. Da mangelt es an moralischen Voraussetzungen, Steuerbetrug gehört doch dort zum Alltag wie bei uns der Pfusch.

Die EU soll sich doch nicht den schwarzen Peter zuschieben lassen.

Lalai Dama
28.01.2012 20:29
Zwangsverwaltung alleine wird nicht reichen

Diese Bagage ist nahezu unregierbar.

Alles was großartig zur Privatisierung angekündigt war, sollte sofort der EU zum Treuhändigen Abverkauf ausgehändigt werden. Was reinkommt geht zuerst an die EU-Mitglieder im Verhältnis der gegebenen Haftungen, der Rest dient der Schuldentilgung. Wenn es nicht reicht, sollen die Sirtaki Tänzer halt endgültig Bankrott anmelden, sich aus dem Euro schleichen und von mir aus sich ihr DKT-Geld selber drucken.

Projektionsfläche
29.01.2012 11:13

Spüren Sie sich überhaupt noch?

jesus mohammed
29.01.2012 00:36
Sirtaki ist kein griechischer Tanz, er wurde nur für Anthony Quinn erfunden, weil der zu doof war, den wahren Zorbas zu geben.

Marcus Maccabaeus
28.01.2012 16:04
Die EU-Realitätsverweigerer wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass die griechischen Finanzen unter dem Euroregime nicht mehr zu retten sind.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

byron sully
28.01.2012 15:25

das wäre eine entmündigung à la comecon. griechenland die budgetkontrolle zu entziehen, wäre ein antidemokratischer neokolonialer akt.

Gustav Cida
 
28.01.2012 21:29

Das politische Praedikat "demokratisch" passt trifft im moment fuer Griechenland nicht zu. Die jetzige Regierung ist nicht gewaehlt sondern bestellt und regiert mittels Dekreten. Falls jemand mit den griechischen Behoerden zu tun bekommt, stosst er auf Betrug Drohung und Erpressung. Der griechische Staat war nunmal nie ein Rechtsstaat im mitteleuropaeischen Sinne. Juengstes Beispiel: Die Einfuhr einer "Sondersteuer" auf den Wohnbesitz der sowieso schon ueber eine "Ausserordentlichen Steuer" versteuert wird. Diese Steuer kommt mit der Stromrechnung, wird sie nicht bezahlt droht der Staat mit dem abschalten des Stroms fuer den betreffenden Haushalt.

cookieberlin
28.01.2012 21:02

Einverstanden!
Lassen wir Ihnen die "Budgetkontrolle", die bisher schon so erfolgreich war und streichen im Gegenzug die Subventionen aus dem Säckel der österreichischen, deutschen, finnischen und niederländischen Steuerzahler.
Bedeutet: ab sofort müssen Damen und Herren Griechen also die fürstlichen 14Monatsbeträge pro Rentner selbst aufbringen und gleichzeitig endlich mal für eine regelrechte Steuereinziehung sorgen.
Also dann, viel Spaß und tschüssikoffski.

Lalai Dama
28.01.2012 20:23
Zahlen Sie eigentlich Steuern?

Von der Mwst. abgesehen wohl kaum. Sonst wäre es Ihnen höchstwahrscheinlich nicht egal, wenn der europäische Stuerzahler weiterhin Geld in ein Fass ohne Boden stecken soll.

Josef Dvorak
28.01.2012 20:06

In einer immer weniger "anarchistischen" Staatenwelt, in der übernationale Institutionen
immer wichtiger werden, sollten sich die Griechen nicht auf den alten nationalstaatlichen Souveränitätsbegriff ausreden dürfen.

pepitant
28.01.2012 15:20
Das Problem ist ursächlich

nicht mit Griechenland verknüpft.
Weltweit gibts 122 Bio. $ privates Geldvermögen.

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 56,00.html

Diese wollen Zins und Zinseszins. Daher ist diese Entwicklung für jeden logisch nachvollziehbar, der in der Schule was über die Exponentialfunktion Zinseszins gelernt hat. Die Geldgeber sind gebildete Menschen, woraus folgt, dass diese systemisch bedingte Entwicklung mit Absicht in genau diese Richtung gesteuert wurde.
Ob da nun Griechenland, Irland, Spanien, Italien oder sonst ein Staat die Krot frisst, der Erste zu sein, der abgewatscht wird, ist doch völlig unerheblich.
Betrugsgrundlage waren und sind Geldschöpfung in Privathand und Risikoabwälzung seitens der Geldgeber.

Galileo Galilei
 
28.01.2012 16:58
Es ist niemand gezwungen Schulden zu machen

- und trotz aller anderslautenden Fantastereien, braucht es eine Belohnung (= Zinsen) für die, welche Finanzmittel herborgen und eine Begrenzung (= Zinsen) für die, welche sich Finanzmittel ausborgen.

Andernfalls könnte sich jeder ausborgen wann immer er will, so viel er will und es wäre für jeden vollkommen unsinnig sich durch Arbeit seinen Lebensunterhalt zu beschaffen, da es mit geborgtem Geld viel leichter ginge.
Wenn aber niemand mehr etwas arbeitet .....

pepitant
28.01.2012 21:19
Andernfalls könnte sich jeder ausborgen wann immer er will

Jeder kann sich ausborgen, was ihm jemand zu borgen bereit ist. Das hat mit der Höhe des Zinssatzes erst mal nichts zu tun. Der Zinssatz ist nur die Prämie für die Übernahme des Risikos, das verliehene Geld oder Gut nicht, nicht vollständig, nicht unbeschädigt oder nicht mit dem gleichen Wert (z. B. veraltet) zurückzubekommen. Wäre darin kein Risiko enthalten, würde das Verborgen unter Lagerung fallen und Kosten verursachen. Wenn ich mir aber das Risiko abgelten lasse, biete ich aber damit eine Leistung an, die ich auch zu erbringen habe. Wie überall anders auch zu 100%.
Ich hab z. B. mal der Flughafengarage mein Auto geborgt und bezahlte sogar dafür, es nach einem Monat unbeschädigt wiederzubekommen, obwohl es dabei an Wert verlor :-).

Althase
28.01.2012 15:25

Und wenn sich die EU-Staaten gegenseitig auffressen, lenkt das wunderschön davon ab und das Spiel kann weitergehen.

codo
28.01.2012 14:27
dann lügt uns eben ein eu-kontrolleur an u. die griechen kriegen weiter unsere kohle fürs nichtstun ;-)

glou
28.01.2012 15:44

sie idiot

Android1337
28.01.2012 14:19
Auch Österreich sollte das machen.

Vera Rschung
 
28.01.2012 13:58
Reformen auf Kurs

Die Troika soll es bescheinigen, aber wie soll sie das bescheinigen. Erwartet man von der Troika also ein historisches Musterbeispiel an Wirklichkeitsverleugnung? Jedes Kind weiß mittlerweile schon, dass die geforderten Reformen nicht einmal ansatzweise in Angriff genommen wurden. Die Griechen sind Großmeister der Ankündigung, und tun dann genau nichts.

magenta cyan
28.01.2012 13:43

weil die kontrolle der "eu institutionen" sich bisher als hocheffizient erwiesen hat? vom regen in die traufe

dernachbar
28.01.2012 13:38
Budgetkontrolle Griechenlands

wenn die EU Geld an Griechenland gibt, wird es nicht anders gehen als mit dem Spruch:

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

dernachbar
28.01.2012 13:34
Budgetkontrolle

Wenn die EU Geld hergibt,wird es
nicht anders gehen als mit dem Spruch:

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Althase
28.01.2012 13:30

Vermutlich müssen dann alle Griechen einen Deutschkurs machen :-(

Thomas turnbichler
28.01.2012 13:12
Der Euro frisst sein erstes Kind der Währungsunion!

der burli
28.01.2012 13:56
quatsch. GR frisst sich selbst.

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