Familie, Gesundheit, Geld: Das ist Österreichern wichtig

27. Jänner 2012, 07:06
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Zeit für Hobbys und Freizeitaktivitäten waren für je 59 Prozent der Befragten wichtig - Gesunde nehmen sich mehr Zeit zum Genießen - Humor und Bildung werden geschätzt

Linz - Ihre Liebsten gehen den Österreichern über alles. 83 Prozent fühlen sich besonders wohl in ihrer Haut, wenn in der Familie und in der Partnerschaft alles in Ordnung ist. Für 80 Prozent ist die eigene Gesundheit dazu wichtig, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Linzer Marktforschungsinstituts market. Diese zwei Dinge rangierten bei Männern und Frauen sowie quer durch Alters- und Bildungsgruppen ganz oben. Zeit für die Familie war für 65 Prozent ein Kriterium für das eigene Wohlgefühl. Erst dahinter wurde von 62 Prozent genannt: "Wenn ich genügend Geld zur Verfügung habe, keine Schulden habe".

Zeit für Hobbys und Freizeitaktivitäten und die eigene Bestätigung waren für je 59 Prozent der Befragten wichtig, um sich im Alltag wohlzufühlen. Zeit für Freunde und Bekannte gehört für mehr als die Hälfte (53 Prozent) dazu, wobei die jüngste Gruppe bis 29 Jahre am meisten Wert darauf legt (67 Prozent). Sie schlafen auch am liebsten aus (66 Prozent) und brauchen Sport, um sich gut zu fühlen (57 Prozent). 54 Prozent der Umfrageteilnehmer nannten keine Schmerzen und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit als Kriterium, wobei das bei Personen über 50 Jahren (62 Prozent) mehr zählte - bei den 30- bis 49-Jährigen jedoch mit 45 Prozent weniger als bei den noch jüngeren mit 52 Prozent.

Gesundheitszustand erfragt

Die Studie ging darauf ein und fragte nach dem generellen Gesundheitszustand der Österreicher. Den beschrieben 16 Prozent als ausgezeichnet, 64 Prozent als gut mit gelegentlichen kleinen Beschwerden und 18 Prozent als weniger gut mit einigen gesundheitlichen Problemen. Drei Prozent haben ernsthaft zu kämpfen.

Das Institut untersuchte auch den Zusammenhang zwischen Mußestunden und Gesundheit. Je 48 Prozent der Österreicher meinten, dass sie genug bzw. zu wenige Stunden für den Genuss erübrigen können. Nicht Berufstätige (61 Prozent) und über 50-Jährige (60 Prozent) finden am meisten Raum für Muße - ihre Gesundheit dankt es ihnen aber nicht: Je 28 Prozent haben - einige oder ernsthafte - gesundheitliche Probleme.

Im Gegenzug stellte market aber fest, dass die Gesunden sich leichter Zeit zum Genießen nehmen. 57 Prozent jener, die sich bester Gesundheit erfreuen, gönnen sich ausreichend Annehmlichkeiten, während das nur 39 Prozent von denen mit weniger erfreulichem Zustand tun. Ebenfalls 57 Prozent der Teilnehmer, die sich nicht oder weniger gut fühlen, gaben an, dass der Genuss bei ihnen etwas zu kurz komme. Für die Studie wurden 505 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren, von 17. bis 19. Jänner online befragt.

Was wir an unseren Mitbürgern schätzen

Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Linzer Marktforschungsinstituts Spectra verrät, was wir an unseren Mitmenschen schätzen: Der beliebteste Österreicher ist verlässlich, verantwortungsbewusst, lebensfroh, humorvoll und dazu intelligent. Ob die Personen, die sie sehr schätzen, sportlich und gut aussehend sind, ist den meisten Landsleuten herzlich egal.

76 Prozent der Österreicher schätzen bei anderen Menschen Verlässlichkeit am meisten. 60 Prozent beschrieben die Personen, die sie am meisten schätzen, mit "lebensfroh". Beide Attribute gewannen in den vergangenen 18 Jahren an Wert, wie ein Vergleich mit einer 1993 durchgeführten Spectra-Studie zeigt: Verlässlichkeit bekam fünf, Lebensfreude sieben Prozentpunkte dazu.

Humor ist wichtig

"Humorvoll" fiel 59 Prozent zu ihren liebsten Mitmenschen ein, "verantwortungsbewusst" 58 Prozent. Weitere Eigenschaften, wegen derer andere sehr geschätzt werden: Intelligenz (52 Prozent), Toleranz (51 Prozent), Gewissenhaftigkeit (50 Prozent) und Geselligkeit (49 Prozent).

Am wenigsten Wert legen die Befragten eindeutig auf das Attribut "sportlich" - 46 Prozent reihten es unter die drei unwichtigsten Eigenschaften, gefolgt von "gut aussehend" mit 39 Prozent. "Fantasievoll" und "kreativ" haben über die Jahre hinweg an Attraktivität ein gebüßt: Je 30 Prozent der Befragten halten diese Charakterzüge für unwichtig, vor 18 Jahren wurde ihre Unwichtigkeit um zehn bzw. fünf Prozentpunkte geringer eingestuft, wobei Höhergebildete Fantasie mehr schätzen als Pflichtschulabgänger.

Gebildet und kultiviert

Das Sprichwort "Gleich und Gleich gesellt sich gern" sah das Institut in der Umfrage gut bestätigt: So schätzen Universitätsabsolventen und Maturanten die Eigenschaften "gebildet" und "kultiviert" mit 49 und 46 Prozentpunkten sehr viel mehr als Pflichtschulabgänger mit 28 bzw. 25 Prozentpunkten. Ähnliche Schwankungen gab es bei Leistungsorientiertheit und Kreativität.

Für die Studie wurden 1.000 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren in persönlichen Interviews befragt. (APA)

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    Zeit für die Familie war für 65 Prozent der Befragten ein Kriterium für das eigene Wohlgefühl.

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