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Der Wahlverlierer wird also in Slowenien Premierminister. Janez Janša kann nicht damit rechnen, dass ihm die Herzen entgegenfliegen. Der hagere und hartnäckige Konservative hat zudem einen harten Sparkurs angekündigt. Bis Ende 2015 will er ein ausgeglichenes Budget erreichen und allein heuer die Staatsausgaben um fünf Prozent kürzen, gleichzeitig aber die Steuern senken, um den Mittelstand zu stärken. Die Gewerkschafter haben sich bereits in Kampfstellung gebracht. Die Auseinandersetzung mit ihnen hat Janša allerdings nie gescheut.
Als er 2004 erstmals Premier wurde, sprach Janša von einer konservativen Revolution für Slowenien. Während seiner Regierungszeit gingen nicht nur die Gewerkschafter auf die Straße. Journalisten warfen ihm vor, die Pressefreiheit einzuschränken. Dabei war der in der Nähe von Ljubljana geborene Janša im Vergleich zu früher zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich sanft geworden. Janša kommt aus einer antikommunistischen Heimwehr-Familie. Nachdem er 1982 sein Studium in Militärwissenschaften abgeschlossen hatte, begann er als Journalist, die Jugoslawische Volksarmee (JNA) heftig zu kritisieren. Janša wurde verurteilt und mundtot gemacht, er war einige Zeit gezwungen, als Holzfäller zu arbeiten. Doch als Ende der 1980er-Jahre die Liberalisierung nicht aufzuhalten war und Janša wegen seiner Kritik an der JNA wieder im Gefängnis landete, wurde er zum Volkshelden und Wegbereiter der Unabhängigkeit. Im Zehn-Tage-Krieg 1990 befehligte er im Kampfanzug seine Leute. Danach baute er als Verteidigungsminister aus der losen Territorialverteidigung eine Armee. 1994 musste er aber die Regierung wegen einer Prügelei einer Sondereinheit verlassen. Auch Gerüchte um angebliche Waffenlieferungen nach Bosnien und in den Kosovo rissen nicht ab.
Als Oppositionspolitiker waren Janšas Intelligenz und Disziplin gefürchtet. Er kämpfte weiter gegen die "Kommunisten" und verscherzte es sich auch mit anderen. Staatschef Danilo Türk wollte ihn nun gar nicht mit der Regierungsbildung beauftragen. Schließlich läuft gegen Janša ein Korruptionsverfahren wegen eines Rüstungsgeschäfts. Janša hat angekündigt zurückzutreten, falls er verurteilt wird. Der Dauerläufer hat ja bereits bewiesen, dass er ohnehin immer wieder zurückkommt. Der passionierte Berggeher hat zwei Kinder aus erster Ehe. Seine 20 Jahre jüngere Frau, die Ärztin Urška Bacovnik, bekam im Vorjahr einen Sohn. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2012)
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Als Mitangeklagter im slowenischen Patria-Korruptionsprozess blieb er seit Monaten den Verhandlungen fern
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Auch darüber, ob er die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften nicht gescheut hat, kann man diskutieren. Obwohl er am Anfang seiner Regierungszeit auf anraten der liberalen Wirtschaftswissenschaftler einige Reformen angekündigkt hat (z.B. einen einheitlichen Steuersatz nach slowakischem Vorbild), hat er sie nach Demonstrationen der Gewerkschaften auch schnell zurückgezogen.
In seiner Zeit in der Opposition hat er zumindest zwiespältige Rolle gespielt, wie ihm von den Sozialdemokraten jetzt immer vorgeworfen wird. Er hat gegen die Rentenreform gestimmt. Zwar mit der Begründung, dass man lieber individuelle Konten einführen soll, aber beim anschliessenden Referendum hat er sich sicherlich nicht überzeugend von den Gewerkschaften distanzi
Leider sind im Artikel einige offensichtliche Fakten falsch. Der 10-Tage-Krieg war nicht 1990, sondern 1991.
Ob Janša mal kurzzeitig wirklich als Holzfäller gearbeitet hat, weiß ich nicht. Gehört habe ich es noch nicht. Tatsache ist aber, dass er eine Computerfirma (Mikro-Ada) mitgegründet hat, die in den späten 80er Jahren auch relativ erfolgreich war.
Von der angekündigketn "konservativen Revolution" habe ich ebenfalls nichts mitbekommen. Da beide Worte in seinem Vokabular eher unüblich (zumindest im positiven Sinne) sind, wundert mich das Zitat sehr.
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