Klagsdrohung aus dem Vatikan

27. Jänner 2012, 18:17

Nach Veröffentlichung über Korruption im Kirchenstaat

Rom - Eine TV-Dokumentation über Korruption und Intrigen im Vatikan sorgt in Italien für Aufregung. Die Kirchenführung hat dem TV-Sender La 7 mit einer Verleumdungsklage gedroht - ein bisher einmaliger Vorgang. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sprach von "tendenziösem Journalismus" .

Der als Autor des Bestsellers Vatikan GmbH bekannte Journalist Gianluigi Nuzzi zeigte in der Sendung ein vertrauliches Schreiben an Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone. Darin beschwert sich Erzbischof Carlo Maria Viganó über Fälle von Korruption, Misswirtschaft, Unterschlagung und Intrigen.

Viganó war bis zu seiner Absetzung vor wenigen Monaten Direktor des päpstlichen Governatorats, das für die Finanz-und Haushaltspolitik des Kirchenstaats zuständig ist. Er führte den Haushalt des Vatikans aus den roten Zahlen zu einem Überschuss von 36 Millionen Euro. Nach unbestätigten Berichten hatte Viganó eine Ernennung zum Kardinal in Aussicht. Nach dem Brief wurde er zum päpstlichen Nuntius in Washington "befördert" .

In seinem Schreiben beklagt sich der Erzbischof über Manipulation bei der Vergabe von Aufträgen, die "zu deutlich überhöhten Preisen immer an dieselben Firmen gehen" , über Fälle von Vetternwirtschaft und vertuschte Diebstähle in Vatikan-Villen. Am Freitag publizierte die Tageszeitung Il fatto quotidiano einen neuen Brief Viganós mit detaillierten Schilderungen. (mu/DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2012)

zhang sanfeng
00
28.1.2012, 09:47

interessanterweise hat gianluigi nuzzi selbst seit dem erscheinen von "vatikan AG" keinerlei klagsdrohungen erhalten.
könnte damit zusammenhängen, dass er mit den 4.000 dokumenten, die ihm der verstorbene kanzler der päpstlichen akademie der wissenschaften hinterlassen hat, jederzeit vor gericht den wahrheitsbeweis dafür antreten könnte, dass die vatikanbank nach wie vor eine geldwaschmaschine ist.

René Herndl
01
27.1.2012, 23:06
das ist alles noch untertrieben ...

... denn in Deutschland darf man (lt Gerichtsurteil aus 1986 , Bochumer § 166 Prozess) immer noch feststellen, dass die r.k. Kirche ine Verbrecherorganisation ist. Das Urteil wurde aufgrund eines historischen Gutachtens gefällt, bis heute nicht aufgehoben oder widerlegt. Leider wird die historische Rolle der Kirche bis heute bei uns nicht korrekt abgehandelt - und hat immer noch Privilegien, die jeder Vernunft widersprechen!

Martin Müller10
 
09
27.1.2012, 21:46
Alles Unsinn, in einer 2000 Jahre bestehenden hierarchischen

Struktur gibt es keine Korruption und keine Freunderlwirtschaft, da ist man über jede Anschuldigungen erhaben ;-)

harry der federfuchs
01
27.1.2012, 19:55
gibt es eine klerikales Gesindel?

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