Reflux

Sodbrennen: Innerlich sauer sein

29. Jänner 2012, 20:19
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    foto: jörg klemme, hamburg / pixelio.de

    Rund sieben Prozent aller Österreicher keiden unter chronischem Reflux.

Sodbrennen ist für viele Menschen eine ständige Pein. Der Rückfluss von Magensäure, im Fachbegriff Reflux, kann aber gut behandelt werden

Oft kommt er unangekündigt. Der Schmerz zieht sich vom Hals durch den Brustkorb bis runter zum Bauch. Mitunter ist da auch ein unangenehmes Druckgefühl und insgesamt ein Unwohlsein. Für etwa sieben Prozent aller Österreicher ist dies Alltag. Sie leiden unter chronischem Reflux. Die Symptome, umgangssprachlich auch als Sodbrennen bekannt, sind vor allem in Stärke und Dauer überaus variabel. Mancher bemerkt gar nichts und ist dennoch betroffen.

Gewebe nimmt Schaden

Physikalisch betrachtet ist der Reflux ein einfacher Vorgang: Durch hohen Druck wird Magensäure den Ösophagus, die Speiseröhre, hochgepresst - bis zum Schlund und mitunter auch darüber hinaus. Das hat Folgen. Die Magenschleimhaut mag an die Belastung durch die ätzende Brühe angepasst sein, die Innenseite der Speiseröhre ist es jedoch nicht. Ihr Gewebe nimmt Schaden. Bei regelmäßigem Reflux kommt es deshalb zur Entstehung einer Refluxösophagitis. Unter Medizinern ist hierfür auch die englische Abkürzung GERD gebräuchlich.

Der unerwünschte Rückfluss kann unterschiedliche Ursachen haben. In einigen Fällen produziert der Magen zu viel Säure, und was dann nicht nach unten in den Darmtrakt abgezogen wird, sucht sich den Weg nach oben. Unterstützt wird diese Fehlleitung durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwäche des oberen Magenverschlussapparates. Wenn zusätzlich der Pylorus, der Durchgang zum Zwölffingerdarm, geöffnet ist, kann auch dessen Inhalt via Magen in die Speiseröhre gelangen. Säure und Galle vermengen sich, es kommt zur sogenannten chemischen Gastritis. Betroffene merken dies an einem bitteren Geschmack im Mund. "Viele Refluxe sind gemischt", erklärt Magenspezialist Thomas Winkler (siehe Interview).

Entzündungsgefahr

Eine Refluxösophagitis ist häufig nur der Anfang. Bei andauernder Belastung der Schleimhaut kommt es oft zu einer Veränderung des Gewebes. Anstelle des normalen Plattenepithels wächst ein Zylinderepithel. Fachleute bezeichnen dies als Barrett-Syndrom. Die Umgestaltung geht häufig mit der Entstehung von Dysplasien, Gewebemissbildungen, einher, die sich eventuell zu Tumoren entwickeln können. Bis zu einem Prozent der Patienten mit einem Barrett-Ösophagus bekommt Speiseröhrenkrebs.

Die Mittel gegen Sodbrennen sind basische Präparate, die über einen neutralisierenden Ausgleich den Säuregrad des Magensafts verringern. Entsprechend wirksame Medikamente sind die weit verbreiteten "Protonenpumpenhemmer". Sie funktionieren, indem ein spezieller Wirkstoff das Enzym H+-K+-ATPase blockiert. H+-K+-ATPase kommt in spezialisierten Zellen der Magenschleimhaut vor und ist dort für die Säureproduktion verantwortlich. Es nimmt Kaliumionen (K+) von außen auf und setzt dafür H+-Ionen (Protonen) frei. Dadurch sinkt der pH-Wert im Magen. Wird das Enzym medikamentös gehemmt, stagniert die Versäuerung.

Trotz ihrer Wirksamkeit sind Protonenpumpenhemmer zunehmend in die Kritik geraten. Sie seien nur Symptombekämpfung, hätten Nebenwirkungen und würden in den Säurehaushalt des Magens zu stark eingreifen. Für den Wiener Fachchirurgen Manfred Prager sind die Medikamente in einigen Fällen dennoch das Mittel der Wahl - statt einer Operation. "Man sollte die Protonenpumpenhemmer-Therapie nicht verteufeln." Sie seien bei Patienten, die wenig Schmerzen und noch keinen Barrett-Ösophagus haben, eine gute Alternative, meint Prager. Auch Senioren profitieren von den Präparaten. Einige ältere Menschen, erklärt der Mediziner, leiden bereits vorher unter Schluckbeschwerden. Nach einer OP werden sie unter Umständen stärker.

Chirurgische Therapie

Die chirurgische Behandlung eines Reflux zielt auf funktionelle Wiederherstellung des Magenverschlussapparats. Bei den meisten Betroffenen liegt eine sogenannte Hiatushernie vor, der Durchgang der Speiseröhre durch das Zwerchfell hat sich rissartig ausgeweitet. Dadurch wird der Verschlussmechanismus geschwächt. Dieser Mangel lässt sich durch einen operativen Eingriff (Fundoplikatio) beheben. Dabei wird ein kleiner Teil des oberen Magens wie eine Manschette um das Ende der Speiseröhre gelegt - überaus effektiv.

Allerdings ist nicht jedem Patient mit Sodbrennen so oder medikamentös zu helfen. "Man muss immer darauf achten, dass es neben dem Reflux auch eine seltenere Krankheit geben kann, betont Manfred Prager. Achalasie zum Beispiel, eine Störung der glatten Ösophagus-Muskulatur, löst mitunter sehr ähnliche Symptome aus. Eine äußerst präzise Diagnose hat deshalb oberste Priorität. (Kurt de Swaaf, DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2012)


Interview mit Magenexperten

"Fett, Paprika, Pfefferminze, Alkohol und Nikotin"


Wissen: Säure und Galle

Magensäure ist ein Geniestreich der Natur. Das ätzende Schleimhaut-Sekret besteht aus Salzsäure (HCl), sein pH-Wert liegt vor dem Essen normalerweise bei 1 bis 1,4 und steigt dann je nach aufgenommenen Speisen - das macht den Mageninhalt weniger sauer. Viele Krankheitserreger, Bakterien, Pilze und auch Parasiten werden dadurch abgetötet, bevor sie den Darm erreichen können. Die Salzsäure hat auch eine direkte verdauungsphysiologische Funktion. Sie spaltet Proteinketten auf und unterstützt so die Tätigkeit des Eiweiß-zerlegenden Enzyms Pepsin.

Im Vergleich zur Magensäure ist die Zusammensetzung von Galle komplexer. Galle ist zugleich Verdauungssaft als auch Abfallbeseitigung. Sie wird in der Leber produziert und anschließend in der Gallenblase eingedickt. Der gelbgrüne Saft enthält Abbauprodukte von Hämoglobin, Steroiden und Medikamenten, die über den Darm entsorgt werden. Dazu kommen die sogenannten Gallensalze aus wasserlöslichen und wasserunlöslichen Teilen. Im Zwölffingerdarm wirken sie wie Seife und verteilen so die in der Nahrung enthaltenen Fette, was deren anschließende Verdauung fördert. Galle ist zu dem leicht basisch und puffert die Magensäure. Die Gallensalze werden im Verlauf des Darmtrakts resorbiert und der Leber zur erneuten Aufbereitung wieder zugeführt. Ein perfekter Kreislauf. (deswa)

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Posting 1 bis 25 von 48
1 2
Doktor Jörg Haider
00
30.1.2012, 17:03
Magen spiegeln ist gut honoriert ...

nik.2008
01
30.1.2012, 14:17

.. hatte das Problem plötzlich vor 12 Jahren. Eine minimale Entzündung wurde bei der Gastro festgestellt. Dann Protoniumpumpenhämmer für 2 Wochen, dann abgesetzt. Nach 2 Jahren gings nicht mehr ohne, zuerst Losec 10mg, dann Zurcal, dann Nexium - das ganze 10 Jahre durchgehend. Vor 1 Jahr katastrophale Bauchschmerzen - Gastro/Coloskopy, Bauch-US, CT - die ganze medizinische Kunst. 2 Wochen Krankenhaus. Nichts brachte wirklich Erfolg. Dann Lactose & Fructoseintoleranztest. Und siehe da, beides positiv. Also unter Anleitung einer Diätologin eine Auslassdiät für 1 Monat. Danach leichte Besserung. Dann für 1 Monat Omniflora zum Darmaufbau (und Biroresonanz).......(Fortsetzung)

nik.2008
02
30.1.2012, 14:27

..(Forts) ich vertrag wieder Zucker, viele Früchte und auch Gemüse. Bei Milch/Joghurts nehm ich die lactosefreien. Heute sind Apfelstrudel etc. kein Problem. Es ist halt auch eine Frage der Menge. Ich brauch keine Pantoloc mehr, denn der Säurerückfluss war vom Darm wg. der Intoleranzen. Nur hats 10 Jahre gedauert bis es diagnostiziert wurde. Außerdem sollte man bei Nixum, Pantoloc und Co aufpassen, denn heute weiß man, dass sie die Knochendichte ungünstig beeinflussen. Mir sagte man immer, es ist von einem Zwerchfellbruch. Aber wenn Medis helfen, operiert man nicht. Heute weiß man aber, dass Pantoloc & co auf die Knochendichte negativ beeinflussen. Der Irrglaube ist auch, dass es nur dicke betrifft die nur fett essen. Falsch!

evilCHUCK
 
00
30.1.2012, 17:28
PPI

Protonenpumpeninhibitoren haben sehr wenige Nebenwirkungen. Bedenklich sind vor allem eine reflektorische Erhöhung des Gastrins (fördert HCl-Prod. im Magen bei hohem pH) die dann zu einer Verstärkung der Beschwerden führen kann. Einen negativen Einfluss auf die Knochendichte kann ich mir nicht vorstellen, da einerseits PPI nur durch niedrigen pH aktiviert werden, andererseits eine Hemmung der PP den Knochenabbau theoretisch hemmen müssten. Anmerkend muss aber noch erwähnt werden, dass die meisten PPIs über CYP450 metabolisiert werden und so den Arzneistoffspiegel anderer Medikamente gefährlich beeinflussen könnte.

nik.2008
00
30.1.2012, 18:04

vor 10 Jahren sagte man mir die PPI's haben keinerlei Nebenwirkungen bei einer Langzeitbehandlung. Mittlerweile traut sich das kein Internist mehr sagen - und auf der Osteopor. Ambulanz im KH St. Pölten hat man tag täglich mit den Spätfolgen von Langzeiteinnahme zu tun.

sFritz
03
30.1.2012, 13:10
Nach Jahrzenten geheilt

Fast alle Ärzte machen die Leute über Symptombehandlung noch mehr krank. Mir haben die Ratschläge einer Ärztin geholfen. Das Problem war scheint's nicht zuviel Magensäure sondern der meist zu hohe pH-Wert, daher konnte die Nahrung im Magen nicht aufbereitet werden und es dürfte zu Gärungsprozessen gekommen sein. Abhilfe bei mir: Gebiss-Sanierung (Amalgam raus); Ernährungsumstellung (kein Zucker, sogar eine Zeitlang fast kein Obst; alles, was den pH-Wert hebt, vermeiden); morgens oder bei Bedarf ein Glas Wasser mit ca. 1/2 TL Salz (möglichst naturbelassen, nicht das übliche Speisesalz), ich bin aber eher ein Typ mit höherem Salzbedarf; so gut es geht, Stress vermeiden und die eigene Lebenseinstellung hinterfragen; seither völlig schmerzfrei!

Got Your Nose!
00
31.1.2012, 00:26

der ph-wert der magensäure hängt mit ihrer konzentration (menge selbiger in der lösung) zusammen.

fertigprodukt
20
30.1.2012, 16:29

warum kein obst? obst wirkt auf den körper basisch. eigentlich sollte das gut wirken gegen übersäuerung.

nik.2008
00
30.1.2012, 18:41

.. das dachte ich bei mir auch - und genau das war die Ursache für meinen Reflux, nämlich eine Fructoseintoleranz

evilCHUCK
 
00
30.1.2012, 17:34

Obst senkt durch die Fruchtsäuren den pH im Magen, kompensiert wird dass dann via erhöhte HCO3- Ausscheidung über Niere/Lunge. Obst wirkt daher nicht basisch!

Phosphoenolpyruvat
20
30.1.2012, 13:41
"Magensäure sondern der meist zu hohe pH-Wert, "

Magensäure HAT einen (variablen) Wert. Sie haben da etwas missverstanden.

Sie werden übrigens ohne große Probleme genug Leute finden, die mit gegenteiligen oder völlig anderen Wegen ihre Beschwerden gelindert bzw. (temporär) beseitigt haben.

sFritz
00
30.1.2012, 13:49
Nicht neu

Natürlich variiert der ph-Wert; wenn aber der mittlere Level zu hoch ist, ist's eben eine schwache Säure, die ihre Aufgabe nicht erfüllen kann ...

Phosphoenolpyruvat
00
30.1.2012, 14:06
Na, und bei mir ...

... war es der Helicobacter, der mich gepeinigt hat.

Was mir in meiner Jugend so alles vergeblich empfohlen wurde: eine Unzahl verschiedener, auch gegenläufiger Ernährungsempfehlungen und Diäten bis hin zu den Psychofritzen.

Dann kam die Entdeckung des Bakteriums und seit Dezennien bin ich beschwerdefrei und ess alles, was mir schmeckt. Es lebe die Forschung!

http://de.wikipedia.org/wiki/Heli... ter_pylori

astemp79
73
30.1.2012, 10:57
Einseitig auf den Organismus beschränkt

ist dieser Artikel - immer noch weiß die Schulmedizin sich nur mit Symptombekämpfung zu helfen.

"Innerlich sauer sein", wie fein ist das schon beobachtet. Ja, die Seele drückt sich in der Sprache aus.
Im Magenbereich liegt der Solarplexus. Dieses Nervengeflecht spiegelt Seelenzustände wider, denn es verkrampft bei Emotionen, die von nicht verarbeiteten Ereignissen kommen. Das wirkt sich bes. auf den Magen (aber auch auf andere Organe) aus.
Lernt man, mit seinen Emotionen umzugehen (Ereignisse erkennen und aufarbeiten - Stress vermeiden), und übt man täglich Entspannungstechniken, so wird diese Störung verschwinden, und das ganz ohne jede Chemie. Ein adäquater Lebenswandel vorausgesetzt.

Hosenträgerträger
00
31.1.2012, 22:26
Also:

1. Die pubmed-Abstracts, aus denen Sie dieses "Wissen" beziehen, wenn's recht ist.
2. Mir stößt's sauer auf, wenn ich "ganz ohne Chemie" les... Produziert mein Magen dann kein HCL mehr, oder wie muss ich mir das vorstellen? Löst er dann die feinstofflichen Bestandteile der Nahrung heraus?

Got Your Nose!
02
31.1.2012, 00:28

stand das auf ihrem heutigen zettelchen vom kopp-gesponserten eso-abreißkalender?

Neuer Nick neues Glück
02
31.1.2012, 00:12

Der Solarplexus ist kein Muskel und KANN daher nicht verkrampfen.
Eso-BS, wie immer.

fertigprodukt
20
30.1.2012, 16:31

das ist aber nur ein aspekt. saure lebensmittel wie milch, getreide, zucker oder fleisch wegzulassen wirkt wahre wunder - auch auf die psyche.

das ganze funktioniert natürlich auch ohne medikamente.

keywords
02
30.1.2012, 14:56

ist freilaufende magensäure glücklicher?

Neuer Nick neues Glück
05
30.1.2012, 13:44

Schwurbeldiwurbel!

Phosphoenolpyruvat
22
30.1.2012, 13:42
Es sind gerade die Esoteriker, wie Sie, ...

..., die nur Symptome bekämpfen.

fauler Student
12
30.1.2012, 13:30

Boa ey. Ganz ohne Chemie. Verschwindet die Magensäure vollständig wenn ich glücklich bein?

Phosphoenolpyruvat
12
30.1.2012, 13:43
Nein, es bleibt die glückliche Magensäure.

bingoX
11
30.1.2012, 11:27
auf der anderen seite

sagt die schulmedizin es gibt KEINE übersäuerung....

Got Your Nose!
00
31.1.2012, 00:29

darauf hab ich gewartet.
ihre "übersäurung" ist was ganz anderes als eine ösophagitis.

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