Sozialpartner

Streit um Ideen für das Budget

27. Jänner 2012, 17:58
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    Leitl: "Stoppt Besteuerer."

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    Muhm will Vermögenssteuern.

Eine Seite will ausschließlich sparen, die andere vor allem die Steuern erhöhen: Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geben sich gar nicht sozialpartnerschaftlich

Wien - Die Klassenkluft war unübersehbar. Auf der einen Seite Tafelspitz beim noblen Plachutta, auf der anderen belegte Brote im fahl ausgeleuchteten Sitzungszimmer - und auch die "Begleitmusik" strotzte vor Dissonanzen. Zu Hintergrundgesprächen hatten die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geladen. Doch sozialpartnerschaftlich ging es dabei gar nicht zu.

"Klassenkämpferische Parolen" vernimmt Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, auf der Gegenseite, die an dem Ast säge, "auf dem wir sitzen". Wirtschaftskammerchef Chistoph Leitl schickt die Parole "Stoppt die Besteuerer, stärkt die Erneuerer" nach, begleitet von einer düsteren Vorahnung: Nur weil man "nicht fähig ist", das Einsparungspotenzial im Staat zu heben, wolle man den Wirtschaftstreibenden nun "in die Gurgel hineinschneiden".

So will Werner Muhm nicht verstanden werden. "Wir wollen kein Unternehmervertreibungsprogramm und auch nicht, dass die Republik brennt", sagt der Arbeiterkammerdirektor. Heruntersteigen von ihrem Programm, das Steuererhöhungen von bis zu 5,4 Milliarden Euro vorsieht, wollen die Arbeitnehmerlobbyisten dennoch nicht. Große Chancen gibt Muhm der Steuer auf Widmungsgewinne, die demnach erst beim Verkauf eines umgewidmeten Grundstückes fällig würde, und einer Solidarabgabe für Spitzenverdiener, wobei AK und Gewerkschaft eine Anhebung des Spitzensteuersatzes lieber wäre als eine Beschränkung der Steuerbegünstigung für das Weihnachts- und Urlaubsgeld. Auch mit Einschnitten bei der für Konzerne günstigen Gruppenbesteuerung rechnet der Kanzlerberater.

Auf die Palme bringen die Arbeitgeber auch zwei andere Ideen: Weil, wie Gewerkschaftssekretär Bernhard Achitz sagt, Überstunden Jobs kosteten und krank machten, sollten Unternehmer pro geleisteter Stunde - pro Jahr sind es 350 Millionen - einen Euro abliefern, der auf Arbeitslosen- und Krankenversicherung aufgeteilt wird. Auch die erste Arbeitslosenwoche nach einer Kündigung sollen die Arbeitgeber zahlen - pro Jahr gebe es an die 80.000 Fälle, in denen Arbeitnehmer auf Kosten der Allgemeinheit in die Arbeitslose geschickt würden, weil es dem Dienstgeber aus Produktionsgründen gerade passe.

Nach dem "Aderlass" vom letzten Sparpaket könne die Wirtschaft nicht noch einmal "bluten", hält Leitl entgegen und ruft nach dem Kanzler, um den "Standort Österreich" zu retten. Aufschreie gibt es aber auch auf der Gegenseite: Mehrere Gewerkschaften protestieren gegen Einschnitte bei den Beamten, die auf ihre Biennalsprünge verzichten sollen - mit der Warnung vor Streikbeschlüssen. (Gerald John, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.1.2012)

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20 Postings
jane doe2
01
29.1.2012, 15:26

Wenn jemand sich in seinem Leben ein Haus oder eine Wohnung hart erarbeditet hat, und diese(s) dann mit ca. 60 abgezahlt hat, dann gehört er sicher nicht zu den reichen, die immer reicher werden! Das ist totaler Schwachsinn und Kommunismus. Jene, die aber ihr ganzes Leben lang zwei bis drei mal im Jahr in der Welt Urlaub machen, große Autos fahren und ihr Geld verjubeln, haben am Ende nichts, und gehören dann noch zu den Armen! Diese ganze Debatte wie sie im Moment läuft ist komplett pervers. Diese ÖGBler sind nur noch peinlich und kriminell! Es übertreiben aber auch die 'Wirtschaftsfvertreter, die alles für ihre Klientel rausholen, das die wirklich Reichen am Ende keine Steuern mehr zahlen. Der "Mittelstand" bleibt am Ende der Depp.

Sky7
10
29.1.2012, 14:44
Gerechtigkeit ist gefragt, wird es aber wohl wie üblich nicht geben

Wenn Reiche immer reicher, und Arme immer ärmer werden, ist es eigentlich offensichtlich, woher das Geld kommen sollte.

schlitzohrlinski
22
28.1.2012, 18:39
SP Lüge über die Erbschaftssteuer: Mittelstand voll betroffen!

Das gehört einmal ganz klar festgestellt.

Wenn die Freibetragsgrenze schon mit 300 000 € festgelegt werden soll, dann wird natürlich der Mittelstand geschröpft werden - bzw. klarerweise deren Kinder.

Eine Eigentumswohnung in einer halbwegs guten Gegend wird dann gleich einmal über dieser Grenze sein.

Dann schauen wir uns mal wie viele es sich dann leisten können das Erbe anzutreten.

Vorher war ja bei der SPÖ immer die Rede es werde so ab 500.000€ beginnen. Als sie nachgerechnet haben, sind sie draufgekommen, dass damit kein namhafter Betrag zusammenkommen wird.

Quelle zur Erbschaftssteuer: Kurier

Da reden wir noch gar nicht davon, dass auch die Arbeitskosten erhöht werden sollen - grenzgenial!

Sky7
10
29.1.2012, 15:17
Tatsachen sehen anders aus

Laut Profil:
Ausgangsmaterial war die Erhebung des Immobilienvermögens privater Haushalte im Wert von 880 Milliarden Euro, das allerdings höchst ungleich verteilt ist.

Nur etwa zwei Prozent aller Haushalte besitzen rund 40 Prozent des gesamten Immobilienvermögens.

Der durchschnittliche Häuselbauer verfügt über einen Hauptwohnsitz im Verkaufswert von 260.000 Euro.

Mit einem Hauptwohnsitz, der 450.000 Euro wert ist, zählt man bereits zu den bestvermögenden fünf Prozent der Bevölkerung.

Freigeistin1
30

# bestvermögenden fünf Prozent der Bevölkerung.#
Ja, und dafür soll man von den Sozis natürlich bestraft werden. Fleiß und Leistung und va. Eigentum ist ja gar nicht in ihrem Sinn.

baroli
01

Sie gehören doch sowieso nicht dazu, warum regen Sie sich dann künstlich auf?

Sky7
12
Wenn man zu den bestvermögenden fünf Prozent der Bevölkerung gehört

hat das mit Fleiß- und Leistung in der Regel wenig zu tun. Mit Arbeiten und Leistung erbringen kommen Sie dort nicht hin.

Freigeistin1
10

Wir haben uns jeden Cent selbst erspart und erarbeitet - und dafür haben wir auch ein Eigenheim was weit über dem genanntem Durchschnittswert liegt.
Dafür sehe ich nicht ein, dass unsere Kinder was an den Verschwender Staat abliefern sollen - aber keine Sorge: Man kann das schon umgehen ;-)

Weltfremd ?
10
Leider sehe ich das nicht so,

Erbschaften sind Einkünfte der Individuen ohne Gegenleistung. In dem Sinne ist die Besteuerung gerechtfertigt. Es sollten alle Einkünfte unabhängig von der Herkunfstart entsprechend versteuert werden müssen.

Freigeistin1
10

Schwachsinn.
Der Hr. Mateschitz hat also Ihrer Meinung nach nichts gearbeitet, oder der Hr. Wlaschek ....

Und mit einem Eigenheim in der Höhe von rd. 4-500.000,-- (Verkehrswert!) ist man noch lange nicht reich!!!

So kann eigentlich nur der Besitzlose Mietwohnungsbewohner reden, der das Geld lieber in jährliche Urlaube steckt.

Sky7
11
Bei jeder Regel gibt es auch Ausnahmen.

Mateschitz ist wohl eine davon. Es gibt aber mit Sicherheit wesentlich mehr Lotto-Millionäre in Österreich als Menschen, die selbst so viel geschaffen haben. Selbst in diesem Fall lasse ich das "durch Arbeit und Leistung alleine geschaffen" mal so dahingestellt.

Wenn auch Sie zu diesen Ausnahmen gehören, Gratulation.

Natürlich, wenn Ihnen die Argumente ausgehen, machen Sie sich halt mit persönlichen Angriffen lächerlich.

"aber keine Sorge: Man kann das schon umgehen ;-)"
Selbstverständlich. Meistens waren solche Strategien auch sehr hilfreich beim Schaffen des angeblich durch Fleiß- und Leistung erworbenen Vermögens. Manches entlarvt sich eben selbst.

Freigeistin1
00

Der Neid ist ein Hund ...

Sky7
11
... aber nicht annähernd so schlimm wie die Gier!

Freigeistin1
00

Beides ist gleich schlimm. Allerdings bei einer Abgabenquote von über 50% von Gier zu sprechen ist lächerlich!
Man zahlt in Ö bereits mehr als genug Steuern - u Abgaben!

Sky7
10
Keineswegs

Neid ist zwar kein schöner Charakterzug, jedoch schadet man sich damit hauptsächlich selbst. Gier dagegen ist erbärmlich und man schadet damit meist Anderen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Den Gierigen ist es völlig gleichgültig, ob es immer mehr Arme gibt und diese immer ärmer werden. Solange sie selbst dabei immer reicher werden ist alles ok für sie.

Dass die Gierigen damit leider immer erfolgreicher sind, wird durch die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich bewiesen.

schlitzohrlinski
01
28.1.2012, 18:47
ok also die arbeitskosten, sprich lohnkosten erhöhen & vermögen- und erbschaftssteuern, dafür keine reformen im pensionsbereich

bitte gehts noch irgendwie.

1. war/ist auch bei denen, die für vermögens- und erbschaftssteuern eintraten davon die rede gewesen, dass die lohnkosten, lohnsteuern & sv-abgaben, reduziert gehören. z.b. beim wifo.

2. was wollen ak & ögb: das die leute gar keine möglichkeiten mehr haben sollen sich eigentum aufzubauen?

3. weil im sozialbereich mit der drohenden demografischen katastrophe darf ja nichts geänder werden

4. dafür dürfen die jungen dann was haben: keine staatlich gesicherte pension, stark reduzierte sozialleistungen bei einer gleichzeitig höheren allgemeinen steuerlast

5. womit sie auch privat dann nicht mehr vorsorgen können

6. sprich die lösung der probleme soll nonchalant auf die jungen abgewälzt werden

solidarität oder?

max ritz
00
28.1.2012, 17:30
ACHTUNG ABZOCKE

bei Anhebung des Spitzensteuersatzes wird die KESt automatisch mit angehoben - also alle kleinen Sparbüchlsparer werden wieder geschröpft

Der dicke Michl
00
29.1.2012, 20:39

Die KESt hat mit der ESt nichts zu tun, ausser dass beide Erträge endbesteuern. Bitte nennen Sie Ihre Quelle.

MiFi
12
28.1.2012, 14:33
Vielleicht sollten die Herren Muhm und Achitz

nach Nordkorea oder Kuba gehen - dort werden sie mit ihren krausen Ideen sicher gehört - in einer westlichen Demokratie haben die beiden nichts verloren.

btw - warum wird mit den beiden Komikern überhaupt noch geredet, mehr als das Land endgültig zugrunde richten können die beiden doch eh nicht

jane doe2
310
27.1.2012, 20:25

Ich muß lachen, aber in dem Land wird sich nichts ändern. Bevor das passiert hört die Erde auf sich um die Sonne zu drehen. Diese Land wird wohl brennen müssen bevor sich etwas ändert, so schade es um das Land ist. Österreich ist durch dieses Politsystem schon zu tief im Dreck, Korruptions- und Machtsumpf!

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