Fehlgeburt

Schwangere abgewiesen zu haben war laut AKH-Chef "Fehleinschätzung"

27. Jänner 2012, 15:46

Krepler gegenüber Radio Wien: Nicht als Patientin wahrgenommen, die wegen Blutung Hilfe suchte

Wien - Im Fall der im Wiener AKH von Ärzten der Universitäts-Frauenklinik abgewiesenen Schwangeren, die später ihr Kind verlor, handelte es sich um eine medizinische "Fehleinschätzung": In einem Interview mit ORF-Radio Wien erklärte AKH-Chef und Ärztlicher Direktor Reinhard Krepler am Freitag, die Patientin sei durch die diensthabende Fachärztin "nicht wahrgenommen worden als Patientin, die die Hilfe der Ambulanz sucht wegen einer Blutung." Die Patientin hätte behandelt werden müssen. Man untersuche den Fall genau und habe bereits erste Konsequenzen gezogen. "Es war wahrscheinlich ein Kommunikationsmangel", fügte Krepler gegenüber der APA hinzu.

Die Frau, sie war schließlich im Krankenhaus Rudolfstiftung gelandet, wäre, so Krepler, zunächst im Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals "gut und richtig" behandelt worden (12. Jänner) und für den nächsten Tag wiederbestellt worden. Die Frau habe aber dann die Ambulanz im AKH besucht. Dort sei es zu einer "Fehleinschätzung" gekommen. "Sie ist wahrgenommen worden als eine Patientin, die sich für die normale Geburt in einigen Monaten anmelden wollte. Sie ist nicht wahrgenommen worden als Patientin, die Hilfe der Ambulanz sucht wegen einer Blutung", erklärte der AKH-Chef. Die Fachärztin, welche die Patientin gesehen habe, sei eine besonders genaue, nette und einfühlsame Medizinerin.

"Uns tut das sehr leid"

Erst später habe sich der wahre Sachverhalt herausgestellt. Es sei damit klar, "dass die Patientin bei uns in der Ambulanz mit Ultraschall untersucht hätte werden müssen." Klinikchef Husslein und einer seiner Oberärzte hatten jede Verantwortung zurück gewiesen. Krepler als AKH-Chef hingegen: "Uns tut das sehr leid. Ich habe mich persönlich noch vor Erscheinen des ersten Zeitungsartikels bei der Patientin entschuldigt."

Ein laut dem Interview offenbar belegter Mangel in der Affäre, so der Leiter der Teilunternehmung AKH im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV): "Es gibt für Patientengespräche ein Formblatt, das auch vorsieht, dass das Patientengespräch dokumentiert ist. Das hat nicht stattgefunden." An sich wird an der Universitäts-Frauenklinik die Arbeit nach Leitlinien und Checklisten seit Jahren propagiert.

Laut Krepler muss der Vorfall jetzt einwandfrei geklärt werden. Dann würden von Husslein und MedUni-Rektor Wolfgang Schütz entsprechende Maßnahmen setzen. Mittlerweile wurden von der Leitung des AKH die Abläufe in der Ambulanz adaptiert. Der AKH-Chef. "Es ist ausgeschlossen, dass sich ein solcher Fall wiederholt." Krepler betonte aber, dass in dem Fall kein Zusammenhang mit Diskussionen rund um die Finanzierung von Ärzten etc. an der Universitätsklinik bestehen könne: "Wir haben genug Ärzte und Schwestern in den Ambulanzen." Es gebe alle notwendigen Kapazitäten.

Ergebnisse in drei Monaten

Mittlerweile untersucht die MA40 (Sozial- und Gesundheitsrecht) den Fall. Die eingehende Prüfung im Detail wird allerdings sicher einige Zeit dauern. Mit dem Fall beschäftigt sich mittlerweile auch die Wiener Patientenanwaltschaft. Man werde die Spitäler um Stellungnahmen bitten und dann einen "Vertrauensarzt" zur Beurteilung derer zurate ziehen, sagte Patientenanwalt Konrad Brustbauer am Freitag. Sollte ein Fehler in der Vorgehensweise passiert sein, werde man die Versicherung einschalten, um für die Patientin Schadenersatz einzufordern. Ergebnisse erwartet er in spätestens drei Monaten. Man werde der Patientin "mit Rat und Tat zur Seite stehen".

Medizinisch gehören Schwangerschaftsprobleme, wie sie die Frau entwickelte, zur Routine in der Geburtshilfe. Insgesamt enden 50 Prozent der natürlichen Schwangerschaften nicht mit einer Geburt. In den meisten Fällen bemerken die Frauen nicht, dass sie schwanger waren, weil der Abortus so früh erfolgt. Das sei bei rund 30 Prozent gegeben. "Bei Frauen, die bereits wissen, dass sie schwanger sind, liegt das Risiko bis zur zwölften oder 13. Woche bei etwa 15 Prozent, sagte am Freitag der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Christian Marth (MedUni Innsbruck), gegenüber der APA. Der Grund für den Abortus liege zumeist in Defekten beim Ungeborenen begründet. Blutungen sollten jedenfalls ärztlich begutachtet werden. Bei solchen Zwischenfällen in den ersten Monaten der Schwangerschaft gebe es aber eigentlich keine therapeutischen Möglichkeiten. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 70
1 2
Wolfgang Ullram
00
30.1.2012, 17:56
es wird immer ärger:

http://kurier.at/nachricht... fehler.php

Es tut mir sehr leid, dass die Patientin ihr Kind verloren hat“, lässt nun Peter Husslein, Leiter der Uniklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Wiener AKH, im Fall jener schwangeren Wienerin wissen, die wie berichtet jüngst wegen akuter Blutungen nicht aufgenommen wurde.

Fachlich und inhaltlich gesehen habe es jedoch von der betroffenen Ärztin keinen Fehler gegeben, so Husslein. Die Frau sei zwar offenbar fälschlich von der Geburtsanmeldung an die Ambulanz zugewiesen worden.

unpackbar der 99/100er

Proconsul
00
29.1.2012, 20:14
Hat sich schon ein

Opferanwalt eingeschaltet?

quaksi5
00
29.1.2012, 09:59
Kein Einzelfall

Ich kann nur jeder schwangeren Frau raten, weder ins AKH noch SMZOst bei Problemen in der Schwangerschaft vor der 16. Woche zu gehen.

Meine Erfahrungen mit dem AKH: 1. Fehlgeburt - starke Blutungen, ich hab trotz positivem Schwangerschafttest und den Blutungen viereinhalb Stunden auf die Untersuchung gewartet, während der Untersuchung hatte ich dann die "Geburt".

Beim zweiten Mal wartete ich 6 Stunden, um mir dann bei der Ultraschalluntersuchung sagen lassen zu müssen, dass man "fast keinen Herzschlag mehr erkennen könnte",...

Vorstadtmama
 
12
30.1.2012, 12:22
...auch Ärzte können nicht zaubern...

Als ich bei meiner zweiten Schwangerschaft mit Blutungen panisch ins Spital gelaufen bin, hat man mich auch wieder nach Hause geschickt. Ich solle mich so bald wie möglich flach hinlegen, so der ärztliche Rat. Ein Spitalsaufenthalt könnte in dieser Situation (Keime) sogar schädlich sein.

Wolfgang Ullram
23
28.1.2012, 19:27
für alle die

der "leider nicht" patientin die schuld zuschieben wollen

http://kurier.at/nachricht... im-akh.php

sie war schon beim 1. kind eine patientin im akh- zugewiesen vom GH weil: tadaaaa:
risikoschwangerschaft!!!!!!

gell - dschungeltier!!!!!!

Anton Friesl
00
28.1.2012, 17:26
Macht jetzt der Foromat auch schon die Überschriften?.,.

Black Widdow
00
28.1.2012, 15:02
Sie können froh sein, nicht in NÖ am WE ein Notfall zu sein

Ein Bekannter hatte das Pech, am Sa einen Schlaganfall zu haben, der des Deutschen kaum mächtigen Rettungsärztin musste die Diagnose erst mitgeteilt werden, und dann blieb er im Krankenhaus stundenlang ohne Therapie mit der Begründung, am WE ist zu wenig Personal vorhanden.......

odrr
00
28.1.2012, 18:42

wie hat die rerrungsaerztein dann medizin studiert, oder die arbeitserlaubnis bekommen..?
waere schon intereesant welches krankenhaus das war, ist ihr bekannter oder seine verwandten wenigstens zum patientenanwalt gegangen?

Black Widdow
01
29.1.2012, 14:58
Das spielte sich nur 20km nördlich von Wien im Weinviertel ab

und zwar 1999, zur Weiterbehandlung wollte ihn das Krkh nach St. Pölten schicken, durch meine Intervention kam er dann ins AKH Wien, wo er bestens betreut wurde.

odrr
01
29.1.2012, 15:13

danke fuer die antwort!

ich hoffe nur wenigstens, dass sich in den letzten 12 jahren, die versorgung in nö gebessert hat.

Black Widdow
00
30.1.2012, 15:19
Das bleibt zu hoffen, das besagte Krkh wurde in den letzten Jahren erneuert

Um Missverständnisse auszuräumen, meine "Intervention" war der Rat, einen Kassen-Internisten in Wien aufzusuchen, der meinen Bekannten nach eingehender Untersuchung ins AKH einwies, ganz ohne "Vitamin B" oder Promibonus.

Wolfgang Ullram
00
28.1.2012, 19:25
muahahaha

wie oft warens in den letzten 10 jahren bei einem anderen als hausarzt?

es gibt mehr ärzte mit ost-europäischem akzent als ohne ....

in spitälern und zb. med. techn. laboren zur blutabnahme und dergl.

und da bei den meisten ärzten der ärztenotdienst nicht gar so beliebt ist, kommen die gerne und öfters
zum einsatz

nicht dass die per se schlechter sind, im gegenteil da gibts mehr bemühen und auch beim blutabnehmen sind die 1000x kompetenter als zb turnusärzte (habe mal in lainz 75 min und 8 ärzte verschlissen, bis einer meine recht guten venen traf. beim privaten labor zum blutabnehmen dauerts 5 sec. und es fließt , auch ohne blaue flecken nachher)

Karl600
00
Blutabnehmen ist keine ärztliche Tätigkeit

Daß in Österreich immer wieder die Blutabnehmkompetenz als ärztliches Kompetenzkriterium hingestellt wird, ist schon amüsant. In den meisten Ländern der Welt brauchen das die Ärzte nicht machen, dafür muß man nicht Medizin studieren, sondern lediglich einen gesunden Tastsinn, gesunde Augen, gesunde Handmotorik haben. Und oft machen muß man´s. Wer´s häufig macht, kann´s gut, wie bei jeder manuellen Tätigkeit. Mit einem Medizinstudium hat das aber gar nix zu tun.

odrr
00
29.1.2012, 15:23

naja, ich persoenlich bin noch ziemlich gesund, doch trotzdem war ich oft in einem krankenhaus(andere kranke besuchen/betreuen)

dass mit de blutabnehmen: ja, die jungaerzte sind da noch nicht sehr erfahren, kann man glaube ich nicht mit einem labor vergleichen.
oft ist es ja auch so, dass im krankenhaus eine infusionnadel auch gesetzt wird......also ,die blauen flecken, koennen auch sehr unterschiedlich sein.

und habe eigentlich keine aerzte gesehen, die schlecht deutsch konnten, evtl. mit akzent, aber zum verstaendigen hat es volkommen gereicht.

ich mags auch nicht,wenn man/frau generalisiert und alle aerzte in einen topf wirft.

imir
10
28.1.2012, 14:05

Ins AKH sollte man sich nur einliefern lassen, wenn man den Zuweisungsschein für die Pathologie bereits an der großen Zehe befestigt hat.

dschungeltier
24
28.1.2012, 12:53

warum geht die patientin eigentlich ins akh obwohl sie schon in einem anderen krankenhaus untersucht wurde und wiederbestellt war?

Para Dox
00
Lies die Artikel im Kurier,

dann brauchst du hier keine unnötigen Fragen stellen. Sie wurde bei ihrer 1. Schwangerschaft vom GH ins AKH überwiesen, weil eine Risikoschwangerschaft festgestellt wurde. Und auch diesmal konnten die Ärzte im GH zur Blutung nichts sagen, worauf sie selbst ins AKH gefahren ist, was naheliegend und 100% nachvollziehbar ist.

major grubert
75
28.1.2012, 13:54
darf ich raten?

entweder sind sie ein mann oder dumm oder ...
wenn sie fuer irgendwann spaeter wieder bestellt sind ein kind im bauch tragen und es rinnt blut aus ihnen raus, was machen sie?
haende falten, goschn halten?

Vorstadtmama
 
10
30.1.2012, 12:38
...war schon mal in der Situation...

Ich habe auf die Ärzte gehört und mich flach hingelegt (Schwerkraft). Es hat eine Weile (Tage) gedauert, bis die Blutungen aufgehört haben...

odrr
12
28.1.2012, 18:54
die betonung war glaube ich auf ANDERES krankenhaus und nicht warum sie WIEDER einen arzt aufsucht.

in der kommunikation im akh scheint auf jeden fall einiges schief gelaufen zu sein, um das mal untertrieben auszudruecken.

aber trotzdem tauchen fragen auf, warum keine rettung, warum neues krankenhaus, hat sie sich z.b. im goettlichen heiland auch nicht gut betreut gefuehlt..?? wollte sie evtl. eine 2. meinung?? wurde die blutung vermittelt? warum wurde diese dann nicht ernstgenommen? hat sie gesagt, dass sie schon im goettlichen heiland war?

auf jeden fall schlimm, aber fragen wird man/frau doch duerfen,odrr?

hoffe die genaueren untersuchungen liegen bald vor und werden auch an die oeffentlichkeit kommuniziert....fuer die zukuenftigen schwangeren frauen

Chocoholic
02
29.1.2012, 12:24
Hat der göttliche Heiland eine Notfallambulanz?

Geht man nicht ins nächste Krankenhaus, wenns eine Blutung gibt und man sicher gehen möchte?

odrr
00
29.1.2012, 14:10

war es eben im akh die notfallambulanz oder die gynaekologische ambulanz?

wie konnte krepler noch anrufen bevor der erste artikel im kurier erschien und sie noch schwanger, also noch nicht in der rudolfsstiftunfg war?

warum hat die leitstelle der jeweiligen ambulanz es nicht geschafft, die daten von fr. w. im "computer" zu finden, denn sie war ja bei ihrer ersten schwangerschaft dort?

wie sie selber nun sagt, war sie mit dem goettlichen heiland eben nicht zufrieden war:
"Natürlich. Deshalb bin ich ja auch ins AKH gefahren, nachdem ich im Göttlichen Heiland keinen Grund für die Blutungen erfahren habe. Ich habe mich selbst als Risikoschwangerschaft eingestuft."

.......?!?!

same_shit
22
28.1.2012, 15:00

ich hätte mal gesagt, dass, auch wenn sie bestellt wurde, sie bei gleichbleibender oder sich verschlechternder symptomatik trotzdem jederzeit in die ambulanz desselben krankenhauses hätte gehen können, sogar sollen, da dort der fall bereits bekannt war.

major grubert
02
28.1.2012, 15:58
also ich

aber ich bin wahrscheinlich ein dummerl, wuerde bei einer akuten verschlechterung die naechst klinik in der naehe aufsuchen. aber ich kenne mich ja nicht aus.

aber ich weiss sowieso nicht ueber was hier noch diskutiert wird. das krankenhaus selber hat schon zugegeben das da einiges schief gelaufen ist von seiner seite und trotzdem tauchen poster auf die ihr halt doch ein "bisschen selber schuld" der patientin zuschanzen wollen.
witzig finde ich das bei einem anderen artikel wo sich "experten" geirrt haben ein jeder meint "selber schuld, haette sie halt eine weiter meinung eingeholt".

Chocoholic
00
29.1.2012, 12:25
Ich weiss auch nicht, was der Patientin hier zu Lasten gelegt werden will. An den Haaren herbei gezogene Logik der

Im Nachhinein irre supergscheiten selbst niemals Betroffenen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 70
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.