Menschliches Verhalten

Wurzeln der Vorurteile im Vorschulalter

27. Jänner 2012, 17:48
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    Kontakt und gemeinsame Ziele: Das wäre laut Experten die ideale Strategie gegen Fremdenfeindlichkeit.

Ein deutscher Psychologe analysierte die Fremdenfeindlichkeit bei Kindern - Präventionsprogramme müssen früh ansetzen

Jena - Die Wurzeln für fremdenfeindliche Einstellungen liegen nach Erkenntnissen des Jenaer Psychologen Andreas Beelmann oft schon in der Kindheit. Folglich müssten Präventionsprogramme in Vor- und Volksschule ansetzen, sagte er. Eine Auswertung von 113 Studien weltweit habe ergeben, dass Kinder vor allem im Alter von fünf bis sieben Jahren verstärkt ethnische oder nationale Vorurteile entwickeln - danach ebbe dies häufig wieder ab.

Später spiele weniger das Alter als vielmehr das soziale Umfeld wie Freundeskreis und Familie eine größere Rolle, berichtete der Experte. Die Ergebnisse hatten Beelmann und sein Kollege Tobias Raabe in der Fachzeitschrift "Child Development" veröffentlicht.

Kritische Zeit

Das Volksschulalter sei eine kritische Zeit, in der sich Vorurteile festigen können, sagte Beelmann. "Wenn es keinerlei Kontakt zu sozialen Fremdgruppen gibt, kann man auch keine persönlichen Erfahrungen machen und hält an pauschalen negativen Bewertungen länger fest." Das erkläre die oft hohe Fremdenfeindlichkeit in Regionen mit wenig Ausländern. Einmal entstandene Vorurteile könnten so auch in späteren Lebensjahren auf hohem Niveau relativ konstant bleiben. Gerade im Volksschulalter sei es daher wichtig, Kindern Kontakte zu Angehörigen anderer Nationalitäten zu ermöglichen.

"Wenn ich einen Freund habe, gehört er zu meiner Identität", sagt Beelmann zu Bekanntschaften, die über eventuelle kulturelle Barrieren hinaus gehen. Dann sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass ein Kind dessen Ethnie ablehne, weil es dann auch einen Teil seiner selbst ablehne.

Wichtig sei aber, dass bei Präventionsprogrammen nicht nur Kontakte hergestellt, sondern auch gemeinsame Ziele vermittelt werden - etwa über kooperatives Lernen oder gemeinsame Mannschaften im Sport. Auch über indirekte Kontakte oder Geschichten könne Vorurteilen gegen Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe vorgebeugt werden, behauptet Beelmann. Etwa wenn darin ein deutsches und ein russisches Kind gemeinsam Abenteuer erleben. "Erstaunlicherweise funktioniert das fast genauso gut wie bei echten Kontakten."

Aus Studien über längere Zeiträume hinweg sei bekannt, dass es bei Kindern, die mit ausländischen Kindern befreundet sind, extrem unwahrscheinlich sei, dass sie fremdenfeindliche Vorurteile bis hin zum Rechtsextremismus entwickeln. (dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 28./29. 1. 2012)

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Posting 1 bis 25 von 61
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Der Chronist
00
15.2.2012, 05:59
Die Prävention muss bei den Eltern ansetzen, nicht erst bei den Kindern. 5jährige wählen nicht Strache oder Spindeleggger.

Nanomyte
01
13.2.2012, 21:04
Der springende Punkt sind...

andere NationalitätEN in der Mehrzahl.

Aus irgendeinem Grund hat man aber meist kein eigentliches "Multikulti" auf Grundlage des Rechtsstaates, sondern ein wirres "Bikulti" oder "Dikulti" mit Grüppchenbildungen.

D.h. die Vorurteile könnte man tatsächlich nach und nach abbauen in einer durchweg gemischten Klasse in denen eben 1-2 Personen jeweils eine andere Nationalität haben.

De facto aber sieht es so aus dass es in Schulklassen etweder einen oder zwei große Blöcke gibt, die Annäherungen Strukturbedingt unterbinden.

Da hilft auch kein Appelieren und kein Schönreden und kein Ignorieren.

R58
00
13.3.2012, 18:44
1-2 Ösis/Schwabos pro Volksschulklasse gibt es doch eh meistens!

LinuxFanatic
10
31.1.2012, 13:37
Ach wir ÖsterreicherInnen sind alle gutmütig, boswillig sind immer dir "anderen"...

Unsere Hauptprobleme sind auch immer nur Migranten - vor allen jene aus Islamischen Ländern. Andere Sorgen haben wir nicht. Wir sind das Reich im Osten, nicht im Westen. Und wir sind Christen - Kirchenaustritte nur, um Geld zu sparen..... :-x

Zitronenbaum
00
31.1.2012, 12:32

Das ist natürlich ganz besonders lustig für Kinder, die selbst in diesem Alter bereits gemobbt werden. Die sind dann natürlich die bösen, weil sie potentielle Rassisten sind, oder wie?

Richard Ebner
21
30.1.2012, 15:32
Stimmt! Ich beobachte das gleiche ...

... Phänomen.
Unsere Kleine kommt aus der Schule nach Hause und erzählt, dass der Mehmet und der Ümüt schon wieder die Mädchen verdreschen wollten.
Vom Alexander und vom Daniel hat sie das noch nie erzählt.
Das wir sie sich halt auch ihre Gedanken dazu machen.

pipi pipifax
00
11.2.2012, 20:36

erzaehlen's doch keine bl*den g'schichteln. aus eigener erfahrung weiss ich, das wir oesis in der schule genauso gedroschen haben. ich war ja dabei. nicht das ich besonders stolz darauf waere.

Spucks
03
30.1.2012, 19:45

Im Kindergarten meiner Tochter hieß der "Haudegen" Andreas. Jetzt in der Schule Philipp. Und ich sag dir was: Meine Tochter schert trotzdem nicht alle Kinder/Menschen der selben Nationalität über einen Kamm, denn 1. wird sie nicht verhetzend und ausländerfeindlich erzogen und 2. hat sie Hirn in ihrem Schädel und weiß wie man dieses verwendet.

Fips Stein
00
wenn ich mehr

als einmal grün vergeben könnte, würd ich das jetzt machen!!!
obwohl ich philipp heiße :-)

mfg

Spucks
00

Ich bin draufgekommen, dass man ihn Filip schreibt, reicht das als Trost?

sonne-licht
 
21
28.1.2012, 20:48
blödsinn

es liegt an den erfahrungen die der mensch macht, wie berichtet wird bzw. was er sie sieht bei immigranten, in welche richtung vorurteile gehen.

gehirnwäsche durch die eltern oder institutionen ist auch natürlich ein thema, jedoch im erwachsenenalter eher ein kleineres übel!

und jeder kann sich als erwachsener selber informieren, nicht nur einseitig, das zu lernen sollte oberstes prinzip sein in der schulbildung!

leider wird in dem schulsystem nur wirtschaftlichkeit und gehorsam gelehrt, nicht sich selber eine meinung zu bilden, weil das sofort zu konfrontation mit lehrern, professoren, eltern oder freunden umfeld führen würde!

wir lernen nicht zu diskutieren, das ist das ganze problem, sondern werden nur instrumentalisiert!

Salma
00
Nicht so tragisch in der Schule

Also ich hab nur positive Erfahrungen aus meiner Schulzeit, meine Lehrer waren gesellschaftlich engagiert oder zumindest neutral...

17+4
25
28.1.2012, 16:35
psychogeschwurbel,

die 102 Variante

pipi pipifax
00
11.2.2012, 20:37

17+4 hasst halt lieber.

17+4
00
12.2.2012, 10:58
nicht einmal sie hasse ich,

und wenn sie sich noch so bemühen.

Sind wir halt einfach unterschiedlicher Ansicht.

geht doch?

Johannes Benn
94
28.1.2012, 12:56
.

in den usa kommen auf jeden mord durch einen europaeischstaemmigen amerikaner an einem subsaharastaemmigen amerikaner 9 morde mit umgekehrter rollenaufteilung. wenn nun ein europaeischstaemmiger amerikaner sich an dieser tatsache orientiert und in gewissen faellen vorsichtig ist, ist das dann ein vorurteil?

peter schmidt
 
22
28.1.2012, 16:34
ui wieder eine schlachtplatter für den rassentheoretiker Herrn Benn.

Jetzt erzählens mal was genau los war? Wie sind Sie so geworden? Wars die Mutter oder die Frau oder die Schwester? Und war er ein Afroamerikaner oder ein Afrikaner? Sinds von der Schule nach Hause gekommen oder von der Arbeit?

Bin sehr gespannt.

Johannes Benn
127
28.1.2012, 12:52
.

in allen westlichen gesellschaften gibt es nicht zuviel rassismus, sondern im gegenteil zuviel antirassismus. es waere besser wenn sich ein großteil der leute wieder besinnen wuerde und normalere ansichten zu diversitaet entwickeln wuerde.
und schon gar nicht braucht es propagandistische einwirkung auf kleinkinder

Fips Stein
00
was wären denn

"normalere ansichten zu diversität"??
was ist dass denn für ein unfug??
und bezogen auf "gar nicht braucht es propagandistische einwirkung auf kleinkinder", schätze ich sie eher als: "spiel nicht mit dem schmutzigen..." -was auch immer sie jetzt einsetzen wollen. ich tipp einmal da verteilen sie selber mehr als genug propaganda!

Martin Müller10
 
11
28.1.2012, 12:05
Ich sehe die Voraussetzungen für Rassismus in der Familie,

Da gilt es anzusetzen.

hagane
01
29.1.2012, 17:53

es gibt keine singuläre sache wo man ansetzen muss. habitus entsteht nicht nur in der familie, das ist lediglich ein teil von vielen.

john lebovski
14
28.1.2012, 10:01
unglaubliche forschungserkenntnisse der psychologischen

"Die Wurzeln für fremdenfeindliche Einstellungen liegen nach Erkenntnissen des Jenaer Psychologen Andreas Beelmann oft schon in der Kindheit." (diese neuartige erkenntnis wäre schon einen nobelpreis wert!)

"Später spiele weniger das Alter als vielmehr das soziale Umfeld wie Freundeskreis und Familie eine größere Rolle." (jetzt wissen wir, dass es vorher also das "alter"(??) ist)

"Aus Studien über längere Zeiträume hinweg sei bekannt, dass es bei Kindern, die mit ausländischen Kindern befreundet sind, extrem unwahrscheinlich sei, dass sie fremdenfeindliche Vorurteile bis hin zum Rechtsextremismus entwickeln." (danke, darauf wären wir ohne diese langzeitstudien nie gekommen!)

da hat sich einer aber wirklich angestrengt!

Salma
00
Ja...

Klar käme jeder mit Hausverstand auf ähnliche Gedanken, aber es ist schon mal ganz spannend nach dem genauen Altersfenster zu suchen, in denen Kinder erstmals auf "ethnische Gruppen"-Unterschiede aufmerksam werden ...
Wobei mir etwas die Frage nach dem gemachten sozialen Rahmen fehlt - wenn Kinder schon mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, machen sie denn noch kaum Beobachtungen?

Spucks
00
"wenn Kinder schon mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, machen sie denn noch kaum Beobachtungen?"

Optische Unterschiede fallen Kindern bis zu einem gewissen Alter einfach nicht auf. Für die Beziehungen sind massenweise andere Dinge relevant und das Erleben konzentriert sich in dieser Zeitspanne eben auf die relevanten Dinge - damit hat so ein Kindergehirn schon genug zu tun ;)

john lebovski
00

naja, bei allem respekt gegenüber wissenschaftlicher genauigkeit, aber spannend neu können die hier vorgestellten erkenntnisse wirklich nur für jemand sein, der selbst keine kinder hat (und auch keine beobachtet) und sich nicht mehr an seine kindheit erinnern kann. dass die ersten vorurteile gegenüber anderen gruppierungen "oft" (!) genau dann beginnen, wenn sich die lieben kleinen erstmals in einer nicht-familiären gruppe behaupten müssen bzw. ihre "rangordnungen" festlegen, ist weder spannend, noch von wissenschaftlichem wert. die trivialen empfehlungen des herrn sind angesichts der jahrzehntelangen bemühungen in schulen und vereinen ein wahrer witz! ich empfehle jetzt auch mal, dass man am besten schon in der schule was lernen sollte!

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