Bahnspezialisten auf dem Verschubgleis

27. Jänner 2012 17:21

Verkehrsministerin plant Auslagerung des Verkehrsarbeits-Inspektorats an das Sozialministerium

Wien - Betriebsgenehmigungen für Anlagen und Fahrzeuge im Verkehrsbereich (Eisenbahn, Telekom, Post, Schiff- und Luftfahrt) könnten bald komplizierter sein, als sie bereits sind. Grund ist eine Verwaltungsreform, die sich im Verkehrsministerium anbahnt. Sie stößt auf Widerstand vor allem bei betroffenen Unternehmen.

Der Anlass klingt harmlos: Verkehrsministerin Doris Bures will das bei ihrer Obersten Verkehrsbehörde angesiedelte Verkehrsarbeitsinspektorat an das Sozialministerium abtreten, wo es in die Arbeitsinspektorate integriert werden soll. Bures würde sich dadurch ungefähr 40 Dienstposten ersparen, was ihr sparbudget-technisch entgegenkäme.

Was logisch klingt, sehen mit Tunnelsicherheit, Fahrzeug- und Sicherungstechnik von Verkehrsanlagen vertraute Personen allerdings kritisch, insbesondere was Genehmigungen für Straßenbahnen, U- und sonstige Eisenbahnen betrifft. Recht und -behörden seien seit der Reform 2003 bereits zersplittert genug, gibt man in betroffenen Fachverbänden in der Wirtschaftskammer zu bedenken.

Damals wurde das Eisenbahnwesen förderalisiert:_Der Bund ist nur mehr für Hochleistungsstrecken zuständig, die Länder für Nebenbahnen und für die rund 1500 Anschlussbahnen sind die Bezirkshauptmannschaften zuständig. In Summe kommt Österreich nun auf 132 Eisenbahnbehörden.
Was das mit Arbeitnehmerschutz zu tun hat? Eisenbahnrecht betrifft immer die Sicherheit der Fahrgäste und die orientiert sich am Arbeitnehmerschutz. Muss beispielsweise ein U-Bahnzug evakuiert werden, darf der Lokführer das Fahrzeug erst verlassen, wenn der letzte Fahrgast in Sicherheit ist. Ob dies gewährleistet ist, kontrolliert das Verkehrsarbeitsinspektorat vor Erteilung einer Betriebsgenehmigung für ein Fahrzeug oder einen Tunnel - und das gilt dann quasi zugleich als Norm für alle Verkehrsträger in Österreich.

Bahnbetreiber fürchten nun um ihren One-Stop-Shop: Aus einem Verkehrsarbeitsinspektorat könnten 19 werden, würde dieses an die Regionalstruktur der Arbeitsinspektorate im Sozialministerium angepasst. In Bures' Kabinett sieht man darin kein Problem. Es würden lange Fahrzeiten wegfallen und es gebe im Sozialministerium auch mehr Fachpersonal für Arbeitnehmerschutz. Fix sei aber noch nichts. Man sondiere Einsparungsmöglichkeiten, sagt eine Sprecherin.

"Ich halte das nicht für gscheit", sagt Martin Gleitsmann, Leiter Sozialpolitik der Wirtschaftskammer. Verkehrsunternehmen seien sehr speziell, daher gehe es um eine Spezialbehörde. „Zersplitterung macht alles komplizierter", sagt Robert Woppel vom Fachverband Schienenbahnen, „das sollten wir vermeiden." Der Gesetzgeber sagt übrigens, dass der Arbeitnehmerschutz in Genehmigungsverfahren integriert sein muss, gibt ein mit der Materie vertrauter Rechtsexperte klar. Daher wäre kontraproduktiv, die einzige bundesweit agierende Behörde zu regionalisieren. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.1.2012)

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revisor69
07.02.2012 09:12
Schwachsinn sondergleichen

Die Verlagerung des VAI an andere zuständige AI kann nur im Fiasko enden. Das Eisenbahnwesen erfordert sehr viel technisches Know-how, vielleicht darin der Grund in der Zerschlagung, indem man dieses Fachwissen in gebündelter Form nicht mehr haben möchte!

Es würde ich nicht wundern, wenn dieser Vorgang auf Wunsch der ÖBB-Holding geschieht, denn Kuntner vom VAI ist ein gefürchteter Mann, der bestimmten Herrschaften ihre Eigenheiten austrieb.

Es ist ja nichts neues, daß die ÖBB sich weder an Verträge, VO, Gesetze oder an die B-VG gebunden fühlt.

Business99
30.01.2012 07:55
Sparen ala Bures - nie wirklich

Echt BMVIt - sparen am Papier und nie wirklich, das ist bei der Ministerin so und natürlich bei all ihren Firmen - weil wenn die Chefin das Sparen nie ernst meint, warum dann Kern, der eh nur Medienlächeln statt echter Veränderung und statt Sparen am Programm hat.
So wird das nichts - wenn dann sollte Bures das Minsterium abgeben, das wäre sinnvollstes Sparen

fredi 1990
05.02.2012 21:11
gespart wird schon - aber nur bei den "kleinen"!

Havarie
28.01.2012 21:48
...muss beispielsweise ein Ubahnzug

evakuiert werden, darf der Ubahnführer den Zug erst verlassen, wenn der letzte Passagier in Sicherheit ist.
Das wird geprüft und wenn dies nicht zutrifft, gibts keine Zulassung....???
Toll wie prüft man so was und wie kann der Ubahnführer wissen ob der letzte seiner Gäste "in Sicherheit" ist??? Geht er nachschauen? ..natürlich ohne den Zug zu verlassen...oder wie?? Langsam beginne ich zu verstehen woher dieses fürchterliche Defizit der Bahn kommt!

didi111
28.01.2012 19:47
Ich versuche mal das ÖBB-Bashing im Forum aufzunehmen..

Haut man auf die ÖBB hin, so wäre auch die Beantwortung folgender Frage sinnvoll:

Die NÖVOG hat in Niederösterreich die Nebenbahnen vor über einem (!!) Jahr von den ÖBB übernommen.

Das kann man schön nachgoogeln.

UND jetzt wäre doch interessant, einmal einen Bericht seitens des Landes NÖ zu hören oder darüber zu lesen, wie es ihnen dabei ergangen ist?

DANN, und nur DANN kann man beurteilen in der Gegenüberstellung, wie die ÖBB gewirtschaftet hat im Verhältnis zu einem anderen Betreiber..

Wäre ehrlich interessant, würde sich einmal der STANDARD dieser Sache annehmen und in St. Pölten nachfragen, wie sich dieses Angebot rechnet und anschliessend uns darüber informieren.

R. Lexer
28.01.2012 21:50

Bis auf zwei Strecken ist alles stillgelegt worden. Auch eine Art zu wirtschaften ...

MA_dam
28.01.2012 15:18
Die ÖBB sind österreichs finanzielles Grab

luke skywalker
28.01.2012 16:57
So is es

hat mall einer vorgerechnet in diesem Forum:

Was der ÖBB die letzten Jahrzehnte hinten reingesteckt worden ist - macht inkl. Zinseszins in etwa die Höhe unserer Staatsschulden aus.
Sprich: ohne ÖBB wären wir schuldenfrei.

Aber wennst in Ö gegen diese unglaubliche Geldvernichtung anrennst kommst auf den Scheiterhaufen.
So wie man im Mittelalter auf den Scheiterhaufen kam wenn man behauptete, die Erde kreise um die Sonne.

Da kannst nix machen !!

.::.wanderfalke.::.
 
03.02.2012 23:14
215 Mrd Staatsschulden ...

stehen 1.400 Mrd Vermögen in privater Hand gegenüber. Um mal die Positionen zu benennen. Die Infrastruktur der ÖBB wurde über Jahrzehnte im wesentlich geringeren Ausmass ausgebaut bzw. erneuert, als das im Vergleich im Straßenbau geschah (AT ist das Land mit der größten Autobahn-Kilometer-Dichte in EU). Auch wenn wir ab Dezember 2012 zwischen Wien Hauptbahnhof und Linz Hbf auf einer weitestgehend erneuerten und mit Geschwindigkeiten weit jenseits der 200 km/h befahrbaren Strecke reisen werden. Die Investitionen in die Bahn-Infrastruktur sind wesentlich länger wirksam, als die in den Straßenbau (Betondecken sind nach 25 Jahren kaputt, Stahlbetonbrücken oft schon nach 20 Jahren).

luke skywalker
04.02.2012 11:15
Welches Vermögen ??

Wie setzt sich das zusammen ??

Das fiktive Vermögen von Grund und Boden der Landwirtschaft ??
Das Betriebsvermögen aller Gewerbebetriebe ??
Wollen Sie die verstaatlichen wie unter dem Kommunismus ??

usw...

Keine Frage gibt es Vermögende. Was aber da heute für Zahlen aufgetischt werden, ist nichts als populistische klassenkämpferische Neiddebatte unterhalb jeglichen Wirtshausnieveaues.

Im übrigen liegen Personen-km von Straße: Bahn in etwa bei 10:1.
Da ist es wohl legitim mehr in die Straßen zu investieren.
Wie wollen Sie im Übrigen zum Bahnhof kommen ohne Straßen ?? durch die Wiese ??

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28.01.2012 19:40

Also denken wir mal nach und überlegen uns wie es in Österreich wäre, wenn nach dem 2. WK die Eisenbahn einfach abgeschafft worden wäre... wir denken weiter und kommen auf einmal drauf: Man kann es sich nicht vorstellen. Die Voest und jeder andere mittlere und größere Metallbetrieb würde nicht existieren, wie auch der Großteil der restlichen Industrie, es gäbe ungefähr 100 Millionen LKW pro Woche mehr auf den Straßen des Landes, likewise gäbe es 50,000 km an Straßen mehr, 85% der Menschen des Landes wären bei Großgrundbesitzern im Agrarbereich tätig und der Rest der Welt würde Österreich nicht mal auf der Landkarte sehen wollen, weil man Angst hätte alleine davon schon zu verblöden. Und wir schauen dumm aus unseren Holzlehmhütten raus.

MA_dam
01.02.2012 15:43
Deine Überlegung ist Blödsinn, weil die Bahn in Österreich den geringsten Anteil am

Gesamtverkehrsufkommen bei Gütern und Personen hat.

Für bestimmte Güter ist die Bahn sinnvoll, aber für den Rest nicht.

Vor allem der Personenverkehr ist ein zu vernachlässigender Faktor.

luke skywalker
28.01.2012 19:58
Stellen Sie sich vor

man hätte alle unsinnigen - weil praktisch leerfahrenden Züge und die Strecken wo die verkehren schon vor 40 Jahren eingestellt.
Dazu hätte man die Bahn effizient wie ein Privatunternehmen gemanaged, sinnlose Infranstrukturprojekte nicht durchgeführt und das Penstionsantrittsalter wäre bei 65 Jahren.

Man würde trotzdem ~80% der derzeitigen Transportleistung (v.a. beim Güterverkehr) haben - aber anstatt ~ 7 Mrd würde uns die Bahn nur 1-2 Mrd kosten.

Und beim Personenverkehr ist das Verhältnis Straßen-km/Bahnkilometer ~ 10:1.
Würden alle Bahnfahrer alleine im PKW sitzen hätten wir 10% mehr Verkehr auf der Straße. Das würde man im Schnitt gar nicht merken.

.::.wanderfalke.::.
 
03.02.2012 23:20
Wo es ein kundenfreundliches Angebot gibt, gibt es auch Nachfrage

luke skywalker
04.02.2012 11:21
Nachdem man die Bahnkarten fast herschenkt

bzw. zu 80% subventioniert und den Autofahrer immmer mehr besteuert - obwohl der ohnehin schon 300% seiner Kosten zahlt - also da rühmt man sich dann wenn dann eine handvoll Passagier im Zug sitzen.

Weil üblicherweise sitzen in einer Nebenbahn 3 Leute.
Um das zu wissen brauche ich nur aus dem Fenster zu schauen. Wohne an einer dieser sinnlosen Geld- und Energievernichter.
Kein Mensch braucht die wirklich.

wieso auch nicht
28.01.2012 16:08

Und dieses Forum Österreichs geistiges...

der_kleine_pariser
 
27.01.2012 23:14

>Recht und -behörden seien seit der Reform 2003 bereits zersplittert genug, gibt man in betroffenen Fachverbänden in der Wirtschaftskammer zu bedenken.

Damals wurde das Eisenbahnwesen förderalisiert:_Der Bund ist nur mehr für Hochleistungsstrecken zuständig, die Länder für Nebenbahnen und für die rund 1500 Anschlussbahnen sind die Bezirkshauptmannschaften zuständig. In Summe kommt Österreich nun auf 132 Eisenbahnbehörden.<

132 Eisenbahnbehörden! Danke, Wolfgang

luke skywalker
28.01.2012 16:59
Das ließe sich leicht bereinigen

die sinnlosen leerfahrenden, Geld- und Energievernichtenden Nebenbahnen ohne Ausnahmen liquidieren - schon gibts sehr viel weniger "Eisenbahnbehörden"

Landbus Bregenzerwald
28.01.2012 20:28

Wie definierst du eigentlich Nebenbahn? Viele sind nämlich ohnehin nicht mehr übrig.

der_kleine_pariser
 
28.01.2012 22:55

Der Luke definiert gar nix.

der schreibt seit jahren immer nur den gleichen Stumpfsinn.

nursohalt
27.01.2012 21:06
Das Zauberwort "Eisenbahn" lässt wieder mal die Wogen hochgehen.

Was können die Eisenbahner dafür??? Da geht es was ich lese um Ministeriumsangelegenheiten.
Hauptsache, man kann wieder über die Bahn wetter, weiter so ..., manche sind wirklich leicht zu unterhalten.

R. Lexer
28.01.2012 08:10

Ist das Ihr erster Ungerböck-Artikel? ;)

Avatar
28.01.2012 19:43

Es ist als ob ich einen Artikel von Ausserirdischen auf Altair schreiben würde. Noch nie einen gesehen, keine Ahnung obs dort welche gibt und ich war noch nie auch nur in der Nähe dieses Sonnensystems - aber ich bin ein Experte :)

nursohalt
28.01.2012 10:21
:) eigentlich nicht, aber Sie haben recht,

alles sollte man nicht ernst nehmen.
Aber es wird immer alles in einen Topf geworfen und die Bahn ist ein willkommenes, da ungeliebtes Opfer.
Ich bin schon auf die Zeit der privaten Bahnen gespannt, lange dauert es nicht mehr, wenn wieder Schwarz-Blau kommt, ist alles weg.
Dann bleibt noch in Wien eine Zentrale, die Wünsche äußern kann und fertig.
Vielleicht ist die Bahn auch nicht mehr zeitgerecht, es hat eh jeder ein Auto und um die Umwelt soll sich der Nachbar kümmern.

uabigboss
28.01.2012 20:19

alles?

Ungerböck!

;)

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