"NYT"-Chefin Abramson

"Das Bezahlsystem war eine sehr gute Idee"

Interview | 27. Jänner 2012, 17:04
  • Artikelbild
    foto: apa/epa/fred r. conrad/the new york times

    Chefredakteurin der "New York Times": Jill Abramson

Die Chefredakteurin der "New York Times", Jill Abramson, war über das Echo nach ihrer Bestellung überrascht - Die Vergebührung des Internetangebots funktioniere gut

STANDARD: In Davos haben Sie mehrfach gesagt, Sie sind stolz darauf, die erste Chefredakteurin der "New York Times" in ihrer 160-jährigen Geschichte zu sein.

Abramson: Es bedeutet mir etwas, aber ich habe auch ein riesiges Echo von anderen Frauen bekommen, vor allem von jüngeren Frauen. Ich war überrascht darüber, dass Frauen und Männer, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, das als Signal gesehen haben.

STANDARD: Sehen Sie sich als Rollenmodell im Journalismus?

Abramson: Es liegt nicht an mir, das zu beurteilen. Das ist eine Benchmark in der Gesellschaft. Die New York Times ist eine sehr wichtige Institution in den USA. Jede, jeder mit genügend Talent und der richtigen Ausbildung kann aufsteigen.

STANDARD: Was wollen Sie bei der "New York Times" ändern als Chefredakteurin?

Abramson: Wissen Sie, Veränderungen an sich, sind meine größten Herausforderungen: der Weg, wie sich Nachrichten in der Welt verbreiten. Darauf müssen wir reagieren.

STANDARD: Planen Sie mit der Zeitung einen Relaunch?

Abramson: Die New York Times ist die beste Nachrichtenprodukt, das es gibt. Das heißt nicht, dass die Zeitung nicht angepasst werden soll. Dass man nicht die Frage stellen soll, sind wir zeitgemäß? Ich arbeite mit den talentiertesten Journalisten der Welt. Mehr will ich dazu nicht sagen.

STANDARD: Im März haben Sie ein Bezahlsystem für ihr Internet-Angebot eingeführt. Sie veröffentlichen keine Zahlen. Aber: Funktioniert das System?

Abramson: Ja, sehr gut. Das Bezahlsystem war eine sehr gute Idee.

STANDARD: Würden Sie ein solches Online-Bezahlsystem auch anderen Verlagen empfehlen?

Abramson: Ich würde es nicht für jedes Medium empfehlen, aber für die New York Times ist das ein sehr guter Weg. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD; Printausgabe, 28./29.1.2012)

Zur Person
Jill Abramson (57) ist seit September 2011 Chefredaktuerin der "New York Times" . Sie studierte an der Havard University Geschichte und Literatur. Seit 1997 arbeitet sie bei der "New York Times" . Vor ihrem Wechsel an die Spitze arbeitete sie ein halbes Jahr in der Online-Redaktion, die danach der Printredaktion angegliedert wurde.

Kommentar posten
16 Postings
Charly Foot
00
29.1.2012, 18:45
na das war ja sicher ein nettes, unbedeutendes schwätzchen!

übrigens: copy-paste des titels des NYT-artikels in die google suchmaschine und man kann ihn gratis lesen - auch nach den 20 frei-artikeln.

Peter Beta
01
29.1.2012, 14:56

Schon viele Wort um die "Message" zu transportieren:

"Das Bezahlsystem für die Inet-NYT funktioniert gut."

Hurra! Wir werden bald zahlen dürfen!

Pfizerling
00
29.1.2012, 12:25

richtig liebevoll und fürsorglich.

Schade dass wir solche Personen nicht in Österreich haben

Fritz Meyer
02
29.1.2012, 10:33
"Ich bekomme mein Gehalt schliesslich auch für solche Aussagen."

yoghurtinator
 
13
28.1.2012, 10:54
Die N.Y.Times an Wert verloren

seit ich dieses Interview gelesen habe.
"Wir sind wichtig, wir sind selbstkritisch und trotzdem die Besten ... "
Da hätte man genauso das Meer anbrüllen können.

sirnicha
14
28.1.2012, 05:53
Ich arbeite mit den talentiertesten Journalisten der Welt. Mehr will ich dazu nicht sagen.

die gibts leider schon lange nirgens mehr, schon gar nicht in den usa

Captain Oglu
18
27.1.2012, 20:56
Das war kein Interview, sondern ein Kaffekränzchen

.. mit Journalismus hat das naturgemäß wenig zu tun. Leistungsträger eben.

MichaelMoore
01
28.1.2012, 03:35
Die hatten sich eben kurz getroffen und im Stehen ein bisserl geplaudert.

Machen viele so, wenn keine Termine frei sind.

sollte-passwort-ändern
 
00
27.1.2012, 20:48
Also ich kann die NY Times problemlos im Internet gratis lesen.

Warum zahlt da wer?

Fred B.
01
28.1.2012, 09:22
Nach Aufruf der limitierten kostenlosen Artikel

geht's nicht mehr weiter. Sie haben sich innerhalb des Gratisbereichs bewegt.
Allerdings lässt sich diese Sperre leicht überwinden, durch neuen Aufruf über einen proxy server.

cygnusxone
02
27.1.2012, 21:21

da gabs mal was von wegen 20 Artikel sind gratis pro monat.

der burli
01
27.1.2012, 19:49
"ja das bezahlsystem is super, aber zahlen sag ich keine...."

cygnusxone
11
27.1.2012, 19:35

sicher wichtige frau, aber nur 6 antworten und die sind sehr kurz gehalten.
hat wohl nicht viel zu sagen die gute frau.

oder typisch schreiberling. immer viele fragen stellen aber selbst keine antworten geben können/wollen.

MichaelMoore
31
28.1.2012, 03:33
Menschen mit schmalen Lippen sind keine Plaudertaschen

Wer Gesichter lesen kann hat mehr vom Leben und weniger Enttäuschungen.

thafritz
00
29.1.2012, 11:47

genauso wie der grissemann im bild darüber, richtig?

das war einfach einfach kein vollwertiges interview

Niemand & Keiner
01
28.1.2012, 11:36

Ich würde sagen, daß sie vom Typ "eiskalte Geschäftsfrau" ist.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.