Wenn unter Pferden die Eifersucht ausbricht

28. Jänner 2012, 18:09
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Stuten lassen es sich nicht bieten, wenn Fremde an ihren Sozialpartnern herumknabbern

Regensburg/Greifswald - Auch Pferde können eifersüchtig werden, und das ist evolutionär gesehen auch durchaus sinnvoll: Zoologen der Universitäten Regensburg und Greifswald beobachteten 84 verwilderte Pferde in den italienischen Abruzzen und stellten dabei fest, dass insbesondere hierarchisch höher gestellte Stuten sich daran zu stören schienen, wenn Pferde, mit denen sie engen Kontakt hatten, anderen Tieren aus der Herde näher kamen. Manchmal vertrieben sie die "Störenfriede" sogar.

"Die ranghohen Stuten wollen ohne größeren Aufwand und ohne allzu hohes Risiko verhindern, dass ihre - niedriger gestellten - Sozialpartner zu anderen Pferden 'abwandern' können", erklärte Konstanze Krüger von der Uni Regensburg das beobachtete Verhalten. Das Ziel der Eifersucht war übrigens immer dasselbe: Eingeschritten wurde ausschließlich gegen den Störenfried - der etablierte Sozialpartner hingegen wurde nie "bestraft". Im Gegenteil: Manchmal erfuhr er (bzw. sie) sogar eine Extradosis Zuwendung durch typisches "Beknabbern".

Der Aufbau von Partnerschaften - abseits sexueller Kontakte - ist nach Ansicht der Forscher eine gängige Strategie von sozial lebenden Tieren, um den gemeinsamen Zugang zu Ressourcen zu sichern, Angriffen von außen zu begegnen oder Konflikte innerhalb der eigenen Gruppe zu vermindern. Pferde seien in diesem Verhalten besonders erfolgreich. Bei ihnen ließen sich auch auch andere Konfliktlösungen wie Versöhnung, Schlichtung oder Trösten beobachten. (APA/red)

  • Eine vorher nicht beteiligte Stute ("Intervener") greift in die Interaktion von zwei anderen Tieren ein. Dabei wird nur gegen das fremde Tier ("Target") vorgegangen, nicht gegen den etablierten Sozialpartner ("Supported").
    foto: universität regensburg

    Eine vorher nicht beteiligte Stute ("Intervener") greift in die Interaktion von zwei anderen Tieren ein. Dabei wird nur gegen das fremde Tier ("Target") vorgegangen, nicht gegen den etablierten Sozialpartner ("Supported").

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