Offener Brief an Wrabetz

Roland-Rainer-Komitee will Zukunft des ORF-Zentrums mitbestimmen

27. Jänner 2012, 14:01

Forderung nach Offenlegung möglicher Absiedlungspläne

Das Roland-Rainer-Komitee sorgt sich um die Zukunft des ORF-Zentrums am Küniglberg und hat einen offenen Brief an Generaldirektor Alexander Wrabetz adressiert. In dem Schreiben fordert das Architektengremium Wrabetz auf, "in alle wesentlichen Pläne und Entscheidungen" rund um den von Roland Rainer konzipierten Bau eingebunden zu werden. Es sei nämlich zu befürchten, dass das ORF-Zentrum gefährdet sei.

Das Komitee, dem u.a. die Architekten Georg Driendl und Marta Schreieck sowie Ex-MAK-Chef Peter Noever angehören, ersucht den ORF-Chef zudem "höflich", die "Vorstellungen des ORF im Hinblick auf mögliche Absiedlungspläne" offenzulegen. Außerdem wird die "Offenlegung des vorgesehenen Umgangs mit den Gebäuden am Küniglberg (Nutzung, bauphysikalische, bauästhetische Maßnahmen etc.)" gewünscht.

Das Gebäude stelle eines der wichtigsten zeitgenössischen Architekturen dar und sei "eines der raren Beispiele in Österreich, im Rahmen dessen ein öffentlicher Bauherr mit einer Vision, klaren Vorstellungen und für eine kompromisslose Umsetzung erfolgreich gekämpft hat", so das Komitee in dem Brief an Wrabetz. Die Zukunft des ORF-Zentrums solle unter keinen Umständen "spekulativen Interessen des Marktradikalismus' unterliegen", es sei vielmehr als baukulturelle Aufgabe der öffentlichen Hand zu sehen.

Das fast 40 Jahre alte Gebäude am Küniglberg wird demnächst einer Sanierung unterzogen. Die Arbeiten sollen im zweiten Quartal beginnen. Im Zuge dessen müssen rund 600 Mitarbeiter zwischenzeitlich absiedeln. Außerdem gibt es seit längerem Spekulationen, dass der Rundfunk das jetzige ORF-Zentrum aufgeben und an einen anderen Standort - etwa nach St. Marx - übersiedeln könnte. (APA)

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12 Postings
exorfler
03
31.1.2012, 17:06
Wenn Roland Rainer so einen SCH...

zusammengebaut hat, dass dieser nach nur 40 Jahren unbrauchbar ist, dann soll das "Roland Rainer Komitee" auch die Sanierungskosten zahlen !!!

Betty Davis
07
29.1.2012, 10:31
es ist einfach hässlich,

jeder, der in der Nähe wohnt, weiß und sieht das jeden Tag - Rainer hin, Denkmalschutz her!

Abgesperrt durch eine kilometerlange meterhohe Betonwand, die rundgerum läuft und dem Gebäude dahinter den Charme eines Hochsicherheitstraktes verleiht.

Von der "Nicht-Angebundenheit" an das öffentliche Verkehrsnetz ganz zu schweigen - aber diese völlige Abgehebenheit ist ja mittlerweile ganz symptomatisch ...

Betty Davis
04
29.1.2012, 10:25
es ist einfach hässlich,

ich sag's grad raus
02
28.1.2012, 18:47
Wenn die Parteien, Landesfürsten und Lobbys in den ORF hineinregieren können...

...warum nicht auch ein Rainer-Komitee? Am Ende zahlt's ja eh der Gebührenzahler.

muppetbasher
04
28.1.2012, 10:49
Tolles Denkmal: Nach 40 Jahren schon bröselig! Und was ist an dem kasernenartigen Kasten schützenswert?

Da gibts es Gebäude, die sind schon hunderte Jahre alt, stehen immer noch schön da und sind nicht denkmalgeschützt!

Steinbrecher Karl
11
28.1.2012, 17:21
Mit Verlaub,

diese "hunderte Jahre alte Gebäude" wurden über die Zeit mit großem Aufwand und Fachwissen erhalten und restauriert. Wieso soll das beim ORF-Zentrum anders sein? Jedes Haus muss nach 40 Jahren saniert werden. Die Höhe der Summe erklärt sich unter anderem mit der Größe des Haues, das ORF-Zentrum umfasst 150.000 m2! Auf zum fröhlichen Sanieren, auf diese Art und Weise kann ein beispielhaftes Objekt aus den 60-iger/70-iger Jahre erhalten werden. Irgend wann wird auch der ORF wieder ganz stolz sein auf sein "altes" Haus!

Zinnmo
 
00
29.1.2012, 16:58

Die Substanz von Bauten aus den Vorkriegsjahren (vor 1914) ist deutlich besser als alles, was zwischen 1945 und ~1980 gebaut wurde. Bei den Bauten aus der Mitte des Jahrhunderts sind kaum Reserven drin und schludrig gebaut wurde auch.

good night austria
00
28.1.2012, 09:30
und was sicher mit dem wichtigtuer-"mitbestimmen" verbunden ist

eine kleine aufwandsentschädigung für die wohltaten dieser tollen mitbestimm-beiträge für alle komitee-mitglieder, am besten direkt vom orf als masochisten-dankeschön....mit DEM gd geht auch das sicher...

Knut Ogris
23
28.1.2012, 00:00
Das xy Kommitee will mitbestimmen: DES A NO! so eine frehcheit - der ORF hat über sein Hau selbst zu bestimmen und ich hoffe Wrabetz und seine Führungscrew entscheidet für eine Absiedelung"

Ich halte das für wirklich degoutant: Raines Nachlassverwalter sollen das auch noch bestimmen - welch Blödsinn!

Der Orf muss selber wisen wo erhinwill und ich denke ein modernen Medienunternehmen kann ohne diesen Schwachsinn auskommen, dass das RAINER Kommittee will ....wirklich - eine Übersiedlung ist mehr als Überfallig.....wegn der aktuellen Situation ma Medienmarkt und überhaupt!

nik.2008
07
27.1.2012, 15:35

.. Der Architekt wurde bezahlt und der Eigentümer darf trotzdem über das Gebäude nicht frei verfügen.. Ein Bekannter dessen Unternehmen bei den Stadthallen-Umbauarbeiten beauftragt wurde erzählt, dass dort überspitzt gesagt nicht einmal eine Türschnalle geändert werden darf, ohne dass die Nachfolgen von Rainer sich nicht involvieren. Ich kenne die Verträge nicht mit Rainer - aber sollte das mit dem Rainer Komittee ausarte, dann ORF absiedeln und der Verwandtschaft vom Rainer zum Kauf anbieten oder verfallen lassen - wenns so aussieht wie die Fotos zeigen, fällt der ganze Komplex sowieso bald von allein zusammen..

G. Bitte!
111
27.1.2012, 15:02

Das ORF-Zentrum ist ein mittelmäßiger Zweckbau ohne jede nennenswerte Inspiration oder gar allgemein begreifliche Ästhetik. Wieso so ein - noch dazu wegen schwerer Mängel baufälliger - Kobel geschützt oder gar erhalten werden muss ist mir schleierhaft.

Postingname 2.0
04
27.1.2012, 14:49

Das ORF-Zentrum war kompromisslos geplant und gebaut worden. Allerdings mit dem Ziel, Fernseh- und Radiosender nach technischen Standards der 60er Jahre zu beherbergen. Architekturgeschichtlich ebenso interessant wie der Südbahnhof. Der wurde allerdings abgerissen. Warum? Weil ein EKZ mit Gleisanschluss hin soll. Seltsamer Zufall...

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