Schärfe gegen den Euro

Cameron, der Mutbürger

Interview | Sigrid Schamall, 30. Jänner 2012, 06:15
  • Artikelbild
    foto: privat

    Olaf Rogge: "Europa ist in eine Gesellschaftsform geschlittert, die sich auf die ärmsten fünf Prozent konzentriert. (...) Nur die sollten wählen dürfen, die auch Steuern zahlen."

  • Artikelbild
    foto: www. pixelio.de, bigmama

    Foto: www. pixelio.de, bigmama

    David Camerons "No" zum neuen EU-Vertrag verschärft die Eurokrise zusätzlich. Der britische Premier ...

Die Alte Welt ist am Absaufen und der britische Premier treibt sein Europa-Bashing auf die Spitze - Fondsmanager Olaf Rogge kennt die Zusammenhänge

Olaf Rogge nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Seine Erfolge geben ihm recht - nicht umsonst gilt er als einer der erfolgreichsten Anleiheninvestoren überhaupt. Im Gespräch mit derStandard.at beleuchtet er nicht nur das Phänomen David Cameron. Denn während die Welt gebannt auf die Eurokrise starrt und die Ratingagenturen den Ländern ein geliebtes A nach dem anderen streichen, versinken die USA und England fast unbeachtet im Pleitesumpf. Welche Verblendung dahinter steht, was in der Politik falsch läuft und wem er das Recht zu wählen verbieten würde, weiß der Gründer der Vermögensverwaltung Rogge Global Partners.

***

derStandard.at: Soll Griechenland pleite gehen?

Rogge: Ich hoffe sehr, dass Griechenland die Eurozone verlässt - wir hätten dadurch ein schwaches Glied weniger, und das wäre sehr gut für den Euro. Athen wird aber wohl nicht so dumm sein, auch wenn die Griechen jetzt noch Katz und Maus mit den Euroländern spielen.

derStandard.at: Was wären die Folgen bei einem Default?

Rogge: Die anderen Länder in Südeuropa würden sehen, wie ein Land richtig leiden kann: Die Drachme würde nach unten und das Land selbst in eine Depression rauschen. Die Erwartung der Bevölkerungen in den europäischen Leistungsgesellschaften wird seit 30 Jahren von den Politikern in die Richtung aufgeheizt, dass sie alles bekommen auf Kosten wachsender Schuldenberge. Im Grunde sind die Politiker an der heutigen Misere schuld.

derStandard.at: Fürchten Sie keinen Dominoeffekt durch eine Pleite Griechenlands?

Rogge: Nicht für die Länder selbst, sondern für den Markt. Nehmen wir unsere südlichen Nachbarn: Italien hat immer hohe Schulden gehabt, trotzdem sind die Italiener noch sehr vermögend. Dadurch ist Italien sicherer als Spanien. Gerade in Norditalien gibt es, vor allem was den Export betrifft, eine funktionierende Wirtschaft. In Zehn-Jahres-Abständen warfen die Italiener ab den 1950er bis in die 1970er Jahre Waren von Weltgeltung auf den Markt. Von der Waschmaschine über den Fernseher bis hin zum Telefon, Autos oder Kühlschränken. Heute wird an der Neugestaltung dieser Artikel gearbeitet - und die Italiener haben die größte Erfahrung mit Design.

derStandard.at: Steht Europa somit gar nicht so schlecht da?

Rogge: Im Vergleich zu den USA oder England ist die Eurozone finanziell weitaus besser aufgestellt.

derStandard.at: Warum dann diese Panik in Europa?

Rogge: Zu wenige Menschen lesen den "Standard" zu wenige lesen das "Handelsblatt", weil so gut wie niemand Deutsch spricht. Die Macht der Finanzwelt spricht Englisch. Die Meinung der meisten Leute wird dadurch geprägt, dass sie die "Financial Times" oder das "Wall Street Journal" lesen. Bedauerlicherweise kommen genau diese Leute aus Ländern, die im Grunde genommen pleite sind. Der Bevölkerung wird dadurch konzentriert vermittelt, wie schlecht es um Europa bestellt ist - die prekäre Situation im eigenen Land wird heruntergespielt.

derStandard.at: Welchen Teil tragen die drei größten US-Ratingagenturen dazu bei?

Rogge: Erst haben sie zu spät geratet und jetzt zu früh. Man kann die Ratingagenturen mit der Umwelt vergleichen: Die Luft wird immer schmutziger, damit müssen wir einfach leben. Andererseits bin ich gar nicht so unglücklich darüber, dass Staaten wie Frankreich hinuntergestuft wurden, weil die Länder in Europa dadurch die ersten sind, die versuchen, das Anwachsen der Schulden zu reduzieren. Es ist also dummes Zeug, wenn der britische Premier David Cameron von "to reduce deficits" spricht anstelle von "to reduce the increase of deficits". In diesem Zusammenhang kann man sich bei den Ratingagenturen nur bedanken, weil sie Europa dazu zwingen zu handeln. Solange alles vermeintlich gut aussieht, wird niemand den Gürtel enger schnallen.

derStandard.at: Frankreich hat ein "A" verloren, Deutschland hingegen behält die Bestnote. Wie mag sich Nicolas Sarkozy wohl fühlen?

Rogge: Natürlich ist Sarkozy enttäuscht. Neben Deutschland ist er nun der kleine Mann.

derStandard.at: War er doch nicht auf gleicher Höhe mit Angela Merkel?

Rogge: Europa ist in eine Gesellschaftsform geschlittert, die sich auf die ärmsten fünf Prozent konzentriert. Unser politisches System funktioniert nicht mehr. Anstelle nur einer Regierung gibt es in den Ländern durch die Bank zusätzlich eine Opposition. Sie will alles schlechtmachen, was die Regierung tut. Eine Opposition verwirrt die Menschen, wenn man sich in einer Krise befindet. Die USA beispielsweise legen einen Zehnjahresplan vor, um das Defizit zu reduzieren, beginnen aber erst nach acht Jahren, die Reformen umzusetzen. Würde ich in meinem Geschäft so viel versprechen und so wenig erzielen oder erreichen, bekäme ich wahrscheinlich lebenslänglich. Politiker hingegen sind nicht haftbar. Für sie ist Politik ein Beruf und Macht, keine - oder mit relativ wenig Interesse - Arbeit für das langfristige Wohlbefinden ihrer Bevölkerung.

derStandard.at: Was wäre ein Ausweg?

Rogge: Man muss die Menschen früh genug über die aktuelle finanzielle Situation und die nötigen Reformen informieren. Doch zum einen interessieren sich die meisten Leute nicht für Politik, und zum anderen meine ich - dass unser Sozialsytem in Europa geändert werden muss: Leute, die keine Steuern zahlen, sollen auch nicht wählen dürfen.

derStandard.at: Ist das Ihr Ernst?

Rogge: Natürlich. Unsere Sozialausgaben steigen und steigen. Ein arbeitsloser Engländer beispielsweise darf 26.000 Pfund netto (35.000 Euro, Anm.) steuerfrei verdienen, während die meisten Berufsanfänger mit 25.000 Pfund Gehalt einsteigen. Man ist also besser dran, wenn man nicht arbeitet.

derStandard.at: England kämpft gegen ein enormes Defizit. Warum also immer noch ein Triple-A für diesen Schuldner?

Rogge: Ein Rating beruht immer darauf, ob ein Land sein Geld zurückzahlen kann oder ob Risiken bestehen. Hat man eine eigene Währung im eigenen Land, sind zwei Fälle möglich: entweder man wertet ab, wie es England immer getan hat, oder man bedient sich des Quantitive Easing, wie es die USA oder auch England tun. Will man Geld drucken, und die internationalen Schuldner akzeptieren das, behält man automatisch sein Triple-A. So gesehen hat jedes Land ein einheimisches Triple-A-Rating-Potenzial. Scheidet Griechenland aus der Eurozone aus, kann das Land also immer noch ein nationales Triple-A haben.

derStandard.at: Ratingagenturen bewerten aber ausschließlich nach Staatsschulden.

Rogge: Das ist die Krux. Rogge Global Partners hat bei der London Business School of Economics eine Studie in Auftrag gegeben, um die tatsächlichen Schulden der Länder zu beziffern. 130.000 Pfund und acht Monate später wussten wir es immer noch nicht. In England hat jede einzelne Staatsabteilung andere Zahlen. Die Länder selbst - da sind Österreich und Deutschland nicht ausgeschlossen - wissen nicht, wie hoch ihre Schulden tatsächlich sind. Man glaubt den Zahlen des IWF oder der Weltbank, überprüfen lassen sie sich nicht. Tatsächlich liegen die Schulden Deutschlands bei 80 und nicht bei 60 Prozent des BIP.

derStandard.at: Der britische Premier David Cameron hat von den anderen europäischen Regierungschefs mehr "Mut bei der Lösung der Euro-Krise" gefordert". Wie ist sein jüngstes "Nein" zum neuen EU-Vertrag zu verstehen?

Rogge: Cameron ist so etwas wie "The New Kid on the Block". Er steht in der eigenen Partei unter enormem Druck. Die Tories fordern Härte. So muss er - zumindest scheinbar - energisch auftreten. Imagepflege, könnte man sagen. In der Vergangenheit brauchte England lange, bis es begriff, dass sich die Welt weiterdreht, um es dann letztendlich endlich doch anzunehmen. Das Land ist Alleingänge gewohnt, und Cameron wollte das noch einmal betonen. Doch England braucht Europa sehr, und ich hoffe, dass es nicht eines Tages kracht.

derStandard.at: England sollte also der Eurozone beitreten?

Rogge: Unbedingt, denn das Land ist schwach. Die Inflationsrate Englands liegt bei 4,5 Prozent des BIP - unheimlich hoch für eine Wirtschaft, die nicht wächst. Die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter, das Pfund geht nach unten. England kann Geld drucken und die Währung abwerten. Je stärker, desto mehr Ausländer kommen ins Land.

Das Weltkapital liegt längst nicht mehr in den Händen der USA oder Englands, sondern in Asien, dem Nahen Osten oder auch in Russland. Die sogenannte Alte Welt sinkt wie ein Unterseeboot, die Emerging Markets legen zu. Der Yen und der Renminbi werden - noch - keine Leitwährung werden. Der Investor hat also die Wahl zwischen Euro, Dollar oder Pfund. Ich rate zur Diversifikation.

derStandard.at: Wie geht es heute mit der Finanzmetropole London weiter?

Rogge: In London wird sich nichts ändern. Die Stadt ist wie Sodom und Gomorrha: Hier trifft sich der Wohlstand der Welt - der legale wie der illegale. Ein Beispiel: Die Olympischen Spiele wurden mit 2,3 Milliarden Pfund veranschlagt. Diese Summe wurde vom Parlament genehmigt. Nach neun Monaten waren es bereits 9,3 Milliarden Pfund. Und was sagt das Parlament dazu? "We are now on budget" - welche Frechheit! Gleichzeitig wurde der Mann, Sebastian Coe, der die Veranstaltung mit den ursprünglichen 2,3 Milliarden eingefädelt hatte, zum Lord gemacht. Vor 100 Jahren hätte er seinen Kopf verloren.

derStandard.at: Paris wird nie die Finanzmetropole werden. Warum?

Rogge: London lebt, ohne es zu wissen, von der englischen Sprache - seinem größten Exportartikel - und von seinen Steuerkonzessionen. London ist ein großer Bankenplatz, doch die Beschäftigten in der Bankindustrie kommen aus aller Welt. England an sich ist ein trauriger Fall. Die Engländer können nichts produzieren, sie sind keine langfristigen Investoren. In den letzten 50 Jahren haben sie so viel erfunden wie kaum ein anderes Land, verwertet wurden die Ideen meistens von den Japanern, Amerikanern oder Europäern. Engländer denken nicht langfristig - ähnlich wie viele Afrikaner: Anstatt ein Land nach der Ernte wieder zu bepflanzen, ziehen sie als Nomaden weiter.

derStandard.at: Sollte die EZB stärker eingreifen, um den Euro zu stützen?

Rogge: Nein. Die EZB soll sich aus der Währung heraushalten. Sie hatte zwar bislang großen Erfolg damit, durch ihre LTRO (Long-term Refinancing Organisation, Anm.) den Banken für drei Jahre Geld zu leihen. Das ist aber Make-up für die Institute, denn kurzfristig können sie dadurch ihre Bilanz verschönern, die Probleme sind dadurch jedoch nicht gelöst.

derStandard.at: In den USA sieht es ähnlich aus ?

Rogge: Es heißt immer, das Wachstum in den USA liege bei drei bis vier Prozent. Eine unserer Studien belegt, dass der Anstieg der Schulden weitaus höher liegt: Für einen Dollar Volkswirtschaftswachstum brauchen die Amerikaner de facto vier Dollar an Schulden. Das normale Wachstum in der Alten Welt ist vorbei.

derStandard.at: US-Notenbankchef Ben Bernanke kündigte kürzlich an, den Leitzins bis Ende 2014 auf einem Rekordtief zu belassen. Eine gute Entscheidung?

Rogge: Die Entscheidung ist erstaunlich und zeigt die Panik der Amerikaner. In England sieht es ähnlich aus: Auch Mervyn Allister King (Chef der Bank of England, Anm.) hat diese Zinspolitik angedeutet. Doch wie definiert man Optimisten? Ein Mann springt aus dem 50. Stock eines Hochhauses. Bei jedem Stockwerk, an dem er vorbeikommt, sagt er: "So far, so good" (So weit, so gut, Anm.). Amerikaner mögen den Schmerz nicht, sie sagten bereits 2007/2008: "No pain for us, we double up the debts" (sinngemäß: bloß keine Schmerzen, wir verdoppeln die Schulden, Anm,). Die USA wollen den Schuldenberg durch Wachstum reduzieren. Rein theoretisch haben sie damit recht, in der Praxis aber steigen die Schulden seit 30 Jahren stärker als das Wachstum der Volkswirtschaft. Eine Tatsache, die die Politiker der Bevölkerung verschweigen. Bernanke hatte wohl keine andere Wahl, er konnte nur reagieren.

derStandard.at: Was wäre eine Alternative zur Nullzinspolitik?

Rogge: Geld ist vorhanden, es muss nur investiert werden. Und zwar so, dass man es auch irgendwann wieder zurückbekommt. Infrage kommen entweder Regierungsanleihen oder Investments in globale Gesellschaften, die so viel Geld haben wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Die US-Unternehmensbilanzen weisen 2,3 Billionen Dollar in Cash auf - doch die Konzerne weigern sich aufgrund der ungewissen Zukunft zu investieren - selbst mit Steuerbegünstigungen.

derStandard.at: Zurück nach Good Old Europe. Wie schätzen Sie die Position Angela Merkels ein?

Rogge: Merkel hat schlechte Karten. Einige meinen, zuerst hätten die Deutschen andere Länder durch einen Krieg übernehmen wollen, jetzt versuchten sie es auf volkswirtschaftliche Art. Sobald Italien, Spanien und andere Länder abgewertet haben, tönte es immer "die bösen Deutschen". Die deutsche Wirtschaft steht besser da als die in anderen Ländern, weil es dort ein besseres Bildungssystem gibt. Deutsche denken langfristiger, arbeiten mehr und erwarten weniger als die Südeuropäer. Merkel sollte also nicht mit 17 Ländern reden, sondern mit den fünf größten. Es ist ausgeschlossen, kleinen Ländern, die nur an sich denken, dieselbe Stimme zu geben wie den großen. Das ist unfair gegenüber der Mehrheit, unfair gegenüber den Deutschen, die so viel einzahlen. Selbst in Amerika haben größere Bundesstaaten mit mehr Kongressabgeordneten mehr Mitspracherecht. "Ein Land, eine Stimme" ist schlichtweg falsch. Länder wie jüngst Kroatien sollten der Eurozone erst gar nicht beitreten.

derStandard.at: Ist das durchsetzbar?

Rogge: Es muss durchsetzbar sein, sonst hat Europa keine Zukunft. Es ist unmöglich, 27 Meinungen auf den Tisch zu legen und alle zufriedenzustellen. Die EU-Führungsriege muss die Entscheidung treffen, was für die Mehrheit der Bevölkerung gut ist und nicht für einen kleinen Teil, egal ob reich oder arm. Wir leben heute keine Demokratie, denn die, die am wenigsten leisten, bekommen die meisten Anteile. (ch, derStandard.at, 30.1.2012)

OLAF ROGGE ist Gründer der international agierenden Vermögensverwaltung Rogge Global Partners und verwaltet von London aus mehr als 50 Mrd. Dollar, davon sind 13 Mrd. in europäischen Staatsanleihen angelegt. Sein Unternehmen startete er 1985 ohne "einen Cent" in der Tasche. Auf seinen ersten Kunden, die US-Telefongesellschaft Horizon, musste er sieben Monate warten. Rogge ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in London.


Olaf Rogge über sich: "Ich werde arbeiten, bis ich nicht mehr arbeiten kann. Ich bin kein richtiger Diktator, aber ein bisschen schon. Heute habe ich fünf Senior Partners, denen ich abends immer zuhöre. Ich spiele ganz gern Golf, ich langweile mich am Strand. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich unter einen Baum oder in einen Strandkorb legen soll - das wäre grausam. Ich trinke gerne Wein, rauche Zigarren - ich mache alles, was ich nicht machen soll und trotzdem geht es mir immer noch ganz gut."

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 323
1 2 3 4 5 6 7
Anaxagoras
00
Ein Land, das so in und von der Vergangenheit lebt, dessen....

....Geschöftsmodell auf einer Holzprothese basiert, verdient unser aller Mitleid. Dass natürlich ein Fonds-Manager den Mr. Cameron lobt, würde mich höchst nachdenklich stimmen. weil es ein Danaergeschenk ist. Der Mr. Rogge hat sich mit diesem Interview als Gesrächspartner selbst vom Platz gestellt. Aus seinen Augen spricht die blanke Gier und macht ihn blind. Und dass der Standard ein derartig hirnrissiges Interview bringt, ist wie ein Grabgesang auf ein ehemaliges Premium-Blatt

Contra
01
ganz GEFÄHRLICH, der Mann ...

... hinter seinen eloquenten und durchaus breitentauglichen ansichten schlummert das, was in einem MICHAEL MOORE film als verschwörungsszenario anmutet.

wie schaffen es die 1% der REICHSTEN, die 99%, die WÄHLEN dürfen, unter kontrolle zu bringen?

nun, rogge hat hier einen vorschlag, wir man als investor auf die demokratie einfluss nehmen kann. investoren können z.B. auf umsatzziele von +8% und profit margin von +16% einfordern. das bedeutet billiger produzieren + preise rauf. oder personal sparen. oder absiedeln. schwups, schon sind es mehr arbeitslose und die bedeutung der 1% steigt.

und damit die arbeitslosen sich nicht wehren können, werden sie gleich teil-entmündigt.

ORWELL lässt grüßen ...

MynniaIgnea
00
31.1.2012, 15:07
Sag mal, wo kommt DER denn her?

Der hat doch noch nie mit armen Menschen geredet. Der hat aber sicher nie auch nur einen Fuß nach Nordengland gesetzt...

eva lindt
 
00
11.2.2012, 03:44
hm,

in der wikipedia scheint er nicht auf. ich glaub, den gibt's gar nicht.

saladin der dritte
00
31.1.2012, 08:24
Ein zweites Griechenland

In 2 Punkten ist Rogge völlig unschlüssig:
England mit all seinen Schulden in den Euro aufnehmen würde ihn endgültig zum wertlosen Papierfetzen machen. England soll endlich die Konsequenz ziehen und aus der EU austreten!
Auch dass Bürger das Stimmrecht verlieren, wenn sie keine Steuern zahlen ist "sehr elitär". Rogge ist ein Lehrbeispiel wie man von sich Reden macht, indem man Unsinn redet, der aber interessant klingt.

theEdge
 
00
30.1.2012, 22:03
Wow

Die sind weg. Abgehoben. Auf und davon. Wer auch immer die Besitzer dieser "Vermögensverwaltungen" sind, sie reiten auf dem Buckel von Politikern und Bürgern ihr wildes Spiel des Kapitalismus.

reveur M
00
30.1.2012, 20:43
Es ist schön,

Wenn Mann hier vom Standard zensiert wird....

derunbestechliche
00
30.1.2012, 19:21

Größtenteils sehr vernünftige Ansätze - bis auf wenige, aber dafür gravierende Ausnahmen/Aussagen wie z.B. "Leute, die keine Steuern zahlen, sollen auch nicht wählen dürfen.".

Ein sehr lobenswerte Aussage, dem riesigen (Jugend-)Arbeitslosenheer in GB das Stimmrecht zu entziehen. Am Beste zusätzl. noch alle zusammenpferchen, Mauern herum aufstellen und eine Luftglocke darüber errichten.

Die Stimme des Marktes
21
30.1.2012, 19:51
Das Wahlrecht...

...von der Steuerleistung abhängig zu machen ist der VERNÜNFTIGSTE Teil des Interviews.
Nachdem die Nettozahler schon längst in der Minderheit sind - wie soll eine vernünftige Regierung, die die immer wenigeren, produktiven Menschen entlastet, jemals eine Mehrheit bekommen?

MynniaIgnea
00
31.1.2012, 15:09

Zahlen...Das mit der Minderheit will ich wissen.

Außerdem - wo ist das Problem? Es geht nur um Geld. Wieso sollte das an politische Bestimmung gekoppelt sein?

Das ist aber sowas von ein Scheinzusammenhang, aber man hat euch in den letzten 20 Jahren schön drauf dressiert, so zu denken.

Peter W1
 
01
31.1.2012, 02:16

Wenn du Demokratie hasst verschwind nach Nordkorea. Hier braucht dich Schmarotzer genau niemand.

hcl3
00
30.1.2012, 21:25

und woher nehmen sie die sicherheit das die steuerzahlende "minderheit" sich nicht alsbald von der steuer befreit ,

menschen mit großen vermögen bedürfen keiner demokratie die können auf ihr stimmrecht ohne weiteres verzichten
aber auch jederzeit die destination wechseln

Peter_23
01
30.1.2012, 19:29
Größtenteils sind die Ansaätze von Rogge unvernünftig und dumm

Alleine die Aussage "wer keine Steuern zahlt darf auch nicht wählen" zeugt von der Inkompetenz des Herrn Rogge.

-> Es gibt praktisch keine Wahlberechtigten die keine Steuern zahlen. Jeder zahlt Steuern. Stichwort MWSt im Supermarkt.

Die MWSt ist übrigends eine Steuer mit dem größten Aufkommen. Und "Schmarotzer" wie Unternehmen zahlen keine Mehrwertsteuern. Also was fordert der Herr Rogge da - Unternehmen sollten nicht mehr wählen dürfen? Das ist doch Unfug.

1116er
00
30.1.2012, 18:51
"Deutsche denken langfristiger, arbeiten mehr und erwarten weniger"

dieses werten von ländern und menschen nach ihrer wirtschaftlichen leistungsfähigkeit wäre ja ok, wenn es nicht die einzige skala wäre!

wir laufen gefahr, regeln aufzustellen, die in unserem 'richtigen' leben nicht an erster stelle stehen. oder jedenfalls nicht sollten, denn ein hauptsächlich an diesen werten orientiertes leben ist mE nicht lebenswert!

jedes zeitalter bekommt im nachhinein seinen namen, a la barock, renaissance,....
welchen namen wird unsere epoche mal bekommen?
gibt es eine kurzformel für "sie rannten auf vollspeed, doch sie wussten nicht, wozu und wohin..."?

jojo86
00
30.1.2012, 20:47
"sie rannten auf vollspeed, doch sie wussten nicht, wozu und wohin..."?

für die "1%"? :-(

Gramurcki
00
30.1.2012, 18:25
soso

… kleiner Staaten sollten also am besten gar kein Mitbestimmungsrecht bekommen, arme Leute ihrer politischen Stimme beraubt werden. Klingt ein bischen feudal, würde ich meinen.

aber ich irre mich sicher.

Chris.S
00
30.1.2012, 20:08
Ich denke eher es war gemeint,

dass kleinere Staaten weniger Stimmen bekommen.

zB Deutschland 10 Stimmen, Österreich 1, weil Deutschland 10x so viele Einwohner hat.

Musst natürlich nicht so extrem sein, wenn man da eine exponentielle Funktion verwendet, könnte Österreich zB 3 Stimmen haben und Deutschland 7, oder so ähnlich.

1116er
00
30.1.2012, 18:21
"Die Erwartung der Bevölkerungen in den europäischen Leistungsgesellschaften wird seit 30 Jahren von den Politikern in die Richtung aufgeheizt, dass sie alles bekommen auf Kosten wachsender Schuldenberge."

moment.
das waren keine leeren versprechungen.
wir haben (fast) alles bekommen!
es gibt unendlich viele dinge, die in den letzten 30 jahren dazugekommen sind, die uns alle selbstverständlich sind und die wir alle nutzen.

und selbst die schulden in ihrer geldform sind da: die bilanz schulden-vermögen ist immer ausgeglichen!

die staatsschulden schlummern in den taschen der österreicher. nicht aller. aber viele haben ein bisserl was und einige verdammt viel.

Shrike
26
30.1.2012, 17:53
Viel interessantes, aber ekelhafte politische Einstellung

Nur wer Steuer zahlt hat also demokratische Rechte? Die Hausfrau, die daheim Verwandte pflegt oder der Obdachlose sind Menschen zweiter Klasse, denen das Wahlrecht aberkannt werden sollte? Was kommt als nächstes? Verkauf von Kindern in die Leibeigenschaft, wenn die Eltern einen Kredit nicht bedienen können?

mikesh713
 
11
30.1.2012, 18:34

oder eine gewichtung der stimmen proportional zum einkommen...

Shrike
01
31.1.2012, 08:47

Und als nächstes wird der Kapitalismus zur Staatsreligion erklärt, wird die heilige Markt-Inquisition eingesetzt und das Leugnen der unbefleckten Geldschöpfung wird unter Strafe gestellt?

Anaxagoras
00
30.1.2012, 17:45
Cameron, der in sienem Land vor riesigen Problemen steht....

...baut nur einen Popanz auf, um von den eigenen Problemen abzulenken.

Aber: wenn ich so die meisten Kommentare lese, bin ich heilfroh, dass die Schreiber keine Entscheidungsträger sind, denn mit deren Vorschlägen gings sofort an den Baum mit dem Euro. Folge wäre ein Totalschaden und die Autoinsassen wären alle tot.

David-Lauritz
00
30.1.2012, 17:17
Recht hat er!

"Länder wie jüngst Kroatien sollten der Eurozone erst gar nicht beitreten."

hixposon
00
30.1.2012, 17:56
Völlig unverständlich: mit einer Verschuldung von 46% des BIP ist Kroatien wohl Vorbild für die restl. Pleitestaaten in der EU.

http://www.compresspr.at/node/125326
Das mit -13,1% recht ansehnliche Handelsdefizit, kommt hauptsächlich daher, daß die Gewinne, die im Tourismus erwirtschaftet werden, sofort ins Ausland, an die Investoren (aus D und Ö) transferiert werden. Gelänge es, diese Gewinne im Land zu reinvestieren, könnt man fast von einem Musterbeispiel an geglückter Wirtschaftsleistung sprechen. Ein Beitritt Kroatiens zur und ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone, wäre für den Euro doppelt nützlich. Abgesehen davon, daß Hrn. Rogge offenbar entgangen ist, daß Kroatien in die EU und nicht in die Eurozone aufgenommen wurde ist.

Peter W1
 
11
30.1.2012, 18:14

Dir ist klar, dass diese Auslandstransfers die Grundlage für das heuschreckenzerstörte Griechenland ist? Das Kroatien mit einem EU-Beitritt und vielleicht sogar eine Euro-Einführung den deutschen Konzernen genauso schutzlos ausgeliefert wäre wie Griechenland. Kleine Volkswirtschaften haben gegen grosse Volkswirtschaften nur mit Schutzschranken eine Chance, da nur diese einen Ausverkauf des nationalen Marktes bremst Das kannst sogar schon beim Adam Smith nachlesen. Nur wir sind nichtmal mehr in der Lage simpelste volkswirtschaftliche Kausalketten zu verstehen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 323
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.