Lyoness geht in die Offensive

27. Jänner 2012, 13:38
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Die Anzeige wurde teilweise eingestellt, der "Hauptvorwurf der finanziellen Malversationen bleibt nach wie vor aufrecht"

Wien/Graz - Die Grazer Einkaufsgemeinschaft Lyoness, die sich in Österreich und der Schweiz mit Strafanzeigen wegen angeblichen Betreibens eines schneeballartigen Systems herumschlagen muss, geht in die Offensive. Am Freitag teilte das Unternehmen mit, dass die Staatsanwaltschaft Klagenfurt "die Anzeige gegen Lyoness teilweise eingestellt" habe. Die Anklagebehörde bestätigte dies der APA, die Teileinstellung sei bereits mit 16. Dezember 2011 erfolgt. "Der Hauptvorwurf der finanziellen Malversationen ist aber nach wie vor aufrecht", so Helmut Jamnig, Sprecher der Klagenfurter Staatsanwaltschaft. Lyoness-Anwalt Hubert Reif sagte, die Anzeige liege ihm nicht vor, er könne deshalb nicht sagen, welche Teile davon eingestellt wurden.

In seiner Aussendung wies das Unternehmen erneut darauf hin, die Anzeiger selbst angezeigt zu haben. Gegen die "Drahtzieher" liege eine rechtskräftige Anklage vor, sie seien selbst Hauptbeschuldigte eines Strafverfahrens in Klagenfurt. Lyoness rechnet Anfang Februar mit einem Urteil. "Wir werden nachweisen, dass die Vorwürfe jeder realen Grundlage entbehren. Hier wird einfach versucht, den Spieß umzudrehen und unserem Unternehmen gezielt zu schaden", so Firmensprecher Mathias Vorbach.

Illegales Gewinnerwartungssystem

Der Klagenfurter Rechtsanwalt Gunter Huainigg hatte im Namen seines Mandanten, ein ehemaliger Businesspartner von Lyoness, bereits vor rund vier Monaten eine mehrere hundert Seiten dicke Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Graz eingebracht. Hauptwürfe: Lyoness sei ein illegales Gewinnerwartungssystem, könne sich mit den versprochenen Rabattspannen durch Handelsumsätze nie selbst finanzieren. Kurz vor Weihnachten brachte dann ein Anwaltskollege von Huainigg eine ähnliche Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft St. Gallen ein, die sich gegen die in der Schweiz ansässigen Firmen Lyoness International AG und Lyoness Europe AG richtet. Lyoness hat bisher sämtliche Anschuldigen vehement zurückgewiesen.

Bei der nunmehr für die Causa zuständigen Staatsanwaltschaft in Klagenfurt wurde heute betont, dass "die übrigen in der Anzeige enthaltenen Vorwürfe gesonderten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unterliegen." Will heißen: Fokus der Ermittlungen sind die komplizierten Geldflüsse innerhalb des Firmengeflechts.(APA)

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