"Office on Demand als Zusatzangebot"

Interview
  • Alexander Strohmayer: "Unsere Berechnung beruht auf der Annahme, dass sich jedes Neno-Mitglied im Durchschnitt 2,5-mal pro Monat bei uns einmietet."
    foto: neno

    Alexander Strohmayer: "Unsere Berechnung beruht auf der Annahme, dass sich jedes Neno-Mitglied im Durchschnitt 2,5-mal pro Monat bei uns einmietet."

Bis Herbst werde man wissen, ob das Konzept erfolgreich ist, meint Neno-Chef Alexander Strohmayer

Zwei weitere Neno-Offices in Wien sind bereits in Bau. Bis spätestens Herbst werde man wissen, meint Neno-Chef Alexander Strohmayer im Gespräch mit Wojciech Czaja, ob das Konzept erfolgreich ist.

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STANDARD: Ein Arbeitsplatz im Neno-Office kostet 39 Euro pro Tag. Das ist mehr als der Stundensatz der meisten Selbstständigen.

Strohmayer: Neno ist kein klassisches Büro, in dem man sich an 30 Tagen im Monat einmietet. Das würde sich niemals rechnen. Es ist vielmehr ein ergänzendes Angebot an all jene, die bei bestimmten Arbeitsprozessen mit Home-Office, Café und Park nicht mehr das Auslangen finden oder einmal für bestimmte Zeit eine bessere Ausstattung wünschen. Neno ist ein On-demand-Office für wenige Stunden oder wenige Tage.

STANDARD: Sie sind aber teurer als Ihre Konkurrenten. The Hub Vienna und Sektor 5 beispielsweise verlangen maximal 15 Euro pro Tag.

Strohmayer: Das ist ein ganz anderes Modell. The Hub Vienna und Sektor 5 sind zwar ganz charmante Offices, aber das ist, als würde man ein Studentenheim mit einem Fünfsternehotel vergleichen. Wir bieten unseren Kunden eine schön designte Umgebung und eine viel ausgereiftere Infrastruktur am neuesten Stand der Technik an - mit Top-Equipment für interaktive Videokonferenzen.

STANDARD:  Gibt es diesen Bedarf?

Strohmayer: Wer einmal im Leben Mindmapping auf einem Smart-Board gemacht hat, wird es nie wieder missen wollen.

STANDARD: Wie viele Mitglieder benötigen Sie, um Gewinn machen zu können?

Strohmayer: Wir haben sehr konservativ kalkuliert. Unsere Berechnung beruht auf der Annahme, dass sich jedes Neno-Mitglied im Durchschnitt 2,5-mal pro Monat bei uns einmietet. In diesem Fall bräuchten wir rund 400 Mitglieder, um ausgelastet zu sein.

STANDARD: Wie viele gibt es bisher?

Strohmayer: Bis jetzt gibt es 170 Online-Anmeldungen. Damit ist der erste Standort in Mariahilf bereits zu 30 Prozent ausgelastet.

STANDARD: Wie lange geben Sie sich Zeit, um sich zu etablieren?

Strohmayer: Die nächsten zwei Neno-Standorte in Wien werden im Februar und Sommer eröffnet. Ich gehe also davon aus, dass wir spätestens im Herbst wissen werden, ob das Konzept so angenommen wird, wie wir uns das vorstellen, oder nicht. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.1.2012)

ALEXANDER STROHMAYER (40) studierte Musik und Elektroakustik. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Neno Projektentwicklungs GmbH.

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