Hungersnot in der Sahelzone

Nur eine verwässerte Mahlzeit pro Tag

27. Jänner 2012, 11:13

Regierungen bitten um internationale Hilfe: Über zehn Millionen Menschen von Hunger bedroht, jedes zweite Kind chronisch mangelernährt

Wien/Niamey - Über zehn Millionen Menschen sind in der Sahelzone von einer Hungerkrise bedroht, warnt die Hilfsorganisation CARE. Nach Missernten infolge von unregelmäßigen Regenfällen und Insektenplagen haben die Regierungen von Niger, Mali und Tschad um internationale Hilfe gebeten. Allein im Niger sind 5,4 Millionen Menschen von Hunger bedroht, mindestens 1,3 Millionen benötigen unmittelbare Nahrungsmittelhilfe. Am 18. Jänner kündigte die Europäische Kommission eine Verdoppelung ihrer humanitären Hilfe für die Region an, nun ruft CARE die Gebergemeinschaft auf, diesem Beispiel zu folgen.

"Einige Familien nehmen bereits jetzt nur noch eine Mahlzeit am Tag zu sich, meist verwässerten Hirsebrei", berichtet Johannes Schoors, Leiter des CARE-Länderbüros im Niger. "In einem normalen Jahr beginnt die sogenannte 'Hunger-Jahreszeit' erst im April oder Mai, aber heuer ist sie schon da."

Der Höhepunkt der Krise wird im März erwartet, doch in einigen Regionen sind die Nahrungsvorräte bereits jetzt aufgebraucht. Viehzüchter müssen ihre Tiere und anderen Besitz verkaufen, um sich Lebensmittel leisten zu können. Doch ohne Nutztiere verlieren die Menschen ihre Nahrungsgrundlage. Die Folge: Mehr Kinder leiden unter Mangelernährung und Wachstumsstörungen. Schon heute ist jedes zweite Kind im Niger chronisch mangelernährt.

Vorsorge nötig

Die immer häufiger aufeinanderfolgenden Dürren zeigen laut CARE deutlich die Notwendigkeit, zunehmend in Vorsorgemaßnahmen zu investieren, um Menschenleben zu retten und die - viel teurere - akute Katastrophenhilfe zu vermeiden. Erfahrungen aus der Nahrungskrise 2005 machten deutlich: Es kostete weniger als einen Euro, Mangelernährung bei Kindern mit Vorsorgeprogrammen zu verhindern. Die Behandlung akut vom Hunger betroffener Kinder zum Höhepunkt der Krise kostete über 60 Euro.

CARE hat bereits im vergangenen Oktober damit begonnen, Frühwarnsysteme einzurichten und laufende Programme aufzustocken, um der Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. Die Hilfsmaßnahmen umfassen u. a. Bargeldauszahlungen, Schulspeisungen sowie die Verteilung von Nahrung, Wasser und Tierfutter. Zudem stärkt CARE bestehende "Kornbanken". Seit Jahren arbeitet die Hilfsorganisation daran, die Widerstandskräfte der Menschen zu stärken: Gemeinschaftsgärten und Kleinspargruppen helfen, Reserven zu bilden.

"Wir wissen, was funktioniert, aber die Hilfe muss so schnell wie möglich ausgeweitet werden, es gibt keine Zeit zu verlieren", sagte CARE-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager. "Die Situation verschlimmert sich von Tag zu Tag. Je länger wir warten, desto mehr Leben werden gefährdet und desto teurer wird die Hilfe." (red)

Spendenkonto CARE:
PSK 1.236.000, BLZ 60.000
SMS mit Spendenbetrag an 0676 800 7020

Link:
www.care.at

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 114
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gigngogn
 
34
31.1.2012, 11:32
1963 betrug die Bevölkerung im Niger ~3Mio, heute sind es über 14Mio.

Das Problem sind nicht Dürren oder Insektenplagen, es ist das enorme Bevölkerungswachstum dem kein entsprechendes Wachstum der Produktivität gegenübersteht.

Alle Entwicklungshilfe der Welt wird hier *nichts* nützen, sondern im Gegenteil die Lage beide r nächsten Krise noch verschärfen

Und das kann man getrost auf ganz Afrika umlegen, Afrika ist erledigt, seien einzige Chance wäre ein erneute Kolonisierung, aber das tut sich in Europa sicher niemand mehr an

desperate unmutbürgerin
00
20.2.2012, 10:01
erneute kolonialisierung?

gehts noch? und noch dazu so viele grüne stricherl? die leut sind echt nicht mehr ganz dicht.

jezzybuk
10
29.1.2012, 19:48

Die Menschen in Afrika wissen um ihre Verantwortung. Lasst sie endlich in Ruhe.

Geh?danke
00
29.1.2012, 11:26

Wenn ich ganz gezielt Massnahmen zur Geburtenkontrolle unterstützen will, wie kann ich das tun?

Kowosch
 
00
29.1.2012, 17:27

Die passenden Suchbegriffe in die Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben.

Es gibt da inzwischen auch einige "Charities" für. Suchbegriffe in Englisch (also z.B. "family planning charities") sind wahrscheinlich zielführender bzw. bieten eine größere Auswahl. Wie überall: Sich über den Hintergrund / die Zuverlässigkeit der Organisation informieren...

Bei manchen könnten Sie, je nach Ihrer Qualifikation, dann auch mitarbeiten und nicht nur finanziell unterstützend wirken.

Viel Erfolg!

pipi pipifax
21
29.1.2012, 12:07

wen sie ein mann sind: streifen sie sich etwas ueber ihr ding.
wenn sie eine frau sind: da gibt's pillen oder dinger, die man spirale nennt.

Gabi_001
06
28.1.2012, 21:26
Die Bauern im Sahel bauen

vorwiegend Hirse, Maniok, Jams und Bataten an.

Mit den Jahren verlagerten sie ihre Ackerflächen aber wegen der ENORMEN Bevölkerungszunahme zunehmend in den Norden, wobei sie die agronomische Trockengrenze überschritten und somit Bewässerung der Felder nötig wurde.... was jede Trockenperiode zur Todesfalle macht.

Solange das Bevölkerungswachstum im Sahel so weiter geht, wird es wohl leider auch immer wieder zu Hungersnöten kommen und vor allem die Schwächsten, die Kinder treffen. Ein trauriger Teufelskreis...

Michael Bakunin
87
28.1.2012, 11:28

das ist das ergebnis ses kapitalismus.
wie schon ziegler treffend sagte: jedes an hunger sterbende kind wird ermordet.
diese verhältnisse wind bewusst herbeigeführt bzw. ni kauf genommen, nur um die gewinne der westlichen konzerne zu erhöhen.

gigngogn
 
00
31.1.2012, 11:34
Das ist das Ergebnis einer mehr als Vervierfachung der Bevölkerung in 50 Jahren!

Aber für die Linke ist es natürlich stets der phöse Kapitalismus und 'der Westen' er schuld ist, das Wort 'Eigenverantwortung' kommt im linken Sprachschatz scheints nicht vor

Michael Bakunin
11
31.1.2012, 12:52

nein ist es nicht.
das ist das erbenis von 200 jahren kolonialismus und kapitalismus.
es wird zeit, dass der westen sich seiner eigenverantwortung besinnt und sich nicht weiter auf kosten anderer bereichert.

insertnamehere
 
02
31.1.2012, 14:05
Ahem.

Grade in der Gegend sind die Franzosen erst so um 1890 aufgetaucht und haben 1960 alle in die Unabhängigkeit entlassen.

Da simma von 200 Jahren Kolonialismus doch noch halbwegs weit weg.

Im übrigen wage ich zu bezweifeln, dass die Sahel-Zone OHNE die 70 Jahre französischer Herrschaft das Problem einer sich ausdehnenden Sahara heute NICHT hätte.

zebrafuss
00
14.2.2012, 01:22
na gar so weit weg sind wir nicht.

in niger, z.b., gibt es uranvorkommen - die werden unter schwerster bewachung von frankreich abgebaut. es befinden sich dort ständig ca. 4.000 franzosen zu diesem zweck.

in mali sind es goldminen, die zu ihrem größten teil in englischer hand sind; gewinn 2011 ca 280% (!). in mali leben 98 % der menschen von weniger als zwei dollar pro tag. http://www.randgoldresources.com/randgold/... -structure

das heißt: die bevölkerung hatte keine chance an all dem technischen fortschritt (z.b. elektrizität, wasserleitungen (!), kanäle etc. teilzunehmen.

europa ist heute das dichtbesiedeltste gebiet der welt. ohne die industrielle entwicklung, wären wir gar nicht auf der welt (hätten sie vielleicht auch verschont).

Michael Bakunin
22
31.1.2012, 14:13

es geht nicht um die 70 jahre französischer besetzung, sondern um die planmäßige ausbeutung des kontinents in den letzten paar hundert (eher 500 als 200) jahren. bis heute.

insertnamehere
 
00
31.1.2012, 14:33
Nachdem bis weit ins 19. Jhdt. der Großteil des Kontinents nicht mal kartografiert war, find ichs etwas vermessen, von "planmäßiger Ausbeutung" zu reden.

Und um zB das Jahr 1800 herum musste man halt noch vor Ort vertreten sein, um irgendwen ausbeuten zu KÖNNEN.

Drohbriefe dürften (bei einer Zustellzeit, die in Monaten gemessen wurde) eher ohne Wirkung geblieben sein.

In der Sahel-Zone ist heute das Problem, dass sich die Sahara derzeit wieder ausbreitet.

Michael Bakunin
10
31.1.2012, 22:46

ein kontinent muss ja nicht kartografiert sein, um ausgebeutet zu werden.

insertnamehere
 
00
Und WER beutet den dann aus und WIE?

Wollen Sie mir erklären, die Engländer, Franzosen etc. haben von London, Paris etc. aus eines Tages so um 1600 beschlossen, die Gegend an den Quellen des Nils auszubeuten und vielleicht 200 Jahre später mal den ersten Forscher hinzuschicken, um bei Gelegenheit mal nachzusehen, wo die überhaupt SIND und wie's dort aussieht (DAS dann klarerweise aus REIN geografischem und NICHT wirtschaftlichen Interesse)?

Da hätten die Spanier und Portugiesen bei der Ausbeutung ihrer Weltreiche ja eine gewaltige Verschwendung an Menschen und Schiffen betrieben, möchte man meinen! Die haben sich nämlich ziemlich schwer getan bei der Ausbeutung uneroberter Gebiete, von unentdeckten mal GANZ zu schweigen!

Halbwegs klar, worauf ich hinauswill?

Michael Bakunin
00
Hallo!

Die Ausbeutung des afrikanischen Kontinents durch die Europäer begann um 1500! Damals begann der große Sklavenhandel. Über 200.000 Aklaven wurden nah Europa verschleppt, Frankreich alleine zusätzlich noch 1,6 Millionen. Weitere 11 Millionen wurden nach Amerika verkauft!
Die Gebiete waren eben schon gut genug entdeckt nud kartographiert.

insertnamehere
 
00
Teil 4

Und um zum Ende meiner Tirade zu kommen:

Dass man den SklavenKÄUFER an der Westküste als schlimmer ansieht als den SklavenJÄGER und -VERKÄUFER, lass ich mir ja vielleicht grade noch einreden. Is eine mögliche Sichtweise, auch wenn ich sie nur bedingt teile.

Für den ganzen Kontinent von jahrhundertelanger europäischer Ausbeutung zu sprechen, halte ich für eine Behauptung ohne Grundlage. Das ist wie ausgeführt ein GROSSER Kontinent.

Und rein am Sklavenhandel kanns mMn kaum liegen, sonst wäre Osteuropa und insbesondere Russland heute genauso schlimm dran wie Afrika - die wurden nämlich - auf die Bevölkerungszahl gerechnet - mindestens genauso intensiv versklavt über Jahrhunderte. Halt nicht vom bösen Westen.

insertnamehere
 
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Teil 3

Und zu Ostafrika: So gut wie alle Sklaven aus Ostafrika gingen in den isl. Raum, ohne dabei auch nur je einen Europäer zu Gesicht zu bekommen.

Fast 1400 Jahre lang.

Wurde Ende des 19. Jhdts von den Briten abgestellt und zwar im Zuge ihres fiesen Imperialismus.

Interessanterweise sollen auch dort die Europäer die einzigen Ausbeuter gewesen sein und nicht zB die einheimischen Sklavenjägerethnien, die 1400 Jahre nix anderes taten, als Dörfer zu überfallen, alle "Unverkäuflichen" zu massakrieren und den Rest zu versklaven und zu verkaufen.

FindenS das nicht auch etwas eigenartig?

Michael Bakunin
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das einzige, was ich eigenartig finde ist, dass du versuchst den christlichen sklavenhandel zu verharmlosen. dabei ist doch gerade er es, der jede andere ausbeutung bei weitern übertroffen hat.

insertnamehere
 
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Ich verharmlose ihn mMn nicht.

War falsch.
War GANZ falsch und ekelhaft.

Allerdings sieht es nicht danach aus, dass er die mit Abstand schlimmste Ausbeutung aller Zeiten war, weil der isl. Sklavenhandel in Afrika vom Umfang her zB ziemlich gleich war (was Sie Ihrerseits NICHT verharmlosen, sondern vielmehr gleich KOMPLETT untern Tisch fallen lassen) und da der in Osteuropa in Indien noch DAZUkommen.

Als monokausale Erklärung für das Elend des ganzen Kontinents ist der europäische Sklavenhandel mMn aber komplett unbrauchbar (wie monokausale Erklärungen das halt meist sind - es wär der isl. Sklavenhandel allein auch unbrauchbar als monokausale Erklärung).

Michael Bakunin
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es widerspricht ja meinen ausführungen nicht, dass auch islamische länder sklaverei betrieben. sklaverein gab es zu jeder zeit und in jedem kulturkreis.
aber die planmäßige aubeutung ganzer länder und gebiete (vor allem in afrika) im großen stil, das war den christlichen kolonialmächten vorbehalten.
und das ist nicht nur geschichte, sondern hat auswirkungenauf die gegenwart. denn die heutigen großen multinationalen konzerne sind nichts anderes als die fortführung der früheren sklaverei mit anderen mitteln.

insertnamehere
 
01
"denn die heutigen großen multinationalen konzerne sind nichts anderes als die fortführung der früheren sklaverei mit anderen mitteln."

Und Sie werfen mir Verharmlosung der Sklaverei vor? ;-)

Im übrigen haben wir jetzt den Punkt, an dem wir das ganze Argumentationsradl wieder von vorn anwerfen können (außer, wenns mir einfiele, nachzufragen, ob die Tatsache, dass ganz Nordafrika arabisch spricht, auch so ein Hinweis drauf ist, dass außer "uns" dort nie wer ganze Länder erobert, beherrscht und ausgebeutet hat - ich spar mir das aber).

Für unser Zirkeldiskussion brächte ich jetzt, dass man für planmäßige Ausbeutung ganzer Gebiete aber vor Ort sein muss und die Europäer das im größten Teil Afrikas erst ab 1880 rum waren.

Dann streit ma uns um die Jahrhunderte uns landen wieder beim Sklavenhandel ...

Oder aber wir lassens einfach bleiben ...?

Michael Bakunin
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ja, wenn du den beginn des europäischen sklavenhandels in afrika erst um 1880 ansetzt (wo er in wirklichkeit schon wieder zu ende war), anstatt die geschichtliche tatsache anzuerkennen, dass dies schon seit 1500 der fall war, dann hat eine weitere diskussion wirklich keinen sinn.
unbestreitbare geschichtliche fakten zu ignorieren bringt nichts.

insertnamehere
 
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Sie setzen Handel mit Unterwerfung und Ausbeutung gleich.

Ich unterscheide das.

1500 begann HANDEL. Ein sehr, sehr verwerflicher, keine Frage, aber einer, der von beiden dran beteiligten Parteien freiwillig betrieben wurde. Die Versklavten selber waren Ware und wurden gegen andere Ware getauscht.

Das ist etwas ERHEBLICH anderes als die Unterwerfung einer Partei durch die andere.

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