Nicole Hosp als beste Österreicherin in St. Moritz auf Rang drei - Görgl, nach der Abfahrt noch Zweite, schied im Slalom aus
St. Moritz - Lindsey Vonn hat am Freitag mit dem Sieg in der Super-Kombination in St. Moritz den nächsten großen Schritt Richtung Weltcup-Gesamtsieg gemacht. Die 27-jährige US-Amerikanerin setzte sich nach Abfahrt und Slalom 0,41 Sekunden vor der Slowenin Tina Maze durch. Als beste Österreicherin landete die Tirolerin Nicole Hosp (0,58) unmittelbar vor der Niederösterreicherin Kathrin Zettel (1,19) auf Rang drei.
Die Steirerin Elisabeth Görgl, nach der Abfahrt noch hinter Vonn Zweite, schied im Slalom auf dem Weg zur Bestzeit aus, die drittplatzierte Deutsche Maria Höfl-Riesch fiel nach einem
Fehler weit zurück. Weltmeisterin Anna Fenninger (2,51) wurde Siebente. In der Weltcup-Gesamtwertung liegt Vonn nach ihrem bereits 48. Weltcup-Triumph, dem fünften in der Super-Kombination, 302 Zähler vor Maze in Front. Es wäre keine Überraschung, wenn sie die Führung am
Wochenende weiter kräftig ausbauen sollte und damit einen großen Schritt in
Richtung Gewinn ihrer bereits vierten Kristallkugel machen würde.
"Ich habe gewusst, dass der Vorsprung auf Tina groß war", meinte Vonn nach ihrem 48. Weltcupsieg, dem fünften in der
Super-Kombination. Zum Slalom: "Ich war ein bisschen vorsichtig,
aber unten habe ich Gas gegeben." Für Hosp war es nach einer schwierigen Zeit der erste
Weltcup-Podestplatz seit 19. Dezember 2010. Damals war sie in Val
d'Isere ebenfalls in einer Super-Kombination Dritte geworden.
"Die Erleichterung ist sehr groß", atmete Hosp durch. "Ich hatte ein Super-Rennen. Im oberen Teil vom Steilhang
habe ich probiert, dass ich das Gefühl bekomme. Dann habe ich
probiert, alles zu riskieren und es hat gepasst." Die 28-Jährige
hatte an ihrem Tief schwer zu knabbern. "Es war schwierig. Es war
speziell im mentalen Bereich eine Riesenherausforderung. Aber ich
habe gewusst, dass ich viel drauf habe." Die am Sonntag in St. Moritz nachgeholte Kombination aus Val d'Isere mit Super-G und Slalom sollte Hosp noch mehr liegen als der Mix
Abfahrt/Slalom.
Zettel legte die Basis für ihren vierten Platz als Abfahrtsneunte. "Im Slalom wäre
noch etwas drinnen gewesen", sagte die Technik-Spezialistin. "Ich bin
als Vierte aber zufrieden. Nici hat es sich verdient, nach langem
wieder auf dem Podium zu stehen." Maze trauerte trotz Bestmarke einer
besseren Slalomzeit nach. "Wenn der Hang ein bisschen länger wäre,
wäre es zu machen gewesen."
Fenninger blieb als jeweils Elfte in Abfahrt
und Torlauf unter ihren Möglichkeiten, war mit Endrang sieben und
sich auch nicht zufrieden. "Ich bin oben überhaupt nicht
reingekommen", meinte die Salzburgerin zu ihrer Slalomfahrt. "Ich
habe gleich ein paar Fehler hintereinander gemacht, war ein bisschen
zu gerade dran und habe die Schwünge abstechen müssen. Ich bin
einfach nicht in den Rhythmus gekommen."
Ärgern musste sich Görgl, die auf dem Weg zu einer Topzeit ausfiel. Die 30-Jährige fing sich aber
schnell wieder: "Ich bin bis dahin ganz gut gefahren. Mir war
wichtig, voll zu attackieren. Ich habe gespürt, dass ich sehr schnell
bin." Höfl-Riesch ärgerte sich über Platz 21 und noch mehr über sich selbst: "Ich bin
sauer. Auf den eisigen Bedingungen habe ich noch Probleme, da muss
ich noch die richtige Abstimmung finden." (APA)