Netzwerk von Stützpunkten in wichtigen Regionen als Basis für mobile Spezialeinheiten geplant
Washington - Das US-Verteidigungsministerium will nach
Medienberichten seine Flotte von bewaffneten Drohnen um 30 Prozent
vergrößern. Außerdem plant es ein Netzwerk von Stützpunkten in
wichtigen Regionen als Basis für mobile Spezialeinheiten. Das meldete
unter anderem das "Wall Street Journal" am Donnerstag. Gleichzeitig
solle der Umfang der konventionellen Streitkräfte um acht Brigaden
schrumpfen und die Zahl aktiver Heeressoldaten von 570.000 auf
490.000 sinken, hieß es im Vorfeld einer Pressekonferenz von
Pentagonchef Leon Panetta am Donnerstagabend (Ortszeit).
Panetta erläuterte seinen Etatplan für 2013 mit einem Volumen von
525 Milliarden Dollar (knapp 400 Milliarden Euro). Der Entwurf
enthält die ersten Maßnahmen eines umfassenden Sparprogrammes in Höhe
von 487 Milliarden Dollar (370 Milliarden Euro) über einen Zeitraum
von zehn Jahren. Einige dieser Schritte waren bereits Anfang Jänner
bekanntgeworden, so auch die Absicht der USA, zwei ihrer vier in
Europa stationierten Brigaden abzuziehen.
Betroffen sein könnten vom Sparplan laut Medienberichten die 170.
Infanteriebrigade in Baumholder (Pfalz) und die 172.
Infanteriebrigade in Grafenwöhr (Bayern). Eine offizielle Bestätigung
dafür gab es jedoch bis zum Donnerstagnachmittag nicht. Die zwei
übrigen US-Heeresbrigaden sind im bayerischen Vilseck und im
italienischen Vicenza stationiert. Eine Brigade hat rund 4.000
Soldaten.
Die Pentagonpläne spiegeln die Anfang des Jahres in groben Zügen
veröffentlichte neue Militärstrategie der USA: Demnach verlagert die
Weltmacht ihr Augenmerk von größeren Kriegsszenarien auf kleinere und
oft geheime Operationen. Ihren Fokus wolle sie auf Asien richten.
Nach Medienberichten vom Donnerstag haben die USA vor kurzem
Verhandlungen über eine stärkere Militärpräsenz auf den Philippinen
aufgenommen - als ein Signal an die aufsteigende Militärmacht China. (APA)