Protest: Rücktritt wegen ACTA

27. Jänner 2012, 14:03

Berichterstatter im Handelsausschuss des Europäischen Parlamentes (EP) tritt ab

Die Unterzeichnung des umstrittenen Anti-Piraterie-Abkommens ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) durch 22 der 27 EU-Mitgliedsstaaten am Donnerstag in Tokio sorgt weiter für Proteste.
Am Donnerstag trat Kader Arif, der Berichterstatter im Handelsausschuss des Europäischen Parlamentes (EP), aus Protest zurück. "Keine Einbindung der Zivilgesellschaft, fehlende Transparenz seit Beginn der Verhandlungen, die Unterschrift wurde ohne weitere Erklärung geleistet, die mehrfach geäußerten Bedenken des Europaparlamentes wurden einfach weggewischt", begründete der Abgeordnete der französischen Sozialisten seinen Abgang. Der Handelsausschuss war wesentlich an den ACTA-Verhandlungen beteiligt

Dramatisches Signal

Für Eva Lichtenberger, Abgeordnete der Grünen im Europa-Parlament, ein „dramatisches Signal." "Die letzten Proteste lassen mich hoffen, dass es doch noch eine Wende in der Debatte gibt und ACTA abgelehnt wird. Schließlich ermöglicht das Abkommen zwar US-Firmen ihre Rechte besser verteidigen zu können, aber die Haupttäter sind nicht Teil des Abkommens - China oder Korea. Also wird das europäischen Firmen nicht helfen", kritisiert Lichtenberger. (red)

Failanzeige
01
28.1.2012, 15:09

Wenigstens einer der "hohen Tiere", der gegen diese Sache offenherzig eintritt. Respekt.

sleepy
06
28.1.2012, 01:58
Grotesk aber wahr ...

Ich zitiere ein Schreiben von Jörg Leichtfried:

Das hier:
" .. Wie Sie wahrscheinlich wissen, hat der österreichische Ministerrat bereits am 24. Jänner 2012 dem ACTA-Abkommen zugestimmt, was ebenfalls zu vielen Diskussionen in Österreich geführt hat .. "

mit dem hier:
" ... Außerdem wurde dem Europäischen Parlament noch immer nicht der vollständige und fertige Textentwurf zu ACTA vorgelegt, nur Details wurden bisher veröffentlicht, wobei die Formulierungen darin leider nur sehr vage sind... "

Haben sie schon mal etwas unterschrieben, das nicht vollständig, nur in Details bekannt .. und das was Ihnen davon bekannt war auch nur vage formuliert war?

Natürlich nicht - denn sie sind ja kein Idiot, oder?

unsere Politiker tun das!

sleepy
00
28.1.2012, 01:16
Wenn die Zweifler einmal in der Überzahl ...

... dann ist der Pakt nicht mehr das Papier wert auf dem er geschrieben steht. und was dann? Es tut mir leid es war ein Fehler? Ich habe ja nur verfassungswiderrechtlich gehandelt? Jo mei! Ich denk es wird bald auch in unserem Land Menschen geben, die Ihren Posten verwirkt haben. Doch machen wir uns keine Sorgen um Sie ... Für 4 Jahre Amtszeit, egal ob Produktiv oder nicht, ein Leben lang SUPERPENSION! So ist das nun mal ...

Wir verpöhnen zwar die Frührentner um das Geld das wir den Griechen geschickt haben jetzt wieder zu ersparen .. .aber den Politikern zahlen wir noch immer die Pensionen fürs ganze Leben danach! Und sogar unabhängig davon ob man Pakte wie ACTA hinter unserem Rücken auf denselbigen bindet ...

sleepy
00
28.1.2012, 01:07
Hängt ihn höher ...

... dass wir ihn sehen können, wenn wir ihm dann den Prozess machen. Wollen ja wissen ob sich die Schlinge wirklich verdient "HATTE" ... (das amerikanische Prinzip, bewährt sich auch bei der Unterzeichnung von ACTA - > Zuerst unterschreiben und sich dann fragen ob es richtig war ... )

Ja Herr Faymann ... jetzt hamma unterschrieben. Noch dazu einen Pakt, dessen Inhalt wir zum Schluss noch nicht wirklich kannten - und welcher, "schwammigst" formuliert, jede Freiheit der Interpretation des Exekutionsapparates erlaubt ... aber immerhin. Eines können wir Ihnen versprechen. Sie werden damit in die Geschichte eingehen!

Jägermeister
01
27.1.2012, 14:47
Online-Petition von AVAAZ ...

Unter dem nachfolgenden Link kann man die Online-Petition von AVAAZ gegen die endgültige Umsetzung von ACTA unterzeichnen:

http://www.avaaz.org/de/eu_sav... ?slideshow

Zur Zeit gibt es bereits ca. 500.000 Unterzeichner und der "Ticker" läuft ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.