Fernseher ist zu oft der "Babysitter"

27. Jänner 2012, 10:02

Gesundheit ist auch durch das soziale Umfeld und die Möglichkeit der Partizipation in Familie, Schule und Gesellschaft bedingt

Wien - Kinder- und Jugendgesundheit ist keinesfalls eine rein medizinische Frage. Sie ist genauso durch das soziale Umfeld und die Möglichkeit der Partizipation in Familie, Schule und Gesellschaft bedingt. "Kinder brauchen in der frühen Phase vor allem Sicherheit und Geborgenheit, in der Jugend die Möglichkeit, ihre Potenziale zu entfalten", sagte der Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Klaus Vavrik, bei einer Pressekonferenz aus Anlass der Präsentation des neuen Jahresberichtes der Initiative in Wien.

Zu viel Zeit vor dem Bildschirm

"Kinder wünschen sich vor allem Freundschaft, Sicherheit, Familie, Ruhe und Sport. Wir hören ihnen offenbar zu wenig zu", meinte der Experte. Dem stünden die auch in Österreich herrschenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entgegen: "Es gibt ein Überangebot an Nahrungsmitteln, wir haben das Problem des Fernsehers als 'Babysitter', wir haben 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen."

Laut Vavrik sind speziell im Jahr 2011 die Anliegen der Kinder- und Jugendgesundheit in der österreichischen Gesundheitspolitik "angekommen". Doch die Problematik müsse in der gesamten Gesellschaft berücksichtigt und entwickelte Strategien zur Verbesserung umgesetzt werden.

Ähnlich äußerte sich Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium: "Was Kinder glücklicher macht? Das geht weit über Gesundheit hinaus. Es gilt, das Wohl der Kinder gesamtheitlich zu betrachten." Das Ministerium habe hier mit der Entwicklung einer eigenen Kindergesundheitsstrategie und bereits realisierten Programmen zur Ernährung wichtige Schritte gesetzt, denen weitere folgen würden. (APA)

Share if you care
20 Postings
In dem Artikel geht es um Kinder die "zu viel" vor

dem Fernseher hocken und die Überschrift impliziert, dass diese Kinder ohne Elterliche Aufsicht davor hocken.

Das ist klar dass das Schrott ist und negative Auswirkungen hat.

Aber mir kann niemand erklären, dass es einem Kind schadet wenn man sich mit diesem zb. nach dem anschauen eines Buches vor den PC sitzt und dort auf Youtube zb. ein Schildkrötenvideo anschaut. Die neuen Medien sind extrem toll. Zb. wie erklärt man "verständlich" einem Kind mit 14 Monaten was ein Stapler ist?!? Youtube-Video anschauen und erklären was das stattfindet.

Genauso kann mir niemand erklären, dass es einem 1 1/2 Jährigen schadet am Abend eine Sendung Sandmann anzuschauen.

Es kommt immer auf die Inhalte und die Begleitung durch die Eltern an.

Es geht um das "zu viel" - und da ist es relativ gleich ob die Eltern auch davor sitzen oder nicht.

Natürlich sind die neuen Medien eine gute, wenn nicht sogar großartige Entwicklung - sie bieten auch viele Möglichkeiten, Kinder so manches Thema näher zu bringen.

Der Artikel spricht aber mMn nicht von Eltern, die MIT ihren Kinder etwas ansehen, sondern von denen, die die Kinder vor dem Gerät "parken", um sich selbst freizuschaufeln. Und das finde ich absolut nicht ok!

Ich bin der Meinung, dass es für Kinder nicht gut ist, wenn sie alles zu jederzeit sehen können. Das fängt schon mit Familien an, wo der Fernseher am frühen Morgen angemacht wird und erst im Schlafzimmer wieder ausgeschaltet... wie soll ein Kind diese ganzen Einflüsse, die auf es einwirken, verarbeiten können?

Ok nachdem ich heute bei einem Bekannten

war den ich schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, verstehe ich die Kritik des Artikels. Das Kind ca. 1 Jahr alt, saß die 2h wo ich dort war die ganze Zeit vor irgendwelchen Disney-Videos.

Kommt also anscheinend tatsächlich vor das ganze.

Meine Kinder dürfen diese Medien nutzen. Allerdings nur wenn ich oder meine Frau dabei sind und dann wird halt von uns erklärt was sich da genau abspielt etc. Außerdem halt alles "Altersgerecht".

Ich muss sagen früher hat man noch tolle Dinge fabriziert. Aber heute dieser Teletubbies und sonstiger Blödsinn ...

Genau: TiVi, die elektrische Oma!

Kinder unter 2 Jahren vor den Fernseher zu setzen ist Kindesmißbrauch

Da es zu einer Gehirnfehlbildung kommt, die zu mehr ADHS und zu unbehandelbarer Adipositas (Fettsucht) führt.

A so a Bledsinn.
Wahnsinn, was da Unsinn verfasst wird...

Die Fakten der aktuellen Forschung sind eindeutig.
Frühes Fernsehen
- und ADHS:
http://www.pediatricsdigest.mobi/content/1... 4/708.full
http://www.pediatricsdigest.mobi/content/1... l.pdf+html
- und Schulmißerfolg
http://archpedi.ama-assn.org/cgi/repri... /164/5/425
- - bis ins Erwachsenenalter
http://archpedi.ama-assn.org/cgi/repri... /159/7/614

Populär:
http://www.focus.de/schule/fa... 85553.html

Die Auswirkungen der frühkindlichen Eindrücke auf die Gehirnbildung (Synapsen), auch im funktionellen MRT untersucht, sind langfristig und dauerhaft.

"hours of television viewed per day"

Danke.
Das reicht mir schon.

Ich habe noch *keine einzige* Studie gefunden, die Ihre allgemeine Aussage

"Kinder unter 2 Jahren vor den Fernseher zu setzen ist Kindesmißbrauch"

oder

"Fernsehen schadet den Kleinkindern"

bestätigt.

Nur "zuviel Fernsehen schadet den Kleinkindern".

In *jeder* Studie geht's um "stundenlanges Fernsehen".

Also bitte verbreiten's da keine Unwahrheiten.

Es ist erschreckend, dass das "Baby-Einstein-TV" genau das Gegenteil zur Folge hat.

Da das Gehirn in den ersten zwei Jahren durch Aktivität gebildet wird (Synapsen), und durch TV das Baby zur Passivität ("Glotze") gebracht wird, ist das durch diese Beobachtung für den normalen Laien schon zu sehen.

Wenn man eine genaue Korrelation zwischen jeder Stunde mehr Fernsehen in dem Alter und dem Grad an ADHS später hat, ist die Auswirkung auf die Gehirnstruktur gegeben.

Nicht umsonst weisen alle funktionellen MRT-Studien die Nichtausbildung von Gehirnstrukturen je nach Erlebnissen in diesem Alter nach.

Und diese Behauptung können sie beweisen?

Ihre Aussage ist doch kompletter Blödsinn.

"Kinder wünschen sich vor allem Freundschaft, Sicherheit, Familie, Ruhe und Sport. Wir hören ihnen offenbar zu wenig zu",

wollte gerade schreiben: und zuwendung (ist wohl mit "familie" gemeint)

und dann hab ich (viell. etwas verklärt) daran gedacht, dass früher die kinder auch "sich selbst" überlassen waren, auf da gossn gespielt haben und dort den ganzen tag mit geschwistern und anderen kindern verbracht haben.

--> waren die kinder damals weniger oder gleich "verlassen"?
--> war die - wenige ? - zeitl. zuwendung der eltern qualitativ besser?

ich behaupte ja, dass die kinder den stress und den druck dem wir erwachsenen unterlegen sind, gänzlich ungefiltert und direkt abbekommen. der druck in der schule ist auch viel zu groß.

nichts gegen filme schaun, aber das tv-format ist reinster schrott.
sendeverbot von 6:00-8:00 und von 17:00 - 21:00!

staatliches fernsehen hätte eigentlich ein sehr gutes bildungspotential. während unterhaltungssendungen sich negativ auf die entwicklung (sprache, lesekompetenz, usw.) auswirken, gilt das ab einem gewissen alter für informative sendungen überhaupt nicht mehr (da gibt es mehrere studien mit diesem ergebnis). wenn ich als kind mal fernsehen durfte, dann am ehesten (pseudo)-"bildungsfernsehen" wie universum, "curiosity show", "knoff hoff", löwenzahn und die sendung mit der maus. ich bin ziemlich sicher, dass diese sendungen dazu beigetragen habe, dass ich ein interesse für technik, physik, chemie und biologie entwickelt habe, das sehr vielen schülern heute völlig fehlt.
interesse ist sehr hilfreich beim lernen.

Wieso besprechen wir das nicht draußen bei einem Bier ? :D

Da kommt natürlich gleich wieder das typisch

Österrreichische als Antwort. Alkohol überall. Natürlich sehr viel besser, als Bildungsfernsehen ...

Zuwendung erhält man ja von Menschen, die man gern hat, also ist das ja in Familie und Freunde inkludiert, denn der Wunsch mit diesen zusammen zu sein liegt ja genau in dieser Zuwendung begründet.
Und ohne Eltern draußen spielen mit anderen Kindern zählt ja auch zu Freundschaft, oder? Weil alleine würde es ihnen sicher nicht so viel Spaß machen.

Was?

Was ist an meinem Post so unverständlich?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.