Österreichischer Filmpreis

Karl Markovics' "Atmen" räumt ab

27. Jänner 2012 22:06
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    Foto: apa/herbert pfarrhofer

    Karl Markovics konnte bei der Verleihung des 'Österreichischen Filmpreises' seiner Favoritenrolle gerecht werden.

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    Foto: thim film

    International bereits mehrfach prämiert: "Atmen" von Karl Markovics

In allen sechs nominierten Kategorien ausgezeichnet - Mitfavoriten enttäuschen

Wien - Karl Markovics hat mit seinem Regiedebüt "Atmen" bei der zweiten Ausgabe des Österreichischen Filmpreises abgeräumt: Der Film wurde von der Akademie des Österreichischen Films am Freitagabend in den Wiener Rosenhügelstudios in allen sechs nominierten Kategorien mit der von Valie Export gestalteten Statuette geehrt und u.a. als bester Spielfilm, für die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet. Für den besten Dokumentarfilm erhielt Michael Glawogger den Österreichischen Filmpreis für "Whores' Glory". Als beste Darsteller wurden Ursula Strauss für "Vielleicht in einem anderen Leben" und Thomas Schubert für "Atmen" prämiert. Insgesamt wurden die Preise in 13 Kategorien vergeben.

Die von Drehbuchautor Rupert Henning mit frechem Charme moderierte Veranstaltung hatte mit Akademie-Präsident Markovics nicht nur einen großen Gewinner, sondern mit Markus Schleinzer ("Michael") und Elisabeth Scharang ("Vielleicht in einem anderen Leben") auch zwei enttäuschte Mitfavoriten. Von je fünf Nominierungen konnte "Michael" nur jene für die beste Tongestaltung und "Vielleicht in einem anderen Leben" jene für die beste Darstellerin (Ursula Strauss) in eine Auszeichnung umwandeln. Glawoggers "Whores' Glory" verzeichnete dagegen ebenso wie Wolfgang Murnbergers "Mein bester Feind" zwei Filmpreise. Die Preisträger werden von mehr als 200 Mitgliedern der Akademie per anonymem Wahlverfahren ermittelt.

Von offizieller Seite gaben sich sowohl Kulturministerin Claudia Schmied, Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, die Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz die Ehre. Die im ersten Jahr noch in vergleichsweise kleinem Rahmen abgehaltene Zeremonie wurde im zweiten Jahr vom intimen Fest zur großen Gala im (Film-)Industrie-Chic. Neben "Atmen", "Whores' Glory", "Mein bester Feind", "Michael" und "Vielleicht in einem anderen Leben" wurde mit der "Hexe Lilli" für das beste Szenenbild nur noch ein weiterer Film mit einem Preis bedacht. Henning verabschiedete sich schließlich von den "heurigen Karl-Markovics-Festspielen" vor mehr als doppelt so vielen Gästen als im Vorjahr. (APA)

Die Preisträger im Überblick:

  • Bester Spielfilm: "Atmen" (Produzenten: Dieter Pochlatko, Nikolaus Wisiak, Regie: Karl Markovics)
  • Bester Dokumentarfilm: "Whores' Glory" (Produzent: Erich Lackner, Tommy Pridnig, Peter Wirthensohn, Regie: Michael Glawogger)
  • Beste Regie: Karl Markovics ("Atmen")
  • Beste Darstellerin: Ursula Strauss ("Vielleicht in einem anderen Leben")
  • Bester Darsteller: Thomas Schubert ("Atmen")
  • Bestes Drehbuch: Karl Markovics ("Atmen")
  • Beste Kamera: Wolfgang Thaler ("Whores' Glory")
  • Bestes Kostümbild: Martina List ("Mein bester Feind")
  • Beste Maske: Barbara Fröhlich, Michaela Oppl ("Mein bester Feind")
  • Beste Musik: Herbert Tucmandl ("Atmen")
  • Bester Schnitt: Alarich Lenz ("Atmen")
  • Bestes Szenenbild: Christoph Kanter ("Hexe Lilli - Die Reise nach Mandolan")
  • Beste Tongestaltung: Veronika Hlawatsch, Klaus Kellermann, Bernhard Maisch ("Michael")
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 62
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tanuki2
01.02.2012 08:25
Hört hört!

Der Präsident der Film Akademie
verleiht sich selbst die Hauptpreise.

Wer lacht da noch?

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
29.01.2012 11:03
Die Welt trauert um die Opfer von Auschwitz - und

die österreichische Filmszene übt sich in Selbstbeweihräucherung...wo bleibt denn da das Gefühl der Feinnervigen? Grauslich!

c c
29.01.2012 10:01

ach ja, wir brauchen DRINGEND einen filmpreis, den nennen wir dann auch "academy award", weil die anderen haben so was ja auch und da kriegen dann alle so eine figur (oder wie man DAS ding auch nennen mag, frau Export ist halt keine designerin) und sagen danke danke toll toll toll.
weil genau das hat dem österreichischen film gefehlt.

dass es dann ca. 3 1/2 filme gibt, aus denen man auswählt und der gastgebende präsident auch gleichzeitig hauptdarsteller der ganzen farce wird, ja das war doch eigentlich unvermeidlich.
und kann sich einer vorstellen, dass der jeweilige präsident der academy 6 mal (oder öfter?) auf die bühne muss um 6 oscars abzuräumen?
die wissen schon, dass so was schon der peinlichen optik wegen nicht ginge.

NONE
29.01.2012 08:58

Irgendwie ist das quasi ein Bewerb oder Konkurrenz ...

Warum macht man nicht verstärkt Kooperationen in Europa? Vor allem die Franzosen sind beim Filme-machen genial. (Die Deutschen haben mehr Geld, sind aber was das Filme-machen betrifft inkompetent. Die deutschen Fernsehserien sind einfach nur unbrauchbar, und einzelne Filme genauso, bis auf ganze wenige Ausnahmen wie "Die unendliche Geschichte" - das war kreativ und auch gut umgesetzt.)

stoiker
29.01.2012 01:48

die mitfavoriten enttäuschen?

mich enttäuscht eher die skulptur.

cosmonaut
 
28.01.2012 21:21

läuft der noch irgendwo im Kino ?

Michael Bakunin
29.01.2012 00:38

Ja, im Cine-Center.
Wien, 1. Bezirk, Fleischmarkt 6

behudl
28.01.2012 21:28

in Wien ja... z.B. Breitenseer Lichtfestspiele..

antworten statt bewerten
28.01.2012 19:52

... muss immer aufs Plakat und dort links unten schauen ...

die_geisterkuh
28.01.2012 18:48

ich mag den österreichischen film ... zumindest ab und zu ... ich bin aber gänzlich gegen selbstbeweihräucherungasfeste ala oscar... und diese preis/festival gesellschaft...
und ganz ehrlich bei den paar filmen die in ö in einem jahr gemacht werden ist die auswahl und konkurenz zu gering... vielleicht genügts ja alle 5 jahre sowas zu machen...

asoo
28.01.2012 18:13
österwood bzw. hollyreich

es gab nur wenige anwärter. einer von 2 präsidentInnen der verleihenden organisation gewinnt fast alles. in den medien wird das groß gebracht. bin ich da im richtigen film? ich schätze karl markovics, aber das ist mir suspekt.

Karel Sternlieb
28.01.2012 17:35
Nichts gegen einen Österreichischen Filmpreis

Allerdings wenn gerade mal 3 Filme zur Auswahl stehen (Atmen, Inside America und Michael) dann spricht das nicht gerade für eine Interessante Verleihung. Insgesamt waren in den Verschiedenen Kategorien 16 Filme aufgestellt, was auch nicht gerade für ein grosses Schaffen im Österreichischen Film spricht. Bei so einer geringen Dichte sollte man überlegen ob nicht alle Filme in allen Kategorien antretten, das wäre dann wenigstens Interessanter als diese Pseudoverlosung.

Michael Bakunin
29.01.2012 00:41

ich finde 3 nominierungen in jeder kategorie für den österreichischen film genug.

roundabout
28.01.2012 17:20
Na wenn

er schon nicht für den Auslandsoscar nominiert wurde, bekommt er jetzt 6 x die goldene Reblaus.

vor und laut
28.01.2012 17:07
eh klar

die verhaberten loben sich selber

kuerbiskernoel
28.01.2012 16:14
ähm... nichts gegen markovic's talent

aber so eine große auswahl an anderen filmen gab es ja dann doch nicht...

Ant
28.01.2012 15:47
Diese Veranstaltung kostet zigtausend Euro,

nur um die ins Rampenlicht zu stellen, die es eh nicht mehr notwenig haben. Junges, Innovatives oder Experminetelles hat hier keinen Platz (mit einer halben Ausnahme von Inside America). Und gleichzeitig hält die Diagonale Krisensitzung ab, weil ihr zigtausend Euro fehlen.

Darius Minor
28.01.2012 22:03
Informieren hilft (oder sind Sie neidig?)

Zwei der Nominierungen waren Regie-Debuts. Ein ausgezeichneter Hauptdarsteller war Debutant. Platz genug, taet' ich sagen.

fat eyes franklin
28.01.2012 12:53

toller film.absolut sehenswert.
gut dass es einen österreichischen filmpreis gibt,auf den österreichischen film kann nicht genug aufmerksamkeit gelenkt werden.da waren immer sensationelle produktionen dabei in den letzten jahren.

mizal
28.01.2012 12:21
gratuliere!!!

toller film und herrn markovics mag ich auch :)

Calimero22
28.01.2012 12:18

zitrone für das lockfoto!!! ;-)

Darius Minor
28.01.2012 22:04
Aeh ... welches Lockfoto?

Offenbar sehen Sie da was, was ich nicht sehe (und nein, ich bin jetzt nicht in der Text-Only-Ausgabe).

der_Mann_von_der_Straße
 
28.01.2012 18:27

Es würden mir genug Bilder aus dem Film einfallen, die ich nicht sehen möchte - besser doch das Lockfoto

Sophisticated81
28.01.2012 11:56
Gratulation...

...dem österreichischen Film! Ärgerlich nur das ORF (2+3) so wenig Sendezeit für so einen wichtigen Abend zur Verfügung stellt - prüstet er sich doch alle Gewinnerfilme mitfinanziert zu haben! Auch die anderen Nominierten, nicht nur die Gewinner (die üblichen Verdächtigen), hätten mich interessiert. Laut B. Albert sollte der Abend ja auch den Zweck haben Filmschaffende aller Sparten der Öffentlichkeit näher zu bringen. Note: Gut - Setzen!

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