Tierseuche

Schmallenberg-Virus breitet sich in Europa weiter aus

26. Jänner 2012, 21:18

Nach Deutschland, Belgien und den Niederlanden nun auch Großbritannien betroffen - Experten treiben Erforschung voran

London/Bielefeld - Bisher ist das Virus in Deutschland, Belgien und in den Niederlanden aufgetreten, nun wurden auch erste Fälle in Großbritannien bekannt. Der sogenannte Schmallenberg-Virus ist nahe mit dem Akabane-Virus verwandt und befällt Kühe, Ziegen und Schafe; dabei verursacht es schwere Krankheiten und Geburtsfehler. Übertragen wird es vermutlich durch Insektenstiche. Für den Menschen geht von dem Erreger nach Angaben von Experten nach bisherigen Erkenntnissen kein Gesundheitsrisiko aus. Der Virus wurde im vergangenen Herbst erstmals in Deutschland bei Tieren aus Schmallenberg im Sauerland nachgewiesen und erhielt so seinen Namen.

Nun soll rasch ein Impfstoff entwickelt werden, doch dies könne mindestens 18 Monate dauern. Für eine zügige Erforschung des Schmallenberg-Virus stellt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erstmals seine Erkenntnisse uneingeschränkt Fachinstituten und Pharmafirmen zur Verfügung. "Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, Patente auf unsere Entdeckungen zum Schmallenberg-Virus anzumelden", sagte der Präsident des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter, am Donnerstag. "So geben wir sowohl die von uns entwickelten Untersuchungsmethoden als auch das Virusisolat frei."

Erstbeschreibung im November 2011

Das Institut veröffentlichte bereits das Protokoll für den Genomnachweis und Informationen über Genomsequenzen. Damit solle auch die Suche nach Impfstoffen beschleunigt werden. Das Institut auf der Insel Riems (Mecklenburg-Vorpommern) hatte den Erreger, der schwere Schädigungen bei neugeborenen Lämmern und Kälbern verursachen kann, im November 2011 erstmals diagnostiziert und beschrieben. Der Chef des Bundesforschungsinstituts dämpfte Erwartungen, dass schon in wenigen Monaten ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte.

"Wir haben es mit einer Tierseuche zu tun, die mittlerweile vier europäische Länder erfasst hat", sagte Mettenleiter. Nach Angaben des FLI sind bundesweit mehr als 50 Betriebe in sechs Bundesländern betroffen: neben Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein jetzt auch Baden-Württemberg. "Stündlich treffen neue Meldungen ein." Die Erkrankungen in den betroffenen Betrieben können laut Mettenleiter bis zu 30 Prozent der neugeborenen Tiere betreffen; viele kommen tot zur Welt.

Jahrelang unauffällig

Das Schmallenberg-Virus war weltweit erstmals im vergangenen Herbst in Mitteleuropa aufgefallen. "Evolution und evolutive Kräfte wirken auch in der Viruswelt und da kann ein Erreger neu entstehen", erläuterte Mettenleiter. So könnten verschiedene Viren ihre Gensegmente getauscht und die Basis für einen neuen Erreger gebildet haben. "Möglich ist auch, dass das Schmallenberg-Virus jahrelang unauffällig in einem Wildtierreservoir vorhanden war."

Die trächtigen Muttertiere hatten sich im Sommer und Herbst mit der Erkrankung, die wahrscheinlich durch Mücken übertragen wird, infiziert. Für Menschen besteht nach Einschätzung Mettenleiters keine Gefahr: "Bisher deutet nichts darauf hin, dass die Krankheit auf den Menschen übertragbar ist." (APA, red)


Link
Friedrich-Loeffler-Institut: "Schmallenberg-Virus"

Kommentar posten
13 Postings
Mike 23
02
29.1.2012, 14:47
Interessant, diese Verschwörungstheoretiker

bei den Virologie-Themen.
Meistens weder Ahnung von Evolution, Virologie oder vom Immunsystem, aber irgendeine böse Macht muss dahinter stecken, wenn mal eine Krankheit ausbricht.
Michael

Zinnmo
 
00
28.1.2012, 21:45

Dauert nicht mehr lange, dann ist es in Österreich. Höchstens noch zwei Jahre. Dann gibt ess einen Erreger mehr, gegen den man impfen muss.

Aracni Santini
00
28.1.2012, 10:38
Vielleicht macht giftproduzierende u. resistente Gentechnik Tiere krank?

Da gibt es doch auch in den USA so ein nettes Virus, dass Fledermäuse befällt... Sterben die Fledermäuse aus drohen durch ein Übermaß an Insekten Ernteausfälle, Mückenplagen etc... in etwa das Ende der Welt... Insekten werden durch das Gift auf Felder sehr beeinträchtigt... Leider verspritzt der Mensch allerhand Gift und bringt Pflanzen aus, von denen er keinerlei Ahnung hat, wie sie auf die Tierwelt wírken. Insekten sind ja sowieso uninteressant.... Bienen sterben in jüngster Zeit... (befruchten unsere Pflanzen) nun auch Nutztiere... Vielleicht ist es ja auch überhöhte Radioaktivität in Futtermitteln?

Zinnmo
 
01
28.1.2012, 21:53

Neue Kranksheitserreger hat es immer wieder gegeben, und die wird es auch immer wieder geben. So läuft Evolution nun mal.

PS.: Die Fledermäuse in Nordamerika sterben an einem Pilz, nicht an einem Virus.

WBR
00
28.1.2012, 11:17
Vielleicht sind es auch Hexen oder Außerirdische?

Ich empfehle dir, solche Rundumschläge auf deine Lieblings-Feindbilder auf Krankheiten mit ungeklärter Ursache zu beschränken.
Dann machst du dich weniger lächerlich.

Oder kommt als nächstes, dass Syphilis vermutlich durch die Radioaktivität in Lebensmitteln verursacht wird und nichts mit der Übertragung von Bakterien zu tun hat?

schniggschnagg
 
11
27.1.2012, 15:07
2013 dann...

...ist das Virus mutiert! Dann droht eine Pandemie und Regierungen werden dazu angehalten sein, Impfstoffe für die Bevölkerung einzukaufen, idealerweise bei dem Konzern, der sein Lobbying am besten beherrscht hat...

Aracni Santini
00
28.1.2012, 10:40
Wie steigen die Lebensmittelpreise?

Wenn so viele Tiere ausfallen? Das könnte ja auch ein Anschlag sein...

Ko Prolyt
01
27.1.2012, 19:22
macht nix...

der aufmerksame europäer hat bereits für die bevorstehenden ereignisse 2012 den vorratskeller aufgefüllt, munition gebunkert und entsprechend waffen besorgt. wichtig ist auch noch das studium einschlägiger fachliteratur (http://tinyurl.com/llpdn2)...

Cyborg78sbg
00
27.1.2012, 14:49

Tja, das heißt nach der Panikmache, und vor allem Geldmache, mit der Vogel und Schweinegrippe, wird bald die Kuh-, Schaf-, oder Ziegengrippe kommen.

Nunja, irgendein bescheuertes Kunstwort wird denen schon noch einfallen. Milchgrippe wäre auch noch eine Möglichkeit. Alle der drei genannten Tiere werden auch gerne für Milchprodukte benötigt.

Und wieder wird sich die Pharmaindustrie dumm und dämlich an der Blödheit der Menschen verdienen.

WBR
00
27.1.2012, 19:31
Q-Fieber

Aber die "Ziegengrippe" haben die Medien ja schon beim Q-Fieber (2009) erfunden.

Und oh Wunder! Keine Aufrufe, sich impfen zu lassen oder vorsorglich Medikamente dagegen zu kaufen.

F S 4: The science channel
12
27.1.2012, 12:56

Stechmücken... Widerliches Gesocks. Wenn man die ohne Gefahr für das Ökosystem ausrotten könnte, würde ich es eher gestern als heute tun.

Wappen hea
12
27.1.2012, 15:25

"Zweibeiner - widerliches Gesocks. Wenn man die ohne Gefahr für die Welt ausrotten könnte, würde ich es eher gestern als heute tun."

... sprach das Mammut
... sprach die Riesenschildkröte
... sprach Happy Feet
... sprach ein beliebiger Wal
... sprach ein "gefinnter" Hai
... sprach der Dodo
... sprach der Thunfischbestand
... sprach der Stier in der spanischen Arena
... sprach die kleine Stechmücke, bevor sie ihren Wirt in unsere Nahrungskette brachte.

Kleine Ursache - große Wirkung.

bm0711
22
27.1.2012, 14:28
...dass es nicht die angenehmsten Mitbewohner dieser Erde sind ist klar,

ABER auch sie erfüllen einen Zweck im Ökosystem UND haben - genauso wie jedes andere Wesen auch - eine Lebensberechtigung... ;-)

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