Marken-Zukunft Microsoft

Mit "Metro" aus der Kodak-Falle

Thomas Lutz, 27. Jänner 2012, 13:50

Das Schicksal von Kodak könnte auch Microsoft ereilen, sagt Michael Brandtner - Eine Erwiderung von Microsoft-Sprecher Thomas Lutz

Nicht unwidersprochen stehen lassen möchte Microsoft den Gastbeitrag "Microsoft - das nächste Kodak?". Thomas Lutz, Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich, antwortet Markenstratege Michael Brandtner. Microsoft sei nicht ausschließlich eine Windows-Company. Trotzdem sieht er eine Analogie im Tablet-Bereich.

***

Michael Brandtner verkürzt in einem eher traditionellen Zugang das Unternehmen Microsoft alleine auf den Windows-Geschäftsbereich. Was in den 90er Jahren richtig war, stimmt heute so längst nicht mehr. Microsoft ist heute als Unternehmen viel breiter aufgestellt und hat derzeit zwölf Geschäftsbereiche mit jeweils mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz. Alleine der Bereich Büro-Software trägt in Summe 22 Milliarden Dollar bei. Der Bereich Server-Software 17 Milliarden und auch das Geschäft mit der Spielkonsole Xbox und der neuen Bewegungssteuerung Kinect - von dem innerhalb von 60 Tagen über zehn Millionen Stück verkauft wurden - steuern bereits über acht Milliarden Dollar bei. Microsoft ist heute also viel mehr, als "nur" die Windows-Company.

Selbst wenn wir das weltweit auf über einer Milliarde Geräten installierte Windows mit einem Anteil von ca. 27 Prozent am Gesamtergebnis von Microsoft isoliert betrachten wollen, stellt sich die Ausgangsbasis bereits heute deutlich anders dar, als von Brandtner beschrieben. Auch Smartphones oder "Pads" basieren auf der PC-Technik, wenn auch mit unterschiedlichen Prozessoren. So verschieden sind PC, Notebook, Tablet oder Smartphone also gar nicht. Es ist mehr die Benutzerführung, die sich durch die Einführung der Multi-Touch-Technik stark verändert hat.

Und hier sehe ich eine gewisse - wenn auch nur sehr geringe - Analogie. Microsoft war bekanntlich einer der ersten, der Tablet PCs und Touch-Bildschirme mit seinem Betriebssystem unterstützt hat; jedoch bis dato nicht in der Geräteklasse der leichtgewichtigen Pads. Doch wie bereits vor über einem Jahr angekündigt, wird das nächste Windows-Betriebssystem Windows 8 auch die Tablets mit ARM-Prozessoren unterstützen. Wir werden mit der neuen "Metro"-Oberfläche, die man bereits vom Windows Phone kennt, neue Standards im Bedienungskomfort setzen. Windows 8 wird damit das Beste aus zwei Welten vereinen können: die auf Tablets übliche Multi-Touch-Steuerung von Apps sowie das produktive Arbeiten mit Maus und Tastatur. Anders als heute, wird es nicht nur einige wenige Formfaktoren dafür geben, sondern Windows 8 wird einer Fülle neuer Geräte den Markt bereiten. Geräte, deren Betriebssystem auf Knopfdruck bereit stehen wird. All das wird unter der Marke von Windows auf den Markt kommen. Und hier gebe ich Michael Brandtner in einem einzigen Punkt vollkommen Recht: Microsoft hat noch alle Chancen dieser Erde.

Thomas Lutz ist Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich.

Zum Thema

Microsoft - das nächste Kodak?

Fotopionier Kodak ist pleite

Kommentar posten
11 Postings
Facialbook
00
31.1.2012, 00:12
Herr Lutz bestätigt meine Vermutung:

Herr Blendtner hat eine sehr oberflächliche Perspektive auf Unternehmen, die er "analysiert". Darin entspricht er den Herrn Ries/Trout, die auch über Jahrzehnte ein und dieselben Beispiele beschrieben haben – und über Jahrzehnte immer dasselbe Buch mit neuem Cover verkauft haben.

Textas
00
30.1.2012, 12:49

Endlich mal ein Unternehmen, das sich die Zeit nimmt, auf den Brandtner-Müll zu reagieren.

frank stein
00
31.1.2012, 12:54
sorry, aber ich finde dass er in einigen dingen recht hat

Fakt ist, dass Microsoft in einigen Bereichen derzeit super aufgestellt ist, in anderen ziemlich schwächelt.
Ganz ehrlich, verwenden Sie bing oder google?
und das gleiche kann Microsoft auch künftig auch beim Betriebssystemen passieren.
Ich bin nicht mit Windows verheiratet und wenn es einmal eine bessere Alternative gibt, wieso nicht...

Blutarsky
00
30.1.2012, 12:21
Schon wieder der?

johnnyfavorites
21
29.1.2012, 11:28
? warum wird

kodak mit microsoft zu vergleichen? das produkt von kodak ist plötzlich obsosolet geworden. das kann man bei microsoft ja wohl kaum behaupten.
und nur weil apples geriatrie computer von kleinkindern und greisen personen bedient werden können, heißt das nicht, dass ein flexibles system wie windows überflüssig wird. mag sein das das sie a bisl marktanteile verlieren..

Fritz Meyer
03
29.1.2012, 10:37
Kodak kam nicht wegen der "Umstellung" ins Schlingern...

sondern wegen einer Unternehmensführung, die nur den eigenen Vorteil verfolgte, jegliche Kosten für Entwicklung vermeiden wollte und bis zum Schluss keinerlei Interesse an Kritik und Anregungen von dritter Seite (vor allem von der eigenen Belegschaft) hatte.

Kodak ist nicht gegen die Wand gelaufen, weil der Konzern an sich ein Dinosaurier war, sondern weil die an der Spitze das GEHIRN eines Dinosauriers hatten.

Mike Bell
42
27.1.2012, 18:11
seit wann gibt es windows phones?

sind mir noch nie untergekommen. hoffe, dass diese nicht so lange hochfahren wie mein pc ;-)
also wenn windows 8 genauso lange zum hochfahren braucht wie mein handy jetzt, dann macht ihr einen user glücklich!

speedbrain
03
27.1.2012, 17:48
super statement!

zeigt von größe, überhaupt auf soetwas zu reagieren.

Die Wahrheit gepachtet
01
27.1.2012, 14:10
was hat das hier eigentlich beim "Etat" verloren?

Gehört das nicht in den "Webstandard"?

at the end space wins
10
27.1.2012, 22:12
nö, aber bitte trennen:

werbung & pr/brandtner/restmüll
werbung & pr/lutz/recycling

frank stein
01
29.1.2012, 15:36

posting/at the end space wins/spam

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.