Nach Ärztekammer-Diskussion

"Die Kammer sind echte Nazis"

26. Jänner 2012 19:22

Facebook-Entgleisung nach Ärztekammer-Diskussion

Wien - Auf dem Podium und im Publikum ging es überaus hitzig zu, als am Dienstagabend auf Einladung der Wiener Ärztekammer deren Vizepräsident Johannes Steinhart mit Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) und der Geschäftsführerin der Elga-GmbH, Susanne Herbeck, über die Elektronische Gesundheitsakte diskutierten. Noch hitziger ist nun das Nachspiel der Diskussion im Internet: "die kammer sind echte nazis" schrieb Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer auf seiner Facebook-Seite, und weiter:"schon mal was gehört von gesinnungsterror und der unterdrückun (sic!) von meinungfreiheit! echter faschistenverein!"

Pichlbauer sagte dem Standard, ihn hätte eine Debatte auf seiner Facebook-Pinwand in Rage gebracht. Dort hatte eine Teilnehmerin bei der Diskussion am Dienstag gepostet, ihr Statement - das pro Elga ausgefallen wäre - sei nicht zugelassen worden. Eine längere Facebook-Unterhaltung mit Ärzten brachte Pichlbauer zu dem Schluss, es habe sich um eine "Propagandaveranstaltung" gehandelt" .

Einige Stunden später postete er, die Facebook-Diskussion sei "sehr emotional und eigentlich privat" gewesen; Pichlbauers Profil ist freilich für jeden Nutzer zugänglich. Im Gespräch mit dem Standard distanzierte er sich am Donnerstagnachmittag von dem Nazi-Sager, bleibt aber dabei, dass die Ärztekammer "totalitäre Meinungsmache" betreibe, die in einer Demokratie nichts verloren habe.

Bei der Wiener Ärztekammer will man sich die Vorwürfe jedenfalls nicht gefallen lassen, eine Klage wird derzeit geprüft. (hei, DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 47
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05.02.2012 13:49
ausser für den nazisager

muss er sich nicht entschuldigen, er hat recht: die ärztekammer betreibt totalitäre meinungsmache um pfründe zu sichern.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
02.02.2012 06:56
Was eigentlich berechtigt die kämmerer u.

die wgkk dazu, kassenpatientInnen nahezulegen beim arzt ev. doch eher auf eigentlich doch nicht arbeitsunfähig zu plädieren? Krank arbeiten steckt andere an u. verkürzt nicht nur die pension....!

hot doc
31.01.2012 11:44
ich wäre ja auch so emotional unausgeglichen,

wenn ich nach dem medizinstudium und einer abgebrochenen ausbildung als kellerchirurg als selbsternannter gesundheitsökonom (er hat aber alleine medizin studiert, als ökonom ist er offensichtlich autodidakt - um nicht zu sagen dilletant) meinen senf zu den kosten der gesundheitsversorgung dazugeben muss.
der mann sieht, wie seine studienkollegen was gescheites und interessantes machen und er nur gscheit daherlabert, das ist muss ja höchst frustrierend sein.

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05.02.2012 13:50
sie tun mir leid

andere menschen aufgrund ihrer wahlen die sie in ihrem leben gemacht haben persönlich zu diskreditieren.

passt ganz ins bild der kämmerer-propaganda die auch SIE offenbar hier zu verbreiten versuchen.

armselig und bemitleidenswert sind SIE.

hot doc
06.02.2012 14:32

heucheln sie nicht, es geht ihnen nicht um mit-leid, sondern um be-leid-igung.
ich bin kein ärztekämmerer, auch wenn ihnen das so in ihr weltbild passen würde.
ich hatte schon oft kontakt mit ex-kollegen, die aus verschiedenen gründen gewechselt haben, und geblieben ist ein gewisser neid uns gegenüber - weil wir ja doch einen schönen beruf haben, den wir fundiert erlernten. andrea kdolsky zum beispiel.

und wenn sie auch ein wenig inhaltliches posten würden, wäre das eh ganz fein, oder?

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14.02.2012 16:49
ah, die neidkeule

die neidkeule ist ganz praktisch um von echten gründen abzulenken die manche mediziner haben um sich von der kurativen medizin zu verabschieden. unter anderem: freunderlwirtschaft, enorme hierarchie, miserable ausbildungssituation, ausbeutung in den öffentlichen krankenhäusern, überbordende bürokratie, doppelgleisigkeiten, teure und sinnlose ärztekammerzwangsmitgliedschaft, nichtvereinbarkeit arbeit-familie, ...

soll ich noch ein paar gründe mehr nennen?

aber klar, sind ja nur alle neidig auf das süperdüper-sahnehäubchen hötdöc... da knutscht mich ja ein elch :-)

Sarepta
31.01.2012 10:58

Der Vergleich hinkt eigentlich garnicht. Zwangsmitgliedschaft, illegale Sicherung der Pfründe und Pensionen. Ein Chef, der eigentlich schon längst hinter Schloss und Riegel sitzen sollte...

schniggschnagg
 
27.01.2012 15:03
"...die in einer Demokratie nichts verloren habe..."

Wobei man sagen muß, daß eine Zwangsmitgliedschaft bei Kammern in einer Demokratie schon nix verloren hat :-)

O5
27.01.2012 12:43

Recht hat er!

Kelbo
27.01.2012 09:09

Eine Klage? Wollen die sich jetzt total lächerlich machen?

Medicus58
27.01.2012 08:42
Aber bitte, was hat die ELGA mit den NAZIs zu tun?

Dafür, dass die ÄK ELGA nicht mag, gibt es eine Reihe selbstsüchtiger (aber hallo, das ist halt eine Interessensvertretung) aber auch eine Reihe objektiver Argumente. Ich mag ELGA auch nicht (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47125) u.a. WEIL ich (unbezahlter) Teil in zwei Lenkungsgruppen war/bin und das Problem von innen her kenne ... Nur alles mit Totschlägerargumenten niederzuprügeln ist nicht Nazi, nicht Kummerl, ... ist nur dumm Herr Pichlbauer ... Die Lösung ist einfach: Wer zahlt Herrn P. ... und schon wird klar auf wessen Seite er steht ... die Patienten sind es nicht

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
02.02.2012 23:23
Der patient bezahlt den arzt und -

dennoch weiss kaum ein patient auf wessen seite der arzt steht...die patienten sind es nicht!

Medicus58
03.02.2012 07:54
Leider wurde meine ursprüungliche Antwort zensuriert

in dem ich auf den öffentlich zugänglichen XING Eintrag von Herrn P verwiesen habe, wo er sich als käuflich anpreist, um die Frage von hot doc zu beantworten, ob ich weiß, wer ihn zahlt ...
Natürlich arbeiten wir Ärzte auch für Geld, und wie in jedem Vertragsverhältnis haben Sie als Vertragspartner das Problem, dass Sie sich Ihres Gegenübers nie sicher sein können; NUR je mehr Leute zwischengeschaltet sind (Industrie, Ökonomen, Politik, ....) desto eher wird Ihr Vertragspartner auf einer anderen Seite stehen als auf Ihrer; und nun schaun wir einmal wo Ihr Hausarzt steht und wo ein bezahlbarer Gesundheitsexperte

... des Lied ich sing

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
03.02.2012 16:22
Wenn man sich in wien anschaut -

was zb. viele prakt. ärzte für ihre patienten tun, dann ist das ergebnis für patienten erschütternd!
Zb. ordinationszeiten von 2stunden an einem ganzen tag - da müssen sich die patienten von einem ganzen tag binnen 2 stunden "stapeln" - u. dann heisst es noch absurderweise, schon zynisch: "Kommen's nächstes mal früher!"

Bezieher der Mindestsicherung (mit e-card) werden anscheinend systematisch schlechter gestellt - zb. durch die ärzt. verweigerung hausbesuche zu machen - durch schikanöses, kontraproduktiv häufiges wiederbestellen im krankenstand, der noch dazu äusserst wiederwillig bestätigt wird....durch offen(!) gezeigtes ärztliches desinteresse am patienten mit mindestsicherung...

Medicus58
04.02.2012 08:56
Die Kritik ist in vielen Fällen

nicht unberechtigt, aber schaun Sie mal was Ihr Automechaniker für Sie täte, wenn seine Leistungen gdeckelt wären, d.h. er u.U. ab Monatsmitte gratis arbeiten müsste....
Deshalb mein Vorschlag: In Ballungsräumen mehr Spitalsärzte und weg mit den Niedergelassenen, am Land dafür mehr und ordentlich bezahlte Gemeinschaftspraxen und Ärztehäuser: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51616

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
04.02.2012 20:04

- arme mechaniker kennt man, arme ärzte nicht...!
Ich kenne keinen handwerker, der geld über leben stellt, ärzte schon...

Zum link: Wer ist der blogger gtl? Im blog ist leider kein impressum, kein autorenname!

hot doc
30.01.2012 21:27

danke für den kommentar und den link zu ihrer exzellenten zusammenfassung. ich möchte in zukunft mehr von ihnen lesen. und wenn sie es wissen, dann verraten sie dem leser, auf wessen payroll pichlbauer steht.

Walter Fenz
30.01.2012 22:11
Oder hot-döchcen.....

Gleiches Geld für Alle !

hot doc
31.01.2012 08:48

ich werde ausschließlich für die behandlung von menschen bezahlt. das posten ist mein privatvergnügen. wenn sie das nicht glauben, dann ist dies ein hinweis auf einen produktiven wahn.

sokrates
27.01.2012 08:26
Dem Fuchs sind die Trauben zu sauer.....

Dr. Pichlbauer hat einmals als Turnusarzt auf der Pathologie gearbeitet, die Ausbildung aber nie abgeschlossen, ist also kein Facharzt. Danach hat er sich im "Selbststudium" zum Gesundheitsökonom aufgeschult. Derzeit zieht er durchs Land und meint, vieles sei schlecht und viele Spitäler sollen zugesperrt werden. Wie man es BESSER machen soll werden wir von ihm schwer erfahren - ist auch schwierig, wenn man NOCH NIE PATIENTEN BEHANDELT HAT.

der gärtner
27.01.2012 11:09
und sie glauben als pathologe hätte er mehr ahnung von der patientenversorgung?

er ist ja nicht nur gesundheitsökonom, sondern auch österreichs einziger versorgungswissenschaftler in dem bereich und hat daher mehr ahnung von effizienter patientenversorgung als jeder facharzt,
denn die konzentrieren sich nur auf ihr fachgebiet, ihre station, ihre praxis
und haben dann zusätzlich noch von ökonomie und logistik absolut keine ahnung.

dazu kommt, dass die planung der gesundheitsversorgung in österreich ansonsten normalerweise nur durch komplett fachfremde, wie eben unserem minister, durchgeführt wird.

und unser gesundheitssystem ist noch durch seine zersplitterung und erstarrtheit inzwischen ein gordischer knoten der ineffizienz.

Ohne Gurt im Ionensturm
27.01.2012 09:58

Man braucht kein Zuckerbäcker zu sein um zu schmecken ob eine Torte gut oder schlecht ist.

sokrates
27.01.2012 10:34
Ob eine Torte schmeckt, kann jeder sagen.

Ob die Torte in großen Mengen korrekt und kostengünstig hergestellt wurde sollte man schon einen Zuckerbäcker fragen und nicht Herrn Pichlbauer.

anders and
 
27.01.2012 13:39

Für das korrekte Herstellen sind die Zuckerbäcker die Experten,
aber doch nicht für die Kostenoptimierung!!!
Wieviele betriebswissenschaftliche Kenntnisse hat denn ein Zuckerbäcker? Und warum sollte er je zu dem Ergebnis kommen, dass es nicht seine Bäckerei ist, die am kostengünstigsten arbeitet?

Danke übrigens für das schöne Beispiel!

hot doc
31.01.2012 09:28

eines der großen probleme unserer zeit ist die "ökonomisierung" - überall, wo jemand ohnehin weiss, was er zu tun hat, kommt ein wichtiger "ökonom" daher, und erklärt ihm, wie er seine arbeit anders machen muss, damit sie auch "ökonomisch" ist. die folge: administrativer mehraufwand, ein bürokratischer overhead und miesere produkteigenschaften. und der ökonom geht - stolz auf sein unnötiges tun - am ende mit mehr geld in der tasche heim, als der vielleicht ebenso akademisch ausgebildete experte jemals bekommt.

da läuft was falsch, und diese missentwicklung macht sich auch in der medizin breit.

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