Deutschland beschließt Abzug

26. Jänner 2012, 20:03

Nach zehn Jahren zieht sich Bundeswehr Schritt für Schritt zurück - Einsatz hat bisher 52 deutsche Soldaten das Leben gekostet

Berlin - Nach zehn Jahren Afghanistan-Einsatz kann der Abzug der deutschen Bundeswehr beginnen. Mit großer Mehrheit stimmte der Bundestag am Donnerstag der erstmaligen Reduzierung der deutschen Soldaten am Hindukusch von bisher maximal 5.350 auf 4.900 zu. Bis Jänner 2013 soll die Truppenstärke um weitere 500 Soldaten verringert werden. In der 15. Bundestagsabstimmung über den Afghanistan-Einsatz seit 2001 stimmten 74,5 Prozent der Abgeordneten mit Ja und damit mehr als vor einem Jahr. Damals waren 72,5 Prozent für die Mandatsverlängerung.

Neben der Koalition steht auch der größte Teil der SPD-Abgeordneten hinter dem Einsatz. Von den Grünen kamen dagegen überwiegend Enthaltungen und Nein-Stimmen. Ihnen geht die Truppenreduzierung nicht weit genug. Die Linke lehnt den Bundeswehreinsatz als einzige Fraktion grundsätzlich ab und fordert einen sofortigen Abzug.

Westerwelle sieht Fortschritte

Bis 2014 soll der Kampfeinsatz der NATO ganz beendet werden. Anschließend sollen aber deutsche Soldaten noch zu Ausbildungszwecken in Afghanistan bleiben. Vor der Entscheidung des Bundestags zog die deutsche Regierung eine positive Zwischenbilanz des Einsatzes. "Afghanistan ist heute kein 'sicherer Hafen' mehr für den internationalen Terrorismus", sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) der Nachrichtenagentur dpa. Bei der Sicherheitslage gebe es Fortschritte, der Wiederaufbau sei vorangekommen. "Gleichwohl ist klar: Die Arbeit ist noch nicht getan. Der Weg zu dauerhaftem Frieden und Aussöhnung in Afghanistan ist noch lang."

Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière verteidigte die vor zehn Jahren getroffene Entscheidung, die Bundeswehr nach Afghanistan zu schicken. "Vorher weiß man oft nicht, was ein solcher Einsatz an Geld und Blutzoll kostet. Aber der Einsatz war richtig", sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin".

Westerwelle plädierte für einen behutsamen Abzug. "Wir dürfen weder das bisher Erreichte noch die Sicherheit unserer Truppen aufs Spiel setzen", sagte er der dpa. Der Minister bekräftigte, dass die internationale Gemeinschaft Afghanistan auch nach 2014 nicht im Stich lassen werde. Beim NATO-Gipfel in Chicago im Mai werde diese Zusage weiter konkretisiert. "Neben weiterer Hilfe beim Wiederaufbau geht es da vor allem um die fortzusetzende Unterstützung bei der Finanzierung und Ausbildung der afghanischen Armee. Bei all dem werden auch wir Deutsche verantwortlich unseren Beitrag leisten."

Auf die Frage, ob der Kampfeinsatz 2014 auch dann endet, wenn Afghanistan wieder im Bürgerkrieg zu versinken droht, sagte Westerwelle: "Selbstverständlich werden wir bei allem, was wir tun, die Lageentwicklung vor Ort genauestens berücksichtigen." Man werde aber alles dafür tun, dass Afghanistan nicht erneut im Chaos versinke und wieder Rückzugsort für internationale Terroristen werde. Auch de Maizière gab als Ziel aus: "Wenn wir weg sind, darf nichts gefährdet werden von dem, was wir aufgebaut haben." (APA)

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23 Postings
Der Kluge
01
27.1.2012, 16:27

Die Deutschen waren im Norden stationiert, das schon vor 2001 (united front/nordallianz) gegen die Taliban gekämpft und von diesen noch nie erobert wurde.

Das ist der Grund für die niedrigen Verluste. Die dort ansässige Bevölkerung wird großteils wirklich dankbar gewesen sein. Auch wenn das hier nicht wahrgenommen wird

K 3
01
27.1.2012, 15:51
Ein ziemlich seltsamer Zeitplan !

50 Jahre nach der Verfassung von 1964 in Afghanistan, als dort erstmal so etwas wie westliche demokratische Grundsätze in der Verfassung verankert wurden, wird der internationale Militäreinsatz beendet.
http://en.wikipedia.org/wiki/1964... nstitution
Es gibt auch andere sehr seltsame Zufälle:
50 Jahre nach dem Balkanfeldzug 1941 war der Jugoslawienkrieg begonnen worden 1991.
100 Jahre nach dem italienisch-türkischen Krieg in Libyen 1911 und 150 Jahre nach der Gründung Italiens 1861 war der internationale Militäreinsatz in Libyen gewesen 2011.
Was wird 2014 sein, 2000 Jahre nach dem Tod des Kaisers Augustus 14 AD bzw. 100 Jahre nach dem Anfang des 1. Weltkrieges 1914 ?

NeoProgressive
01
27.1.2012, 17:39

Was wird 2014 sein? Ich persönlich befürchte ja, dass Sie uns da weiterhin mit dummen Verschwörungstheorien zuspamen werden. Mögliche Anhaltspunkte für weiter geisitge, suppenähnliche Ergüsse wären noch: 2013 - 50 Jahre nach dem Tod Papst Jonnes XXIII.

ODER: 2017 - 60 Jahre nach Falcos Geburtstag, 35 Jahre nach seiner ersten LP und 19 Jahre nach seinem Tod! Die Widerauferstehung?

Archi
00
27.1.2012, 17:38
noch seltsamer:

ein tag hat 24 stunden, eine palette bier 24 dosen, und dann gäbs da auch noch akkus mit 24V... wow!!!

was wollen sie mit ihren "seltsamen Zeitplänen" andeuten? wieder mal so eine schwachsinnige verschwörungstheorie?

K 3
01
27.1.2012, 18:17

Als im Jahre 1813 die diversen privaten Kriegsfinanzierungen an der Tagesordnung standen, wurde beschlossen, daß für die nächsten 100 Jahre es eine allgemeine Militärpflicht gibt und der Staat in diesen 100 Jahren ab dem 1.1.1814 bis 31.12.1913 die Kosten der privat geführten Kriege der Vertragspartner im Jahre 1813 in Raten innerhalb dieser 100 Jahre bis 31.12.1913 abbezahlt. Manche wissen vielleicht nicht, welche Verträge es gibt, weswegen Verschwörungstheorien entstehen.

Archi
00
27.1.2012, 20:24
aha...

in schweden wurde die wehrpflicht anfang des 17. jh eingeführt, wie passt das in ihr zeitschema? und könnten sie bitte nähere informationen zu den verträgen posten, die eine allgemeine wehrpflicht zwischen 1814 und 1913 festlegten? und vor allem auch, zwischen welchen parteien diese verträge abgeschlossen wurden...

danke!

K 3
00
27.1.2012, 22:19

Das hatte ich irgendwo mal gelesen, wo genau, weiss ich im Augenblick nicht, aber im folgenden Buch wird auch andeutungsweise erwähnt, wie die Kriegsfinanzierungen vor 1813 und nach 1813 gewesen waren:
http://books.google.at/books?id=... lBAAAAcAAJ

capoeira17
 
00
27.1.2012, 14:40
Mittäter

Genauso schuldig sind neben den Haupttätern die Mittäter, die Verharmloser und die Applaudierer.

capoeira17
 
14
27.1.2012, 14:36
Menschlichkeit

was haben deutsche Soldaten in Afghanistan verloren?!

fischkopp
01
27.1.2012, 15:16

Wurden eingeladen und dann nach der Abstimmung im Bundestag dorthin geschickt.

bsdcornel
00
27.1.2012, 18:39
nach der Abstimmung im Bundestag

besonders die SPD und durch die Grünen.
Solche Verräter schicken unsere Soldaten da runter

manto bamminger
02
27.1.2012, 14:20
das bisher erreichte?

das wäre was genau?

eine Militärbasis über einem Ölvorkommen?
die eigenen soldaten zweifeln nicht mehr an der sinnlosigkeit des ganzen, sie sind davon überzeugt

Archi
00
27.1.2012, 17:39
was die soldaten selbst denken (falls sie das überhaupt tun), ist aber schon ziemlich irrelevant...

Hoerbis
03
27.1.2012, 14:03
Wer in seiner Schulzeit einen Aufsatz mit dem Titel: "Deutschland beschließt Abzug" geschrieben hätte, und dann im Text:

"stimmten 74,5 Prozent der Abgeordneten mit Ja und damit ... für die Mandatsverlängerung."

....hätte es einen (berechtigten) Fleck gegeben.

Und da red' ma noch gar ned davon, daß kein Europäer irgendwas in Afghanistan verloren hat. (Ausser er ist besch*uert genug, als Touri da hin zu reisen).

Geld für militärische Abenteuer ist da.
Geld für absurde "Bankenhilfspakete" ist da.
Geld für die Sanierung ganzer Staaten ist da.
- aber dafür um die Ausbildung unserer Jugend, die Versorgung unserer Kranken und die verdiente Absicherung unserer Senioren zu bezahlen, dafür haben wir angeblich nichts?

Passt scho......

"Able Danger"
13
27.1.2012, 11:49
"Einsatz hat bisher 52 deutsche Soldaten das Leben gekostet"

Und wieviele Einheimische haben die deutschen Soldaten bisher ermordet?

RZugDZug vs NATO Babykiller
24
27.1.2012, 08:51

Was hatten die Deutschen dort zu suchen ?
Ach das war ein von den Amis angezettelter Krieg also ein guter Krieg. Und schön brav haben die D-Politiker gehindukuscht, bezahlt vom D-Steuerzahler, der Profit aus dem Opiumanbau landete bei den Neocons und nicht zu vergessen die Herbeibringung der demokratischen Werte.

h 90
33
27.1.2012, 07:40
52 Leben

Da hat er aber nur die Deutschen gezaehlt.
Die ermordeten Afghanen sind ja egal, oder?

Darmwind
12
27.1.2012, 06:11

Wenn die glauben, was sie sagen, glauben sie auch ans Rotkäppchen. Wenn sie nicht glauben, was sie sagen, sind sie Betrüger und Lügner.

NONE
26
27.1.2012, 03:42

10 völlig sinnlose Jahre. Aber man muss ja das eigene Engagement bei Angriffskriegen legitimieren.

ullrich stamperer
33
27.1.2012, 00:47
bloßfüßige Taliban trotzen den ISAF Truppen

eine ungeheure Blamage für die allierte Kriegsführung.

MartinP
 
03
26.1.2012, 21:38
Brille? Fielmann!

"Westerwelle sieht Fortschritte"

Ist das nicht derselbe der im Iran eine nukleare Bedrohung sieht?

Oscar W
41
26.1.2012, 23:34
ist ja auch eine gerechte befürchtung

MartinP
 
14
27.1.2012, 08:47
ist ja auch eine gerechte befürchtung

überleg mal, WER dir das einzureden versucht.?!

Es gibt keinen einzigen Beweis für eine solche abstruse Behauptung! ! !

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