Steiermark

Bürgermeister formieren sich zum Protest gegen Schulschließungen

27. Jänner 2012 12:54

Rund 25 Ortschefs wollen gemeinsam gegen Landesbeschluss vorgehen - Schließung von 36 Schulen soll verhindert werden

Graz - In der Steiermark formeiren sich nahezu alle Bürgermeister betroffener Gemenden gegen die Schließung von Kleinstschulen. Am Donnerstagabend haben die Ortschefs im Bezirk Leoben gemeinsam nach Alternativen zu den Schließungen von 36 Schulen bis 2013 gesucht. "Wir fordern ein vernünftiges Gespräch mit der Politik ein", so Karl Brandner, ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Kleinsölk (Bezirk Liezen) und einer der Sprecher des neuen Bürgermeisterkomitees.

Laut Brandner waren "rund 25 Bürgermeister" zu der Sitzung in der Obersteiermark gekommen. Sie haben gemeinsam mögliche Szenarien zur Erhaltung der Schulen bzw. einiger Schulen und eine weitere Vorgehensweise gegen den Beschluss der Landesregierung diskutiert. "Der Unmut über die Vorgangsweise vonseiten des Landes ist groß. In einer Demokratie kann es nicht sein, dass Beschlüsse gefasst werden und man nicht einmal die Möglichkeit eines Gesprächs bekommt", so der Gemeindechef. Die mit elf Schülern einklassig geführte Volksschule in seiner Gemeinde mit rund 600 Einwohnern soll im Herbst 2012 nicht mehr aufsperren.

"Alle rechtlichen Mittel ausschöpfen"

Vor allem die Infragestellung der pädagogischen Qualität der Kleinstschulen wollen die Bürgermeister als Argument für die Schulschließungen nicht hinnehmen: "Wir können und werden das hundertprozentig widerlegen", betonte Brandner. Auch von juristischer Seite wolle man "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen": "Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig, die Bescheide wurden uns noch nicht zugestellt. Wir haben eine dreiwöchige Frist zur Stellungnahme und die werden wir nicht ungenützt verstreichen lassen", so der Bürgermeister.

Studie geplant

Unter welchen Rahmenbedingungen es angebracht sein könnte, Kleinschulen vor Ort zu erhalten, will man zurzeit an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Graz gemeinsam mit dem renommierten Sozialwissenschafter Ernst Gehmacher wissenschaftlich erheben: "Das Problem der Kleinst- und Kleinschulen ist nicht durch Reduktion auf Zahlen zu lösen, sondern muss wesentlich differenzierter betrachtet werden", so Bärbel Ruth Hausberger von der KPH Graz. Ausgehend von der Steiermark will sie in einer bundesländerübergreifenden Studie einen objektiven Kriterienkatalog erstellen, der aufzeigen soll, "wann es sinnvoll erscheint, einen Schulstandort zu erhalten, und wann nicht". (APA)

Die Marslady
22.02.2012 01:15
Ländliche Regionen werden damit noch mehr geschädigt

Die Infrastruktur in den weitläufigen ländlichen Regionen des Bundeslandes Steiermark wird mit den bevorstehenden Schliessungen der Pflichtschulen - Volks- und Hauptschulen - noch mehr als bisher geschädigt.
Ich glaube nicht, dass es den dafür verantwortlichen LandespolitikernInnen in der Grazer Burg vollends bewusst ist, welchen Langzeitschaden sie mit den Schulschliessungen sie anrichten.
Jetzt argumentieren sie damit, dass die SchülerInnen-Zahlen noch weiter abnehmen werden -aber wissen sie es so genau?
Der Nationaldichter der Steiermark, Peter Rosegger wusste zB schon noch, was es bedeutete, vom elterlichen Hof in Alpl zu täglich zu Fuss nach Krieglach und retour gehen zu müssen.
Desgleichen auch die steir.Landkinder der Gegenwart!!

Die Marslady
22.02.2012 01:27
Was wissen die Grazer Stadtleut' von den Mühen des Landlebens?

Die Steiermark, eines der grossen und meist ländlichen Regionen gesegnetes Bundesländer Österreichs, steht vor allem im Pflichtschulwesen vor einschneidenden Veränderungen. Nach dem Willen der dafür verantwortlichen Landespolitik in der Grazer Burg zu Graz.
Ich glaube nicht, dass die "hohen Herren und Damen" der Grazer Burg sich die Mühe machten, zu den betroffenen Menschen in den Ortschaften hinauszubegeben u sich dort die Meinungen der Betroffenen selbst anzuhören, vor allem der Rede und Antwort zur Verfügung zu stehen.
So aber wird in alter überkommener Manier "von oben herab" agiert, also alles andere als demokratisch, wie es sein soll.
Es geht ein heller Aufruhr quer durch das Land,
allzu verständlich die Reaktion der Betroffenen!

sociovation
30.01.2012 09:09
Na gut, sagten der Landeshauptmann und sein Vize

Dann kürzen wir halt die Förderung für Straßen, Forstwege in den betroffenen Gebiete um den Betrag, den die Schulen kosten.
Die Bürgermeister trafen sich zu einer kurzen Konsultation - und der Protest war so schnell abgeblasen, wie er entstanden war.
Man muss halt Prioritäten setzen...

slowhand
29.01.2012 18:57

dann sollen diese gemeinden auch die mehrkosten übernehmen.

Recht ist Auslegungssache
29.01.2012 13:09
Warum gibt es so viel Dummheit in diesem Land?

Weil fast ausschliesslich dumme Menschen an die Schalthebel der Macht kommen.

Nicht die Fleissigen.

Sondern die DUMMEN und FAULEN!

computermaster
28.01.2012 20:48
Protest gegen eine Schule für 11 Schüler?

Nicht eine Klasse, sondern eine Schule für 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 ,11 Schüler? Mit zwei Toiletten, einem Lehrerzimmer, einen Computersaal, einer Turnhalle, einer Aula, einem Spielgarten, einem Hausmeister. Süss.

Fritz Meyer
29.01.2012 10:56
Ich hätte gern so eine Schule gehabt.

Und nicht eine, wo 4-6 Klassen a 30+ Schüler pro Jahrgang im Frontalunterricht "verwurstet" werden.

F. Ritzl
29.01.2012 09:10

aber geh - die sind meistens irgendwo untergebracht, wo die Infrastrukturkosten gering sind. Gemeindeamt usw.

Laß den Kindern doch eine glückliche Kindheit. Die müssen dann wahrscheinlich eh schon bis 73 arbeiten ...

Radio Eriwan
28.01.2012 08:27
Der Protest ist an den Bund zu richten.

Und an die Kriterien des Finanzausgleichs.

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