Bures will von Amon Belege für Bestechungsvorwürfe

27. Jänner 2012, 14:18
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    foto: dapd/strauss

    Doris Bures (SPÖ) verteidigt ihr Ministeirum.

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    Werner Amon (ÖVP) hatte beim U-Ausschuss am Donnerstag behauptet, dass es noch heute "Gesetzeskauf" im Umfeld des Infrastrukturministeriums gibt.

Infrastrukturministerin verärgert über ÖVP-Abgeordneten - Petzner sieht Hinweise auf Beamtenkauf

Wien - Die erste Zeugenbefragung im U-Ausschuss ist einen Tag alt und schon gibt es Knatsch in der Koalition. ÖVP-Fraktionsführer Werner Amon hatte gleich vor Beginn der Zeugenaussagen den Vorwurf erhoben, dass er Hinweise habe, dass es Gesetzeskauf im Umfeld des Infrastrukturministeriums "bis heute" gibt. Diesen Bestechungsvorwurf will Ministerin Doris Bures (SPÖ) nicht stehen lassen und verlangt von Amon die Vorlage von Belegen für diese schwerwiegenden Vorwürfe. Schließlich seien dann auch dienstrechtliche Konsequenzen zu ziehen.

"Sollte Amon den Beweis für seine Behauptungen schuldig bleiben, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dem Ansehen verdienter Beamtinnen und Beamten, die Tag für Tag im Dienste der Republik professionelle Arbeit leisten, schweren Schaden zuzufügen", so Bures in einer Aussendung. Im U-Ausschuss ging es gestern, Donnerstag, um einen möglichen Gesetzeskauf durch die Telekom Austria, zuständiger Infrastrukturminister der Regierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) war damals Hubert Gorbach (früher FPÖ/BZÖ). Die Telekom wollte die Vorwürfe von Amon nicht kommentieren.

Serentschy erklärt Fernbleiben

Zu Wort gemeldet hat sich am Freitag der Chef der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, Georg Serentschy. Er war gestern überraschend nicht zur Zeugenladung erschienen, weil er ebenso überraschend erst am Vortag erfahren hatte, dass er von der Justiz als Beschuldigter in der Causa Telekom geführt wird - wodurch sich seine rechtliche Situation vor dem U-Ausschuss geändert hat. Er begründete sein Fernbleiben damit, dass er vor der Aussage noch Akteneinsicht nehmen möchte und kündigte ein späteres Erscheinen an. Der Ausschuss sah dies aber nicht als Entschuldigungsgrund, beantragte die Verhängung einer Ordnungsstrafe und lud Serentschy zur nächsten Sitzung unter Androhung einer polizeilichen Vorführung. Gegen den Antrag stimmte BZÖ-Vertreter Stefan Petzner.

RTR weist Spekualtionen zurück

Die RTR betonte heute in einer Aussendung, Ziel der Novelle der Universaldienstverordnung im Jahr 2006 war "eine wirtschaftlich vernünftige Lösung". "Sämtliche Spekulationen, die der RTR-GmbH oder ihrem Geschäftsführer Dr. Georg Serentschy in diesem Zusammenhang eine andere Motivation unterstellen, werden als haltlos zurückgewiesen. Für eine weitere diesbezügliche Erörterung steht Dr. Georg Serentschy dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss am 31. Jänner 2012 zur Verfügung. Festgehalten wird nochmals, dass Dr. Georg Serentschy selbstverständlich in vollem Umfang mit dem Untersuchungsausschuss kooperieren wird, wie dies bereits in der Vergangenheit der Fall war", so die Behörde.

Petzner: Hinweise auf Beamtenkauf

Der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner, der auch im aktuellen Korruptions-Untersuchungsausschuss sitzt, hat eigenen Angaben zufolge einen möglichen Hinweis auf Beamtenkauf im Zusammenhang mit der Novelle der Universaldienstverordnung (UDVO) erhalten. Von einem Mitarbeiter der Telekom habe er eine Information bekommen, in der behauptet werde, dass der Sohn des damaligen Spitzenbeamten des Verkehrsministeriums Alfred Stratil seit 2004 als Lobbyist für die Telekom gearbeitet habe und nach dem Beschluss der UDVO befördert worden sei. Petzner forderte am Freitag bei einer Pressekonferenz die Ladung von Stratils Sohn im U-Ausschuss.

Die Telekom bestätigte die Aussage von Petzner, wonach ein Sohn des ehemaligen Spitzenbeamten im Verkehrsministerium, Alfred Stratil, bei der Telekom tätig ist.

Die Telekom habe nicht Hubert Gorbach (damals Infrastrukturminister, früher FPÖ/BZÖ) gebraucht, Stratil habe gereicht, zitierte Petzner. Es sei ein offenes Geheimnis gewesen, dass Stratils Sohn seinen Job ausschließlich aufgrund des Einsatzes seines Vaters für die Telekom bekommen habe. Telekom-Generaldirektor Hannes Ametsreiter habe ihn schließlich von dieser Position "entfernt".

"Völlig unvereinbar"

Er habe das nachgeprüft, so Petzner, und es gebe diesen Sohn von Alfred Stratil und dieser sei zum Cheflobbyisten der Telekom in Brüssel bestellt worden. Er wolle keine Sippenhaftung betreiben, aber es sei "völlig unvereinbar", dass der Sohn eines entscheidungsbefugten ranghohen Beamten im BMVIT im Bereich Telekom als Cheflobbyist für die Telekom arbeite. Als der Vater in Pension gegangen sei, sei kurze Zeit später auch sein Sohn als Cheflobbyist abgezogen worden.

Er werde das Dokument dem U-Ausschuss zur Verfügung stellen, kündigte Petzner an, man müsse Stratils Sohn vorladen, weil in dem Mail der Vorwurf des Beamtenkaufs durch die Telekom geäußert werde. Die Sache sei "aufklärungsbedürftig".

Alle am Donnerstag befragten Beamten hätten bestätigt, dass es keine Hinweise auf Gesetzeskauf durch die Telekom oder auf Parteienfinanzierung gegeben habe, verteidigte Petzner das BZÖ. Alle hätten außerdem die Verordnung bis heute sachlich und fachlich für richtig gehalten und bestätigt, dass es kein Gesetz zugunsten der Telekom gewesen sei. Auch habe es keine Weisung gegeben. Peter Pilz von den Grünen sei ein "Lügner", und er fordere diesen auf, ihn zu klagen, damit er mit allen Aussagen von gestern das Gegenteil beweisen könne, so Petzner.

"BZÖ hat weiße Weste"

Weiters bestritt er Vorwürfe, wonach  sei der Vorschlag der Regulierungsbehörde RTR aus der Begutachtungsstellungnahme, nicht aber der Wunsch der Telekom, auch 0900-Nummern einzubeziehen, aufgenommen worden. Die Wünsche der Telekom seien also nicht umgesetzt worden, meinte Petzner, jetzt solle man ihm erklären, warum die Telekom Gorbach und dem BZÖ dann eine Mio. zahlen sollte. Das BZÖ habe jedenfalls eine "weiße Weste". "Es gab und gibt keine Zahlungen der Telekom an die Partei BZÖ" und er werde das nachweisen. (APA)

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RegR Borromäus Maschitz
11
29.1.2012, 19:56
...und ich will

von der frau bundesminister einen nachweis ihrer rechenfähigkeiten.

was da an "einsparungen" bei der öbb verkauft wird, ist bestenfalls ein schlechter scherz!

herby locker
 
11
29.1.2012, 15:12
Es ist anscheinend ein Naturgesetz :

- je kleiner das Männchen, desto größer das Mäulchen ! Beispiele in der Geschichte gibt es genug - auch in der ÖVP der Zwischenkriegszeit !

< Bananenrepublik Österreich >
40
29.1.2012, 13:55
Beweislastumkehr

Die Beschuldigten sollen ihre Unschuld beweisen, ansonsten Enteignung und ab ins Häfn. Anders kann man dem Korruptionssumpf in Österreich nicht mehr entgegentreten.

Sabrine Grünbaum
00
31.1.2012, 21:29
Beweislastumkehr im Strafverfahren wäre Menschrechtswirdrig

Art 6 Abs 2 der EMRK (Europäischen Menschenrechtskonvention), die bei uns Verfassungsrang hat, verbietet die Beweislastumkehr!

Denn - auch für einfache Geister, wie dem hinter dem Alias "Bananenrepublik" verborgenen, verständlich gemacht - dies geht gar nicht. Beispiel: Ihnen wird ohne Beweis vorgeworfen, sie hätten von dem Lobbyisten XXX 1 Mio Euro Bestechungsgeld bekommen. Wie sollen sie ihre Unschuld beweisen? Selbst die Vorlage all ihrer Bankkonten wäre kein Beweis, denn sie könnten ja noch auf den Bahamas ein unbekanntes Konto haben oder den Betrag im Geldkoffer bekommen haben! Sie könnten also gar nicht ihre Unschuld beweisen. Daher sieht die EMRK vor, dass ihnen die Schuld bewiesen werden muss!

DreadCat
11
29.1.2012, 17:38

Wenn's soweit kommt, dann sind wir tatsächlich & zur Gänze in einer Bananenrep angekommen.

ÄäÖöÜüß
11
29.1.2012, 13:13
Wenn es einen Gesetzeskauf gab und SPÖ-Verkehrsministerin Bures am Gesetz festhält, dann ist sie natürlich mitschuldig

…und soll gefälligst im U-Ausschuss erklären warum sie keine Konsequenzen zieht.

Finn McCool
11
30.1.2012, 13:46

Gesetze werden nicht von Ministern gemacht sondern ausschließlich vom Parlament. Warum hat Abgeordneter Amon da nichts unternommen?!

Walter J. Ferstl
01
30.1.2012, 16:34
Auch im Artikel steht - gleich mehrmals - Gesetzeskauf. Meines Wissens handelt es sich um die Universaldienstverordnung.

Eine Verordnung kommt nicht aus dem Parlament, sondern wird z.B. von einem Ministerium erlassen.

Die Paragraphen der UDV, die aus der Gorbach-Zeit stammen und für die Telekom offenbar "nicht von Nachteil" sind, gelten immer noch.

Daher sollten vor dem Ausschuss auch der momentanen Infrastrukturministerin einige unangenehme Fragen gestellt werden, darüber nicht zu vergessen Gorbachs Nachfolger, der zugleich Vorgänger von Bures war.
Dass die die Telekom begünstigenden Passagen in der UDV aus der Gorbach-Ägide später nicht entfernt bzw. aufgehoben wurden, zeugt nicht von Korruption der beiden nachfolgenden MinisterInnen.

Von ihrer Kompetenz aber auch nicht (haben die nichts gemerkt?), schon gar nicht von politischer Verantwortlichkeit.

jopc
 
00
29.1.2012, 12:33
??

""Weiters bestritt er Vorwürfe, wonach sei der Vorschlag der Regulierungsbehörde RTR aus der Begutachtungsstellungnahme, nicht aber der Wunsch der Telekom, auch 0900-Nummern einzubeziehen, ....""

jaja aus behmen kommt die musik, sie ist der schlüssel zum glück.....

ErnstDesLebens
 
00
29.1.2012, 11:01
Ausschuss

Was soll da bitte rauskommen,wenn eigene Politiker über ihre "Haberer"KollegenInnen ermitteln sollen????
Nur die Gerichte sind halbwegs neutral.Das ganze ist eine Alibihandlung.Da dürften nur unbeteiligte Parteien
darüber untersuchen und da gibt es leider nur eine(Grüne) davon.

atomkraft neindanke
06
29.1.2012, 12:09
sicha ned!

genau umgekehrt, die Grünen sind nicht in die Machenschaften verstrickt und leisten hervorrgende Oppositionsarbeit= Kontrolle!

das Justizminiterium ist befangen! Müsste die eigenen Parteikollegen ausliefern und die Machenschaften von Schüssel würden aufgedeckt werden,

er hat Österreich zum Selbstbedienungsladen der Rechten gemacht, um als Dritter Erster zu werden.

Verstehe nun warum Van der Bellen gesagt hat: Danke nein, so nicht!

atomkraft neindanke
00
29.1.2012, 23:55

ja leider dürfen die Grünen nur den Vorsitz führen, da sitzen alle zusammen und haben auch eine Stimme!
es stimmt Sie haben recht, das ist seltsam, eigentlich sollte ja eine unabhängige Justiz...aber leider, die haben wir ja nicht mehr!
Verzeihen Sie ich habe es überlesen! Esärgert mich nur, wenn die Leute immer sagen nützt eh nichts, irgendwo habe ich noch Hoffnung, dass es auch andere Menschen und PolitikerInnen geben könnte...

ErnstDesLebens
 
00
29.1.2012, 12:56
atomkraft nein danke

Da dürfen nur unbeteiligte!!!!! Parteien untersuchen und das sind die Grünen.Ich habe nicht behauptet das die Grünen beteiligt sind.Bitte noch einmal genau lesen.Danke

docw
02
29.1.2012, 09:33

frau bures, die bestechungsvorwürfe kann ich nicht bestätigen, aber eines könnte ich beweisen: dass sie nämlich in den ersten 2 jahren ihrer "tätigkeit" nichts anderes getan haben als ihr ministerium umgefärbt haben. da wurden verdiente leute ihres postens enthoben und mit ihren freunden besetztt. dazu wurden in dem an beamten armen österreich jede menge neue posten geschaffen. ich weiss, die anderen machen in "ihren" ministerien identes, daher geht mein vorwurf an die fast gesamte politikerklasse, der fast zur gänze jede qualifikation fehlt und die am freien arbeitsmarkt keinen hochbezahlten job erhielte. frau bures, wären sie doch bei den zähnen geblieben, sie könnten da mehr gutes tun als in ihrer jetzigen tätigkeit.

michikklas
04
29.1.2012, 08:01

Wenn es für Politiker eng wird müssen Beamte als Schuldenbock herhalten. Pfui Teufel!

atomkraft neindanke
00
29.1.2012, 08:56
graue Maus Moser gegen Porschefahrende Beamten?!?

Beamte, die es weit bringen, sind leider per se verdächtigt, die weißen (ohne Parteizugehörigkeit) mit der weißen Weste erreichen das Ende der Karriereleiter sehr schnell!

Wären ja auch Sand im Getriebe der Absprachen!!

In einer verbandelten Sippschaft geht es darum Abhängigkeiten herzustellen um Einfluss zu erlangen, Seilschaften stellen auch einen internen Kontrollmechanismus dar. Echte unabhängige Moralapostel will da keiner drinnen haben, wären die doch ein unkontrollierbarer Risikofaktor!

Warum wird ihnen eine Moser gefährlich werden? Sie ist unabhängig, moralisch integer, unbestechlich und kompetent!

Wenn die Justiz handeln würde, könnte man den Sumpf trocken legen, denn ca ein Drittel aller Abgeordneten wäre auf der Anklagebank!

DThl
05
29.1.2012, 06:55
Im Ernst

Schon klar, dass Amon ÖVP-Schmutzarbeit leistet. Aber glauben Sie ernstlich, dass im BMVIT jetzt plötzlich alles mit rechten Dingen zugeht? Halten Sie Korruption in diesem Bereich plötzlich für völlig unmöglich?

Cetereum censeo: Die Buchhaltung aller politischen Parteien gehört offen gelegt. Transparenz jetzt!

atomkraft neindanke
01
29.1.2012, 08:39

aller Vorfeldorganisationen und aller anverwandten Firmenkonstruktionen ebenfalls!

DThl
00
29.1.2012, 19:04
Volle Zustimmung!

Vitaminbombe
014
29.1.2012, 01:10
Amon

das Paradebeispiel an geballter Inkompetenz, Parteisoldat und massiver Selbstüberschätzung!

Neues Österreich
25
29.1.2012, 00:22
Unqualifiziertes Pappnaufreißen ist alles was er kann

ikepod
15
28.1.2012, 23:55
das einzige, dass man als positiv zu dem thema bemerken kann

ist das wenigstens ein schuldiger vom teufel auf einer kaerntner landstrasse in 1000 stücke gerissen wurde.

Tina Tsornigg
01
29.1.2012, 11:50

Es waren nur zwei Stücke.

ikepod
01
29.1.2012, 15:25

dann hat er nicht richtig gearbeitet.
und hoffen dass er das bei den übrigen besser macht.

_oHo_
07
28.1.2012, 23:04
Der Amon will halt so schnell wie möglich zurück zu...

.
...Schwarz-Blau.

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